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Donnerstag, 14. Oktober 2021

Der weiße Teufel von Arkansas (Ride a crooked trail)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Jesse Hibbs

Marshall und Bandit....

Jesse Hibbs drehte in seiner aktiven Zeit als Regisseur überwiegend Westernfilme, in den oftmals Audie Murphy die Hauptrolle hatte. Mit ihm drehte er auch die Filmbiographie "Zur Hölle und zurück", dort spielte der ehemalige Kriegsheld sich selbst. Desweiteren gehen auch die Murphy Western "Ritt in den Tod" oder "Der weiße Teufel von Arkansas" auf seine Rechnung.
In diesem 1958 inszenierten Western spielt auch der legendäre Walter Matthau als Richter Kyle eine große Rolle. Man erinnert sich etwas an den selbstgerechten Richter Roy Bean. Denn Richter Kyle ist cholerisch, egozentrisch und hat das Sagen in der Stadt Little Rock. Er hält regelmässig seine Verhandlungen ab und ist bekannt für seine unkonventionellen Urteile. Der Mann hat aber auch ein gutes Herz. Er kümmert sich um den Waisenjungen Jimmy (Eddie Little) und dessen geliebten Hund.
Eines Tages kommt ein Fremder (Audie Murphy) in die Stadt geritten, er hat den berühmten Sheriffstern von Marshall Noonan bei sich. Also kann es sich beim Fremden nur um Marshall Noonan höchstpersönlich handelt, wie der Richter schlussfolgert. Doch die Sache ist natürlich anders: Der Zuschauer sah den Fremden auf der Flucht vor dem Marshall. Bei der wilden Jagd stürzt der zu Tode. Der Fremde - er heißt Joe Maybe - nimmt dessen Pferd, weil sein eigenes bei der Hatz auch den Tod fand. Für den Richter ist der junge Sheriff ein Geschenk des Himmels und der denkt gar nicht den Mann wieder weiterziehen zu lassen. Joe lässt die Verwechslung geschehen, denn er hat vor die Bank der Stadt auszurauben. Er ist nach einer schweren Kindheit zurm Verbrecher geworden. Doch auch er hat eine nette und sensible Ader. Bald kommt auch eine Tessa Milotte (Gia Scala) im Ort an. Maybe weiß, dass sie die Freundin des Banditen Sam Teeler (Henry Silva) ist. Und er hat selbst auf die attraktive Tessa ein Auge geworfen. Er gibt sie als seine Frau aus und Tessa spielt auch mit. Bald sind die beiden ein fester und beliebter Bestandteil bei den Bürgern von Little Rock. Soga der kleine Jimmy und der Hund leben im Haus der Eheleute Noonan, das ihnen vom Richter persönlich zur Verfügung gestellt wurde. Dann tauchen aber die Banditen auf...

Der Film hat eine sehr lockere Atmosphäre, das lässt ihn zwar nicht so ganz dramatisch wirken - sondern eher cool, dynamisch und sehr flott. Das Drehbuch wurde von Borden Chase verfasst. Für Westernfans eine feste Drehbuchgröße. Der Mann schrieb u.a. "Red River", "Winchester 73" oder "Meuterei am Schlangenfluß". Kind und Hund sind in der Story gut integriert und bald erinnert sich der Bandit mit den guten Anteilen daran, dass er auch mal so klein und ohne Eltern war wie Jimmy und es darauf ankommt wie man die Weichen im Leben stellt, trotz der erschwerten Verhältnisse. Im Grunde erzählt "Der weiße Teufel von Arkansas" von der Veränderung eines bad Boys zum guten Jungen.

Bewertung. 7,5 von 10 Punkten. 

 

Samstag, 9. Oktober 2021

Duell im Morgengrauen (Gunman´s Walk)

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Regie: Phil Karlson

Im Schatten des großen Vaters...

Der US-Regisseur Phil Karlson drehte in seiner aktiven Laufbahn mehrheitlich B-Pictures. Sein bekanntester Film ist wahrscheinlich "Kid Galahad", der Boxerfilm mit Elvis Presley. Im Jahr 1958 bekam er für seinen psychologischen Western "Duell im Morgengrauen" sehr gute Kritiken. Die zeitgenössischen Einschätzungen stellten den Hybrid zwischen B-Western und klassischem Edelwestern sogar als ebenbürtig mit Klassikern wie "Zähl bis drei und bete" oder "High Noon".
Leider ist der großartig fotografierte Western (Kamera: Charles Lawton Junior) im Lauf der Zeit in Vergessenheit geraten, was eigentlich schade ist. Denn Karlson gelang tatsächlich eine großartige Perle des Genres.
Es ist eine bittere Geschichte über einen Mann, der den Westen miit aufgebaut hat, der aber erkennen muss, dass er in den Zahnrädern der Geschichte gefangen ist. Die Zeit hat sich merklich gewandelt. Es ist auch gleichzeitig die Geschichte zweier ungleicher Brüder, die beide im Schatten des übergroßen Vaters stehen und sich nur schwerlich befreien können.
Dabei ist vor allem ein Imagewandel bei Tab Hunter vorgenommen worden, der in "Duell im Morgengrauen" eigentlich zuerst den sensiblen, jüngeren Sohn Davy spielen sollte, jedoch die Chance ergriff den interessanteren Part des arroganten wie extrem traumatisierten Ed zu spielen, der bei jeder Gelegenheit seinen Vater übertreffen will, um endlich nicht nur als dessen Schatten wahrgenommen zu werden. Liebe und Hass sind in der Geschichte allgegenwärtig.
In der ersten Szene reiten die Brüder Ed (Tab Hunter) und Davy (James Darren) von der Ranch des Vaters nach Jackson City in Wyoming. Sie sollen dort einige Männer für den Viehtreck anwerben, den ihr Vater Lee (Van Heflin) in den nächsten Tagen beginnt. Unter anderen engagieren sie den Halbindianer Paul Chouard (Bert Convy), dessen hübsche Schwester Clee (Kathryn Grayson) neuerdings im Ladne von Purcell Avery (Edward Platt) arbeitet. Beiden Brüdern gefällt die Frau. Während Ed die junge Halbindianerin anmaßend und plump anmacht, benimmt sich Davy viel höflicher.
Die beiden reiten zurück zu Vaters Ranch und der Zuschauer lernt diesen raubeinigen und schwierigen Großrancher im Umgang mit seinen beiden Söhnen kennen. Er ist besonders stolz auf den hitzköpfigen Ed, führt aber auch ein hartes Regiment. Die Söhnen müssen ihren Vater "Lee" nennen und immer wieder misst er sich mit ihnen als Schütze. Dramatisch wird es als der Treck stattfindet. Ed benimmt sich mehr und mehr rücksichtslos und versucht sich vor allem mit dem Halbindianer Paul zu messen. Als beide unbedingt eine weiße Mustangstute einfangen wollen, kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall. Ed drängt mit seinem Pferd Paul so rücksichtslos zur Seite, dass dieser mit seinem Pferd eine steile Klippe hinunterstürzt. Er ist sofort tot. Dies bemerkt Ed allerdings erst, als er den Mustang erfolgreich angefangen hat. Zwei Indianer, die als Hilfskräfte beim Treck mitmachen, sind aber Augenzeugen und haben gesehen, dass Ed Paul getötet hat. Dieser schildert den Zwischenfall aber als bedauerlichen Unfall. Dennoch wird Ed vor Gericht gestellt. Es kommt beinahe zur Mordanklage, doch der durchreisende Pferdehändler bestätigt die Version von Ed...



Der Film lebt vor allem durch die sehr guten Darstellerleistungen von Van Heflin und Tab Hunter. Beide sind in ihren Rollen absolut glaubwürdig und können auch eine psychologische Tiefe vermitteln. Dies hat zur Folge, dass die Charaktere des Films nie schwarz-weiß und einfach gestrickt angelegt sind, sondern die Ambivalenz der Figuren schimmert immer wieder durch. So leidet man auch mit dieser selbstzerstörerischen Neigung von Ed, bei dem durch diesen Vorfall in der Schlucht die ganze Pathologie ausbricht, die in ihm schlummert. Er kann nicht anders und zelebriert durch seinen weiteren Handlung den tödlichen Zerstörungskurs, den der Vater versucht mit seiner ganzen Macht und seinem großen Einfluß zu verhindern. Am Ende steht das "Duell im Morgengrauen" bei dem es keinen Sieger geben kann.
Der Film hält durchgehend seine dramatische Atmosphäre und begeistert durch die emotionale Kraft der Geschichte, die etwas von der Kraft griechischer Tragödien vermittelt. Das Schicksal hat es gewollt, dass die Protagonisten in eine ausweglose Lage geraten sind. Die sich immer deutlicher abzeichnende Katastrophe ist nicht mehr aufzuhalten, egal wie die darin verstrickten Figuren auch handeln.

Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 7. Oktober 2021

Sturm über Texas (Terror in a Texas Town)


Regie: Joseph H. Lewis

Harpune gegen Colt...

Joseph H. Lewis drehte seinen ungewöhnlichen B-Western "Sturm über Texas" im Jahr 1958. Der Sohn russisch-jüdischer Immigranten, ging bereits im Alter von 25 Jahren nach Hollywood und drehte ab 1937 eine ganze Reihe von B-Movies. Neben zahlreichen Routinefilmen gelangen ihm aber immer mal wieder herausragende Filme in verschiedenen Genres. Den Film Noir hat er durch "Gefährliche Leidenschaft" und "Geheimring 99" bereichert.
Auch sein Western "Sturm über Texas" hat ein gewisses Film Noir Flair und geht mit einem schwedischen Walfänger als Held ganz neue Wege im Genre. Dieser George Hansen, wie er im Film heißt, wird von Sterling Hayden perfekt verkörpert.
Doch bevor der Held in dem texanischen Städtchen Prärie City auftaucht und vom Tod seines Vaters erfährt, liefert Lewis Film die Vorgeschichte. Und die ist geprägt von massiven Terror, dem die dortigen Neubürger ausgesetzt sind.
Schuld ist die Gier des reichen Spekutanten McNeill (Sebastian Cabot), der an das gesamte Land der Farmer will. Dort liegt nämlich Öl und das bedeutet grenzenloser Reichtum. Doch die Farmer wollen gar nicht verkaufen. So muss er etwas nachhelfen und engagiert den berüchtigten Johnny Grale (Ned Young), ein verbitterter und verkrüppelter Revolverheld, der keine Skrupel kennt. Er ist mit seinem Liebchen Molly (Carol Kelly) angereist und erhält von McNeill den Auftrag einen der Farmer zu töten. Nur einen...dann werden die anderen schon Muffe bekommen und an ihn liebend gerne verkaufen. Die Farmer wissen auch nichts vom Öl, das auf ihrem Land sein soll. Der alte Vater Hansen (Ted Stanhope) und sein befreundeter mexikanischer Nachbar Jose Mirada (Victor Milan) entdecken aber das Geheimnis. Als Grale den alten Hansen besucht und der nicht verkaufen will, wird er vom Killer brutal erschossen. Jose und sein kleiner Sohn Pepe (Eugene Mazzola) beobachten den Mord vom Schuppen aus, doch aus Angst sagen sie nicht aus. Erst dann betritt George, der Sohn des alten Hansen die Szene. Er war 20 Jahre auf hoher See, war wie früher sein Vater Walfänger und hat eine Kiste mit seinen Habseligkeiten dabei und eine Harpune. Er will nun bei seinem Vater auf der Farm arbeiten. Doch im Saloon erfährt er vom Mord, der bisher unaufgeklärt blieb. Er wird vom Sheriff abgespeist und McNeill eröffnet ihm, dass er obwohl er vom Vater als Alleinerbe eingesetzt wurde, keinerlei Anrecht auf das Land hat. Zuerst ist der George etwas unsicher, doch er merkt bald, was für ein teuflisches Spiel gespielt wird...

Am Ende kommt es zum Duell zwischen Schießeisen und Harpune. Diese Szene steht als Intro sogar am Anfang der Geschichte, bevor die Geschichte dann als Rückblende aufgerollt wird. Sterling Hayden passt natürlich perfekt und Ned Young darf einen extrem üblen Burschen mimen, der vor keiner Greueltat zurückschreckt. Ein echter Menschenfeind sozusagen. Er wird aber im Laufe der Ereignsse von seiner Geliebten, die dauern aus Verzweiflung Alkohol trinkt, verlassen. Ein erstes Indiz dafür, dass seine Zeit vorbei ist und auch die Machenschaften sich zum Alleinherrscher aufzuschwingen, wie es McNeill vorhat, sind begrenzt. Es geht aber nicht ohne Opfer. So hat Joseph H. Lewis seine Geschichte, in der sich ein Mann behaupten muss und andere Männer sich für ihre Überzeugungen und für das Recht entscheiden müssen, extrem grimmig inszeniert. Insgesamt wirkt alles etwas bizarr, aber dafür ziemlich intensiv und spannend.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 6. Oktober 2021

Die letzte Kugel (Day of the Badman)


Regie: Harry Keller

11 Uhr Vormittags...

Harry Keller war vor allem Filmeditor, doch er drehte als Regisseur mehrere gute und erwähenswerte B-Western. Die bekanntesten davon sind sicherlich Audie Murphys "Sieben Wege ins Verderben", der eher ungewöhnliche "Quantez, die tote Stadt" und der 1958 entstandene "Die letzte Kugel", der im Original "Bullet for a Badman" heißt und eine interessante "12 Uhr mittags" Variante präsentiert.
Genau wie Sheriff Will Kane im großen Klassiker von Fred Zinnemann schafft auch Harry Keller die brenzliche Situation, dass es ein Mann des Gesetzes mit insgesamt vier zu allem entschlossenen Banidten aufnehmen muss.
Die Konstellationen sind aber etwas anders, denn Jim Scott (Fred McMurray) ist nicht der Sheriff, sondern der Richter des kleinen Westernstädtchens. Um 11 Uhr Vormittags muss er in der Kirche der Gemeinde das Urteil für den Mörder Rudy Hayes (Christopher Dark) verkünden. Ein Tag vorher haben ihn die Geschworenen schuldig gesprochen und die Witwe seines Opfers, Mrs. Quary (Peggy Converse) will ihn hängen sehen. An diesem Tag hat der Richter noch etwas Zeit, denn er möchte am Nachmittag seiner Myra (Joan Weldon) einen Heiratsantrag machen. Die ahnt etwas als er von einer Überraschung redet, die er ihr präsentieren will. Myra hat ein Geheimnis. Sie hat sich vor einigen Wochen in einen anderen Mann verliebt. Es ist der junge Sheriff Barney Wiley (John Ericson), sie haben aber bisher nicht den Mut gefunden ihre Liebe öffentlich zu machen.
Im Laufe des Vormittags tauchen die beiden Brüder des Angeklagten in der Stadt auf. Der unbesonnene Howard Hayes (Skip Homeier) und sein älterer Bruder Charlie (Robert Middleton), sie erfahren von Rudys Freundin Cora (Marie Windsor), dass höchstwahrscheinlich das Todesurteil ansteht. Natürlich wollen die Brüder mit aller Macht ein anderes Urteil erwirken. "Verbannung" zum Beispiel - ein Urteil, dass schon oft ausgesprochen wurde und mit etwas Nachdruck sollte der Richter doch auf diesen Vorschlag eingehen. Denn schließlich drohen sie dem Mann des Gesetzes mit Rache, wenn der nicht nachgibt. Bald drängen selbst die braven Bürger der Stadt den Richter um Nachsicht mit dem Mörder, denn sie haben Angst vor den Vergeltungsmaßnahmen der Banditen, die sogar noch Unterstützung von den Cousins (Lee van Cleef, Chris Alkaide) bekommen. Dann erfährt Jim von der Liason zwischen Myra und Wiley. Für ihn wäre das Urteil "Verbannung" nun vorteilhaft, denn er würde dem Sheriff den schwarzen Peter zuschustern. Der müsste nämlich das Urteil mit Gewalt erzwingen, denn ein Hayes lässt sich sicher nicht aus der Stadt jagen. Damit liefe der Konkurrent Gefahr in einer Schließerei mit dem Gangster den Kürzeren zu ziehen...


Was der Richter dann tatsächlich verkündet ist wie die ganze Geschichte vorher sehr unvorhersehbar. Diese Komponente macht den Western sehr interessant, denn der Zuschauer weiß nie, wie der Richter sich verhalten wird und erst Recht nicht wie die Menschen in seiner Umgebung - sein Mädchen, der Sheriff - reagieren werden. So gesehen legt Harry Keller sein Augenmerk darauf, wie sich die Figuren positionieren und welche schwierigen Entscheidungen sie im Laufe dieses Vormittags noch treffen müssen. Keller jongliert auch gekonnt mit den Wahrnehmungen des Zuschauers, der lange Zeit den Sheriff als den "Helden" wahrnimmt und die Handlungsweisen des Richters nicht immer nachvollziehen kann.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Montag, 27. September 2021

Sein Colt war schneller (Buchanan rides alone)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Budd Boetticher

Buchanan auf Durchreise...

Von allen Western im Ranown Zyklus ist der 1958 entstandene "Buchanan rides alone" (Deutscher Titel: Sein Colt war schneller) sicherlich der ausgelassenste und übermütigste Film. Obwohl die Handlung eine dramatische Notlage darstellt, denn auf Randolph Scott, der den Abenteurer Tom Buchanan spielt, wartet in der Kleinstadt Agry der Galgen.
Obwohl das Drehbuch Charles Lang zugeschrieben wurde, fand es keine Gnade bei Regisseur Budd Boetticher. Der fragte seinen Lieblingsdrehbuchautor Burt Kennedy, ob er das Drehbuch umschreiben könne. Der sagte zu. Da Langs Frau zu dieser Zeit sehr krank war und er das Geld dringend für die Behandlung brauchte, kam man überein, dass er weiterhin als Drehbuchautor genannt blieb und auch das ganze Geld bekam. Boetticher gab das aber erst 2001 in einem Interview bekannt. "Steh nicht nur so rum, Amos - hol eine Schaufel" - dieser bekannte Schlußsatz kann nur von Burt Kennedy sein.
Die Story selbst ist aus vielen anderen Western bekannt. Ein Cowboy ohne Heimat kommt in eine fremde Stadt. Dort wird er argwöhnisch betrachtet und wird ohne seine Schuld in einen Konflikt verwickelt.
Ort der Handlung ist die kalifornische Grenzstadt Agry. Buchanan (Randolph Scott) ist auf dem Weg von Mexiko nach West-Texas. Dort ist am ehesten das Heimatgefühl des wandernden Abenteurers. Er hat 2.000 Dollar dabei und macht gleich Bekanntschaft mit dem korrupten Sheriff Lew Agry (Barry Kelley), der ihm unmissverständlich klar macht, dass Fremde in der Stadt nicht gern gesehen werden. Er solle dann auch bald wieder verschwinden. Dennoch nimmt Buchanan ein Zimmer für eine Nacht bei dem Hotelbesitzer Amos Agry (Peter Whitey) und bekommt im gegenüberliegenden Saloon Streit mit dem jungen Roy Agry (William Leslie), dem Sohn des einflussreichsten Bürgers der Stadt Agry - Richter Simon Agry (Tol Avery). Der betrunkene Roy will den Durchreisenden erschießen, sobald er dessen Whiskyflasche leergetrunken hat. Doch dazu kommt nicht. Ein junger Mexikaner (Manuel Rojas) stürmt den Saloon und fordert Roy Avery zum Duell heraus. Der verliert in der Schießerei sein Leben und Buchanan versucht dem Mexikaner zu helfen, der nun die ganze Bürgerschaft aus dem Saloon gegen sich hat. Am Ende wird der Mexikaner und Buchanan als sein Helfer verhaftet und sie sollen gehängt werden. Abe Cargo (Craig Stevens), ein Freund des Richters, kann diesen überzeugen, dass eine Lynchjustiz nicht gut ist für die Kommenden Wahlen. Somit findet eine Verhandlung statt und die 12 Geschworenen befinden Buchanan für nicht schuldig.  Der Mexikaner soll aber gehängt werden. Aber der geldgierige Richter hat andere Pläne. Der vermögende Vater des Mexikaners soll den Todeskandidaten für 50.000 Dollar freikaufen können.  Da die liebe Verwandtschaft des Richters (Sheriff und Hotelbesitzer) genauso gierig sind und von diesem heimlichen Deal Wind bekommen, wollen sie in eigener Regie an das viele Geld kommen. Buchanan soll von zwei Killern (L.Q. Jones und Robert Anderson) ohne Geld aus der Stadt begleitet werden und dann ermordet werden. Doch es kommt alles ganz anders...

Das Drehbuch sieht etliche Wendungen und Überraschungen vor und die Charaktere sind sehr markant gezeichnet. Tatsächlich ist "Sein Colt war schneller" einer der besten Western des Duos Randolph Scott/Budd Boetticher, obwohl er nicht ganz so wertgeschätzt wird wie beispielsweise "Der Siebente ist dran" oder "Auf eigene Faust", die allgemeinhin als die besten der Ranown Reihe gelten. Doch "Sein Colt war schneller" kann ebenfalls viele Pluspunkte sammelt. Zudem auch die Optik durch die Leistung von Kameramann Lucien Ballard hervorragend gelungen ist.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Mittwoch, 25. August 2021

Im Höllentempo nach Fort Dobbs (Fort Dobbs)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Gordon Douglas

Durchs Komantschenland....

Gordon Douglas 1958 inszenierter Western "Im Höllentempo nach Fort Dobbs" entstand nach einem Drehbuch von Burt Kennedy, der bereits einige Jahre zuvor erfolgreich mit Budd Boetticher zusammenarbeitete und verantwortlich für die Drehbücher von "Der Siebente ist dran", "Um Kopf und Kragen" oder "Auf eigene Faust" war.
Auch für Gordon Douglas Nachfolgewestern "Yellowstone Kelly" wurde Burt Kennedy verpflichtet - später sollte er eigene Filme drehen, blieb aber auch als Regisseur dem Westerngenre mit Filmen wie "Die rote Schwadron", "Die Gewaltigen", "Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe" oder "Die letzten vom Red River" treu.
Hauptdarsteller in "Fort Dobbs" ist Clint Walker, der durch die TV-Serie "Cheyenne" bereits sehr populär war.
"Fort Dobbs" setzt auf eine gute Zeichnung der Charaktere und schickt Clint Walker als lonesome Rider in eine Westernstadt, wo er den Mann erschießt, den er suchte. Als Mörder wird er nun vom Sheriff (Russ Conway) und einer Bürgerwehr verfolgt.
Er hat ein bisschen Vorsprung, aber das hilft ihm nicht viel. Denn er muss durchs Komantschengebiet und die Indianer sind gerade auf dem Kriegspfad. In einer felsigen Gegend entdeckt er einen toten Mann, der von den Indianern getötet wurde. Dies ist die Chance seinen Verfolgern zu entkommen und so zieht er seine Jacke dem toten Mann mit dem Pfeil im Rücken an, nimmt dessen Jacke und lässt auch sein geliebtes Pferd zurück. Der Trick gelingt - der Sheriff bricht die Verfolgung ab, da er glaubt, dass der verfolgte Gar Davis unten in der Schlucht liegt. Bei dem Versuch auf einer abgelegenen Ranch ein Pferd zu stehlen, wird er aber von dem kleinen misstrauischen Farmersohn Chad (Richard Eyer) erwischt. Der kleine Junge hält den Fremden mit dem Gewehr in Schach bis seine Mom (Viriginia Mayo) kommt. Bald stellt sich heraus, dass Celia die Frau des toten Mannes ist. Die Indianer sind auch nicht untätig und haben sich vorgenommen die Farm anzugreifen. So wird der mutmassliche Pferdedieb Gar Davis zum Begleiter und Beschützer der Frau und des Jungen. Ziel ist es, sich ins Fort Dobbs zu retten. Auf dem Weg dorthin trifft Gar einen alten Bekannten. Der Waffenhändler Clett (Brian Keith) ist aber kein besonders freundlicher Zeitgenosse...

Ein Western, der früher öfters im ZDF lief und dies zu bester Sendezeit - in den 70ern war das Fernsehprogramm noch anspruchsvoller als heute. Auch "Fort Dobbs" gehört nicht zu den Mittelmaß-Western, denn Gordon Douglas ist ein Könner und hatte hier eine kreative Phase, die sich auch beim Nachfolgefilm "Man nannte ihn Kelly" (auch mit Clint Walker) fortsetzte. Neben dem Science Fiction Klassiker "Formicula" muss man diese beiden sehr schönen Western zu den Highlights in Douglas Filmographie zählen. Kameramann William H. Clothier zeigt auch hier sein Können und die Musik von Max Steiner ist auch sehr gelungen.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Die Letzten der 2. Schwadron (Fort Massacre)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Joseph M. Newman

Odyssee durchs Apachenland...

In dem B-Western "Die Letzten der 2. Schwadron" von Joseph M. Newman aus dem Jahr 1958 spielt Joel McCrea zum ersten Mal in seiner langen Filmkarriere einen größtenteils unsympathischen Charakter. Er wurde für diesen Western völlig gegen sein bisheriges Image besetzt. Erfolgreich war der Film nicht, aber immerhin kostete er nur schlappe 400.000 Dollar. Im Laufe der Zeit hat sich "Fort Massacre" - so der Originaltitel" - aber ein bisschen zu einem Kultwestern gemausert. Eine schöne Ehrung auch für den Regisseur Joseph M. Newman, dessen Karriere als Regieassistenz begann und in dieser Kategorie im Jahr 1936 für "David Copperfield" und ein Jahr später für "San Francisco" eine Oscar-Nominierung erhielt. Diese Kategorie wurde aber bald abgeschafft und nach einigen Kurzfilmen in den 40er Jahren inszenierte Newman in den 50ern Filme wie "Die Feuerspringer von Montana", "Metaluna IV antwortet nicht" oder "Tarzan, Herr des Urwalds" bevor er sich mehr seiner Fernehkarriere widmete als Serienregisseur für "Twilight Zone" oder "Big Valley".
Sein vielleicht bester Film ist tatsächlich dieser grimmige Militärwestern vom Geist der "Nackten und die Toten", denn die Odyssee dieser Kavallerieeinheit ist graumsam und ohne Illusion. Es sind die Überlebenden aus einem Kampf mit einer Überzahl an Apachen, die immer noch in der Nähe sein könnten und notgedrungen übernimmt der Indianerhasser Sergeant McVinton (Joel McCrea) das Kommando. Das erschreckt einige der Leute, denn sie wissen, dass Vinton seitdem Indianer seine Frau und seine beiden Kinder brutal ermordet haben, eine sadistische und fatalistische Ader hat. Nun muss diese verprengte Einheit einen Weg nach Hause finden.
Unter den Soldaten befinden sich Männer wie Travis (John Russell), Pawnee (Anthony Caruso), Collins (Denver Pyle) Tucker (Guy BrescottI Moss (Rayford Barnes) oder McGurney (Forrest Tucker). Manche sind verletzt. An der einzigen Wasserstelle kommt schon ein weiteres Problem dazu. Dort halten sich 50 Apachenkrieger auf. Vinton gibt dem Befehl zum Angriff. Die Soldaten sind entsetzt zu sehen, wie ihr umstrittener Vorgesetzter den letzten Indianer kaltblütig erschießt, obwohl dieser sich ergeben hat.
Irgendwann auf der beschwerlichen Reise treffen sie auf das Händlerpaar Charlie und Adele (Irving Bacon, Claire Carleton), die mit den Indianern Handel betreiben. Später kommen die Soldaten an ein altes Pueblo, in dem nur noch ein alter Pajute Indianer (Francis McDonald), dessen Enkelin (Susan Cabot) mit einem Esel, einer Ziege und einem Hund leben. Dort kommt es auch zum letzten Gefecht...

Am Ende fällt dem Soldaten Travis noch eine besondere Rolle zu. Und dessen Vorgesetzter verliert die Kontrolle über seinen Hass vollkommen. Damit ist der Konflikt unausweichlich. Die Apachen werden hier auch tatsächlich von Apachen gespielt. Eines der Merkmale, die dem Film einen hohen Realismus verleihen. Ansonsten erweisen sich die Charaktere als schweigsame, aber dennoch komplex wirkende menschliche Charaktere. "Die letzten der 2. Schwadron" ist ein eher ungewöhnlicher Western, der seine ehrliche Geschichte schnörkellos bis zu seinem unbarmherzigen Finale verfolgt.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Auf Leben und Tod (The Last of the Fast Guns)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: George Sherman

Die Suche nach dem verschwundenen Bruder...

Filmregisseur George Sherman (1908-1991) war ein versierter Routinier für gut gemachte B-Western. Er drehte Filme wie "Die schwarze Maske", "Rivalen am reißenden Strom", "Die rote Schlucht", "Rebellen der Steppe", "Im Lande der Comanchen", "Tomahawk", "Die Schlacht am Apachenpass", "Auf verlorenem Posten", "Verschwörung auf Fort Clark" oder "Der Speer der Rache". Etwas aus dem Rahmen seiner vielen Werke fällt der 1958 entstandene Genrebeitrag "Auf Leben und Tod" (Originaltitel: The Last of the Fast Guns), der starke Film Noir Anteile enthält.
In typischer Manier von Privatdetektiv Philipp Marlowe agiert die Hauptfigur in dieser Geschichte. Es ist der Revolverheld Brad Elison, der von Jock Mahoney gespielt wird und einen lukrativen Auftrag von einem einem steinreichen und mächtigen Rancher erhält. Dieser John Forbes (Carl Benton Reid) verspricht ihm 25.000 Dollar, wenn er dessen seit 20 Jahren verschollenen Bruder findet. Es heißt der Vermisste sei in Mexiko. Der Tycoon hat bereits vor Elison zwei andere Männer mit dieser Suche beauftragt, doch beide kamen nicht mehr lebend zurück. Dies führt zur Annahme, dass der Gesuchte gar nicht gefunden werden möchte, obwohl die bisherigen Recherchen davon ausgehen, dass er selbst in Mexiko gestorben sei.
Der Gunfighter nimmt den Auftrag an und seine Reise wird sich recht sonderbar gestalten. Er begegnet mexikanischen Räubern, einigen resignierten Schießkünstlern und auch deren Herbergsvater (Edward C. Platt), der ihm auch nicht weiter mit brauchbaren Informationen dienen kann. Wenn dieser Bruder noch lebt, so könnte er sich in den mexikanischen Bergen aufhalten, denn er suchte auch nach Gold. Die Spur führt zum Großgrundbesitzer Michael O´Reilly (Lorne Greene), der eine sehr attraktive Tochter (Linda Cristal) hat. Er lernt auch dessen Vorarbeiter Miles Lang (Gilbert Roland) kennen und rettet diesen vor dem Angriff eines aggressiven Wildpferdes. Daher findet er einen neuen Freund und Helfer. Gemeinsam geht es in die Berge. Es fallen Schüsse und nur knapp können sich die beiden in eine Herberge retten. In der Nacht verschafft sich ein Fremder Zutritt zum Zimmer, MIles Lang wird verletzt und muss von dem ortsansässigen Pater Jose (Eduard Franz) versorgt werden. Erst dann kann die Suche weitergehen...

In diesem Film geht es um Loyalität, aber auch um Täuschung und Verrat. Und überraschend kommt es auch zu einem Seitenwechsel. Die Suche wird mehr und mehr düster. Das Schema Gut und Böse verschwindet und es wirkt als hätte Raymond Chandler auch mal einen Fall im Wilden Westen und im unbekannten Mexiko angesiedelt. Einer von George Shermans besten Arbeiten.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.