Regie: Budd Boetticher
Misslungene Rache...
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
So kommt der Held immer wieder in die Situation, dass er seinen Revolver benutzen muss, um sich Recht zu verschaffen. Dabei vergisst er sogar das Ablegen des Schießeisens als Jo, sein Sohn und er selbst den Gottesdienst am Sonntag besuchen. Zum Glück macht ihn der Sohn darauf aufmerksam. Stewart Granger ist natürlich ein großes Plus für diesen routinierten Western, der allerdings sehr schön fotografiert ist (Kameramann: Harold J. Marzorati). Der Hauptdarsteller verfügt über das nötige Charisma diesen schillernden Gunman zu spielen und Chill Wills sowie Rhonda Fleming sind auch immer wieder gern gesehene Darsteller im Westerngenre. Für die Rolle des Tom Early Junior bekam der Sohn des Regisseurs den Zuschlag. Dabei hätte diese Rolle wahrscheinlich besser funktioniert, wenn man einen jüngeren Schauspieler gecastet hätte. Steve Rowlands macht seine Sache zwar nicht schlecht, aber mit seinen 25 Jahren wirkt er schon zu alt für den Sohn, der gerade mit seiner Pubertät zurechtkommen muss. Ansonsten ist "Schlucht des Verderbens" ein angenehmer, geradliniger B-Western.
Bewertung: 7 von 10 Punkten
Regie: Budd Boetticher
Perfekt konstruierter B-Western mit vielschichtigen Figuren...
"Um Kopf um Kragen" ist einer der Filme, die von Filmhistorikern als
sogenannter "Ranown-Zyklus" zusammengefasst wird. Es handelt sich um die
Budd Boetticher B-Western mit Randolph Scott in der Hauptrolle. Zu den
insgesamt 7 Western gehören auch "Der Siebente ist dran", "Fahrkarte ins
Jenseits", "Sein Colt war schneller", "Auf eigene Faust", "Messer an
der Kehle" und "Einer gibt nicht auf". Scott spielt immer den gealterten
Westernhelden, etwas zynisch, stark desillusioniert, verhärtet,
enttäuscht, verbittert, nicht näher beschriebene Ereignisse haben ihn zu
einem Einzelgänger werden lassen und reitend wird er zum tragischen
Helden. Boettichers Kunst war ein perfekt inszenierter Minimalismus.
Kein Wort zuviel, keine Szene unnötig. Alles auf den Punkt gebracht und
dennoch so vielschichtig, teilweise sogar poetisch, dass sich auch die
Liebhaber des Autorenkinos für sein Werk zu interessieren begannen und
es in den späten 70er und 80er zu einer Wiederentdeckung seiner Werke
kam.
Es sind die einfachen, linear strukturierten Storys mit klaren Konflikten die er in seinen Filmen aufgreift.
Der stoische Cowboy Pat Brennan hat sich eine kleine Farm gekauft und
möchte einen Zuchtbullen kaufen. Großrancher Tervoorde, bei dem er
früher Vormann war und der ihn nicht gerne gehen liess, überredet ihn zu
einer unvernünftigen Wette, bei der Brennan sein Pferd verwettet und
den Weg nach Hause zu Fuss antreten muss. Unterwegs nimmt ihn die
Postkutsche eines alten Freundes mit. Eine extra von einen frisch
vermählten Brautpaar gemietete Kutsche. Die altjüngferliche Doretta
(Maureen OSullivan) ist zudem Tochter eines reichen Minenbesitzers. Die
Kutsche macht Halt bei der nächsten Poststation und da wartet auch schon
der alternde Outlaw Frank Usher (Richard Boone) mit seinen beiden,
schiesswütigen jungen Haudegen Billy Jack und Chink....
Regie. Allen H. Miner
Der Sheriff mit dunkler Vergangenheit und schwarzer Augenklappe...
Regie: Abner Biberman
Sensibler Cowboy in der Krise...
Ein beliebtes Westernthema wird in Abner Bibermans 1957
entstandenem "Schieß oder stirb" (Original: Gun for a Coward)
aufgenommen. Die Geschichte vom Pazifisten, der sich irgendwann die
Frage stellen muss, ob es nicht besser wäre die friedvolle und auf
Harmonie bedachte Position zu wechseln und sich der Konfrontation zu
stellen. Dieses Thema war in Fred Zinnemanns "High Noon" vorhanden, etwa
in der Szene als Will Kane mit seiner hübschen jungen Braut Amy in der
Kutsche aus der Stadt fährt, nur um dem drohenden Duell mit Frank Miller
aus dem Weg zu gehen. Auch in Henry Hathaways "Schieß zurück, Cowboy"
muss der unschuldige Don Murray flüchten, um einzusehen, dass er den
Kampf führen muss. In "Schieß oder Stirb" wird die
Geschichte von drei sehr ungleichen Brüdern erzählt. Will Keough (Fred
MacMurray) ist der Älteste und musste seit dem frühen Tod des Vaters,
der von einer Schlange gebissen wurde, die Rolle des Herrn im Haus
übernehmen. Auf ihm als Ältesten lastete schon von Beginn an die größte
Verantwortung. Bless (Jeffrey Hunter) ist der Zweitälteste und der
Liebling seiner Mutter (Josephine Hutchinson), die ihn ganz anders
erzogen hat als den Erstgeborenen. Bless gibt sich auch immer noch die
Schuld, dass er als siebenjähriger Junge seinem Vater bei dem tödlichen
Unglück nicht helfen konnte. Als nun erwachsener Mann ist er fast zu
sensibel und friedliebend, er geht dem Streit immer aus dem Weg und wird
von seiner Mutter stets vor allen Gefahren zurückgehalten.
Interessanterweise ist der jüngste Sohn Harry (Dean Stockwell) ein
extremer Draufgänger und wird von der Mutter fast ignoriert. Die Mutter
will die Ranch mit Bless verlassen, doch Bless liebt das Landleben und
die Pferde. Bringt es aber nicht fertig seiner Mutter die Wahrheit zu
sagen und geht vage auf das Angebot ein. Er behält auch für sich, dass
er seit längerer Zeit schon in Audry (Janice Rule) verliebt hat, obwohl
die schon als sichere zukünftige Braut für den großen Bruder Will gilt.
Auch Audry hegt immer stärkere Gefühle für den friedlichen Bless....