
Regie: Budd Boetticher
Die Odyssee zum Richtplatz...
Ben Brigade (Randolph Scott) hat sich einen gefürchteten Namen als
erbarmungsloser Kopfgeldjäger gemacht. Im weiten, felsigen Land macht er
diesmal Jagd auf den jungen Billy John (James Best), der mit seiner
Gang auf der Flucht vor dem Gesetz ist. Der junge Outlaw soll in Santa
Cruz einen Mann von hinten erschossen haben. Überraschenderweise wartet
der Gejagte auf Ben Brigade, versucht ihn zunächst von seiner Unschuld
zu überreden und bittet Brigade ihn doch des Weges ziehen zu lassen.
Doch dieser ist unerbittlich, will auf die Prämie nicht verzichten. Als
Schüsse von den umliegenden Bergen fallen, scheint er in eine Falle
getappt zu sein, doch Brigade lässt sich nicht einschüchtern und macht
dem bereits siegessicheren Billy klar, dass er ihn, bevor er selbst zu
Boden geht, in zwei Hälften geschossen hat.
Billy kann seinen Kumpanen aber eine Nachricht zurufen, die für den
größeren Bruder Frank (Lee van Cleef) gedacht ist, dieser soll ihn aus
den Händen von Brigade befreien.
Unterwegs machen die beiden Halt an der Postkutschenstation. Carrie Lane
(Karen Steele), die resolute, schöne Frau des Besitzers wird in
Abwesenheit ihres Mannes, der Pferde einfangen muss, von zwei alten
Gaunern beschützt, die Brigade kennen und die auch bereits wissen, dass
dieser den gesuchten Mörder aus Santa Cruz mit sich führt.
Die beiden Männer Sam Boone (Pernell Roberts) und Wid (James Coburn)
sind ebenfalls Outlaws und sehr bald stellt sich heraus, dass bei der
Ergreifung von Mörder Billy auch eine Amnestie winkt. Es sieht so aus
als gäbe es bald einen Interessenkonflikt. Zeit zum Diskutieren bleibt
aber kaum, denn die Indianer haben die Station bereits im Visier...


Budd Boetticher drehte "Auf eigene Faust" im Jahr 1959, es ist einer
dieser sieben legendären Gemeinschaftsarbeiten zwischen Boetticher und
Randolph Scott, die bei dem Westernfan als "Ranown Zyklus" sehr hoch im
Kurs stehen.
Leider lassen sich die DVD Veröffentlichungen dieser kleinen genialen
B-Western auf sich warten, bislang sind nur "Um Kopf und Kragen" und
"Der siebente ist dran" erschienen.
Schade, aber vielleicht gibt es auch für "Fahrkarte ins Jenseits",
"Sein Colt war schneller", "Messer an der Kehle" und "Comanche Station"
die längst überfällige DVD-Veröffentlichung.
Die Geschichte dieser Filme sind im Grunde genommen immer sehr ähnlich,
Randolph Scott ist der tragische Held, der auch dunkle Seiten in sich
trägt und meistens von der Rache am Tod seiner Frau angetrieben wird.
Boetticher gelingt es auch immer Randolphs Scotts Gegner interessante
Wesenszüge zu verleihen, was die Rachestory immer deutlich aufwerten
konnte.
Sehr zentral wird auch immer das Thema beleuchtet, dass sich der Outlaw
durch gewisse Handlungsweisen die Reinigung erkämpfen kann.
Das Böse ist wichtig, weil sich das Gefühlsleben des Helden in der
Vergangenheit abspielt und nur der Schurke die Fähigkeit zum Leben in
der Gegenwart hat, die dem Helden fehlt, denn er wandert getrieben von
einem destruktiven Ziel, das eine Art Erlösung verheissen könnte.
Boettichers kleine Western sind heute noch so frisch wie vor 50 Jahren,
weil sie nicht in Nostalgie verfallen, sondern eine
ironisch-distanzierte Haltung zur Geschichte einnehmen, die erzählt
wird. Den Portagonisten ist bewusst, dass sie nur eine Rolle in einem
ritualisierten Geschehen spielen. In "Auf eigene Faust" gibt ein
furchterregender Galgenbaum ein Symbol dafür ab.
Bewertung: 9 von 10 Punkten.