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Donnerstag, 27. November 2025

Schüsse in New Mexico (Duel at Silver Creek)


Regie: Don Siegel

Die Silberminen von Silver City... 

Insgesamt hat Don Siegel während seiner aktiven Zeit als Regisseur sieben Western gedreht. Zwei davon - Ein Fremder auf der Flucht und Frank Patch - hat er fürs Fernsehen inszeniert.  Zwei weitere "Betrogen" und "Ein Fressen für die Geier" in Zusammenarbeit mit Hauptdarsteller und Zugpferd Clint Eastwood. Sein letzter Western war auch gleichzeitig John Waynes Abschiedsvorstellung vom Kino. Mit Elvis Presley in der Hauptrolle machte er "Flammender Stern" im Jahr 1960 zu einem Erfolg. Sein Debüt im Genre fand allerdings schon viel früher im Jahr 1952 statt. Damals war er noch ein Youngster unter den Regisseuren und hatte kurz zuvor mit "Die rote Schlinge" einen Film Noir mit Robert Mitchum gemacht. Sein großer Durchbruch mit dem Science Fiction Klassiker "Die Dämonischen" sollte erst noch kommen. So war "Schüsse in New Mexico" eher eine Routineaufgabe. In dieser Zeit arbeitete er für seine Auftragsgeber wie am Fließband, konnte sich aber interessanterweise doch eine gewisse Unabhängigkeit aufbauen und bewahren. Obwohl er dem Studio viel Geld einsparte, mochte Jack Warner den Neuling nicht - wie alle Freigeister.
"Schüsse in New Mexiko" spielte gute 1,25 Millionen Dollar an der Kasse ein und war der erste Audie Murphy Western, der den neuen Star am Kinohimmel, nicht als junger Gesetzloser darstellte, sondern als aufrechten jungen Kerl, der sogar im Lauf der Geschichte zum Hilfssheriff auf der Seite der Guten kämpft.
Dennoch ist sein Ziel die Rache. In der ersten Szene wird nämlich sein guter Vater von einer fiesen Bande ermordet wird. Diese gut organisierte Gangstergruppe hat das Ziel die Silberminen von Silver City unter ihre Kontrolle zu bringen. Opfer sind Minen, die Einzelgängern oder einer kleinen Gruppe gehören. Die werden mit Gewalt genötigt die Mine den Banditen zu überschreiben. Doch dann werden sie brutal erschossen. Es soll ja keine Zeugen geben, die dem kriminellen Treiben ein Ende machen. Luke Cromwell (Audie Murphy) entkommt nur knapp einen Hinterhalt, doch er hat sich geschworen das Verbrechen zu rächen. Der junge Mann kann ausgesprochen gut reiten, schießen und pokern und nennt sich nun "Silver Kid". In der Stadt ist auch Marshall Lightning Tyrone (Stephen McNally) nicht untätig und versucht diesen Banditen den Garaus zu machen. Er verdächtigt auch den dubiosen Johnny Sombrero (Eugene Iglesias) mit dem Mord an seinem älteren Stellvertreter etwas zu tun zu haben. Er verliebt sich in die hübsche Opal Lacey (Faith Domergue), die gemeinsam mit ihrem Bruder Rod (Gerald Mohr) in die Stadt gezogen ist. Die schöne Frau ist aber tückisch und gehört zur Minenbande. Mit der rosaroten Brille sieht der Sheriff aber nur bedingt und merkt auch nicht, dass die nette Dusty (Susan Cabot) schon länger in ihn verknallt ist. Als "Silver Kid" in die Stadt kommt, wird er Hilfssheriff und verliebt sich in Dusty. So sind drei Menschen verliebt, ohne dass dieses Gefühl auf Gegenliebe stößt. Nur Opal versucht natürlich den Sheriff im Glauben zu lassen, dass sie an ihm interessiert ist...


Am Ende besinnen sich aber alle Beteiligten, dass ein HappyEnd sehr gelungen wäre. So bemerkt der Sheriff noch früh genug, dass die schöne Frau ein falsches Spiel mit ihm trieb und Dusty merkt, dass Silver Kid doch viel besser zu ihr passt. Der Western hat zwar einige Routineszenen, aber er bietet auch interessante Figuren. So darf Faith Domergue ein gemeines Biest spielen, die sogar ohne zu zögern mordet. Und Eugene Iglesias spielt einen sehr egozentrischen Schurken. In einer Nebenrolle taucht der junge Lee Marvin auf. Zusätzliche Spannung gibts durch die Konstellation von ganz jungen Helden (Audie Murphy) und versierter Westernheld (Stephen McNally), bei denen manchmal der Jüngere der Vernünftigere von beiden ist.  Für mich einer der starken Audie Murphy Western.

Bewertung: 8 von 10 Punbkten. 

Mittwoch, 7. Dezember 2022

Die Nacht der Abrechnung (The Stand at Apache River)

Regie: Lee Sholem

Am Apachenfluß umzingelt...

"Die Nacht der Abrechnung" ist ein Western aus dem Jahr 1953, der von Lee Sholem inszeniert wurde - im Original heißt der Film "The Stand at Apache River". Dieser Name passt auch besser zu der Handlung als der eher nichtssagende deutsche Verleihtitel. Als Sheriff Lane Dakota ist Stephen McNally zu sehen. McNally wurde durch seine Rolle als böser Bruder von James Stewart in Anthony Manns "Winchester 73" bekannt und wurde in diesem Genre auch sehr oft eingesetzt. Dabei war er sowohl als Held als auch als Schurke einsetzbar und machte eine gute Figur als geläuterter Spieler in "Trommeln des Todes" oder als unglücklich verliebter Sheriff in "Schüsse in New Mexiko", den er zusammen mit dem damaligen Jungstar Audie Murphy drehte.
In "Abrechnung am Apachenpass" spielt er den Sheriff, der eine ganze andere Meinung vertritt als Colonel Morsby (Hugh Marlowe) von der US-Armee. Wie so oft geht es um Indianer, die aufbegehren, weil sie in ihren Reservaten schlecht behandelt werden. Man hatte ihnen ja versprochen, dass es Ihnen gut gehen würde. Aber die Armee hat Versprechen gemacht, um die Indianer umzusiedeln. Nun hungern sie und viele wollen diese Ungerechtigkeit nicht mehr hinnehmen. Auch Häuptling Cara Blanca (Edgar Barrier) will Antworten vom weißen Mann und ist es seinem Stamm als Häuptling schuldig bessere Bedinungen zu bekommen und zwar schnell. Mit friedlichen Gesinnungen geht das kaum, deshalb haben die Indianer das Kriegsbeil ausgegraben und belagern eine kleine Postkutschenstation am Apache River. Colonel Morsby hat bereits veranlasst, dass die Armee aufgestockt wird. Man will die Indianer zwingen wieder in die Reservate zu gehen. Morsby beschuldigt sie, dass sie bereits fünf Siedler ermordet haben. Sheriff Lane Dakota ist dabei nur zufällig in dieser Absteige, weil er den Banditen Greiner (Russell Johnson) gejagt und überwältigt hat. Er ist sich sicher, dass Greiner ein Mörder und Räuber ist. Beweisen kann er es nicht, denn der verletzte Greiner beharrt auf seine Unschuld und braucht erst mal Pflege. Mit Morsbys harter Linie in der Indianerfrage kann sich der Sheriff gar nicht anfreunden, er nimmt die Position der Apachen ein.  In der Station hält sich auch die hübsche Valerie Kendrick (Julie Adams) auf, die sich demnächst verloben will und für die frustrierte Mrs. Kenyon (Jaclynne Greene), mit ihrem Mann Besitzerin der Station, ein willkommener Lichtblick im tristen Alltag darstellt. Ehemann Tom (Hugh O´Brien) kann seiner Frau nur wenig bieten, was sich auch an ihrem Verhalten bemerkbar macht. Sie flirtet mit dem ebenfalls anwesenden jungen Hatcher (Jack Kelly). Dann beginnt auch schon der erste Angriff der Indianer....

"Die Nacht der Abrechnung" bietet dem Westernfan sicherlich nichts Neues, aber er unterhält sehr gut und hat ein gutes Westernflair. Dabei zeigt er die Figuren, die in der Falle sitzen, während sich draußen die Indianer positionieren und sie umzingeln. Ein Ausbruch ist gefährlich, wird dann aber dennoch gewagt.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Mittwoch, 13. Oktober 2021

Duell mit dem Teufel (The Man from Bitter Ridge)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Jack Arnold

Sheriff-Wahl in Tomahawk....

Trauma und Neurose einer ganzen Dekade sind einigen seiner berühmten B-Pictures zu finden. Jack Arnolds 50er Jahre Filme wie "Gefahr aus dem Weltraum", "Der Schrecken vom Amazonas", "Tarantula", "Der Schrecken schleicht durch die Nacht" oder "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C" wurden allesamt anerkannte Genreklassiker.
Weniger bekannt sind seine Western, aber auch die können sich sehen lassen. Während er in "Des Teufels Lohn" oder "Auf der Kugel stand kein Name" auch auf die Psychologie ein großes Augenmerk legte, ist der 1955 entstandene "Duell mit dem Teufel" (Original: The Man from Bitter Ridge) eher ein konventioneller Vertreter seiner Gattung. Was aber nicht heißen soll, dass der Film in Eastmancolor nicht auch seine Höhepunkte hätte.
Es sind nämlich einige Handlungsstränge vorhanden, die erst langsam ineinander übergreifen. Da wäre einmal ganz am Anfang ein Postkutschenüberfall. Einer der Banditen bemerkt, dass ein junger Fahrgast seine auffälligen Cowboystiefel ansieht. Könnte der Cowboy ihn erkannt haben ? Er erschießt den möglichen Zeugen kurzerhand brutal in den Rücken. Die Bande verschwindet. Sehr schnell wird klar, dass der Mörder einer der vier Jackman Brüder ist. Die Jackmans sind gerade dabei das Städchen Tomahawk zu übernehmen. Geld scheffeln sie sich durch viele Raubüberfälle und Ranse Jackman (John Dehner), der älteste der Brüder will Sheriff werden und damit auch den alten, bewährten Sheriff Walter Dunham (Trevor Bardette) absetzen. Dieser hat sich nicht gerade die Gunst der Rinderbarone erworben, denn er versucht immer wieder den Streit mit den Schafzüchtern zu deeskalieren.
Zur gleichen Zeit kommt auch ein Fremder (Lex Barker) aus San Francisco in die Gegend. Er wird zuerst mal von den anderen Jackmans (Ray Teal, Warren Stevens, Myron Healey) bezichtigt einer der Postkutschenräuber zu sein. Damit wollen sie den Verdacht von sich selbst lenken, denn die drei Galgenvögel erledigen die Drecksarbeit für ihren feinen großen Bruder, der sich für höhere Ämter berufen fühlt. Die Bürger wollen gleich jemanden hängen sehen, das kann Sheriff Dunham gerade noch abwenden. Auch die schöne Schafzüchterin Holly Kenton (Mara Corday) kann durch ihre Aussage dem fremden Mann helfen.  Dieser Jeff Carr ist in einer geheimen Mission in Tomahawk tätig, dazu muss er die Schafzüchter aufsuchen. Nach einem Zweikampf mit Alec Black (Steven McNally), dem Führer der Schafzüchter, werden die beiden Männer schnell zu Freunden, da aber im Western auch die Liebe nicht zu kurz kommen darf, muss sich Holly Kenton zwischen diesen beiden Männern entscheiden...
 
Das klingt nach einem ziemlich konventionellen Film und tatsächlich ist "Duell mit dem Teufel" sehr konventionell inszeniert. Aber durch die gute Figurenzeichnung der Nebenrollen bietet der Western mehr als nur einen Kampf mit dem Bösen und der Gewinn der Frau. Diese macht ja zuerst einen äusserst starken Eindruck als selbstbewusster Charakter, am Ende schmachtet sie allerdings in den Armen des starken Mannes, der sie gewinnen konnte. Die Figur des alten Sheriffs, der gar nicht  amtsmüde ist,  wurde gut gezeichnet, ebenso macht auch John Dehner als korrupter Gangster und Kopf einer Bande einen gute Figur. "Duell mit dem Teufel" bietet mehrfach Prügeleien und diverse Schießereien sowie wilde Verfolgungsjagden. In Tomahawk ist echt was los. Lex Barker fackelt natürlich nicht lange mit dem Flirt und fragt gleich bei der ersten Begegnung seine Traumfrau "Sie könnten mir aber wenigstens sagen, ob sie verlobt oder verheiratet sind"...ist sie nicht, allerdings wirbt der Schafzüchter Alec Black schon lange um sie und er meint auch immer noch eine Chance zu haben. Es ist auch sehr interessant den jungen Old Shatterhand in einer seiner früheren Westernrollen zu sehen. Unterhaltsam ist dieser Jack Arnold Film auf jeden Fall.

 Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Die Unerbittlichen (Hell Bent for Leather)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: George Sherman

Unschuldig gejagt...

Westernheld Audie Murphy arbeitete 1960 mit dem George Sherman zusammen, der im Laufe seiner Regiekarriere sehr viele sehenswerte B-Western drehte wie "Präriebanditen", "Schlacht am Apachenpass" oder "Tomahawk". Seinen letzten Film drehte er 1971 mit John Wayne und das Ergebnis war gut und hieß "Big Jake".
"Die Unerbittlichen" basiert auf der kurz zuvor erschienenen Novelle "Outlaw Marshall" von Ray Cogan und bezieht sich nicht auf Audie Murphy, der den Pferdehändler Clay Santell spielt, sondern auf die zweite wichtige Figur der Geschichte. Dieser Marshall Deckett wird von Stephen McNally gespielt, der bereits 8 Jahre zuvor Partner von Audie in die Western "Duel at Silver Creek" (Schüsse in New Mexiko) war. In diesem Don Siegel Film kämpften sie gemeinsam gegen Schurken, doch in George Shermans Western hat McNally die Seiten gewechselt, obwohl er ein Hüter des Gesetzes ist.
Die Darstellung des Schurken passt sehr gut zu McNally, er war ja auch durchaus geübt als böser Schurke in vielen Westernfilmen. Sehr bekannt dürfte den Genrefans seine Rolle in Anthony Manns "Winchester 73" sein, er spielt dort den missratenen Bruder von James Stewart.
Am Anfang des Films sieht der Zuschauer einen einsamen Mann ohne Pferd in der Steppe. Er wirkt erschöpft und hat sicherlich Durst. Nur gut, dass Pferdehändler Clay Santell (Audie) zufällig auf ihn trifft. Er gibt dem Fremden (Jan Merlin) sofort etwas zu trinken. Doch statt dankbar zu sein, schlägt der Fremde seinen Retter mit der Faust auf dem Boden und klaut dessen Pferd. Ein Schuß kann die Flucht nicht verhindern, doch der Bandit verliert sein auffälliges Gewehr. Leider weiß Clay nicht, dass dieser Doppelläufer dem vielfach gesuchten Mörder Travers gehört. Aber dies wissen die Bewohner des in der Nähe liegenden Ortes, denn dort hat Travers zwei angesehene Bürger kaltblütig ermordet. Als er dort eintrifft sind die Bewohner zwar auf dem Friedhof, aber dennoch spricht sich sehr schnell herum, dass der gesuchte Mörder in der Stadt sein muss. Die Leute würden ihn gerne lynchen, aber dies kann der rechtschaffene Mr. Perreck (Herbert Rudley) gerade noch verhindern - und auch Marshall Deckett (Stephen McNally), der schon lange auf der Suche nach Travers ist, taucht auf. Er lügt jedoch und gibt an, dass Clay eindeutig der Gesuchte ist. Nur will er ihn nach Denver bringen, dort soll ihm dann ein regulärer Prozess gemacht werden. Leider verfolgt Deckett einen finsteren Plan - er hat es satt Travers weiter zu jagen, daher will er Clay einfach erschiessen und später sagen, dass er Travers erledigt hat. Ein gemeiner Plan, aber Clay gelingt die Flucht. Auf einer Farm trifft er auf Kinder und auf die hübsche Janet (Felicia Farr), die der verzweifelte Gejagte erstmal als Geisel mit sich nimmt...


Im Laufe der Geschichte taucht auch noch mit Robert Middleton ein weiterer guter Bekannter auf. Er spielt Ambrose, den ältesten von drei Brüdern, die das Gesetz nicht unbedingt verfolgen. So gefällt "De Unerschrockenen" mit drei ganz unterschiedlichen Schurken. Auch die Gegend in der sich die Geschichte abspielt, ist nicht gerade ein schöner Ort zum Bleiben. Es gibt feindselige, auch wortkarge Bürger, die auch sofort nichts besseres wissen als die hübsche Frau als Mitkomplizin des Gejagten zu verdächtigen. Und ein versierter Fährtenleser wird hier noch politisch nicht korrekt von den guten Bürgern "Red Boy" gerufen.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Dienstag, 31. August 2021

Trommeln des Todes (Apache Drums)


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 Regie: Hugo Fregonese
 
Überfall der Mescalero-Apachen... 
 
Das Szenario in "Apache Drums" (Deutscher Titel: Tommeln des Todes)  ist gespenstisch. Auf dem Höhepunkt von Hugo Fregoneses kleiner B-Western Perle aus dem Jahr 1951 haben sich die Siedler der kleinen Stadt Spanish Boot in die örtliche Kirche verschanzt. Draussen bereiten die Mescalero Apachen unter der Führung ihres Häuptlings Victorio den finalen Angriff vor. Dazu singen sie und wechseln immer kurz vor ihren Angriffen den Takt. Die Trommeln verraten dann den Eingesperrten, dass wieder einige Krieger in die hohen Fenster der Kirche eindringen. Der Angriff hat etwas mystisches, religiöses, denn die Indianer gehen in den Kampf wie eine Messe - sie werden ihr Leben opfern, weil ihnen der Häuptling verheißt, dass ihr Opfertod die nächsten Generationen der Apachen viel stärker machen, da die Toten als Geistkrieger mit in den Kampf ziehen werden.
"Apache Drums" ist ein Film des argentinsichen Regisseurs Hugo Fregonese (Old Shatterhand, Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse, Dracula jagt Frankenstein) und vor allem eine Produktion von Val Lewton. Gerade diese letzte Szene erinnert doch sehr an die besten Arbeiten Lewtons. Aber auch andere Szenen des Films verraten die Handschrift des Produzenten, der für die RKO in den 40ern Horrorklassiker wie "Ich folgte einem Zombie", "Katzenmenschen" oder "Der Leichendieb" produzierte.  Obwohl Lewton nur als Produzent in den Vorspännen genannt wird, gilt er als die treibende künstlerische Kraft bei diesen Filmen. Er wollte allerdings nicht in mehreren Funktionen genannt werden, da er fürchtete, es sehe so aus, als ob er seine Macht als Produzent missbrauche, um im Vorspann möglichst oft genannt zu werden.
Einmal sieht man wie die Leiche eines jungen Scouts im Stadtbrunnen aufgefunden wird - auch die Berge wurden herrlich bedrohlich inszeniert. Wenn der Glücksspieler Sam Leeds (Stephen McNally) die Stadt verlässt und den Wagen mit den Saloon-Girls findet. Überall liegen Leiche und in den hohen Bergen könnten weitere Indianer lauern. Er spürt das und ist besonders aufmerksam. Es ist zwar keiner zu sehen, aber plötzlich löst sich Gestein von Oben. Er kehrt schnell um, denn er muss das Städtchen warnen. Gar nicht so einfach für einen der gerade eben vom Sheriff Joe Madden (Willard Parker) aus dem Ort gejagt wurde. Vorausgegangen war eine Schießerei im Saloon, wo Sam Leeds seinen Gegner in Notwehr niederschoß. Erschwerend dazu kommt, dass beide so unterschiedliche Männer die gleiche Frau lieben. Sally (Coleen Gray) ist hin- und hergerissen. Auf der einen Seite fühlt sie sich sehr zu dem lebenslustigen Dandy Sam hingezogen, sie will aber auch Sicherheit und Geborgenheit, die könnte ein Mann wie der Sheriff bieten. Dieser ist es auch, der mit ihr zur Kirche geht, wenn der indianerfeindliche Reverend Griffin (Arthur Shields) predigt. Als Sam zurückkehrt und die Stadt warnt, glaubt ihm keiner. Bis die Postkutsche mit toten Insassen eintrifft...

"Apache Drum" entwickelt sich zu einer kleinen, kurzweiligen Westernperle, die ich bisher noch nicht kannte. Vor allem sind es die Figuren, die erst mit der Zeit aussagekräftigere Konturen bekommen und man kann die Protagonisten am Anfang noch gar nicht so gut einschätzen. Dazu kommt eine Kette von originellen Kleinkonflikte. Der Film versteht es auch vortrefflich den Zuschauer im Unklaren zu lassen, was Sam wirklich ist. Bekannt aus "Winchester 73" durfte Hauptdarsteller Stephen McNally ein weiteres Mal einen etwas dubiosen, halbseiden Mann spielen. Allerdings hat er hier in "Apache Drums" die Möglichkeit sich zu bessern


Bewertung: 8 von 10 Punkten.