Posts mit dem Label Darsteller: Katy Jurado werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Darsteller: Katy Jurado werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 7. Oktober 2021

Die Bestie der Wildnis (Arrowhead)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Charles Marquis Warren

Blutsbrüder des Hasses...

In dem 1952 von George Marshall gedrehten Indianerfilm "Der weiße Sohn der Sioux" spielte der damals sehr junge Charlton Heston einen Weißen, der von Indianern aufgezogen wird und sich in den Stamm der Sioux gut integrieren kann. Ein Jahr später in "Arrowhead" (Deutscher Filmtitel: Die Bestie der Widnis) spielt er eine ähnlich gelagerte Rolle, allerdings mit ganz anderen Auwirkungen. Heston ist Ed Bannon, der bei den Apachen aufwuchs, dieses Volk aber hasste und es wieder verließ. Regisseur von "Arrowhead" ist Charles Marquis Warren, der Ende der 40er Jahre Drehbücher u.a. für "Todesreiter in Laredo", "Gegenspionage" oder "Pony Express" schrieb. Er liebte Western und so war es nicht verwunderlich, dass er auch als Produzent für TV-Westernserien wie "Rauchende Colts" oder "Die Leute von der Shilo Ranch" verantwortlich war. Daher lag seine Filmkarriere auch immer wieder auf Eis und seine Filmgraphie als Regisseur ist weit weniger üppig.
Mit "Die Bestie der Wildnis" überzeugt er aber auf ganzer Linie, vor allem weil die Geschichte (er schrieb auch das Drehbuch für den Film) mit zwei hassenden Männern sehr überzeugend ist und der Film sich als Vorläufer grimmiger Spätwestern wie "Sierra Charriba" oder "Keine Gnade für Ulzana" ausweist.
Auf der einen Seite ist da der Zivilscout Ed Bannon (Charlton Heston), der bei den Apachen aufwuchs und dennoch zum Indianerhasser wurde. Sein Kontrahent wird der Häuptlingsohn Toriano (Jack Palance), der scheinbar ein gutes Beispiel für gelungene Integration ist, denn der Mann hat an der Ostküste studiert und kehrt nun zu seinem Volk, den Chiricahua Apachen zurück. Die sollen in ein Reservat nach Florida umziehen. Noch ist Chattez (Frank deKova) der Häuptling, aber sein zurückgekehrter Sohn wird bald seinen Platz einnehmen, denn er glaubt an den Endsieg der Apachen gegen den weißen Mann und sieht sich als siegreicher Häuptling aus der Vorsehung. Ein Führer, der kommen wird und dem indianischen Volk zu neuem Ruhm und Ehre führt. Mitten im Indianergebiet ist das Fort Clark der Posten de US-Kavallerie und Colonel Weibright (Lewis Martin) glauben an den Frieden mit den Indianern. Ed Bannon und sein Partner Sandy Mackinnon (Milburn Stone) glauben aber den Friedensbeteuerungen der Indianer nicht. Bannon tötet auch drei Chiricahua Apachen, von denen er glaubt, dass sie auf dem Kriegspfad sind. Offiziell waren die aber nur vor Ort um den Häuptling sicher ins Fort zu geleiten, um den Frieden perfekt zu machen. Somit ist Bannon der Sündenbock für den Colonel und auch für Captain North (Brian Keith), der in die Frau (Mary Sinclair) verliebt ist, mit der Bannon mal zusammen war. Inzwischen vergnügt sich dieser - trotz des Hasses - mit der Indianerin Nita (Katy Jurado), die mit ihm zusammen unter einem Dach lebt. Als Toriano auftaucht, verstärkt sich Bannons Indianerhass noch mehr. Aber auch Toriano ist besessen vom Gedanken Bannon zu vernichten...


Die Filmzeitschrift Cinema kritisierte die reaktionäre Moral des Films, aber dies macht den Film auch grimmig und verleiht ihm eine sehr destruktive Atmosphäre. Dies braucht die Geschichte über den gegenseitigen Hass und Vernichtungswillen aber auch unbedingt, um gut zu funktionieren. Heston spielt fies wie nie, aber Jack Palance toppt ihn noch. Laut Filmabspann ist die Figur des Ed Bannon an den deutschstämmigen Scout, Soldaten und Dolmetscher Albert Sieber angelehnt, der von 1843 bis 1907 gelebt hat.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Montag, 27. September 2021

Der Galgen muss warten (Dragoon Wells Massacre)


Regie: Harold D. Schuster

Das Dragoon Wells Massaker...

Als Regisseur war Harold D. Schuster weniger bekannt. Er war zuvor Filmeditor und gleich seine erste Filmarbeit in diesem Bereich wurde zu einem Klassiker, denn er war Cutter bei Friedrich Wilhelm Murnaus "Sonnenaufgang - Lied von zwei Menschen" aus dem Jahr 1927, der bei Umfragen immer wieder unter die besten Filme aller Zeiten gewählt wird.
Der 1957 gedrehte Western "Dragon Wells Massacre" (deutscher Titel: Massaker/deutscher Alternativtitel: Der Galgen muss warten) zählt sicherlich zu seinen besten Regiearbeiten. Der Film nimmt Bezug auf die Vorgeschichte der eigentlichen Handlung. Denn das Blutbad von Dragon Wells geht in die Geschichte mit einem Sieg der Indianer ein. Die Konsequenz ist, dass Städte und Dörfer geräumt werden und ein Flüchtlingsstrom entsteht. Man will in den vielen Forts in der Umgebung Schutz und Hilfe suchen, doch es ist ein trügerischer Schutz. Eine Reihe von wichtigen Forts sind bereits niedergebrannt und von den Rothäuten umzingelt. Die Flüchtigen geraten in eine Falle, aus der es kein Entrinnen gibt.
So ist es nicht verwunderlich, dass in der Gegend um Dragon Wells ziemlich viel los ist. Ein Gefängniswagen unter der Leitung von Marshall Bill Hanley (Trevor Bardette) und seinen Hilfskräften Tom (Jon Shepodd) und Jud (Warren Douglas) ist unterwegs zum Gericht in Dragon Wells. Sie transportieren die Banditen Link Ferris (Barry Sullivan) und Tioga (Jack Elam), auf die ganz sicher der Galgen wartet. Zur gleichen Zeit ist auch der zwielichtige Händler Jonah McAdam (Sebastian Cabot) unterwegs, der bei einem Schlachtfeld vorbeikommt. Tote Soldaten liegen dort, aber es gibt einen Überlebenden. Captain Matt Riordan (Dennis O´Keefe) ist am Leben geblieben, weil er dem Indianerhäuptling Yellow Claw (John War Eagle) einmal das Leben rettete. Nun sind die beiden quitt. Er nötigt den Händler, dass dieser in mitnimmt in Richtung Fort, obwohl der eigentlich mit den Indianern Geschäfte machen wollte. Weniger Minuten später taucht auch noch eine Postkutsche mit Reisenden auf. Überrascht stellt der Captain fest, dass seine ehemalige Verlobte Ann Bradley (Mona Freeman) eine der Passagiere ist. Sie hat sich nun mit Philipp Scott (Casey Adams) einen neuen Favoriten in Sachen Liebe geangelt. Auch die mexikanische Sängerin Mara Fay (Katy Jurado) steigt aus der Kutsche. Gemeinsam ist man stärker und so beschließt die gut sortierte Reisegruppe zusammen zu bleiben. Denn beiden Banditen werden die Ketten gelöst, weil sie versprechen nicht zu türmen. Sehr schnell ist die Gruppe einem erneuten Angriff der Indianer ausgesetzt...


Und es gibt weitere Turbulenzen auf der Fahrt, die sich mehr und mehr als auswegslos erweist. Unterwegs gibts Opfer zu beklagen und die kleine Susan (Judy Strangers) gesellt sich zu der Gruppe, weil ihre Eltern grausam ermordet wurden. Auch deren Station, wo die Kutscher Pferde wechseln konnten, ist verwüstet. Immer mehr Rückschläge gibts zu vermelden. Selbst das Fort wurde überfallen und die Soldaten ermordet. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Indianer erneut zuschlagen. Es gibt wenig Hoffnung. Die Geschichte lässt sich aber genug Zeit, dass die Reisenden sich untereinander kennenlernen und es erweist sich hier, dass auch Banditen gute Eigenschaften haben können. Und durch die zwei selbstbewussten Frauen kommt auch das Flirten nicht zu kurz. Natürlich ist die Gruppe, die von A nach B kommen muss und unterwegs von Indianern angegriffen wird ein äusserst beliebtes Westernsujet. Mit Begeisterung erinnert man sich an den ähnlich konzipierten Delmer Daves Klassiker "Der letzte Wagen", der ein Jahr früher entstand. "Massaker" hat natürlich mit William H. Clothier als Kameramann beste Karten für ganz hervorragende Wildwest-Impressionen. Nur Zweimal war der großartige Kameramann für einen Oscar nominiert (Alamo und Cheyenne), aber er hat für viele weitere Westernklassiker (Der Siebente ist dran, Liberty Valance, Fort Dobbs, Der letzte Befehl, Gefährten des Todes, Comancheros, Die fünf Vogelfreien, Bandolero, Big Jake und und und) die optimale Optik geschaffen.
 

 Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Freitag, 27. August 2021

Der Mann von Del Rio (Man from Del Rio)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Harry Horner

Ein Fremder in unserer Mitte...

Mit der Veröffentlichung der deutschsprachigen DVD von  "Der Mann von Del Rio" aus dem Jahr 1956 wird endlich eine Lücke für alle Westernfans geschlossen. Der Film gehört sicherlich zu den besten 50 B-Western der Filmgeschichte und zeigt Hauptdarsteller Anthony Quinn in Höchstform.
Gedreht wurde der Film von dem österreichischen Szenenbildner Harry Horner (1910 bis 1994), einem zweifachen Oscargewinner (Best Art Direction für "Die Erbin" von William Wyler sowie Best Art Direction für "Haie der Großstadt" von Robert Rossen). Gelegentlich war er auch selbst als Regisseur tätig, doch der Durchbruch in diesem Bereich gelang ihm nie. "Der Mann von Del Rio" ist seine beste Regiearbeit.  Großen Anteil an der hohen Qualität dieses schnorkellosen Westerns hat auch der Kameramann Stanley Cortez, der hervorragende Leistungen in den Filmen "Der Glanz des Hauses Amberson" und vor allem in "Die Nacht des Jägers" vollbrachte.
Dabei beginnt der 1956 enstandene Film wie so manch anderer Western endet. Zwei Männer stehen sich im Duell gegenüber und nur einer kann diese Schießerei überleben. Dieser Überlebende ist ein Mexikaner, ein Mann aus Del Rio (Anthony Quinn), der Dave Robles heißt und der nun seinen persönlichen Rachefeldzug beendet hat. Vor diesem letzten Duell hat er sich an weiteren vier Männern gerächt, die ihm in Del Rio großes Unrecht antaten. Nun könnte er diese kleine Stadt wieder verlassen, doch er wird von dem Saloonbesitzer Ed Bannister (Peter Whitney) als neuer großer Revolverheld gefeiert und durch diese Schmeicheleien dazu ermutigt in der Stadt zu bleiben. Er schlägt Robles vor gemeinsam große, sicherlich nicht legale Geschäfte zu tätigen. Ein Mann mit diesen Schießkünsten wäre genau der richtige Partner. Durch den Arzt Doc Adams (Douglas Fowley), der sich seine hinzugezogene Verletzung anschaut, lernt er auch die Krankenschwester Estella (Katy Jurado) kennen. Die Frau gefällt ihm und dies ist ein weiterer Grund im Städtchen zu bleiben. Dann kommen einige schießwütige Revolverhelden, die mit Bannister gut befreundet sind, betrinken sich im Saloon und Robles gesellt sich zu seinen neuen Kumpels. Er trinkt zuviel und währenddessen haben die drei Banditen den Sheriff (Douglas Spencer) als potentielles Opfer auserkoren, sie quälen und drangsalieren ihn körperlich. Bis eben der Mann aus Del Rio einschreitet und zwei der Peiniger erschießt. Nun haben die Bürger zwar enorme Angst vor ihm, aber eine Mehrheit sieht in ihm den Mann, der als Sheriff die Stadt von den Machenschaften Bannisters befreien kann. Man bietet ihm die Stelle als Gesetzeshüter an...

Der Film entfaltet die Geschichte eines einfachen Mannes, der über Monate herumzog und sich manchmal labil verhält, nun aber unversehens in eine Position gerät, in einer seltsamen Kleinstadt Recht und Ordnung zu vertreten. Ganz subtil schwingt auch ein latenter Rassismus in der Stadt mit, einige Leute kommen nicht klar damit, dass ihr neuer Sheriff ausgerechnet mexikanisches Blut in sich hat. Ein Film über einen Mann, der bald zwischen allen Fronten kämpfen muss und der sich am Ende ganz alleine, sogar körperlich gehandikapt, behaupten muss. Die auf 999 Stück limierte DVD beinhaltet sowohl die DVD als auch die Blu-Ray (mit super Bild und Ton).

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.