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Donnerstag, 23. September 2021

Blutiger Staub (The Outriders)


Regie: Roy Rowland

Drei Südstaatler auf der Flucht...

Der amerikanische Filmregisseur Roy Rowland inszenierte routinierte Unterhaltung ohne künstlerische Ambitionen. Er war in allen Filmsparten - Western, Musicals, Krimis, Komödien, Liebesfilmen oder Melodramen . tätig. Seine interessanteste Inszenierung war der Gruselfilm "Die 5000 Finger des Dr. T."  Seine 1950 gedrehter Western "Blutiger Staub" wurde im Laufe der Zeit zu einer kleinen Perle in der Kategorie der B-Western.
Der Film heißt im Original "The Outriders" und beschreibt den Werdegang von drei konföderierten Soldaten nach dem Ausbruch aus einem Nordstaatenlager. Der Film wurde in schönem Technicolor gedreht und macht nicht unbedingt den Eindruck eines billigen Genrebeitrags. Auch die Schauspieler-Riege kann sich sehen lassen. In der Hauptrolle überzeugt Joel McCrea, der aber durch die guten Leistungen seiner Kollegen gar nicht so markant aufspielen kann. Sein Freund und späterer Gegenspieler wird vom charismatischen Barry Sullivan gespielt. Der dritte Ausbrecher wird von James Whitmore verkörpert. Es sind die drei Soldaten Jesse (Barry Sullivan), der Unteroffizier Will (Joel McCrea) und der etwas ältere Clint (James Whitmore). Will ist der Anführer des Trios, er ist im Grunde ein ruhiger und verantwortungsbewusster Mann. Jesse dagegen ist eher der Draufgänger, der bei der Flucht auch noch einen jungen Wachmann völlig ohne Grund tötet. Die drei geraten in die Hände der eigenen Leute - allerdings sind es keine Soldaten, sondern ein paar Söldner des Rebellen Quantrill, die von einem gewissen Keeley (Jeff Corey) angeführt werden. Der will, dass die drei Soldaten sich einem harmlosen Siedlertreck anschließen und diesen in eine Falle locken. Denn die habern nicht nur einen kranken Priester (Martin Garralaga) zu transportieren, sondern der Treckführer Don Antonio Chaves (Ramon Novarro) hat auch eine Menge Gold als Fracht dabei. Zuerst sind die Siedler misstrauisch und erteilen den drei Männern eine Absage, als sie sich anschließen wollen. Doch als die drei den Siedlern bei einem Indianerangriff beistehen, können sie sich das Vertrauen der Siedler erschleichen. In diesem Treck fährt auch die attraktive Jen Gort (Arlene Dahl) mit ihrem jungen Schwager Roy (Claude Jarman jr) mit. Jesse begehrt die Frau sofort und auch Will hat Interesse an der Frau. Schon bald verliebt er sich in die Frau. Damit meldet sich bei Will auch das schlechte Gewissen. Wie gelingt es ihm, die Siedler vor dem Zugriff der eigenen Männer zu bewahren ?

Roy Rowlands Film ist sehr spannend und bietet doch eine Menge von sehr stimmiger Einzelszenen. Alles wirkt auch richtig gut und authentisch. So sind die drei so unterschiedlichen Südstaatler zuerst ein verlauster Haufen, erst nach der Flucht sehen sie wieder zivilisierter aus. Die Szenen mit den Indianern sind auch recht atmosphärisch gestaltet. An der Kinokasse spielte der Film ganz passable 2,2 Millionen Dollar ein, was ein Gewinn von einer halben Million Dollar für MGM bedeutete. Sehr schöne Landschaftsaufnahmen von Utah durch den Kameramann Charles Schoenbaum runden den positiven Eindruck des Farbfilms ab. So wie es sich für einen guten Western auch gehört.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

 

Freitag, 17. September 2021

Goldraub in Texas (Hangmans Knot)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Roy Huggins

Der Henkersknoten...

"Goldraub in Texas" ist vielleicht der beste Western von Randolph Scott, der nicht von Budd Boetticher gedreht wurde. Regisseur war Roy Huggins, der eher als Schriftsteller tätig war. 1948 erwarben die Columbio Pictures die Filmrecht an seinem ersten Roman, den der Autor selbst adaptierte und der unter dem Filmtitel "I love Trouble" in die Kinos kam. Ab dieser Zeit arbeitete Huggins sehr oft als Studio Autor für Columbia und auch für RKO. 1952 führte er Regie in "Goldraub in Texas", der im Original "Hangmans Knot" heißt. Für den Western "Mit der Waffe in der Hand" schrieb Huggins ebenfalls das Drehbuh. 1955 wechselte er jedoch zum Fernsehen und schuf einige berühmte Fernsehserien wie "77 Sunset Strip" oder "Richard Kimble - Auf der Flucht". Es folgten "Maverick", "Detektiv Rockford" und auch die "Leute von der Shiloh Ranch" . Huggins starb 2002 im Alter von 88 Jahren.
Es ist bedauerlich, dass Huggins nicht mehr Filme selbst inszeniert hat. Die Geschichte handelt von den letzten Tagen des katastrophalen Bürgerkriegs, der nicht die die Nation, sondern auch Familien und Freunde spaltete. Major Matt Stewart (Randolph Scott) befehligt eine kleine Gruppe von Rebellensoldaten, deren Aufgabe es ist, eine Goldlieferung der Nordstaaten im fernen Nevada zu entführen, dabei sollen keine Gefangenen gemacht werden. Unter seiner Gruppe befindet sich u.a. der sehr junge Jamie Groves (Claude Jarman jr), dessen Eltern im Krieg getötet wurden. Auch der aggressive Rolph Bainter (Lee Marvin) gehört dazu, er ist sehr schnell mit seinem Gewehr und kritisiert auch gerne mal seinen besonnenen Vorgesetzten. Auch Cass Browne (Frank Faylen) gehört zu dieser Handvoll Männer, die alle kriegsmüde sind. Tatsächlich treffen sie auf diesen Transport und es gelingt ihnen die feindlichen Soldaten zu töten. Einer der Opfer ist noch am Leben und erzählt ihnen, dass der Krieg schon vor Wochen vorbei ist. General Lee hatte kapituliert. Der Major und seine Männer beschließen das Gold zu behalten und wollen später entscheiden, was sie damit machen. Stellen können sie sich nicht mehr, denn man würde sie vermutlich zum Tode verurteilen. Eine verzwickte Lage, denn auch eine Gruppe von Banditen mit ihrem Anführer Quincy (Roy Teal) ist inzwischen hinter dem Gold her und nun befinden sich Rebellen auf der Flucht.  Sie beschließen, eine Postkutsche anzuhalten und den Fahrer zu zwingen, sie zu transportieren. Die hübsche Molly Hull (Donna Reed) - eine ehemalige Krankenschwester der Union - und ihr Begleiter Lee Kemper (Richard Denning) gehören zu den Insassen der Kutsche. Sie kommen zu einer Postkutschenstation, die von dem alten Farmer Plunkett (Clem Bevans) und Mrs. Harris (Jeanette Nolan) betrieben werden. Dort finden sie zuerst mal eine Unterkunft, aber die Banditen werden bald das Haus umstellen...

Trotz des B-Western Charakters legt der Film sehr viel Wert auf eine feine Figurenzeichnung. So wirkt die aggressive Art bei Lee Marvins Filmfigur als Folge seiner schrecklichen Kriegserlebnisse. Zweifelsohne ist sein Gewaltpotential durch seine Erlebnisse gestiegen. Der junge Soldat fühlt sich verloren in einer Welt der vielen Verluste. Und Randolph Scott versucht den Männern noch irgendwie ein Vorbild zu sein, doch in einer Welt der mangelnden Kommunikation und der Gier muss er sich auch erst zurechtfinden.  "Hangman's Knot" ist ein einfacher, aber effektiver Western in der Zeit nach dem amerikanischen Bürgerkrieg, der auch kameratechnisch durch Charles Lawton jr. effektiv und edel aussieht. 

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.