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Donnerstag, 30. September 2021

Bis zum letzten Atemzug (Only the Valiant)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Gordon Douglas

Fort Invincible...

Gordon Douglas soll mal über seine schwächeren Filme, zu dener er auch ganz klar "Bis zum letzten Atemzug" zählte, folgendes gesagt haben: "Versuchen sie nicht sich alle meine Filme anzusehen, sie wären vom Kino angeekelt. Ich habe eine große Familie zu ernähren und nur selten einen Stoff zur Hand, der mich wirklich interessiert".
Sein bekanntester Film ist sicherlich der Ameisenschocker "Formicula", bekannt sind auch seine Western "Im Höllentempo nach Fort Dobbs", "Man nannte ihn Kelly" und der Spätwestern "Barquero".
Nun, so schlecht ist "Bis zum letzten Atemzug" aber nicht - ganz im Gegenteil. Der Film heißt im Original "Only the Valiant", zählt für mich zu seinen besten Arbeit und gefällt mir wegen der düsteren, auswegslosen Stimmung im Fort Invincible. Der Film gefällt mir wegen der düsteren, auswegslosen Stimmung im Fort Invincible. Dort, in New Mexiko des Jahres 1867, führt der Apachenhäuptling Tuscos (Michael Ansara) einen gnadenlosen Krieg gegen die verhassten Weißen. Er kann sogar die Festung angreifen, die einen Paß absperrt. Anstatt den Feind zu erschießen, wie es seine Männer wollen, nimmt Captain Richard Lance (Gregory Peck), dem die Dienstvorschriften über alles gehen, den Gefangenen mit ins naheliegende Fort.
Doch die Verstärkung von 400 Mann lässt auf sich warten und der Kommandeur des Forts befürchtet einen gewaltigen Indianerangriff.
Immerhin trifft Lance aber wieder seine Angebete Cathy Eversham (Barbara Peyton) für die sich aber auch sein bester Freund Lieutenant William Holloway (Gig Young) interessiert.
Lance ist bei vielen Männern wegen seiner Strenge verhasst, aber immerhin will er freiwillig mit einer sehr kleinen Gruppe zum Paß und in der Festung die angreifenden Indianer aufhalten.
Doch der Kommandeur befielt ihm, dass er Holloway schicken soll. Dies missversteht seine Cathy und will mit ihm nichts mehr zu tun haben. Und tatsächlich überlebt Holloway die Mission nicht. Es kommt zum endgültigen Bruch mit Cathy und mit vielen seiner Männer.
Der zweite Versuch wird dann auch von Lance übernommen, er formiert eine Gruppe der zwielichtigsten Soldaten, ua. einen üblen Schinder (Neville Brand), einen Trunkenbold (Ward Bond), einen undurchsichtigen Fährtensucher (Lon Chaney jr.), der altgediente Scout (Jeff Corey) desweiteren einen Deserteur (Warner Anderson), einen jungen Feigling (Terry Killburn), einen Saboteur (Steve Brodie).
Stets muss Lance auf der Hut vor seinen Männern sein, bald wird auch in sein Quartier geschossen. Und rund um die Festung lauert auch schon der feindselige Indianerstamm.

Ein kaum beachteter Westernklassiker, der nie zum Klassiker wurde, jedoch für viele Nachfolger höchstwahrscheinlich eine große Inspirationsquelle war. Eine Art Vorläufer der zynischen Westernfilme von Sam Peckinpah. Auch Gordon Douglas hat mehr als ein Jahrzehnt später mit "Chuka" einen weiteren Kavalleriewestern dieser düsteren Art realisiert. Durch die bestimmte Konstellation dieser Männer eines Himmelfahrtkommandos, die sich zusammenraffen müssen, wenn sie zumindest eine ganz kleine Chance zum Überleben haben wollen, erzeugt der Regisseur eine gute Spannung und eine psychologische Dichte.
Die Festung erweist sich dann tatsächlich als perfide Todesfalle, aber was muss man nicht alles auf sich nehmen, um seiner Geliebten reinsten Edelmut und Heldentum zu beweisen.
Ward Bonds haltlose Trunksucht wird gar am Ende sympathisch verklärt, wie sehr sich doch die Zeiten seit 1951 verändert haben.


Bewertung: 8 von 10 Punkten

Mittwoch, 1. September 2021

Die Meute lauert überall (Raw Edge)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie.  John Sherwood

Freiwild Frau...

"Raw Edge" ist ein Western aus dem Jahr 1956, der in Deutschland unter dem Titel "Die Meute lauert überall" im Kino lief.
Regie führte John Sherwood, der bereits 1959 starb und danach nur noch zwei Science Fiction Filme drehte: Im gleichen Jahr "Das Ungeheuer unter uns" und danach "Das Geheimnis des steinernen Monsters". Tatsächlich hat sein Westerndebüt aber in all den Jahren unter den Fans einen gewissen Kultstatus erlangt. Es liegt wahrscheinlich an der ungewöhnlichen, sehr frauenfeindlichen Geschichte, die hier erzählt wird. Denn die Meute, die überall lauert sind hier die Männer und die Frauen werden hemmungslos zu Gejagten. Die Geschichte spielt in der Zeit um 1842 im noch wilden und unberührten Gebiet von Oregon. Dort herrscht das Gesetz des Stärkeren und der Stärkste ist der Rancher Gerald Montgomery (Herbert Rudley), dessen Gesetze herrschen, auch wenn sie noch so absurd erscheinen. Ausser seinem Grundsatz "Zuerst ich, dann die anderen" hat er auch ein Gesetz eingeführt, das besagt, eine Frau gehört jenem Mann, der sie sich als Erster nimmt. Wenn dieser Mann stirbt, dann darf um die Witwe gekämpft werden. Die hat dann den Kerl zu nehmen, der siegreich war. Scheinbar hat Montgomery so auch seine attraktive Frau Hannah (Yvonne deCarlo) erobert". Und tatsächlich scheint Mrs. Montomgery der Reichtum und die Macht ihres Mannes zu gefallen. Der juge Dan Kirby (John Gavin) lehnt sich allerdings gegen diese ungerechte Alleinherrschaft auf. Er ist mit der Indianerin Paca (Mara Corday) verheiratet. Eines Tages versucht ein Unbekannter Hannah Montgomery in einem Pferdestall zu vergewaltigen. Sie kann sich mit Bissen wehren und schlägt den Angreifer in die Flucht. Der unbekannte Mann hat damit aber sein Todesurteil gesprochen. Montgomery will dass der Täter baumelt. Tatächlich wird durch die Falschaussage von Montgomerys Handlanger Tarp Penny (Neville Brand) Dan Kirby als "Täter" auserkoren und wird ohne Prozess gelyncht. Damit ist seine indianische Frau zum Freiwild erklärt. Sie wird wohl oder übel dem Stärksten (Robert J. Wilke) zugesprochen. Zum Glück kommt aber Dan Kirbys älterer Bruder Tex (Rory Calhoun) in diese Gegend - er findet seinen Bruder, der am Baum hängt. Tex ist ein Revolverheld und kennt das Gesetz der Rache. Auch Dans Witwe hat Rachegefühle, muss sich aber vorerst dem Gesetz unterordnen und ihrem neuen Ehemann treu zur Seite stehen. Die Indianer haben inzwischen auch das Kriegsbeil ausgegraben und Tex macht Bekanntschaft mit Montgomerys schöner Frau. Sie spielt zwar die Kühle, doch der Zuschauer bemerkt sehr wohl, dass ihr der Fremde besser zu gefallen scheint als ihr nerviger Ehemann. Inzwischen hat auch Handlanger Tarp mit seinem Vater Pop Penny (Emile Meyer) einen Plan erdacht. Die beiden wollen Montgomery töten, denn laut Gesetz fällt dann dessen Besitz und die Frau dem stärksten Mann zu....

Ein Film mit einer ganzen Riege von Schurken. Erst ein Revolverheld muss kommen, um diese Gegend von den perversen Gesetzes zu befreien. Rory Calhoun gefällt in dieser coolen und lässigen Rolle - mit schwarzer Haartolle und verkniffenen Blick bekommt er auch am Ende die Herzdame. Yvonne de Carlo war in den 50er Jahren sicherlich eine der begehrtesten B-Movie Stars und spielt auch hier ihr Image mit dem leicht verruchten Sexappeal aus. Kameramann Maury Gertsmann hat hier nicht nur die Landschaftsaufnahmen sehr effektiv eingefangen. Gefahren lauern überall...im Pferdestall, im eigenen Heim, am reißenden Bach, im Wasserfall. Eine Schlüsselrolle in der Geschichte bekam Rex Reason als junger Spieler, bei dem der Zuschauer über seine Motive und Rolle in dem Gewaltszenario im Dunkel bleibt. 

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.