Mittwoch, 6. Oktober 2021
Die letzte Kugel (Day of the Badman)
Regie: Harry Keller
11 Uhr Vormittags...
Harry Keller war vor allem Filmeditor, doch er drehte als Regisseur mehrere gute und erwähenswerte B-Western. Die bekanntesten davon sind sicherlich Audie Murphys "Sieben Wege ins Verderben", der eher ungewöhnliche "Quantez, die tote Stadt" und der 1958 entstandene "Die letzte Kugel", der im Original "Bullet for a Badman" heißt und eine interessante "12 Uhr mittags" Variante präsentiert.
Genau wie Sheriff Will Kane im großen Klassiker von Fred Zinnemann schafft auch Harry Keller die brenzliche Situation, dass es ein Mann des Gesetzes mit insgesamt vier zu allem entschlossenen Banidten aufnehmen muss.
Die Konstellationen sind aber etwas anders, denn Jim Scott (Fred McMurray) ist nicht der Sheriff, sondern der Richter des kleinen Westernstädtchens. Um 11 Uhr Vormittags muss er in der Kirche der Gemeinde das Urteil für den Mörder Rudy Hayes (Christopher Dark) verkünden. Ein Tag vorher haben ihn die Geschworenen schuldig gesprochen und die Witwe seines Opfers, Mrs. Quary (Peggy Converse) will ihn hängen sehen. An diesem Tag hat der Richter noch etwas Zeit, denn er möchte am Nachmittag seiner Myra (Joan Weldon) einen Heiratsantrag machen. Die ahnt etwas als er von einer Überraschung redet, die er ihr präsentieren will. Myra hat ein Geheimnis. Sie hat sich vor einigen Wochen in einen anderen Mann verliebt. Es ist der junge Sheriff Barney Wiley (John Ericson), sie haben aber bisher nicht den Mut gefunden ihre Liebe öffentlich zu machen.
Im Laufe des Vormittags tauchen die beiden Brüder des Angeklagten in der Stadt auf. Der unbesonnene Howard Hayes (Skip Homeier) und sein älterer Bruder Charlie (Robert Middleton), sie erfahren von Rudys Freundin Cora (Marie Windsor), dass höchstwahrscheinlich das Todesurteil ansteht. Natürlich wollen die Brüder mit aller Macht ein anderes Urteil erwirken. "Verbannung" zum Beispiel - ein Urteil, dass schon oft ausgesprochen wurde und mit etwas Nachdruck sollte der Richter doch auf diesen Vorschlag eingehen. Denn schließlich drohen sie dem Mann des Gesetzes mit Rache, wenn der nicht nachgibt. Bald drängen selbst die braven Bürger der Stadt den Richter um Nachsicht mit dem Mörder, denn sie haben Angst vor den Vergeltungsmaßnahmen der Banditen, die sogar noch Unterstützung von den Cousins (Lee van Cleef, Chris Alkaide) bekommen. Dann erfährt Jim von der Liason zwischen Myra und Wiley. Für ihn wäre das Urteil "Verbannung" nun vorteilhaft, denn er würde dem Sheriff den schwarzen Peter zuschustern. Der müsste nämlich das Urteil mit Gewalt erzwingen, denn ein Hayes lässt sich sicher nicht aus der Stadt jagen. Damit liefe der Konkurrent Gefahr in einer Schließerei mit dem Gangster den Kürzeren zu ziehen...
Was der Richter dann tatsächlich verkündet ist wie die ganze Geschichte vorher sehr unvorhersehbar. Diese Komponente macht den Western sehr interessant, denn der Zuschauer weiß nie, wie der Richter sich verhalten wird und erst Recht nicht wie die Menschen in seiner Umgebung - sein Mädchen, der Sheriff - reagieren werden. So gesehen legt Harry Keller sein Augenmerk darauf, wie sich die Figuren positionieren und welche schwierigen Entscheidungen sie im Laufe dieses Vormittags noch treffen müssen. Keller jongliert auch gekonnt mit den Wahrnehmungen des Zuschauers, der lange Zeit den Sheriff als den "Helden" wahrnimmt und die Handlungsweisen des Richters nicht immer nachvollziehen kann.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
Mittwoch, 1. September 2021
In Acht und Bann (At Gunpoint)
Regie: Alfred L. Werker
Ein Mann allein...
Schieß oder stirb (A Gun for a Coward)
Regie: Abner Biberman
Sensibler Cowboy in der Krise...
Ein beliebtes Westernthema wird in Abner Bibermans 1957
entstandenem "Schieß oder stirb" (Original: Gun for a Coward)
aufgenommen. Die Geschichte vom Pazifisten, der sich irgendwann die
Frage stellen muss, ob es nicht besser wäre die friedvolle und auf
Harmonie bedachte Position zu wechseln und sich der Konfrontation zu
stellen. Dieses Thema war in Fred Zinnemanns "High Noon" vorhanden, etwa
in der Szene als Will Kane mit seiner hübschen jungen Braut Amy in der
Kutsche aus der Stadt fährt, nur um dem drohenden Duell mit Frank Miller
aus dem Weg zu gehen. Auch in Henry Hathaways "Schieß zurück, Cowboy"
muss der unschuldige Don Murray flüchten, um einzusehen, dass er den
Kampf führen muss. In "Schieß oder Stirb" wird die
Geschichte von drei sehr ungleichen Brüdern erzählt. Will Keough (Fred
MacMurray) ist der Älteste und musste seit dem frühen Tod des Vaters,
der von einer Schlange gebissen wurde, die Rolle des Herrn im Haus
übernehmen. Auf ihm als Ältesten lastete schon von Beginn an die größte
Verantwortung. Bless (Jeffrey Hunter) ist der Zweitälteste und der
Liebling seiner Mutter (Josephine Hutchinson), die ihn ganz anders
erzogen hat als den Erstgeborenen. Bless gibt sich auch immer noch die
Schuld, dass er als siebenjähriger Junge seinem Vater bei dem tödlichen
Unglück nicht helfen konnte. Als nun erwachsener Mann ist er fast zu
sensibel und friedliebend, er geht dem Streit immer aus dem Weg und wird
von seiner Mutter stets vor allen Gefahren zurückgehalten.
Interessanterweise ist der jüngste Sohn Harry (Dean Stockwell) ein
extremer Draufgänger und wird von der Mutter fast ignoriert. Die Mutter
will die Ranch mit Bless verlassen, doch Bless liebt das Landleben und
die Pferde. Bringt es aber nicht fertig seiner Mutter die Wahrheit zu
sagen und geht vage auf das Angebot ein. Er behält auch für sich, dass
er seit längerer Zeit schon in Audry (Janice Rule) verliebt hat, obwohl
die schon als sichere zukünftige Braut für den großen Bruder Will gilt.
Auch Audry hegt immer stärkere Gefühle für den friedlichen Bless....
Mittwoch, 25. August 2021
Quantez - Die tote Stadt (Quantez)
"Quantez" ist im Hauptteil sehr dialoglastig und konzentriert sich vor allem auf den Konflikt der Männer bei der einzigen Frau zum Zug zu kommen. Diese lässt mit einer gewissen Mitleidstour einen Mann nach dem anderen auf sie hereinfallen. Denn ihr Freund behandelt sie wie Dreck.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.



















