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Dienstag, 7. September 2021

Gefährten des Todes (The Deadly Compagnions)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sam Peckinpah

Bizarre Reise durch das weite Land...

Rache als letztes Lebenselixier: Der ehemalige Kavalleriesergeant mit dem sonderbaren Namen Yellowleg (Brian Keith) verfolgt seit 5 Jahren den Mann, der ihn auf dem Schlachtfeld von Chickamauga skalpierte, wo er verletzt lag und sich nicht wehren konnte. Er lebt nicht nur mit seinem grenzenlosen Hass, sondern auch mit der Kugel, die ihn damals verletzte und seither auch immer wieder für Schulterschmerzen sorgt.
Auf seiner Jagd nach dem unbekannten Schlächter von damals rettet er in einem Saloon dem Fünf Poker Spieler Turk (Chill Wills), der gerade wegen seines Falschspielens von seinen Partnern aufgehängt werden soll, das Leben. In letzter Sekunde kann er den halbverrückten Alten retten, der sich kaum mehr auf dem rollenden Fässchen ünter seinen Füßen hätte halten können, eine Sekunde später und die Schlinge um den Hals hätte sein das Leben auslöscht.
Zusammen mit Billy (Steve Cochran), dem Weggefährten des Alten, flüchtet das ungleiche Männertrio und sie sind sich gegenüber äusserst misstrauisch. Doch sie bleiben zusammen und auf dem Weg wird davon gesprochen die Bank im Städchen Gila City auszurauben. Doch es kommt anders: In der Stadt angekommen wird der Saloon zum Gotteshaus umfunktioniert, dort ist auch die als Hure verschriene Kit Tilton (Maureen 0ŽHara) mit ihrem kleinen Jungen. Von den anderen feinen Damen im Ort wird sie öffentlich während der Messe gekränkt. Dann bricht eine Schiesserei im Nebengebäude aus, aus Versehen erschiesst Yellowleg den Sohn dieser Frau. Die hat sich fest vorgenommen den Sohn in der Geisterstadt Siringo zu begraben, denn dort liege auch der im Krieg gefallene Vater, was ihr keiner der Spiessbürger glaubt. Trotzdem bricht sie alleine mit einem Pferdewagen und dem Sarg auf. Doch der Weg geht durch feindliches Indianergebiet, ein Grund mehr, dass Yellowleg sie begleiten möchte...
"Gefährten des Todes" ist der erste Spielfilm von Sam Peckinpah, der nun dank Koch Media endlich auch als DVD erhältlich ist.
Peckinpah selbst hatte starke Mühen seine eigenen Vorstellungen mit diesem Erstling zu verwirklichen. Er sollte als Regieneuling lediglich die Anweisungen des Produzenten befolgen und genauso drehen wie das Drehbuch von A.S.Fleischmann angelegt war. Änderungen unerwünscht, damit hatte einer wie Peckinpah, der als diktatorischer Regisseur galt, selbst in seinen jungen Jahren Mühe. Vieles hätte er geändert an diesem Film. Dennoch ist dieser düstere Western m.E. äusserst gut gelungen. Durch den elegischen Score wirkt die Reise vom bereits bürgerlichen Städchen durchs Indianergebiet in eine Geisterstadt stellenweise wie eine meditative Odyssee. Die Musik sorgt auch für ein sehr angenehmes, ruhiges Tempo, dass den Film zu einem besonderen Western macht. Grandios gelungen sind viele Einzelsequenzen: Indianer in einer Postkutsche oder der indianische Verfolger, der wie ein Geisterwesen von Peckinpah inszeniert wurde.
"Gefährten des Todes" ist eine morbide Variante zu Premingers "Fluß ohne Wiederkehr", so eine Art "Weg ist das Ziel" des Westerns, nur ist Peckinpahs Variante viel dunkler: Das Kind, dass mitreist, liegt im Sarg und soll dort begraben werden, wo viele Neubürger ihr Leben liessen und wo die Vergänglichkeit in den verlassenen Steinruinen spürbar ist...
Für mich ein grossartiger Western.


Das Bild ist für einen nunmehr fast 50 Jahre alten Film exzellent, das Bildformat 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Als Extras gibt es ein 16-seitiges Booklet mit einem Text von Mike Siegel, den Audiokommentar des Peckinpah-Experten Mike Siegel in deutscher Sprache sowie die 27 minütige Doku "Passion & Poetry - The Early Sam" mit deutschen Untertiteln.

Bewertung: 9,5 von 10 Punkten

Mittwoch, 25. August 2021

Im Höllentempo nach Fort Dobbs (Fort Dobbs)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Gordon Douglas

Durchs Komantschenland....

Gordon Douglas 1958 inszenierter Western "Im Höllentempo nach Fort Dobbs" entstand nach einem Drehbuch von Burt Kennedy, der bereits einige Jahre zuvor erfolgreich mit Budd Boetticher zusammenarbeitete und verantwortlich für die Drehbücher von "Der Siebente ist dran", "Um Kopf und Kragen" oder "Auf eigene Faust" war.
Auch für Gordon Douglas Nachfolgewestern "Yellowstone Kelly" wurde Burt Kennedy verpflichtet - später sollte er eigene Filme drehen, blieb aber auch als Regisseur dem Westerngenre mit Filmen wie "Die rote Schwadron", "Die Gewaltigen", "Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe" oder "Die letzten vom Red River" treu.
Hauptdarsteller in "Fort Dobbs" ist Clint Walker, der durch die TV-Serie "Cheyenne" bereits sehr populär war.
"Fort Dobbs" setzt auf eine gute Zeichnung der Charaktere und schickt Clint Walker als lonesome Rider in eine Westernstadt, wo er den Mann erschießt, den er suchte. Als Mörder wird er nun vom Sheriff (Russ Conway) und einer Bürgerwehr verfolgt.
Er hat ein bisschen Vorsprung, aber das hilft ihm nicht viel. Denn er muss durchs Komantschengebiet und die Indianer sind gerade auf dem Kriegspfad. In einer felsigen Gegend entdeckt er einen toten Mann, der von den Indianern getötet wurde. Dies ist die Chance seinen Verfolgern zu entkommen und so zieht er seine Jacke dem toten Mann mit dem Pfeil im Rücken an, nimmt dessen Jacke und lässt auch sein geliebtes Pferd zurück. Der Trick gelingt - der Sheriff bricht die Verfolgung ab, da er glaubt, dass der verfolgte Gar Davis unten in der Schlucht liegt. Bei dem Versuch auf einer abgelegenen Ranch ein Pferd zu stehlen, wird er aber von dem kleinen misstrauischen Farmersohn Chad (Richard Eyer) erwischt. Der kleine Junge hält den Fremden mit dem Gewehr in Schach bis seine Mom (Viriginia Mayo) kommt. Bald stellt sich heraus, dass Celia die Frau des toten Mannes ist. Die Indianer sind auch nicht untätig und haben sich vorgenommen die Farm anzugreifen. So wird der mutmassliche Pferdedieb Gar Davis zum Begleiter und Beschützer der Frau und des Jungen. Ziel ist es, sich ins Fort Dobbs zu retten. Auf dem Weg dorthin trifft Gar einen alten Bekannten. Der Waffenhändler Clett (Brian Keith) ist aber kein besonders freundlicher Zeitgenosse...

Ein Western, der früher öfters im ZDF lief und dies zu bester Sendezeit - in den 70ern war das Fernsehprogramm noch anspruchsvoller als heute. Auch "Fort Dobbs" gehört nicht zu den Mittelmaß-Western, denn Gordon Douglas ist ein Könner und hatte hier eine kreative Phase, die sich auch beim Nachfolgefilm "Man nannte ihn Kelly" (auch mit Clint Walker) fortsetzte. Neben dem Science Fiction Klassiker "Formicula" muss man diese beiden sehr schönen Western zu den Highlights in Douglas Filmographie zählen. Kameramann William H. Clothier zeigt auch hier sein Können und die Musik von Max Steiner ist auch sehr gelungen.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.