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Donnerstag, 27. November 2025

Schüsse in New Mexico (Duel at Silver Creek)


Regie: Don Siegel

Die Silberminen von Silver City... 

Insgesamt hat Don Siegel während seiner aktiven Zeit als Regisseur sieben Western gedreht. Zwei davon - Ein Fremder auf der Flucht und Frank Patch - hat er fürs Fernsehen inszeniert.  Zwei weitere "Betrogen" und "Ein Fressen für die Geier" in Zusammenarbeit mit Hauptdarsteller und Zugpferd Clint Eastwood. Sein letzter Western war auch gleichzeitig John Waynes Abschiedsvorstellung vom Kino. Mit Elvis Presley in der Hauptrolle machte er "Flammender Stern" im Jahr 1960 zu einem Erfolg. Sein Debüt im Genre fand allerdings schon viel früher im Jahr 1952 statt. Damals war er noch ein Youngster unter den Regisseuren und hatte kurz zuvor mit "Die rote Schlinge" einen Film Noir mit Robert Mitchum gemacht. Sein großer Durchbruch mit dem Science Fiction Klassiker "Die Dämonischen" sollte erst noch kommen. So war "Schüsse in New Mexico" eher eine Routineaufgabe. In dieser Zeit arbeitete er für seine Auftragsgeber wie am Fließband, konnte sich aber interessanterweise doch eine gewisse Unabhängigkeit aufbauen und bewahren. Obwohl er dem Studio viel Geld einsparte, mochte Jack Warner den Neuling nicht - wie alle Freigeister.
"Schüsse in New Mexiko" spielte gute 1,25 Millionen Dollar an der Kasse ein und war der erste Audie Murphy Western, der den neuen Star am Kinohimmel, nicht als junger Gesetzloser darstellte, sondern als aufrechten jungen Kerl, der sogar im Lauf der Geschichte zum Hilfssheriff auf der Seite der Guten kämpft.
Dennoch ist sein Ziel die Rache. In der ersten Szene wird nämlich sein guter Vater von einer fiesen Bande ermordet wird. Diese gut organisierte Gangstergruppe hat das Ziel die Silberminen von Silver City unter ihre Kontrolle zu bringen. Opfer sind Minen, die Einzelgängern oder einer kleinen Gruppe gehören. Die werden mit Gewalt genötigt die Mine den Banditen zu überschreiben. Doch dann werden sie brutal erschossen. Es soll ja keine Zeugen geben, die dem kriminellen Treiben ein Ende machen. Luke Cromwell (Audie Murphy) entkommt nur knapp einen Hinterhalt, doch er hat sich geschworen das Verbrechen zu rächen. Der junge Mann kann ausgesprochen gut reiten, schießen und pokern und nennt sich nun "Silver Kid". In der Stadt ist auch Marshall Lightning Tyrone (Stephen McNally) nicht untätig und versucht diesen Banditen den Garaus zu machen. Er verdächtigt auch den dubiosen Johnny Sombrero (Eugene Iglesias) mit dem Mord an seinem älteren Stellvertreter etwas zu tun zu haben. Er verliebt sich in die hübsche Opal Lacey (Faith Domergue), die gemeinsam mit ihrem Bruder Rod (Gerald Mohr) in die Stadt gezogen ist. Die schöne Frau ist aber tückisch und gehört zur Minenbande. Mit der rosaroten Brille sieht der Sheriff aber nur bedingt und merkt auch nicht, dass die nette Dusty (Susan Cabot) schon länger in ihn verknallt ist. Als "Silver Kid" in die Stadt kommt, wird er Hilfssheriff und verliebt sich in Dusty. So sind drei Menschen verliebt, ohne dass dieses Gefühl auf Gegenliebe stößt. Nur Opal versucht natürlich den Sheriff im Glauben zu lassen, dass sie an ihm interessiert ist...


Am Ende besinnen sich aber alle Beteiligten, dass ein HappyEnd sehr gelungen wäre. So bemerkt der Sheriff noch früh genug, dass die schöne Frau ein falsches Spiel mit ihm trieb und Dusty merkt, dass Silver Kid doch viel besser zu ihr passt. Der Western hat zwar einige Routineszenen, aber er bietet auch interessante Figuren. So darf Faith Domergue ein gemeines Biest spielen, die sogar ohne zu zögern mordet. Und Eugene Iglesias spielt einen sehr egozentrischen Schurken. In einer Nebenrolle taucht der junge Lee Marvin auf. Zusätzliche Spannung gibts durch die Konstellation von ganz jungen Helden (Audie Murphy) und versierter Westernheld (Stephen McNally), bei denen manchmal der Jüngere der Vernünftigere von beiden ist.  Für mich einer der starken Audie Murphy Western.

Bewertung: 8 von 10 Punbkten. 

Donnerstag, 14. Oktober 2021

Der weiße Teufel von Arkansas (Ride a crooked trail)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Jesse Hibbs

Marshall und Bandit....

Jesse Hibbs drehte in seiner aktiven Zeit als Regisseur überwiegend Westernfilme, in den oftmals Audie Murphy die Hauptrolle hatte. Mit ihm drehte er auch die Filmbiographie "Zur Hölle und zurück", dort spielte der ehemalige Kriegsheld sich selbst. Desweiteren gehen auch die Murphy Western "Ritt in den Tod" oder "Der weiße Teufel von Arkansas" auf seine Rechnung.
In diesem 1958 inszenierten Western spielt auch der legendäre Walter Matthau als Richter Kyle eine große Rolle. Man erinnert sich etwas an den selbstgerechten Richter Roy Bean. Denn Richter Kyle ist cholerisch, egozentrisch und hat das Sagen in der Stadt Little Rock. Er hält regelmässig seine Verhandlungen ab und ist bekannt für seine unkonventionellen Urteile. Der Mann hat aber auch ein gutes Herz. Er kümmert sich um den Waisenjungen Jimmy (Eddie Little) und dessen geliebten Hund.
Eines Tages kommt ein Fremder (Audie Murphy) in die Stadt geritten, er hat den berühmten Sheriffstern von Marshall Noonan bei sich. Also kann es sich beim Fremden nur um Marshall Noonan höchstpersönlich handelt, wie der Richter schlussfolgert. Doch die Sache ist natürlich anders: Der Zuschauer sah den Fremden auf der Flucht vor dem Marshall. Bei der wilden Jagd stürzt der zu Tode. Der Fremde - er heißt Joe Maybe - nimmt dessen Pferd, weil sein eigenes bei der Hatz auch den Tod fand. Für den Richter ist der junge Sheriff ein Geschenk des Himmels und der denkt gar nicht den Mann wieder weiterziehen zu lassen. Joe lässt die Verwechslung geschehen, denn er hat vor die Bank der Stadt auszurauben. Er ist nach einer schweren Kindheit zurm Verbrecher geworden. Doch auch er hat eine nette und sensible Ader. Bald kommt auch eine Tessa Milotte (Gia Scala) im Ort an. Maybe weiß, dass sie die Freundin des Banditen Sam Teeler (Henry Silva) ist. Und er hat selbst auf die attraktive Tessa ein Auge geworfen. Er gibt sie als seine Frau aus und Tessa spielt auch mit. Bald sind die beiden ein fester und beliebter Bestandteil bei den Bürgern von Little Rock. Soga der kleine Jimmy und der Hund leben im Haus der Eheleute Noonan, das ihnen vom Richter persönlich zur Verfügung gestellt wurde. Dann tauchen aber die Banditen auf...

Der Film hat eine sehr lockere Atmosphäre, das lässt ihn zwar nicht so ganz dramatisch wirken - sondern eher cool, dynamisch und sehr flott. Das Drehbuch wurde von Borden Chase verfasst. Für Westernfans eine feste Drehbuchgröße. Der Mann schrieb u.a. "Red River", "Winchester 73" oder "Meuterei am Schlangenfluß". Kind und Hund sind in der Story gut integriert und bald erinnert sich der Bandit mit den guten Anteilen daran, dass er auch mal so klein und ohne Eltern war wie Jimmy und es darauf ankommt wie man die Weichen im Leben stellt, trotz der erschwerten Verhältnisse. Im Grunde erzählt "Der weiße Teufel von Arkansas" von der Veränderung eines bad Boys zum guten Jungen.

Bewertung. 7,5 von 10 Punkten. 

 

Mittwoch, 13. Oktober 2021

Sechs schwarze Pferde (Six Black Horses)


 

Regie: Harry Keller

Der gefährliche Weg durchs Land der  Coyotero-Apachen...

Regisseur des Audie Murphy Western "Sechs schwarze Pferde" aus dem Jahr 1962 ist Harry Keller. Ein heute fast vergessener Hollywood-Regisseur, der einige Komödien (Mein Zimmer wird zum Harem, Schick mir keine Blumen) und viele Western (Quantez, Sieben Wege ins Verderben, Die letzte Kugel) drehte.
Nach "Sieben Wege ins Verderben" drehte er mit "Sechs schwarze Pferde" einen weiteren Western mit Zugpferd Audie Murphy. Das Drehbuch schrieb Burt Kennedy, der vier Drehbücher für den berühmten Ranown Zyklus verfasste und später selbst Westernregisseur wurde.
In "Sechs schwarze Pferde" werden auch erfolgreiche Westernthemen kopiert. So erinnert die Anfangssequenz, wie sich Audie Murphy und Dan Duryea kennenlernen, sehr stark an Anthony Manns "Meuterei auf dem Schlangenfluß". Dort soll Arthur Kennedy als Pferdedieb am nächsten Galgen hängen, James Stewart beendet aber das Treiben des Lynchmobs und rettet dem Fremden das Leben, daraus entsteht eine Freundschaft. In "Sechs schwarze Pferde" sieht der Zuschauer den pferdelosen Ben Lane (Audie Murphy) durch die Prärie laufen, seinen Pferdesattel trägt er mit. Dann entdeckt er wunderschöne schwarze Pferde, es sind wohl Wildpferde und er fängt eines davon ein. Nach einem mühevollen Zureiten will er seine Reise fortsetzen, doch er wird von einigen Cowboys mit Waffengewalt daran gehindert. Sie sehen in den Fremden einen Pferdedieb, der nun aufgehängt werden muss. Dabei soll der Todeskandidat am Galgen noch entscheiden wer von seinen Henkern den wertvollen Colt beerben soll. Ben beteuert seine Unschuld und bestimmt einen der Männer als Erben. Dann fällt ein Schuß und ein Frank Jesse (Dan Duryea) betritt die Szene. Er findet es ungerecht, dass Ben Lane hängen soll, zumal er auch an dessen Unschuld glaubt, er entwaffnet die Henker und reitet mit Ben fort. Das ist der Stoff, aus dem die großen Freundschaften entstehen. Ziel der Reise soll erstmal die Stadt El Perdito sein. Dort rettet Ben einem Hund das Leben, der bei einem Hundekampf beinahe zu Tode gebissen wird. Nun hat Ben einen weiteren Freund gefunden. Die beiden Männer werden aber in der Nacht mit den Kugeln von zwei Killern konfrontiert, sie können die Männer, die ihnen völlig unbekannt sind, töten. In der Stadt lebt auch die hübsche Kelly (Joan O´Brien), die von den guten Schießkünsten der beiden Fremden gehört hat und diese für 1.000 Dollar engagiert. Der Auftrag ist aber gefährlich, denn sie möchte unbedingt zu ihrem Mann, der sich in Santa Rita del Cobre befindet. Auf diesem Weg lauern tausend Gefahren, die Coyotero-Apachen sind auf dem Kriegspfad und sind für ihre grausamen Morde an den Weißen bekannt. Unterwegs macht der coole Frank der bloden Lady direkte Avancen, wobei sich Ben etwas zurückhaltender verhält. Er misstraut der Frau und hat das Gefühl, dass sie etwas zu verbergen hat. Bald tauchen auch schon die ersten Indianer auf...

 Natürlich erinnert man sich in diesem zusammenhang auch die Konstellation aus Henry Hathaways "Garten des Bösen". Auch dort werden Männer von einer Frau engagiert, die zu ihrem Mann möchte. Auch dieser Weg führt durchs Indianergebiet. Und Burt Kennedy hat aus diesen bekannten Versatzstücken einen sehr geglückten B-Western gemacht. So lässt Dan Duryea, dessen Figur auch eine stark ausgeprägte dunkle Seite hat, die immer mehr zur Geltung kommt, je näher man als Ziel kommt, den Satz los "Ein Mann muss eine Absicht haben, um loszureiten in dieses Land" und dies gilt nicht nur für ihn, sondern auch für die schöne Frau und auch für Ben, dessen Motive am Anfang auch nicht klar sind. Harry Kellers Film gefällt schon deshalb, weil er den drei Hauptcharakteren großen Raum bietet sich zu entfalten. Der Zuschauer lernt die drei nach und nach erst kennen und weiß dann diesen Ritt nach Santa Rita del Cobre viel besser zu deuten. Am Ende wird auch klar, dass sich der Filmtitel nicht auf die Anfangsszene bezieht, sondern auf das Ende der Geschichte. Für mich einer der besten Audie Murphy Western.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Die Unerbittlichen (Hell Bent for Leather)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: George Sherman

Unschuldig gejagt...

Westernheld Audie Murphy arbeitete 1960 mit dem George Sherman zusammen, der im Laufe seiner Regiekarriere sehr viele sehenswerte B-Western drehte wie "Präriebanditen", "Schlacht am Apachenpass" oder "Tomahawk". Seinen letzten Film drehte er 1971 mit John Wayne und das Ergebnis war gut und hieß "Big Jake".
"Die Unerbittlichen" basiert auf der kurz zuvor erschienenen Novelle "Outlaw Marshall" von Ray Cogan und bezieht sich nicht auf Audie Murphy, der den Pferdehändler Clay Santell spielt, sondern auf die zweite wichtige Figur der Geschichte. Dieser Marshall Deckett wird von Stephen McNally gespielt, der bereits 8 Jahre zuvor Partner von Audie in die Western "Duel at Silver Creek" (Schüsse in New Mexiko) war. In diesem Don Siegel Film kämpften sie gemeinsam gegen Schurken, doch in George Shermans Western hat McNally die Seiten gewechselt, obwohl er ein Hüter des Gesetzes ist.
Die Darstellung des Schurken passt sehr gut zu McNally, er war ja auch durchaus geübt als böser Schurke in vielen Westernfilmen. Sehr bekannt dürfte den Genrefans seine Rolle in Anthony Manns "Winchester 73" sein, er spielt dort den missratenen Bruder von James Stewart.
Am Anfang des Films sieht der Zuschauer einen einsamen Mann ohne Pferd in der Steppe. Er wirkt erschöpft und hat sicherlich Durst. Nur gut, dass Pferdehändler Clay Santell (Audie) zufällig auf ihn trifft. Er gibt dem Fremden (Jan Merlin) sofort etwas zu trinken. Doch statt dankbar zu sein, schlägt der Fremde seinen Retter mit der Faust auf dem Boden und klaut dessen Pferd. Ein Schuß kann die Flucht nicht verhindern, doch der Bandit verliert sein auffälliges Gewehr. Leider weiß Clay nicht, dass dieser Doppelläufer dem vielfach gesuchten Mörder Travers gehört. Aber dies wissen die Bewohner des in der Nähe liegenden Ortes, denn dort hat Travers zwei angesehene Bürger kaltblütig ermordet. Als er dort eintrifft sind die Bewohner zwar auf dem Friedhof, aber dennoch spricht sich sehr schnell herum, dass der gesuchte Mörder in der Stadt sein muss. Die Leute würden ihn gerne lynchen, aber dies kann der rechtschaffene Mr. Perreck (Herbert Rudley) gerade noch verhindern - und auch Marshall Deckett (Stephen McNally), der schon lange auf der Suche nach Travers ist, taucht auf. Er lügt jedoch und gibt an, dass Clay eindeutig der Gesuchte ist. Nur will er ihn nach Denver bringen, dort soll ihm dann ein regulärer Prozess gemacht werden. Leider verfolgt Deckett einen finsteren Plan - er hat es satt Travers weiter zu jagen, daher will er Clay einfach erschiessen und später sagen, dass er Travers erledigt hat. Ein gemeiner Plan, aber Clay gelingt die Flucht. Auf einer Farm trifft er auf Kinder und auf die hübsche Janet (Felicia Farr), die der verzweifelte Gejagte erstmal als Geisel mit sich nimmt...


Im Laufe der Geschichte taucht auch noch mit Robert Middleton ein weiterer guter Bekannter auf. Er spielt Ambrose, den ältesten von drei Brüdern, die das Gesetz nicht unbedingt verfolgen. So gefällt "De Unerschrockenen" mit drei ganz unterschiedlichen Schurken. Auch die Gegend in der sich die Geschichte abspielt, ist nicht gerade ein schöner Ort zum Bleiben. Es gibt feindselige, auch wortkarge Bürger, die auch sofort nichts besseres wissen als die hübsche Frau als Mitkomplizin des Gejagten zu verdächtigen. Und ein versierter Fährtenleser wird hier noch politisch nicht korrekt von den guten Bürgern "Red Boy" gerufen.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Donnerstag, 30. September 2021

Sieben Wege ins Verderben (Seven Ways from Sundown)


Regie: Harry Keller

Junger Held und der schillernde Schurke...

"Sieben Wege ins Verderben" ist ein Audie Murphy Western aus dem Jahr 1960, der von Harry Keller inszeniert wurde - die Zahl "Sieben" nimmt dabei schon Bezug auf die Hauptfigur Siebenter Jones. Audie klärt in einer Szene seine angehende Freundin Joy Karrington (Venetia Stevensen) über die seltsame Namensgebung seiner Eltern auf. Als 7. Kind der Familie Jones bekam er den Vornamen "Siebenter bring Glück ins Heim". Bereits beim ersten Kind seiner Frau entschied sich der eigenwillige Dad die Kinder durchzunummerieren. So hieß Sohn Nr. 1 "Erster weil man mal anfangen muss" Jones. Der zweite Sohn wurde Texas Ranger und ihn seine Fußstapfen tritt nun sein jüngerer Bruder Siebener. Was Siebener nicht weiß ist wie sein Bruder umgekommen ist und wer dafür verantwortlich ist. Er will dies aber noch herausfinden. Vorerst ist er aber noch ein echter Youngster unter den Texas Rangers. Der ältere Sergeant Hennessey (John McIntire) nimmt sich ihm in väterlicher Weise an. Der erste Auftrag ist die Ergreifung des charismatischen, aber völlig skrupellosen Spielers Jim Flood (Barry Sullivan), der in einer Stadt nach einem Pokerspiel mehrere Menschen einfach erschossen hat und sich nun auf der Flucht befindet. Man sagt ihm nach, dass er zwar viele Feinde hat - aber noch mehr Freunde, die alle begeistert von ihm sind. An einem Fluß hat der Verfolgte seine erste große Szene. Dort trifft er auf den Jungen Jody (Teddy Rooney), der sofort auch eine gewisse Verbundenheit mit Flood spürt. Der Erwachsene nimmt ihn - den Jungen - sehr ernst und genau wie dem kleinen Jungen ergeht es auch vielen Erwachsenen. Flood ist ein Mensch, der andere Menschen stark für sich einnehmen kann. Ohne dass die bemerken, wie manipulativ er seine Mitmenschen um den Finger wickeln kann. In einer Stadt treffen Siebener und Hennessy auf Lucinda (Suzanne Lloyd), die mit großer Sehnsucht auf ihren Jim wartet. Der versucht alle Spuren zu verwischen, irgendwann wird er doch eingeholt. Aus einem Hinterhalt schießt Jim auf die beiden Reiter. Dabei wird Hennessy getroffen...

Damit erhält die Geschichte eine sehr dramatische Wendung und irgendwann wird der Zuschauer auch noch erfahren, dass Jim Flood Siebeners Bruder getötet hat. Aber auch der Ranger-Leutnant Herly, gespielt von Kenneth Tobey, trägt in diesem Fall eine moralische Mitschuld. Hennessy warnt Siebener eindringlich nicht auf den Charme von Flood hereinzufallen, der nie wirklich erwachsen wurde und keine Grenzen kennt. Das Herzstück des Films ist die Rückkehr in die Stadt - Siebener mit seinem Gefangenen, der alle Tricks kennt wie er sich befreien kann und der auch der viel bessere Schütze ist. Daher ist das Ende dieses äusserst unterhaltsamen Westerns auch umso interessanter und verblüffender. Barry Sullivan spielt diesen Gun Man, der wie ein wildes Tier agiert, ohne Verantwortungsgefühl, aber ausgestattet mit faszinierender Energie und Einfallsreichtum. Audie ist natürlich der aufrechte, sympathische Junge, der sich mit seiner Integrität und seiner Standhaftigkeit auch immer mehr Sympathien beim Gegner erspielt.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Montag, 27. September 2021

Morgen bist du dran (The Wild and Innocent)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Jack Sher

Jung und unschuldig...

Der Audie Murphy Film "The Wild and Innocent" entstand 1959 und bekam den seltsamen deutschen Verleihtitel "Morgen bist du dran", der überhaupt nicht zu diesem eher ungewöhnlichen Western passt. Denn Regisseur Jack Sher erzählt eine ganz andere Geschichte, es gibt also kein ultimatives Duell und das übliche Schema vom guten Cowboy und bösen Banditen fehlt gänzlich. Stattdessen setzt Regisseur Jack Sher auf eine moralische Komponente. So wird ein junger und unschuldiger Trapper (Audie Murphy), der noch nichts vom Leben weiß, mit der bitteren Realität des Stadtlebens konfrontiert - dort wo es auch Kuppelei und Prostitution gibt.
Yancy heißt der junge Mann und er hat sich als Waise seinem Onkel Lije Hawks (George Mitchell) und dessen indianischen Frau (Wesley Mary Tackitt) angeschlossen, um in der freien Natur Biber zu jagen, um von den verkauften Tierfellen zu leben. Das Leben in der freien Natur hat seine Reize und in der ersten Szene sehen wir die drei Trapper auf ihren Pferden, wie sie unbeschwert singen und die Wildnis genießen. Sie treffen auf ein Stinktier-Pärchen und sagen den beiden "Hallo" und dann wird munter weiter gesungen. Doch die Zeiten sind schlechter geworden. Viele Trapper zieht es nach Kalifornien, wo der Goldrausch begonnen hat und immer mehr Menschen lassen sich in den Städten nieder. Die Zivilisation verdrängt die gute alte Pionierszeit. Als der Onkel von einem Braunbären verletzt wird, bleibt Yancy nichts anderes übrig als die Felle alleine in der Stadt an den Mann zu bringen. Auf dem Weg dorthin begegnet er einem Vater (Strother Martin), der seine blutjunge, aber völlig schmutzige Tochter Marcy (Sandra Dee) für gutes Geld an einen interessierten Mann verkaufen will. Yancy ist schockiert über diesen Vorschlag und reitet weiter. Doch das Mädchen folgt ihm und so wird sie seine Begleiterin in die Stadt, sie möchte dort Arbeit suchen. Yancy ist reichlich naiv und als er die Tänzerin Marcy (Joane Dru) zu ersten Mal sieht, verliebt er sich sofort in diese schöne, gutangezogene Lady. Doch eine Lady ist die Marcy natürlich nicht. Sie tanzt nicht nur im Etablissement von Kiri (Lillian Adams), doch in Wirklichkeit gehört der verrufene Saloon dem hiesigen Sheriff Paul (Gilbert Roland). In der Stadt werden Vorbereitungen zum Nationalfeiertag getroffen und Yancy bekommt auch gleich Ärger mit einigen wilden Jungs, die von dem hitzigen Chip (Peter Breck) angeführt werden...

Jack Sher (sein bekanntester Film ist "Herr der 3 Welten) hat sehr viel Wert auf Atmosphäre gelegt, so plätschert die Handlung locker und amüsant vor sich hin. Dies gibt ihm Gelegenheit einige Stadtbewohner etwas näher zu skizzieren. So lernt auch der Zuschauer das Krämer-Ehepaar (Jim Backus und Betty Harford) stellvertretend für die typischen Bürger dieser Stadt kennen. Mrs. Forbes ist natürlich wie allen anderen Ehefrauen im Ort der Saloon ein Dorn im Auge und die Frauen, die dort arbeiten werden zwar geduldet, aber gemieden. Ihr Gatte ist da etwas nachsichtiger - man kann davon ausgehen, dass einige der s.g. guten Bürger auch schon mal die Dienste der Damen in Anspruch genommen haben. Yancy kennt solche sündigen Auswüchse nicht - er ist aber Feuer und Flamme für die attraktive Frau und merkt gar nicht, dass Marcy sich in ihn verliebt hat.
Wer sich an der moralischen Note nicht stört, der kann einen sehr gut aufgelegten und vergnüglichen Western sehen - für mich einer der sehr guten Audie Murphy Western, der auch hier wieder eine sehr gute Figur macht. Er mag zwar in Sachen Liebe ein Greenhorn sein, aber der Junge kann gut mit der Waffe umgehen, was sich im Laufe der Geschichte noch herausstellen wird. Klar, er ist ja auch ein Trapper und ist mitten im Wilden Westen zuhause.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

 

Freitag, 17. September 2021

Drei waren Verräter (Tumbleweed)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Nathan Juran

Wirbelwind....

Als Szenenbildner war Nathan Juran noch erfolgreicher wie als späterer Regisseur. Für "So grün war mein Tal" erhielt er 1942 gemeinsam mit Richard Day und Thomas Little in dieser Kategorie den begehrten Oscar. Vier Jahre später wurde er für "Auf Messers Schneide" erneut nominiert, wandelt dies aber nicht in einem Sieg um. 
Seine bekannteste Regiearbeit ist sicherlich der 1958 entstandene Fantasy-Abenteuerfilm "Sindbads siebente Reise" - bei diesen Genrearbeiten setzte er sehr oft auf Ray Harryhausen, dem Meister der Spezialeffekte.
Mit seiner Westerntrilogie "Mündungsfeuer", "Adlerschwinge" und "Drei waren Verräter" befreite er seinen Hauptdarsteller Audie Murphy von dem damaligen Image als Outlaw-Kid und ließ den jungen Darsteller gereifter und auch positiver agieren.
"Tumbleweed", den Nathan Juran selbst als den besten seiner Audie Murphy Western bezeichnete, verdankt seinen Originaltitel dem Namen des liebenswerten und charakterstarken Pferd, der zwar nie im Leben einen Schönheitspreis hätte gewinnen können, aber "Wirbelwind", wie er in der deutschen Fassung heißt, wird mehr als einmal zum Lebensretter von Murphys Filmfigur Jim Harvey, der unschuldig bezichtigt sich beim Angriff der Indianer aus dem Staub gemacht zu haben und somit den Tod von drei Männern verschuldet zu haben. Diese drei Männer (u.a Ross Elliot als Seth Blandon), Mutter Sarah Blandon (Madge Meredith) mit Kleinkind und deren Schwester Laura (Lori Nelson) hatten den noch sehr jungen, aber recht erfahrenen Jim als Begleiter ihres kleinen Wagentrecks engagiert, weil es im Indianergebiet sehr gefärhlich werden kann. Jim kennt die Indianer und ist ihnen nicht feindlich gesinnt. Erst kürzlich hat er dem Häuptlingssohn Tigre (Eugene Iglesias) das Leben gerettet. Doch die Apachen greifen tatsächlich an. Die letzte Chance lebend aus der Falle herauszukommen ist Jims Idee mit einer weißen Fahne den Häuptling Aguila (Ralph Moody) zu überzeugen, dass er ein Freund von dessen Sohn ist. Doch diese Idee geht gründlich schief. Jim wird von den Indianern zusammengeschlagen und soll gefesselt in der Sonne sterben. Währenddessen machen sie den Treck platt. Alle Männer sterben, nur die Frauen überleben. In der Stadt hat der Mob bereits beschlossen, dass Jim ein Feigling war und flüchtete. Lam Blandon (Russell Johnson), der Bruder des von den Indianern getöteten Seth, heizt die Stimmung noch zusätzlich an. Er will Jim hängen sehen. Nur der besonnenen Sheriff (Chill Wills) kann in letzter Sekunde dem Lynchmob Einhalt gebieten. Doch die Menge kocht, es ist nur eine Frage der Zeit bis das Gefängnis gestürmt wird. Gut, dass Tigre kommt und Jim befreit. Doch damit ist die Sache nur noch schlimmer geworden. Auf der Flucht verletzt sich Jims Pferd, aber findet beim Rancher Nick Buckley (Roy Roberts) und dessen Frau Louella (K.T. Stevens) Unterschlupf. Von Buckley bekommt er zum Weiterreiten auch noch dessen bestes Pferd im Stall - Wirbelwind....

Dieses tolle Tier stiehlt sogar in einigen Szenen seinen menschlichen Mitspielern gekonnt die Schau und sorgt für Erstaunen und Beifall. Auch Audie Murphy macht als junger Mann, der unschuldig verdächtigt wird, eine gute Figur als Westernheld - ich tendiere sogar dazu, dass "Tumbleweed" einer von seinen besten Filmen ist. Der deutsche Titel "Drei waren Verräter" ist etwas sonderbar, denn auf der Suche nach seiner Unschuld kommt Jim zwar hinter einen Verrat, aber der wurde nur von einem Mann begangen. Kameramann war Russell Metty, der einige Jahre später für die Arbeit in Stanley Kubricks "Spartacus" den wohlverdienten Oscar bekam.

Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Die gnadenlosen Vier (Posse from Hell)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Herbert Coleman

Jäger Banner Cole

Ein schwarzer Tag für das Westernstädtchen Paradise: Im Rosebud Saloon haben sich vier knallharte Killer (Vic Morrow, Lee van Cleef, Charles Horwath, Henry Wills) zehn Geiseln genommen. Wenn sie nicht den Inhalt des Banktresors bekommen, dann richten sie die Geiseln der Reihe nach hin.
Der beliebte Ortsheriff Isaak Webb (Ward Ramsey), der mit seinem treuen Hund, die Straße entlang lief, musste als Erster dran glauben.
Er bleibt schwerverletzt liegen.
Bis die Banditen mit 11.000 Dollar und der Geisel Helen Caldwell (Zohra Lampert) aus der Stadt verschwinden, müssen noch 3 weitere Bürger das Leben lassen.
Der ehemalige Revolverheld Banner Cole (Audie Murphy) wird auf die Bitte des im Sterben liegenden Sheriffs geholt. Am Totenbett übergibt er dem jungen Gunman den Marshallstern und das Anliegen auf den Weg, dass er die Mörder finden soll, weil die Bürger seiner Stadt Gerechtigkeit verdient hätten.
Obwohl die meisten Bürger zuerst zusagen mit Cole auf Verbrecherjagd zu gehen, werden es im Laufe der nächsten Stunden immer weniger Freiwillige.
Als die Bürgerwehr losreitet, sind es 7 Männer. Unter ihnen ein überhaupt nicht im Reiten und Schießen geübter junger New Yorker Banker namens Seymour Kern (John Saxon), der Halbindianer Johnny Caddo (Rodolfo Acosta) sowie der inwzischen doch sehr betagte und auch engstirnige ehemalige Soldat Captain Jeremiah Brown (Robert Keith).
Schon bald gibt es Anzeichen dafür, dass die junge Frau von den vier Halunken vergewaltigt wurde...

Herbert Colemans Western "Die gnadenlosen Vier" ist ein sehr guter Genrebeitrag aus dem Jahr 1961, der sehr viel Budd Boetticher Feeling ausstrahlt.
"Die gnadenlosen Vier" beginnt knallhart und düster, auch die Härte der späteren Italo Western ist hier schon spürbar, selbst damalige Western Tabuthemen wie Vergewaltigung oder Suizid finden sich in der Geschichte. Autor Clair Huffaker war später auch als Drehbuchschreiber im Italowestern tätig.
Im Film regieren neben gefühlskalten Gangster auch feige Stadtbewohner und ein zynischer Held, der die Dinge lieber selbst regelt als Hilfe von anderen Menschen anzunehmen.
Erst auf dieser Reise bzw. Jagd lernt er es Vertrauen in seine Mitmenschen zu schöpfen.
Grandios sind auch die klasse Bilder vor der imosanten kalifornischen Landschaftskulisse bei Long Pine, hier hat Clifford Stine eine beeindruckende Kameraarbeit gemacht.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

 

Die letzte Kugel trifft (Bullet for a bad Man)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Robert G. Springsteen

Mein bester Freund...der größte Feind...

"Rache"  - so heißt das Motto in Audie Murphys 17. Western "Die letzte Kugel trifft".  Der 1964 entstandene Film war der vorletzte von insgesamt sieben Western, die Murphy mit dem Produzenten Gordon Kay für die Universal drehte und seine zweite Zusammenarbeit mit dem Hollywood-Routinier Robert G. Springsteen als Regisseur. Ein Jahr vorher drehten sie gemeinsam den schwarz-weiß Western "Der eiserne Kragen".
Beide Filme können sich sehen lassen und gehören eindeutig zu den sehr starken Western des Kultschauspielers, der im Alter von 46 Jahren durch ein Flugzeugunglück viel zu früh ums Leben kam.
Sein Gegenspieler wird von Darren McGavin verkörpert, der einige Jahre vorher als fieser Drogendealer in "Der Mann mit dem goldenen Arm" auf sich aufmerksam machen konnte. So ist er auch hier der Bad Man und will sich an Audie Murphy rächen. Gleich in der ersten Szene macht der Zuschauer Bekanntschaft mit seiner Skrupellosigkeit und Brutalität. Ein Bürger liefert ihm, dem Banditenanführer, wertvolle Infos über die Bank, die die Bande ausrauben will. Nach den wichtigen Infos fragt dieser Outlaw Sam Ward seinen Kumpanen Pink "Brauchen wir den jetzt noch ?" - was natürlich zum sofortigen Todesurteil sorgt. Danach informiert er Pink (Skip Homeier), dass er nach dem Überfall einen gewissen Logan töten wird.
Dieser Logan ist ehemaligen Texas Ranger, genauso wie Sam Ward. Doch aus den ehemals besten Freunden wurden Feinde. Logan bekam die Kurve, während Sam immer mehr zum gesetzlosen Mörder wurde. Logan heiratete Susan (Beverly Owen), die Frau seines Freundes und zog mit ihr den kleinen Sammy (Kevin Tate) auf. Sammy glaubt, dass Logan sein Vater ist, doch er ist in Wahrheit der Sohn von Sam. Dieses Geflecht von Eifersucht und Enttäuschung hat in Sam auch den Wunsch wachgerufen seinen Konkurrenten zu töten. Logan hat als Farmer auch sein Päckchen zu tragen, die Familie hat immer wieder Geldschwierigkeiten. Und in dem Moment als der Banküberfall über die Bühne geht, ist auch Logan in der Stadt und kann von der Saloonbesitzerin Goldie (Cece Whitney) ein Darlehen bekommen. Er hilft aber dem Sheriff als die Bankräuber aus der Stadt fliehen wollen. Alle Banditen werden getötet, nur Sam kann fliehen. Der reitet mit dem gestohlenen Geld in das Versteck der Banditen, wo die junge Lotti (Ruta Lee) auf die Männer wartet. Die Geliebte von Skip ist nicht lange traurig über dessen Ableben, sie will aber einen Anteil am Geld. Dann ist auch schon die Bürgerwehr, zu der auch Logan gehört, vor Ort. Die betreffenden Männer, darunter zwei verruchte Schläger, ein Barkeeper und ein Büffeljäger, erweisen sich als vollkommen skrupellos und schlagen vor, Sam und das Mädchen zu erschießen und das Geld aufzuteilen, anstatt es der Bank zurückzubringen. Doch Logan stellt sich ihnen entgegen, obwohl er weiß, dass Sam ihn umbringen will...

Auf dem Weg zurück gibts natürlich auch viel Gesprächs-Nachholbedarf. Vielleicht ist das Drehbuch ab diesem Zeitpunkt zu wenig hart und setzt durchaus mal auf Sentimentaliäten. Dennoch kann der Western, der von Kameraltmeister Joseph Biroc prächtig photografiert wurde, bestens unterhalten und eine wilde Apachengruppe sorgt noch zusätzlich für Dramatik. Sehr schön herausgearbeitet wurde auch der Zwiespalt von Susan, die mit einem der Männer verheiratet war und einen Sohn hat und mit den anderen nach der Scheidung ehelichte. Im Angesicht des Todes wird der Rächer zum Retter - was will der Westernfan mehr.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Mittwoch, 8. September 2021

Reiter ohne Gnade (Kansas Riders)


Regie: Ray Enright

Ein Lehrer und seine Schüler...

In der deutschen Fassung von "Kansas Raiders" aus dem Jahr 1950 wurden aus Jesse (Audie Murphy) und Frank James (Richard Long), Kit Dalton (Tony Curtis) und Cole (James Best) und James Younger (Dewey Martin) die Filmfiguren Johnny Camps mit Bruder Frank, Ken Norton und Sol und Jim Tucker, was besonders das Ende auch verfälscht, denn die jungen Männer machen sich danach auf wieder in die alte Heimat zurückzukehren und den Schauplätzen des Krieges den Rücken zu kehren...dabei zeigte der unheilvolle Einfluß von Quantrill (Brian Donlevy) in eine ganz andere Richtung. Statdessen trat die Gruppe dieser jungen Männer am Ende sein Erbe der Gesetzlosigkeit an und sie werden zukünftig eine Laufbahn als gesuchte Schwerverbrecher einschlagen. Jesse James, damals 17 Jahr, wurde am 3. April 1882 im Alter von 34 Jahren erschossen. William Clark Quantrill selbst lebte von 1837 bis 1865 und war einer der berüchtigtsten Partisanenführer des Sezessionskriegs. Unsere fünf jungen Männer haben im Krieg sowohl Heimat als auch die Eltern verloren. So entsand ein unbändiger Hass auf alle Yankee-Soldaten. Sie sind auf der Suche nach diesem legendären Quantrill, der sich mit einer großen Truppe von Guerillas vor den Unionstruppen versteckt hält. Auf ihrer Reise treeffen sie die hübsche Kate Clark (Marquerita Chapman), die Qunatrill kennt, die Jungs aber davor warnt sich seiner Bande anzuschließen. Wenig später treffen sie auf Quantrills Männer, werden zuerst gefangen genommen und dann vom selbsternannten Heeresführer in seinen Kreis aufgenommen - auch Kate treffen sie bei der Bande wieder, sie ist die Geliebte von Quantrill. Und Johnny, der Anführer der Jungs, gewinnt durch seine Intelligenz, sein strategisches Verständnis und seine Führungsqualiäten schnell das Vertrauen des Obersten. Aber er bemerkt auch, dass es der Bande nicht alleine um den Kampf gegen die Yankee Soldaten geht. Brutale Überfälle auf Patrouillen, Eisenbahnstrecken, Kuriere und Siedlungen der Union verschafften dem Partisanenführer den Ruf "The bloodiest man in American History" zu sein, Doch er und vor allem auch seine rechte Hand Bill Anderson (Scott Brady) vergreifen sich oft auch an Zivilisten, brennen Farmen nieder und töten Frauen und Kinder. Ausserdem lässt er gefangene Soldaten als Spione exekutieren. Johnny wendet sich bald von seinem Vorbild ab....

"Reiter ohne Gnade" wurde von Ray Enright inszeniert und basiert auf einem Drehbuch von Robert L. Richards, der auch das Script zu "Winchester 73" verfasste. Thematisiert wird nicht nur der amerikanische Bürgerkrieg, der Menschen entwurzelt und sie zu Kriminellen macht, sondern auch die Konfrontation von verfeindeten Rebellentruppen, die noch gefährlicher waren als die Männer der beiden sich bekämpfenden Armeen. Denn diese Banden mussten sich nicht an Spielregeln halten. So kam zum Krieg auch noch eine weitere, ganz furchterregende Brutalität noch oben drauf. Raub, Plünderung und Mord schien zur Tagesordnung zu werden.
Der Film gewährt m.E. eine recht authentischen und stimmigen Blick in diese Zeit und zeigt auch eindrücklich, dass der ehemalige Kämpfer Quantrill langsam die Kontrolle über seine Truppe verliert und wie sich seine patriotischen Ideale immer mehr ins reine Banditentum verwandeln. In den noch unverdorbenen Johnnny Camps sieht er vielleicht sich selbst, doch diese Erkenntnis kommt dann leider viel zu spät. Es gibt viel Action und viele Kugeln finden ihr Ziel. Es gibt Überfälle und Kriegsverbrechen zu sehen und der Zuschauer bekommt einen guten Eindruck was damals tatsächlich jenseits der offiziellen Schlachtfelder geschah. Mit einer Laufzeit von knapp unter 80 Minuten ist die Produktion auch nicht zu lang ausgefallen. Einmal mehr darf Audie Murphy sich in den Sattel schwingen und die Waffen sprechen lassen. "Reiter ohne Gnade" war einer seiner ersten Western, er war damals gerade mal 25 Jahre alt. Er macht seine Sache gut, wirkt glaubwürdig in dieser Geschichte über die unheilvollen Verführungen zum Bösen.

Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.