Mittwoch, 8. September 2021

Der Einäugige (Patch Black)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie. Allen H. Miner

Der Sheriff mit dunkler Vergangenheit und schwarzer Augenklappe...

Im Jahr 1957 drehte Regisseur Allen H. Miner zwei beachtliche Western: Einer war "Der Ritt zurück" mit Anthony Quinn und William Conrad. Seine zweite Arbeit "Der Einäugige" könnte man gut in die Sparte der Noir-Western einordnen, denn er ist durchweg düster geraten und überzeugt auch heute noch mit interessanten Figuren, die alle Geheimnisse mit sich herumtragen.
Erzählt wird vordergründig die Geschichte von zwei Freunden, die die gleiche Frau lieben. Darüberhinaus spielt aber auch der Waisenjunge Carl, gespielt von Tom Pittman, eine Schlüsselrolle in dieser Geschichte, denn auch er verliebt sich in die Femme Fatale. Damals galt Tom Pittman als einer der kommenden Jungstars in Hollywood - der Schauspieler starb aber bereits 1 Jahr nach der Fertigstellung von "Der Einäugige" tragisch bei einem Autounfall.
Er wurde leider nur 26 Jahre alt.
In der ersten Szene von "Der Einäugige" (Original: Patch Black) sieht man einen Reiter, der verfolgt wird. Er ist aber schon vom Pferd gestiegen und tötet den Verfolger mit einem gezielten Schuß. Der Zuschauer kann das Gesicht des Mannes kaum erkennen, wird aber in einer der nächsten Szene sicher sein, dass dieser Mann identisch ist mit Hank Danner (Leo Gordon), ein Neuling in der kleinen Westernstadt ohne Namen. Dort sorgt Marshall Clay Morgan (George Montgomery) seit einer gewissen Zeit für Recht und Ordnung. Der Sheriff trägt eine schwarze Augenklappe - warum er diese trägt bleibt im Verborgenen. Genauso wie seine Vergangenheit. Doch nun scheint dieser Hank Danner etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Denn die beiden sind Freunde...zumindest erzählt Danner dies, als er sich nach Clay Morgan erkundigt. Die Sache wird kompliziert als Hanks schöne Frau Helen (Diane Brewster) aus der Postkutsche steigt. Sie wird sofort von dem jungen Carl (Tom Pittman) wahrgenommen und angestarrt - der Junge ist aber ein Aussenseiter in der Stadt und hat den Wunsch bald als Deputy beim Marshall angestellt zu werden. Doch Clay hält ihn noch für zu jung. Als sich die beiden Freunde wiedersehen, wird klar, dass Helen zwar mit hank verheiratet ist, aber ihre Liebe dem Marshall gilt. Der ging irgendwann auf und davon, hat sein Mädchen verlassen und irgendwann gabs auch für den Freund die Chance sich um die Verlassene zu kümmern. Doch Clay bringt nicht nur seine Frau mit, sondern auch Geld aus einem Bankraub. Clay muss seinen Freund verhaftet, will ihm aber einen guten Anwalt besorgen. Doch der Saloonbesitzer Frenchy (Sebastian Cabot) und dessen Mann fürs Grobe (House Peters jr)  versuchen an das Geld aus dem Raub zu kommen. Dazu ist ihm jedes Mittel recht..

Die Geschichte in "Der Einäugige" nimmt dann eine seltsame Wendung und macht aus der Nebenfigur des jungen Carl fast schon eine Art Hauptfigur und Helen agiert als Noirsche Femme Fatale. Bizarr und dubios sind alle Figuren angelegt und völlig gegen die üblichen Genreklischees gebürstet. Dabei spielen dunkle Geschichten aus der Vergangenheit eine Rolle, Liebe und Freundschaft, Eifersucht und Rivalität - dies wird dann zunehmend noch mit den Kränkungen eines junges Menschen gewürzt, der dann wider Erwarten zum Revolverhelden aufsteigt, weil er plötzlich eine Gabe bei sich entdeckt hat: Er kann es beim Schießen mit jedem Gegner aufnehmen.

Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

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