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Mittwoch, 27. Oktober 2021

Patrouille Westwärts (Escort West)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Francis D. Lyon

Reise durch verbranntes Land

Kameramann William Clothier (Bis zum letzten Mann, Der Siebente ist dran, Alamo, Die Comancheros, Liberty Valance, Cheyenne, Der Mann vom großen Fluß) ist ein Meister der Bildgestaltung. Auch der B-Western "Patrouille Westwärts" aus dem Jahr 1959 profitiert von seinem Talent und hebt den in schwarz-weiß gedrehten Film über den Durchschnitt. Im Original heißt der Film "Escort West" und sein Regisseur ist Francis D. Lyon, der als Filmeditor mehr Erfolg verzeichnen konnte wie als Regisseur. Zusammen mit seinem Kollegen Robert Parrish bekam er 1946 den Oscar für den besten Schnitt in Robert Rossens Film Noir "Jagd nach Millionen".
"Escort West" spielt nach dem Bürgerkrieg. Ein ehemaliger Offizier der Konföderierten versucht mit seiner kleinen Tochter in seine Heimat nach Oregon zu gelangen. Dieser Ben Lassiter (Victor Mature) und seine Tochter Abbey (Reba Waters) müssen von Nevada durch das Territorium der Modoc-Indianer. Eine gefährliche Reise, wie sich bald herausstellen wird. Die Landschaft wirkt fremd und bedrohlich und als Besiegter des Bürgerkriegs schlägt dem Mann auch der Hass der Unionsanhänger entgegen. An der Fennimans Station machen die beiden Reisenden Halt, es gibt dort eine Mahlzeit, ein Bad und man kann Vorräte aufladen. Auch eine Gruppe von Unionssoldaten unter der Führung des Lieutenant Weeks (John Hubbard) hat dort Halt gemacht. Sie haben Geld für die Armeebediensteten bei sich, auch die beiden sehr unterschiedlichen Schwestern Beth (Elaine Stewart) und Martha Drury (Faith Domergue) reisen mit den Soldaten. Beth ist mit einem Captain Howard Poole (William Ching) verlobt. Die Truppe hofft sehr bald auf dessen Patrouille zu treffen. Was die Reisenden nicht wissen: Poole und seine Männer sitzen fest, da sie von Indianern umzingelt sind. Auch die Reisegruppe befinden sich in großer Gefahr, da die Indianerstämme sich auf dem Kriegspfad befinden. Die Fenimans (Claire du Prey, Sid Saylor), Besitzer der kleinen Station, sind unpolitisch und heißen alle Leute willkommen. Martha dagegen, die ihren Verlobten im Krieg verloren hat, hasst die Südstaatler und empört sich weil Lassiter und seine Tochter bedient werden. Dann brechen die Soldaten auf, wenig später auch Vater und Tochter. Die beobachten in der Nacht ein paar betrunkene Modoc-Krieger. Es wird offensichtlich, dass die Indianer die Station angegriffen haben. Lassiter beschließt die Eskorte von Lieutenant Weeks vor der Gefahr zu warnen...

Eine Reise durch eine menschenfeindliche Umgebung, weil der Mensch den Mensch als Feind auserkoren hat. Ein Film über Hass, aber auch über Mut - denn der Offizier der Südstaaten kann über sich hinauswachsen und mit Mut überzeugen. Er wird natürlich wieder auf die beiden Frauen treffen, die Eine wird von seinem Mut beeindruckt sein, die Andere wird emotional immer instabiler.
Regisseur Lyon hat einen sehr straffen und aufregenden kleinen Western geschaffen, der sowohl Action als auch Atmosphäre bietet. Das Drehbuch wurde von dem Schauspieler Leo Gordon geschrieben, der in sehr vielen Western mitspielte. Ausführender Produzent war kein Geringerer als der große John Wayne.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Montag, 27. September 2021

Morgen bist du dran (The Wild and Innocent)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Jack Sher

Jung und unschuldig...

Der Audie Murphy Film "The Wild and Innocent" entstand 1959 und bekam den seltsamen deutschen Verleihtitel "Morgen bist du dran", der überhaupt nicht zu diesem eher ungewöhnlichen Western passt. Denn Regisseur Jack Sher erzählt eine ganz andere Geschichte, es gibt also kein ultimatives Duell und das übliche Schema vom guten Cowboy und bösen Banditen fehlt gänzlich. Stattdessen setzt Regisseur Jack Sher auf eine moralische Komponente. So wird ein junger und unschuldiger Trapper (Audie Murphy), der noch nichts vom Leben weiß, mit der bitteren Realität des Stadtlebens konfrontiert - dort wo es auch Kuppelei und Prostitution gibt.
Yancy heißt der junge Mann und er hat sich als Waise seinem Onkel Lije Hawks (George Mitchell) und dessen indianischen Frau (Wesley Mary Tackitt) angeschlossen, um in der freien Natur Biber zu jagen, um von den verkauften Tierfellen zu leben. Das Leben in der freien Natur hat seine Reize und in der ersten Szene sehen wir die drei Trapper auf ihren Pferden, wie sie unbeschwert singen und die Wildnis genießen. Sie treffen auf ein Stinktier-Pärchen und sagen den beiden "Hallo" und dann wird munter weiter gesungen. Doch die Zeiten sind schlechter geworden. Viele Trapper zieht es nach Kalifornien, wo der Goldrausch begonnen hat und immer mehr Menschen lassen sich in den Städten nieder. Die Zivilisation verdrängt die gute alte Pionierszeit. Als der Onkel von einem Braunbären verletzt wird, bleibt Yancy nichts anderes übrig als die Felle alleine in der Stadt an den Mann zu bringen. Auf dem Weg dorthin begegnet er einem Vater (Strother Martin), der seine blutjunge, aber völlig schmutzige Tochter Marcy (Sandra Dee) für gutes Geld an einen interessierten Mann verkaufen will. Yancy ist schockiert über diesen Vorschlag und reitet weiter. Doch das Mädchen folgt ihm und so wird sie seine Begleiterin in die Stadt, sie möchte dort Arbeit suchen. Yancy ist reichlich naiv und als er die Tänzerin Marcy (Joane Dru) zu ersten Mal sieht, verliebt er sich sofort in diese schöne, gutangezogene Lady. Doch eine Lady ist die Marcy natürlich nicht. Sie tanzt nicht nur im Etablissement von Kiri (Lillian Adams), doch in Wirklichkeit gehört der verrufene Saloon dem hiesigen Sheriff Paul (Gilbert Roland). In der Stadt werden Vorbereitungen zum Nationalfeiertag getroffen und Yancy bekommt auch gleich Ärger mit einigen wilden Jungs, die von dem hitzigen Chip (Peter Breck) angeführt werden...

Jack Sher (sein bekanntester Film ist "Herr der 3 Welten) hat sehr viel Wert auf Atmosphäre gelegt, so plätschert die Handlung locker und amüsant vor sich hin. Dies gibt ihm Gelegenheit einige Stadtbewohner etwas näher zu skizzieren. So lernt auch der Zuschauer das Krämer-Ehepaar (Jim Backus und Betty Harford) stellvertretend für die typischen Bürger dieser Stadt kennen. Mrs. Forbes ist natürlich wie allen anderen Ehefrauen im Ort der Saloon ein Dorn im Auge und die Frauen, die dort arbeiten werden zwar geduldet, aber gemieden. Ihr Gatte ist da etwas nachsichtiger - man kann davon ausgehen, dass einige der s.g. guten Bürger auch schon mal die Dienste der Damen in Anspruch genommen haben. Yancy kennt solche sündigen Auswüchse nicht - er ist aber Feuer und Flamme für die attraktive Frau und merkt gar nicht, dass Marcy sich in ihn verliebt hat.
Wer sich an der moralischen Note nicht stört, der kann einen sehr gut aufgelegten und vergnüglichen Western sehen - für mich einer der sehr guten Audie Murphy Western, der auch hier wieder eine sehr gute Figur macht. Er mag zwar in Sachen Liebe ein Greenhorn sein, aber der Junge kann gut mit der Waffe umgehen, was sich im Laufe der Geschichte noch herausstellen wird. Klar, er ist ja auch ein Trapper und ist mitten im Wilden Westen zuhause.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

 

Donnerstag, 9. September 2021

Heiße Grenze (The wonderful Country)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Robert Parrish

Lacrimas...

Der 1916 geborene Regisseur Robert Parrish begann seine Karriere als Kinderstar und war unter anderem in Murnaus Liebesdrama "Sonnenaufgang - Lied von zwei Menschen", dem Antikriegsfilm "Im Westen nichts Neues" und dem Western "Der große Treck" zu sehen. In Charlie Chaplins "Lichter der Großstadt" war er der freche Zeitungsjunge, der den Tramp belästigte. Als Filmeditor arbeitete er für John Ford und war an "Die Früchte des Zorns" beteiligt. Für den besten Schnitt wurde er für den Film "Jagd nach Millionen" sogar mit dem Oscar ausgezeichnet. Es folgte eine Karriere als Filmregisseur, in diesen 30 aktiven Jahren drehte er insgesamt 20 Filme. Am bekanntesten sind sicherlich "Die Spur führt zum Hafen", "Flammen über Fernost", "Spiel mit dem Feuer" und der Western "Heiße Grenze" , der seinen Hauptdarsteller Robert Mitchum in einer Paraderolle als entwurzelter Pistolero ohne Heimat zeigt. Dieser Outlaw Martin Brady lebt in Mexico, obwohl er Amerikaner ist. Das hat einen Grund. Vor vielen Jahren musste er die Heimat verlassen, weil er den Mörder seines Vaters aus Rache tötete. Doch seine Arbeit für die berüchtigten Castro Brüder (Victor Manuel Mendoza und Pedro Armendariz) zwingt ihn immer wieder heimlich über den Rio Grande auf amerikanisches Gebiet zu geheh, um dort Waffen für die Mexikaner zu kaufen. Es herrscht Revolution. Immer an seiner Seite ist der treue und edle Hengst Lacrimas, der ihm von den Castros geschenkt wurde. In der Grenzstadt Puerto, New Mexico kommt es zu einem Unfall, er fällt vom Pferd und bricht sich ein Bein. Dies hat zur Folge, dass er auf den dort diensthabenden Major Colton (Gary Merrill) trifft und sich in dessen zuerst reichlich zugeknöpfte Frau Ellen (Julie London) verliebt. Die hat zwar einen schlechten Ruf und man sagt ihr zahlreiche Affären mit Männern nach, doch sie zeigt dem Outlaw, der wie ein Mexikaner aussieht, die kalte Schulter. Vorerst...während seiner Genesung wohnt Brady bei dem deutschen Einwanderer Ben Sterner (John Banner) und dessen Neffen Ludwig (Max Slaten), mit dem er sich anfreundet. Colton versucht während dieser Zeit Brady zu überreden, dass dieser die Castros für den gemeinsamen Kampf gegen die dort herumstreunenden und mordenden Apachen gewinnen kann. Auch der Captain der Texas Rangers ist an Bradys Diensten interessiert, obwohl er weiß, dass Brady ein gesuchter Mann ist. Während eines Festes sucht ein Cowboy (Chuck Robertson) Streit und Brady muss zur Waffe greifen. Er tötet den Mann und schon wieder ist er auf der Flucht...

Mitchum ist wunderbar als romantischer Held und gibt dem leider sehr unterschätzten und unbekannten Western eine poetische und mythologische Note. Dieser Outlaw ist auf der Suche nach einer Heimat und einer moralischen Integrität - so wandert er zwischen den Kulturen. Immer wieder zwingt ihn das Schicksal die Pistole zu gebrauchen und weiterzuziehen. Erst die Liebe zu einer Frau gibt ihm Halt, er kann dadurch die Freundschaft von einer mexikanischen Bauernfamilie gewinnen, die sogar nichts dagegen hätte, wenn der Fremde bei ihnen bleiben würde. Die Kameraarbeit von Floyd Crosby und Alex Phillips ist sehr gut gelungen. Tatsächlich war schon bei den Dreharbeiten klar, dass der echte Robert Mitchum mit seiner Figur viele gemeinsame Züge hat. Mitchum selbst hat diesen Western mitproduziert. Ein bisschen erkennt man in dieserm 1959 gedrehten Film schon die kommenden Italo Western. Ein Vorbote sozusagen. Der Held der Geschichte ist ein verschlossener Einzelgänger, der wenig Worte macht. Die Revolution in Mexico ist spürbar. Eine neue Zeit kündigt sich an

 Bewertung: 8 von 10 Punkten.

 

Duell in Dodge City (The Gunfight at Dodge City)


Regie: Joseph M. Newman

Drauf und dran...

Zu den bekanntesten Filmen des Hollywood-Regisseurs Jospeh M. Newman zählen "Metaluna IV antwortet nicht" und "Die Feuerspringer von Montana".  In den 30er Jahren wurde er in der damalig vergebenenen Oscarkategorie "Bester Regieassistent" zweimal (1936 für "David Copperfield" und 1937 für "San Francisco") nominiert. Mit "Die letzten der 2. Schwadron" aus dem Jahr 1958 und "Duell in Dodge City", der ein Jahr später gedreht wurde, schuf er zwei überaus interessante B-Western.
"Duell in Dodge City" ist in Deutschland eher unter dem Titel "Drauf und dran" bekannt und zeigt Westernhaudegen Joel McCrea in Höchstform. Der Film erinnert auch etwas an "Wichita" von Jacques Tourneur - dort spielte McCea den berühmten Wyatt Earp, der für Recht und Ordnung sorgt. Earp ging nach Wichita nach Dodge City um dort dem Gesetz Geltung zu verschaffen. Und damit sind wir auch schon wieder beim "Duell in Dodge City". Joel McCrea ist aber hier nicht Wyatt Earp, dafür spielt er einen anderen bekannten Revolverhelden. Im Film wird die die Geschichte von Bat Masterson erzählt.
Die Handlung des Films orientiert sich jedoch nur an einigen groben Eckdaten aus dem Leben des Wild-West-Revolverhelden und ist somit recht frei gestaltet.
"Duell in Dodge City" gefällt nicht nur wegen dem überzeugenden Auftritt seines Hauptdarstellers, auch die Geschichte selbst ist sehr spannend inzeniert. Wie immer agiert McCrea lässig und selbstbewusst. In der ersten Szene ist er mit dem geistig zurückgebliebenen jungen Billy Townsend (Wright King) in der Prärie unterwegs. Die beiden haben Büffel gejagt und wollen nun in der Stadt die Felle verkaufen. Doch von Dave Rudabaugh (Richard Anderson) werden sie gewarnt. Sie sollen nicht in die Stadt kommen, denn dort wartet ein eifersüchtiger Soldat, der glaubt Bat Masterson würde ihm seine Verlobte ausspannen. Dennoch lässt sich Masterson nicht gleich einschüchtern. Tatsächlich kommt es zum Duell, Masterson hat den Anderen erschossen und nun wird es höchste Zeit einen neuen Wirkungskreis zu suchen. Den findet er in Dodge City, wo sich sein Bruder Ed (Harry Lauter) bei der Wahl zum Sheriff aufstellen lässt. Ed ist auch mit der hübschen Pauline (Julie Adams), der  Tochter des Reverends (James Westerfield) verlobt. In der Stadt selbst hat der korrupte Sheriff Jim Regan (Dan Haggerty) das Sagen. Es herrscht das Recht des Stärkeren, die Cowboys führen sie wie eine Horde Verrückter auf und daher ist auch der Spielsaloon von Lily (Nancy Gates) nicht mehr das, was er mal war. Wenig Gäste und daher wenig Geld. Wenn dies so weitergeht, wird Regan bald den Saloon übernehmen können denn Lily bliebe nichts anderes übrig als zu verkaufen.
Doch als Bat Mastersons in die Stadt kommt, ändern sich die Zeiten. Er wird zum Kompagnon von Lily und von Doc Sam Tremaine (John McIntire) im Kampf gegen die Machenschaften des fiesen Sheriffs unterstützt. Dann wird Bats Bruder Ed hinterrücks erschossen...

Der Film hat eine knackig kurze Laufzeit von nur 80 Minuten, ist aber durchgehend in "Action", egal ob sich die Handlung in einem verruchten Spielsalon oder auf der Straße von Dodge City abspielt. Joel McCrea spielt einen starken Mann, der aber widerwillig in eine Rolle gezwängt wird, das Gesetz zu unterstützen. Später muss er aber das Gesetz dennoch brechen, weil Gesetz nicht immer Gerechtigkeit bedeutet. Auch in der Liebe ist nicht alles so sonnenklar, denn mit Julie Adams und Nancy Gates hat er hier eine Auswahl und die Liebe ist auch in Dodge City ein seltsames Spiel.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

 

Dienstag, 7. September 2021

Man nannte ihn Kelly (Yellowstone Kelly)


Regie: Gordon Douglas

Die Geschichte vom Yellowstone Kelly...

"Man nannte ihn Kelly" (Original: Yellowstone Kelly) wurde 1959 von Hollywood-Routinier Gordon Douglas inszeniert. Dabei kann man diesen Film in die Reihe schöner Indianerwestern einordnen, zu denen Klassiker wie "Der gebrochene Pfeil", "Der letzte Wagen" (beide von Delmer Daves), "Zwischen zwei Feuern" (Andre de Toth) oder "Die weiße Feder" (Robert D. Webb) gehört.
Die Geschichte erzählt vom Leben des Yellowstone Luther Kelly - er hat tatsächlich gelebt und gilt als einer der größten Jäger, Trapper und Indian-Scout des wilden Westens. Ein Mann, der ein Einzelgänger war und jahrelang Depeschen etwa 50 Meilen den Missouri hinunter von Fort zu Fort transportierte. Natürlich durchs wilde Indianerland. Er hat es gelernt in der feindlichen Umgebung zu überleben. In Fort Bufort verkauft Yellowstone Kelly (Clint Walker) seine Häute und wird von den recht arroganten Major Towns (Rhodes Reason) gebeten, für seine Eskorte den Führer durch das Indianerland zu werden. Doch Kelly lehnt ab, er will nicht im Krieg mit den Sioux leben und weiterhin im Indianergebiet ruhig jagen können. Während des Aufenthalts lernt er den jungen Anse Harper (Edd Byrnes) kennen, für den Kelly so etwas wie ein großes Vorbild ist. Er würde sehr gerne das wilde Land kennenlernen, Trapper werden und fragt Kelly, ob er sich ihm anschließen darf. Zuerst wird dies abgelehnt, doch als der junge Typ Kelly bei einer Schlägerei mit ein paar aggressiven Soldaten zur Seite steht, nimmt der versierrte Waldläufer den Teenager mit. Anse wird aber bald merken, wie gefährlich diese Wildnis ist. Die beiden Männer werden von dem stolzen Sioux Krieger Sayapi (Ray Danton) gefangen genommen und ins Indianerlager gebracht. Der Häuptling Chief Gall (John Russell) erinnert sich, dass Kelly ihm vor vielen Jahren das Leben gerettet hat als er schwer verwundet war. Nun soll Kelly auch das Leben von Galls Gefangener Wahleeah (Andra Martin) retten. Die hübsche Frau gehört zum Stamm der Arapaho und sowohl der Häuptling als auch Sayapi erheben Besitzansprüche an die schwerverletzt Gefangene. Tatsächlich gelingt es Kelly die Frau zu retten und für Kelly und Anse bedeutet dies Freiheit statt Marterpfahl. Ein paar Tage später taucht eine sehr erschöpfte Wahleeah in der Blockhütte der beiden Männer auf, sie ist auf der Flucht vor den Sioux und will, dass Kelly ihr hilft zu ihrem Stamm zu kommen. Die Flucht hat die Frau auch stark mitgenommen, sie muss das Bett hüten. Dies akzeptieren auch die Sioux, die wenig später auch schon auftauchen. Galls Entscheidung ist, dass die Frau soll bis zur Genesung in der Blockhütte bleiben und sich dann freiwillig entscheiden wer ihr Mann werden soll. Doch solange kann der aggressive Sayapi nicht warten..

Hier gelang dem Regisseur Gordon Douglas ein erstklassiger B-Western, der überaus schön von Carl Guthrie fotografiert wurde. Die Figuren sind auch gut gestaltet. Clint Walker drehte mit Douglas bereits "Im Höllentempo von Fort Dobbs" und ist mit seiner athletischen Figur eine Idealbesetzung für den Helden, der nicht viel Wort macht. Der damals sehr populäre Edward Byrnes kam vom Fernsehen und war dank der Serie "77 Sunset Strip" ein Publikumsliebling geworden. Zweifelsohne ist das Teenageridol eher der sanfte und sensible Boy, der mit seiner Weltsicht erst nach und nach den Einzelgänger Kelly überzeugen kann der Indianerin zu helfen. Dass Kelly auch nur ein Mann ist mit Gefühlen wird sich im Laufe der Handlung auch noch herausstellen - und gemäss nach dem Motto "Ein schöner Rücken tut extrem entzücken" verliebt er sich in die Frau. Der Junge schwärmt natürlich schon ein bisschen vorher. So sind insgesamt vier Männer involviert und an der Frau interessiert. Durch die ruhige und trockene Inszenierung wird der Film nie rührselig und bleibt bis zum Schluß packend. Das Drehbuch schrieb Burt Kennedy, der sich mit seinem Script zu Budd Boettchers "Der Siebente ist Dran" einen großen namen im Genre machen konnte. Nach "Man nannte ihn Kelly" schrieb er keine Drehbücher mehr, sondern wurde selbst Regisseur bekannter Westernfilme wie "Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe", "Die Gewaltigen", "Die Höllenhunde" oder "Die letzten vom Red River".

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

 

Der Henker (The Hangman)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Michael Curtiz

Auf der Suche nach John Butterfield...

"Der Henker" (Originaltitel: The Hangman) entstand 1959 unter der Regie des Hollywood-Regisseurs Michael Curtiz (Mildred Pierce, Casablanca). Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten war Curtiz bereits 73 Jahre alt und war vor allem durch die vielen früheren Westernfilme mit Errol Flynn (meistens an der Seite von Olivia de Havilland) sehr versiert im Westerngenre. Doch "Der Henker" fiel um einiges grimmiger aus als seine Erfolgswestern der 40er Jahre. Die Filmhandlung basiert auf der Kurzgeschichte "Pull your freight" von Luke Short und eigentlich sollte James Cagney den Depute Marshal spielen, der den Spitznamen "Der Henker" trägt und als Partnerin war Inger Stevens vorgesehen. Doch dann kam es anders und Robert Taylor bekam den Zuschlag. Die Frau "an seiner Seite" durfte Tina Louise spielen.
Mit seiner relativ kurzen Laufzeit von 87 Minuten hat der Film einen gewissen Nachteil. Denn die Psychologie der Figuren kann vom Zuschauer lediglich erahnt werden, dabei wäre "Der Henker" wonl um einiges schlüssiger, wenn die sich Veränderung der Hauptfigur am Ende sich nicht so schnell vollzogen hätte. Hier hätte es vielleicht die eine oder andere Schlüsselszene mehr gebraucht, um alles logisch besser nachvollziehen zu können.
Jedenfalls ist Marshall Mackenzie "Mac" Bovard (Robert Taylor) ein gefürchteter Jäger von gesuchten Verbrechern. Im Falle eines schweren bewaffneten Überfalls, bei dem es Tote gab, hat er bereits drei der vier Banditen aufspüren und fangen können. Zwei wurden bereits gehängt, der letzte der Verurteilten soll in einer Woche hängen. Nun fehlt nur noch der vierte Mann. Immerhin kennt man den Namen des Banditen - er heißt John Butterfield und soll noch vor kurzer Zeit in der Armee gedient haben. Bei der Armee hilft man ihm kaum weiter: Butterfield soll jung, groß und blond sein. Etwas was auf viele Männer passt. Und jedesmal wird dabei erwähnt, dass man es einem so hilfsbereiten und netten Kerl wie Butterfield nicht zutraut einen Postraub begangen zu haben, geschweige denn jemanden erschossen zu haben. Von einem der Armeeangehörigen bekommt er jedoch den Tipp, dass dieser Butterfield mit dem gefallenen Mann einer gewissen Selah Jennison (Tina Louise) befreundet war, die arbeitet als Wäscherin und wüsste sicher mehr. Bovard erhofft sich viel von den Angaben der jungen Frau, die weiß wie Butterfield aussieht und ihn gegebenfalls identifiieren könnte. Immerhin ist eine Prämie von 500 Dollar für diesen sachdienlichen Hinweis ausgesetzt. Doch die Frau lässt den Henker abblitzen, obwohl der ihr schon ein Postkutschen-Ticket gekauft hat nach North Creek. Dort soll sich vor kurzer Zeit ein Mann (Jack Lord) niedergelassen haben, dessen Beschreibung wohl auf Butterfield passt. Bovard mietet sich dort in dem Städtchen im Hotel Commercial zwei Zimmer - eins für sich, eines für die junge Frau, von der hofft, dass sie sich immer noch umentscheidet. Er unterrichtet den dortigen Sheriff Buck Weston (Fess Parker) von seiner Mission und wartet...

Dabei passiert so einiges. Der "Henker" wird von der Frauenwelt angehimmelt. Die ältere Amy Hopkins (Mabel Albertson), die ebenfalls im Hotel abgestiegen ist, hat einen Narren an dem abweisenden und desinteressierten Marshall gefressen. Und auch die Kellnerin Molly (Betty Lynn) schwärmt für den Gesetzeshüter. Dies gibt dem Film eine amüsante Note, zumindest bis dann tasächlich die Zeugin doch auftaucht. Tina Louise spielt ihre Rolle sehr gut, hin- und hergerissen zwischen zwei Möglichkeiten. Und Robert Taylor hält den unerbittlichen Gesetzeshüter bis zum Schluß aufrecht. Daher verblüfft das sonderbare Ende dieses Western und möglicherweise war dies auch der Grund, warum der Film bei seinem Kinostart meistens negative Kritiken erhielt.
Dennoch lohnt sich ein Blick. Robert Taylor als MacKenzie Bovard ist ein sehr ambivalenter Westernheld.

 
Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

 

Donnerstag, 2. September 2021

Tag der Gesetzlosen (Day of the Outlaw)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Andre de Toth

Bitterkalt in Bitters...

"Tag der Gesetzlosen" heißt im Original "Day of the Outlaw" und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Lee E. Wells. Die Story hat Ähnlichkeit mit dem fast zeitgleich gedrehten Joseph Pevney Western "Die Plünderer" - der große Unterschied liegt im Bereich der Locations, denn "Tag der Gesetzlosen" spielt im tiefen Schnee.
Kameramann war Russell Harlan, der in seiner langen Karriere mehrfach für den Oscar vorgeschlagen wurde, die Trophäe jedoch nie gewann. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen "Red River", "The Big Sky", "Die letzte Jagd" und "Wer die Nachtigall stört".
Bitters liegt am Rande der Berge Wyomings und ist ein Nest mit gerade mal 20 Einwohnern. Der Winter ist hart und alles ist verschneit.
Dort lebt der Rinderzüchter Blaise Starrett (Robert Ryan), er war einer der ersten, der sich auf diesem Land niederliess. Gemeinsam mit seinem Vorarbeiter Dan (Nehemiah Persoff) reitet er zu Pferd durch den Ort und entdeckt eine Wagenladung Maschendraht, die Hal Crane (Alan Marshall) gehört. Crane ist der Mann von Starretts einstiger Flamme Helen (Tina Louise) und dieser hat vor seinen Besitz mit diesem Maschendraht einzuzäunen. Dies macht Starrett wütend und er will dies mit allen Mitteln verhindern, notfalls sogar über Leichen oder besser ausgedrückt über Cranes Leiche. Denn dann wäre Helen vielleicht wieder für ihn frei.
Doch bevor es im Wirtshaus zur Eskalation mit der Waffe kommt, dringen Fremde ein. Es ist der fahnenflüchtige, verwundete Captain Jack Bruhn (Burl Ives) mit seinen Männern, die aus einer Bande verwildeter, skrupelloser Banditen besteht.
Sie sind auf der Flucht vor den Soldaten, denn sie haben eine Bank überfallen und sind mit dem erbeuteten Geld auf der Flucht.
Doch sie sind im Ort Bitters in eine Art Falle geraten, denn eine Umkehr ist wegen der Verfolger nicht möglich und die Alternative wäre über die Berge zu reiten, doch die harte Winterzeit macht den Pass dort nicht begehbar.
Starretts bietet sich der Bande als Führer an, denn er gibt an, einen gefährlichen Weg über die Berge hinunter ins Tal zu kennen.
Emine (Venetia Stevenson), die Tochter des Ladenbesitzers Vic (Donald Elson) kann nicht verstehen, dass der junge Gene (David Nelson) Mitglied der Bande ist, sie sagt ihm, dass Starretts womöglich eine List benutzt...
 
Andre de Toths aktive Zeit als Hollywood Regisseur war von 1947 bis Ende der 60er Jahre.
Seine bekannteste Arbeit ist das Drehbuch zu "Der Scharfschütze" sowie seine Regie in dem Horrorklassiker "Das Kabinett des Professor Bondi" mit Vincent Price.
Er galt immer als verlässlicher Routinier, seine Filme waren profitabel, wenn auch sonst die wenigsten seiner weiteren Werke (vor allem Western und Krimis) zu echten Klassikern wurden. Vielleicht am ehesten noch sein Indianer-Western "Zwischen zwei Feuern" mit Kirk Douglas.
"Tag der Gesetzlosen" ist allerdings auch ein sehr empfehlenswerter alter Western, der es verdient hätte einen höheren Status zu haben.
Denn der grimmige Film ist alles andere als 08/15 Westernware. Die Protagonisten sind sehr ambivalent, die meisten sind weder ganz gut noch ganz böse, sondern einfach Menschen mit Schwächen.
Keiner ist hier edel und jeder hat vor allem den eigenen Vorteil im Sinn. Die Bilder, obwohl in Schwarzweiss, erinnern etwas an den Look in Robert Altmans "MacCabe und Mrs. Miller" - also alles etwas schäbiger als sonst im Wilden Westen.
Auch schauspielerisch ist der Film mit Robert Ryan und Burl Ives äusserst gut besetzt.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

 

Mittwoch, 1. September 2021

Auf der Kugel stand kein Name (No Name on the Bullet)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Jack Arnold

Comes a horseman...

Der einsame Reiter und Revolverheld ist eine bekannte Figur aus vielen Western. In Jack Arnolds Western "Auf der Kugel stand kein Name" verkörpert Audie Murphy einen sehr düsteren Einzelgänger, eine Art negative Variante zum Helden "Shane".
John Gabe (Audie Murphy) reitet auf eine Farm zu. Die Farmersleute blicken den Reiter mit dem emotionslosen Blick und Milchgesicht mißtrauisch an. Sie nehmen sofort wahr, dass er nichts Gutes im Schilde führt. Der Fremde fragt nach dem Weg nach Lordsburg.
Dort fällt der Fremde zuerst nicht weiter auf, als er aber seinen Namen bei der Zimmerbuchung im Hotel sagt, verändert sich alles schlagartig.
Ist dieser Fremde tatsächlich der berüchtigte John Gabe ? Ein Revolverheld, der für seine Auftraggeber Menschen töten. Und zwar so geschickt, dass er nie verhaftet werden kann. Seine Masche: Er bucht ein Zimmer im Saloon, wartet ab und irgendwann provoziert er das Opfer so, dass dieser in Rage den Colt zuerst zieht.
Aus "Notwehr" erschließt der Killer dann seinen Rivalen, verschwindet dann wieder und kassiert sein Blutgeld.
Doch dieser John Gabe hat auch nette Seiten. Zumindest sieht dies der junge Arzt Dr. Luke Canfield (Charles Drake) so. Dieser steht kurz vor der Heirat mit Anne Benson (Joan Evans), der Tochter des totkranken Richters der Stadt (Edgar Stehli). Doch er ist so ziemlich der Einzige, der sympathische Facetten des Revolverhelden entdeckt. Diese Einsicht gewinnt er vor allem beim gemeinsamen Schachspiel.
Viele andere Bürger des Ortes spekulieren, wer wohl auf der Aschlussliste des Fremden steht und da es gar einige Bürger gibt, die Dreck am Stecken haben, wird die Stimmung in Lordsburg immer aggressiver. Jeder fürchtet um sein Leben und dies bewirkt weitere Dynamiken..


Jack Arnolds Western sind lange nicht so bekannt wie seine Ausflüge ins Horror- und Science Fiction Genre. Dort hat er Klassiker wie "Tarantula", "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C, "Der Schrecken schleicht durch die Nacht" oder "Der Schrecken vom Amazonas" geschaffen. Seine Ausflüge ins Westerngenre sind weniger bekannt, aber mit "Auf der Kugel stand kein Name" hat er einen äusserst interessanten und wichtigen Genrebeitrag abgeliefert, der zwar schnörkellos, aber nicht ohne Tiefe, konzipiert wurde.
Hauptdarsteller Audie Murphy, im 2. Weltkrieg der am meisten dekorierteste US-Soldat, der 1971 bei einem Flugzeugabsturz tragisch ums Leben kam, hat eine äusserst interessante Biographie.
Um in den Krieg zu ziehen, fälscht der 1926 geborene texanische Farmerssohn seine Geburtsurkunde und macht sich dadurch 2 Jahre älter, um vom Alter her auch in die Armee aufgenommen werden zu können.
Später litt Murphy unter chronischen posttraumatischen Störungen und er setzte sich sehr stark für die verwundeten Kriegsveteranen ein.
In den 50er Jahren stieg er zum großen Kinostar von B-Western auf. Murphy hatte eine riesige Fangemeinde und ist sozusagen ein Actionstar der ersten Stunde.
"Auf der Kugel stand kein Name" ist eine echte Empfehlung. Der Film, der auf das Verhalten des Menschen unter Angsteinfluss eingeht, denn fast hat man das Gefühl, dass Gant nur deshalb das Ziel des Auftrags nicht preisgibt, weil er sich amüsiert wie Verdächtigungen und Feindschaften offen ausbrechen. Er bleibt ruhig und erhaben und ist fasziniert an dem durch ihn und von ihm entstandenen Verhaltensexperimenent.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Freitag, 27. August 2021

Auf eigene Faust (Ride Lonesome)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Budd Boetticher

Die Odyssee zum Richtplatz...

Ben Brigade (Randolph Scott) hat sich einen gefürchteten Namen als  erbarmungsloser Kopfgeldjäger gemacht. Im weiten, felsigen Land macht er diesmal Jagd auf den jungen Billy John (James Best), der mit seiner Gang auf der Flucht vor dem Gesetz ist. Der junge Outlaw soll in Santa Cruz einen Mann von hinten erschossen haben. Überraschenderweise wartet der Gejagte auf Ben Brigade, versucht ihn zunächst von seiner Unschuld zu überreden und bittet Brigade ihn doch des Weges ziehen zu lassen.
Doch dieser ist unerbittlich, will auf die Prämie nicht verzichten. Als Schüsse von den umliegenden Bergen fallen, scheint er in eine Falle getappt zu sein, doch Brigade lässt sich nicht einschüchtern und macht dem bereits siegessicheren Billy klar, dass er ihn, bevor er selbst zu Boden geht, in zwei Hälften geschossen hat.
Billy kann seinen Kumpanen aber eine Nachricht zurufen, die für den größeren Bruder Frank (Lee van Cleef) gedacht ist, dieser soll ihn aus den Händen von Brigade befreien.
Unterwegs machen die beiden Halt an der Postkutschenstation. Carrie Lane (Karen Steele), die resolute, schöne Frau des Besitzers wird in Abwesenheit ihres Mannes, der Pferde einfangen muss, von zwei alten Gaunern beschützt, die Brigade kennen und die auch bereits wissen, dass dieser den gesuchten Mörder aus Santa Cruz mit sich führt.
Die beiden Männer Sam Boone (Pernell Roberts) und Wid (James Coburn) sind ebenfalls Outlaws und sehr bald stellt sich heraus, dass bei der Ergreifung von Mörder Billy auch eine Amnestie winkt. Es sieht so aus als gäbe es bald einen Interessenkonflikt. Zeit zum Diskutieren bleibt aber kaum, denn die Indianer haben die Station bereits im Visier...

Budd Boetticher drehte "Auf eigene Faust" im Jahr 1959, es ist einer dieser sieben legendären Gemeinschaftsarbeiten zwischen Boetticher und Randolph Scott, die bei dem Westernfan als "Ranown Zyklus" sehr hoch im Kurs stehen.
Leider lassen sich die DVD Veröffentlichungen dieser kleinen genialen B-Western auf sich warten, bislang sind nur "Um Kopf und Kragen" und "Der siebente ist dran" erschienen.
Schade, aber vielleicht gibt es auch für  "Fahrkarte ins Jenseits", "Sein Colt war schneller", "Messer an der Kehle" und "Comanche Station" die längst überfällige DVD-Veröffentlichung.
Die Geschichte dieser Filme sind im Grunde genommen immer sehr ähnlich, Randolph Scott ist der tragische Held, der auch dunkle Seiten in sich trägt und meistens von der Rache am Tod seiner Frau angetrieben wird.
Boetticher gelingt es auch immer Randolphs Scotts Gegner interessante Wesenszüge zu verleihen, was die Rachestory immer deutlich aufwerten konnte.
Sehr zentral wird auch immer das Thema beleuchtet, dass sich der Outlaw durch gewisse Handlungsweisen die Reinigung erkämpfen kann.
Das Böse ist wichtig, weil sich das Gefühlsleben des Helden in der Vergangenheit abspielt und nur der Schurke die Fähigkeit zum Leben in der Gegenwart hat, die dem Helden fehlt, denn er wandert getrieben von einem destruktiven Ziel, das eine Art Erlösung verheissen könnte.
Boettichers kleine Western sind heute noch so frisch wie vor 50 Jahren, weil sie nicht in Nostalgie verfallen, sondern eine ironisch-distanzierte Haltung zur Geschichte einnehmen, die erzählt wird. Den Portagonisten ist bewusst, dass sie nur eine Rolle in einem ritualisierten Geschehen spielen. In "Auf eigene Faust" gibt ein furchterregender Galgenbaum ein Symbol dafür ab.

Bewertung: 9 von 10 Punkten.