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Mittwoch, 7. Dezember 2022

Die Nacht der Abrechnung (The Stand at Apache River)

Regie: Lee Sholem

Am Apachenfluß umzingelt...

"Die Nacht der Abrechnung" ist ein Western aus dem Jahr 1953, der von Lee Sholem inszeniert wurde - im Original heißt der Film "The Stand at Apache River". Dieser Name passt auch besser zu der Handlung als der eher nichtssagende deutsche Verleihtitel. Als Sheriff Lane Dakota ist Stephen McNally zu sehen. McNally wurde durch seine Rolle als böser Bruder von James Stewart in Anthony Manns "Winchester 73" bekannt und wurde in diesem Genre auch sehr oft eingesetzt. Dabei war er sowohl als Held als auch als Schurke einsetzbar und machte eine gute Figur als geläuterter Spieler in "Trommeln des Todes" oder als unglücklich verliebter Sheriff in "Schüsse in New Mexiko", den er zusammen mit dem damaligen Jungstar Audie Murphy drehte.
In "Abrechnung am Apachenpass" spielt er den Sheriff, der eine ganze andere Meinung vertritt als Colonel Morsby (Hugh Marlowe) von der US-Armee. Wie so oft geht es um Indianer, die aufbegehren, weil sie in ihren Reservaten schlecht behandelt werden. Man hatte ihnen ja versprochen, dass es Ihnen gut gehen würde. Aber die Armee hat Versprechen gemacht, um die Indianer umzusiedeln. Nun hungern sie und viele wollen diese Ungerechtigkeit nicht mehr hinnehmen. Auch Häuptling Cara Blanca (Edgar Barrier) will Antworten vom weißen Mann und ist es seinem Stamm als Häuptling schuldig bessere Bedinungen zu bekommen und zwar schnell. Mit friedlichen Gesinnungen geht das kaum, deshalb haben die Indianer das Kriegsbeil ausgegraben und belagern eine kleine Postkutschenstation am Apache River. Colonel Morsby hat bereits veranlasst, dass die Armee aufgestockt wird. Man will die Indianer zwingen wieder in die Reservate zu gehen. Morsby beschuldigt sie, dass sie bereits fünf Siedler ermordet haben. Sheriff Lane Dakota ist dabei nur zufällig in dieser Absteige, weil er den Banditen Greiner (Russell Johnson) gejagt und überwältigt hat. Er ist sich sicher, dass Greiner ein Mörder und Räuber ist. Beweisen kann er es nicht, denn der verletzte Greiner beharrt auf seine Unschuld und braucht erst mal Pflege. Mit Morsbys harter Linie in der Indianerfrage kann sich der Sheriff gar nicht anfreunden, er nimmt die Position der Apachen ein.  In der Station hält sich auch die hübsche Valerie Kendrick (Julie Adams) auf, die sich demnächst verloben will und für die frustrierte Mrs. Kenyon (Jaclynne Greene), mit ihrem Mann Besitzerin der Station, ein willkommener Lichtblick im tristen Alltag darstellt. Ehemann Tom (Hugh O´Brien) kann seiner Frau nur wenig bieten, was sich auch an ihrem Verhalten bemerkbar macht. Sie flirtet mit dem ebenfalls anwesenden jungen Hatcher (Jack Kelly). Dann beginnt auch schon der erste Angriff der Indianer....

"Die Nacht der Abrechnung" bietet dem Westernfan sicherlich nichts Neues, aber er unterhält sehr gut und hat ein gutes Westernflair. Dabei zeigt er die Figuren, die in der Falle sitzen, während sich draußen die Indianer positionieren und sie umzingeln. Ein Ausbruch ist gefährlich, wird dann aber dennoch gewagt.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Donnerstag, 7. Oktober 2021

Die Bestie der Wildnis (Arrowhead)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Charles Marquis Warren

Blutsbrüder des Hasses...

In dem 1952 von George Marshall gedrehten Indianerfilm "Der weiße Sohn der Sioux" spielte der damals sehr junge Charlton Heston einen Weißen, der von Indianern aufgezogen wird und sich in den Stamm der Sioux gut integrieren kann. Ein Jahr später in "Arrowhead" (Deutscher Filmtitel: Die Bestie der Widnis) spielt er eine ähnlich gelagerte Rolle, allerdings mit ganz anderen Auwirkungen. Heston ist Ed Bannon, der bei den Apachen aufwuchs, dieses Volk aber hasste und es wieder verließ. Regisseur von "Arrowhead" ist Charles Marquis Warren, der Ende der 40er Jahre Drehbücher u.a. für "Todesreiter in Laredo", "Gegenspionage" oder "Pony Express" schrieb. Er liebte Western und so war es nicht verwunderlich, dass er auch als Produzent für TV-Westernserien wie "Rauchende Colts" oder "Die Leute von der Shilo Ranch" verantwortlich war. Daher lag seine Filmkarriere auch immer wieder auf Eis und seine Filmgraphie als Regisseur ist weit weniger üppig.
Mit "Die Bestie der Wildnis" überzeugt er aber auf ganzer Linie, vor allem weil die Geschichte (er schrieb auch das Drehbuch für den Film) mit zwei hassenden Männern sehr überzeugend ist und der Film sich als Vorläufer grimmiger Spätwestern wie "Sierra Charriba" oder "Keine Gnade für Ulzana" ausweist.
Auf der einen Seite ist da der Zivilscout Ed Bannon (Charlton Heston), der bei den Apachen aufwuchs und dennoch zum Indianerhasser wurde. Sein Kontrahent wird der Häuptlingsohn Toriano (Jack Palance), der scheinbar ein gutes Beispiel für gelungene Integration ist, denn der Mann hat an der Ostküste studiert und kehrt nun zu seinem Volk, den Chiricahua Apachen zurück. Die sollen in ein Reservat nach Florida umziehen. Noch ist Chattez (Frank deKova) der Häuptling, aber sein zurückgekehrter Sohn wird bald seinen Platz einnehmen, denn er glaubt an den Endsieg der Apachen gegen den weißen Mann und sieht sich als siegreicher Häuptling aus der Vorsehung. Ein Führer, der kommen wird und dem indianischen Volk zu neuem Ruhm und Ehre führt. Mitten im Indianergebiet ist das Fort Clark der Posten de US-Kavallerie und Colonel Weibright (Lewis Martin) glauben an den Frieden mit den Indianern. Ed Bannon und sein Partner Sandy Mackinnon (Milburn Stone) glauben aber den Friedensbeteuerungen der Indianer nicht. Bannon tötet auch drei Chiricahua Apachen, von denen er glaubt, dass sie auf dem Kriegspfad sind. Offiziell waren die aber nur vor Ort um den Häuptling sicher ins Fort zu geleiten, um den Frieden perfekt zu machen. Somit ist Bannon der Sündenbock für den Colonel und auch für Captain North (Brian Keith), der in die Frau (Mary Sinclair) verliebt ist, mit der Bannon mal zusammen war. Inzwischen vergnügt sich dieser - trotz des Hasses - mit der Indianerin Nita (Katy Jurado), die mit ihm zusammen unter einem Dach lebt. Als Toriano auftaucht, verstärkt sich Bannons Indianerhass noch mehr. Aber auch Toriano ist besessen vom Gedanken Bannon zu vernichten...


Die Filmzeitschrift Cinema kritisierte die reaktionäre Moral des Films, aber dies macht den Film auch grimmig und verleiht ihm eine sehr destruktive Atmosphäre. Dies braucht die Geschichte über den gegenseitigen Hass und Vernichtungswillen aber auch unbedingt, um gut zu funktionieren. Heston spielt fies wie nie, aber Jack Palance toppt ihn noch. Laut Filmabspann ist die Figur des Ed Bannon an den deutschstämmigen Scout, Soldaten und Dolmetscher Albert Sieber angelehnt, der von 1843 bis 1907 gelebt hat.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 6. Oktober 2021

Der brennende Pfeil (The Charge at Feather River)


Regie: Gordon Douglas

Von den Cheyenne entführt...

In seinem 1953 entstandenen Film "Der brennende Pfeil" behandelt Regisseur Gordon Douglas ein Thema, das später auch die John Ford Klassiker "Der schwarze Falke" oder "Zwei ritten zusammen" behandelten. Die Suche nach von Indianern verschleppten Weißen und in allen drei Fällen sind es Frauen, die entführt sind oder vielleicht auch tot.
Bereits sein Vorgängerwestern "Bis zum letzten Atemzug" mit Gregory Peck in der Hauptrolle war ein überzeugender Genrebeitrag und der in 3D konzipierte "Der brennende Pfeil" ist ebenso eine kleine Perle des B-Western.
Leider ist das Bild der DVD tatsächlich sehr schwach, aber es wirkt in vielen Szenen - wenn Pfeile, Lanzen oder andere Waffen zum Einsatz kommen und in Richtung Gegner geworfen werden - dass die Waffen direkt aufs Publikum fliegen. Und die Musik von Max Steiner steigert das ultimative Western Feeling natürlich noch zusätzlich. Zur seiner Zeit spielte "The Charge of the Feather River" gute 3,65 Millionen Dollar ein.
Westernfans wird vielleicht auch die ähnliche Grundkonstellation zu Sam Peckinpahs "Major Dundee" auffallen, denn der Anführer der Befreiungsaktion rekrutiert seine Männer aus einem Trupp von straffällig gewordenen Soldaten.
Miles Archer, gespielt von Guy Madison, war mal früher Captain der Armee, hat aber seinen Dienst quittiert und ist nun Zivilist. Allerdings auch der einzige Mann, der diese Aktion erfolgreich ausführen kann.
Zuerst lehnt er ab als die Armee auf ihn zukommt. Doch als er erfährt, dass die beiden Frauen Anne (Helen Westcott) und Jennie (Vera Miles) die Schwestern seines treuen Untergebenen Johnny McKeever (Ron Hagerthy) aus dem Bürgerkrieg sind, ändert er seine Meinung über das Himmelfahrtskommando und rekrutiert eine Schar von straffälligen Soldaten, die sich als Büffeljäger getarnt ins Land der Indianer begeben müssen. Die Rettungsaktion steht unter keinem guten Stern - Sergeant Charlie Baker (Frank Lovejoy) will mit Private Ryan (Steve Brodie) abrechnen, da er davon überzeugt ist, dass der Untergebene ein Verhältnis mit seiner Frau (Vivian Mason) hat.
Als die Truppe das Indianerdorf erreicht und es tatsächlich gelingt die beiden Frauen zu befreien, gibts die große Überraschung. Die beiden Schwestern wollen aus ganz unterschiedlichen Gründen bei den Cheyenne bleiben. Die ältere Anne fürchtet den Klatsch und die Diskriminierung durch die Weißen und die jüngere Jennie ist inzwischen eine Indianerin geworden und soll in Kürze den Häuptling Chief Thunder Hawk (Fred Carson) heiraten. Damit ist auch sicher, dass die Indianer die Verfolgung aufnehmen werden...
 
Ein Erfinder in der Truppe sorgt immer mal wieder für humorige Einlagen, wenn er den Whisky seines Kameraden trinken will und der ihm partout einen Korb gibt. Ein lungenkranker Journalist ist ebenfalls dabei - er malt gerne und fertigt auf der abenteuerlichen und gefährliche Reise zahlreiche Skizzen über den Wilden Westen an. Obwohl Guy Madison gar nicht besonders hervorsticht, lässt er zu keiner Zeit Zweifel aufkommen, dass er der Chef der Truppe und auch Chef dieses waghalsingen Unternehmens ist. Er ist der Mann, der Vertrauen ausstrahlt und auch der Zuschauer legt das Schicksal vertrauensvoll in die Hände des gutaussehenden Westernhelden. Natürlich wird er bemerken, dass eine der Schwestern immer mehr gefällt. Ein sehr interessante Frauenfigur spielt auch Vera Miles als Indianerin Jennie. Sie spielt natürlich auch in "Der schwarze Falke" mit - dort allerdings ist sie eine Farmerstochter, die auf ihren Angebeteten wartet. Den Part des von den Indianern entführten Mädchens übernahm Natalie Wood. Ähnliche Rollen, aber dennoch unterschiedlich: Beide Frauenfiguren wollen bei den Indianern bleiben. Natalie Wood entscheidet sich am Ende - wie auch Helen Westcott - für die weiße Zivilisation. Dagegen setzt Vera Miles ihr Leben aufs Spiel um wieder zu ihrem Volk - den Cheyenne - zurückzukehren.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Der Mann aus Alamo (The Man from the Alamo)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Budd Boetticher 

Der Feigling...

Erst in den 80er Jahren wurde Hollywood Regisseur Bud Boetticher und seine zahlreichen B-Western von der Filmkritik wiederentdeckt. "Der Mann von Alamo" entstand im Jahr 1952, kurz nach "Seminola" mit Rock Hudson und Anthony Quinn. Auch für "Der Mann von Alamo" konnte mit Glenn Ford ein bekannter und beliebter Hollywood Star verpflichtet werden. Er spielt den tragischen Helden John Stroud, der bei der Verteidigung der zum Fort ausgebauten Mission Alamo in San Antonio im Jahr 1836 als Soldat auf der Seite der Texaner kämpft.
Da fünf der Soldaten eine Farm sowie Frau und Kinder besitzen, beschließt diese Gruppe das Los bestimmen zu lassen, wer der entscheidenden Schlacht fernbleibt und sich stattdessen um die Hinterbliebenen aller Fünf kümmern muss. Das Los fällt auf den Pechvogel Stroud, der nun nicht fürs Vaterland Texas im Freiheitskampf sterben darf - sondern von allen Verteidigern, die ihr leben lassen, als Feigling angesehen wird.
Doch Stroud findet die Farmen zerstört vom Feind vor - auch seine Farm ist niedergebrannt und die Familie wurde getötet. Der Nachbarsjunge Carlos (Marc Cavell) hat durch die Mörder auch seinen Vater verloren und ist nun Waise. Er kann Stroud aber den Hinweis geben, dass die Verbrecher keine Mexikaner waren. Mit dieser Nachricht geht Stroud in die stadt, wo gerade die Nachricht verkündet wurde, dass die Verteidiger von Alamo im Kampf gefallen sind. Natürlich hat sich Strouds angebliche Feigheit schon herumgesprochen und der Mob würde ihn nur zu gerne lynchen. Lieutenant Lamar (Hugh O´Brien) kann dies gerade noch verhindern, obwohl er auch nichts übrig hat für solche Männer. Er wird zur Sicherheit mal ins Gefängnis gesteckt, dort ist auch einer der Wade Bande, ein gewisser Dawes (Neville Brand) inhaftiert. Carlos erkennt in diesem Mann einer der Mörder von Strouds Familie. Es gelingt stroud das Vertrauen des Gangsters zu gewinnen und bei einem Ausbruch schließt er sich der Bande an. Dies bringt ihm auch den Verdacht eines Gangsters und Verräters ein. Doch Stroud hat ein anderes Motiv: Rache und seinen Namen wieder reinwaschen. Wenn ihm dies gelingt, dann kann er vielleicht das Herz der schönen Beth Anders (Julie Adams) erobern, die sich inzwischen dem Waisenjungen Carlos angenommen hat und mit anderen Flüchtlingen in einem Treck die Stadt verlässt. Jess Wades (Victor Jory) will dem Treck natürlich auflauern, weil die Gold mit sich führen...

Ein Western mit vielen Handlungssträngen, die fast wieder untypisch für einen B-Film sind und mit einer exzellenten Kameraarbeit von Routinier Russell Metty, der insgesamt 11 Filme von Douglas Sirk optisch perfekt verschönerte und für "Spartacus" sogar den Oscar bekam. Was ein bisschen stört ist der Unwille des Antihelden Stroud sein Motiv aufzuklären, stattdessen lässt er sich lange Zeit als Feigling vorführen. Nur Carlos, der Junge, der ihn nun zum Vater haben will, verteidigt ihn. Er selbst wird erst durch seine Taten dann wieder reingewaschen, am Ende erkennt auch Lieutenant Lamar wie Heldenhaft dieser Stroud tatsächlich ist. Von wegen Feigling von Alamo.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Montag, 27. September 2021

Auf verlorenem Posten (Lone Hand)


Regie: George Sherman

Ein Vater kommt vom Weg ab...

In "Lone Hand" (Deutscher Titel: Auf verlorenem Posten) von George Sherman hat Westernheld Joel McCrea eine sehr ungewöhnliche Rolle und driftet als Zack Hallock immer mehr in eine kriminelle Laufbahn ab. Erzählt wird die ganze Geschichte von seinem kleinen Jungen Joshua (Jimmy Hunt), für den sein Vater bisher immer der beste Mensch der Welt war und natürlich auch der beste Papa. Es ist die Konzentration auf diesen Jungen, der auch als Voiceover die Story kommentiert - dieses interessante Stilmittel ist ebenfalls für einen Western eher selten.
Zachary Hallock hat gemeinsam mit seinem Sohn Joshua die Zelte abgebrochen und kommt in Timberline an, um dort eine Farm zu kaufen. Die Mutter ist von Josh ist verstorben und die beiden Männer müssen auch Arbeiten wie Kochen oder Waschen übernehmen. Eine zusätzliche Belastung zur beschwerlichen Farmarbeit. Gleich bei der Ankunft lernt Joshua den etwa gleichaltrigen Daniel Skaggs (Wesley Morgan) kennen, der zudem noch eine ältere Schwester im heiratsfähigen Alter hat. Sie heißt Sarah Jane (Barbara Hale) und Zack findet die junge Dame auch gleich sehr attraktiv.
Noch am selben Tag werden die Neuankömmlinge Zeuge eines Mordes an dem hiesigen Sheriff. Das Brüderpaar Jonah (Alex Nichol) und Gus Varden (James Arness) sind auf Bankeinbrüche und Postkutschenüberfälle spezialisiert und werden seit langem von den Pinkerton Detektiven verfolgt, um diesem kriminellen Treiben ein Ende zu machen. Auch eine Bürgermiliz wurde von Zacks freundlichem Nachbar Pferdezüchter George Hadley (Charles Drake) ins Leben gerufen, die Bürger wollen nicht länger untätig dabei zusehen wie ihre unmittelbare Gegend von skrupellosen Banditen heimgesucht wird. Hadley erweist sich als äusserst großzügig - Zack und sein Sohn dürfen sich bei ihm zwei Pferde aussuchen, Zahlung kann warten - wenn Zack die erste Ernte eingefahren hat. Kurze Zeit später wird Josuah Zeuge eines Mordes. Die beiden gesuchten Brüder töten einen Mann, bei dem sich herausstellt, dass er ein Pinkerton Detektiv ist. Als er von diesem schrecklichen Vorfall seinem Vater erzählt, besteht Zack darauf, dass er Stillschweigen bewahren soll. Man solle sich in solche Sachen lieber nicht einmischen, was dem Jungen sehr schwer fällt. Denn er kann die Sichtweise seines Vaters in keinster Weise nachvollziehen. Aber er gehorcht und es kommt noch schlimmer. Die beiden Banditen besuchen den Vater am Abend auf der Ranch - Josuah beobachtet dieses Treffen, bei dem sich die Brüder Zack als dritten Mann für die Überfälle anwerben wollen. Dieser Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, bei dem Zack mit der Farmarbeit eine echte Pleite kommen sieht - so willigt er schließlich ein beim nächsten Überfall mitzumachen. Mit diesem Ausflug ins Banditenleben hat Zack plötzlich Geld, heiratet Sarah Jane und bemerkt nicht warum sich Josuah immer mehr von ihm distanziert. Und Zack kann auch nicht aufhören mit diesen nächtlichen Auflügen. Dabei mordet die Bande auch - es scheint als hätte sich Zack nun endgültig entschieden vom rechtschaffenen Farmer zum fiesen Banditen zu werden...
 
 Dies ist dann auch die Stelle im Film, bei dem der Zuschauer merkt, dass es wohl für Zack kein HappyEnd mehr geben kann. Wenn er gefasst wird, dann wartet bei diesen Vergehen der Galgen, so kommt eigentlich nur noch der Filmtod in Frage. Vielleicht kann er sich durch diesen Tod noch irgendwie in letzter Sekunde durch eine gute Tat rehabilitieren. Es wäre zumindest seinem enttäuschten Sohn zu wünschen, der so viel auf seinen Vater gehalten hat. Klar, dass hört sich etwas sentimental an. "Auf verlorenem Posten" ist eben eine Art Familienwestern, Unterhaltung für die ganze Familie. Der typische Sonntagnachmittagsfilm, wenn draußen das Wetter nicht so mitspielt. Mir gefällt "Auf verlorenem Posten" aber gerade deshalb, auch wenn das Drehbuch noch eine Überraschung bereit hält, die alle Prognosen des Zuschauers ad absurdum führt. Sehr putzig sind auch die Meinungsverschiedenheiten der beiden Jungs, weil sie durch die Heirat zu Onkel und Vetter wurden. Dabei ist Onkel Daniel ein paar Monate jünger. Auch die Rolle des Bösewichts kommt überraschend. George Sherman, der sehr oft auf actionreiche Szenerien setzt, hat hier sehr subtil eine Vater-Sohn Geschichte gedreht, die gut zu unterhalten weiß.
 
 
Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Samstag, 18. September 2021

Gefährliches Blut (The Lawless Breed)


Regie: Raoul Walsh

Die Ballade von John Wesley Harding...

Der Stil von Raoul Walsh ist schnörkellos und geradeheraus. Regisseur Raoul Walsh bevorzugte für seine Filme schnelle Schnitte und eine schnörkellose Machart. Trotz der Liebe zu den Actionszenen vergass er auch nie die notwendige Charakterisierung der Filmfiguren. Neben Henry King wird er imme rwieder mit dem "americana" Stil in Verbindung gebracht - die Darstellung einer amerikanischen Gesellschaft, die auf einfachen und ehrlich zwischenmenschlichen Beziehungen aufbaut. Seine großen Meisterwerke sind sicherlich die Gangsterfilme "Die wilden Zwanziger", "Sprung in den Tod" und "Entscheidung in der Sierra" - aber auch im Westerngenre schuf er mit "Verfolgt", "Sein letztes Kommando", Herr der Silberminen", "Den Hals in der Schlinge" und "Vogelfrei" schöne Highlights.
Ab den frühen 50er Jahren bestätigte er sein gutes Können in vielen routinierten Produktionen - auch seine Western in dieser Dekade können sich sehen lassen. Zwei davon drehte er mit dem aufkommenden neuen Superstar Rock Hudson. Sowohl "Mit der Waffe in der Hand" als auch "Gefährliches Blut" entstanden im Jahr 1953. Letzterer ist eine sehr freie und aus dramaturgischen Gründen verfälschte Biographie des Revolverhelden John Wesley Harding, der von 1853 bis 1895 lebte und der im Gefängnis seine eigene Lebensgeschichte aufschrieb. Walsh bekannte später, dass er gar kein authentisches Biopic machen wollte, sondern vor allem zeigen wollte, was den Helden und die Heldin gegenseitig anzieht, selbst wenn sie getrennt werden. In "Gefährliches Blut" dauert diese Trennung sogar 16 lange Jahre. Aber vorher wächst John Wesley Harding (Rock Hudson) als Sohn des Methodistenprediger J. G. Harding (John McIntire) auf, der auf eine Erziehung der strengen Hand setzt. Wenn notwendig auch mit Schlägen und Peitschenhieben, wenn die Worte der Bibel nicht befolgt werden und die Söhne vom rechtschaffenen Weg abdriften, so wie der junge John, der ein Faible für Spielkarten und Revolver hat. Als er wieder einmal gezüchtigt wird, verlässt er das Elternhaus und seine Jugendliebe Jane (Mary Castle), die als Waise bei dem Predr aufwuchs. Bei einem Pokerspiel zieht der Mitspieler die Waffe, doch Wes ist natürlich schneller. Aber nur die Bardame Rosie (Julia Adams), die auch ein Auge auf den attraktiven Gunman geworfen hat, kann bestätigen, dass es Notwehr war. Er entkommt dem konföderierten Sheriff, aber nun muss er fliehen - vor den Brüdern des Getöteten (u.a. Hugh O´Brian, Lee van Cleef) und schließt sich dem Viehtreck seines Onkels John (ebenfalls John McIntire) an. Ein tragisches Ereignis macht dann alles noch viel schlimmer...

Nach Jahren der Flucht und dem Untertauchen wird er als friedlich lebender Farmer schließlich gefangengenommen und das Gericht verurteilt ihn zu 25 Jahren Haft. Nach 16 Jahren wird er begnadigt und trifft seine Frau wieder, die die Ranch in Alabama nie aufgegeben hat und inzwischen einen 16jährigen Sohn (Race Gentry) hat. Auch dieser scheint dem Vater nachzuschlagen. Er kann irre gut mit dem Colt umgehen. Aus dieser Szene - dem Wiedersehen zwischen Vater und Sohn - entsteht am Ende noch ein dramatisches Showdown. Das wahre Leben von John Wes Hardin verlief da etwas anders. Aber trotz der vielen Zugeständnisse an das Hollywood Publikum, die auch einen Rock Hudson mit Happyend sehen wollten, gelang dem erklärten Frauenliebling des 50er Jahre Kinos eine recht ansprechende Darstellerleistungö. Es gelingt ihm verschiedene Facetten der Figur deutlich zu machen, eine gelungene Mischung aus Gut und Böse, was im Hollywood Kino der frühen 50er Jahre gar nicht so oft vorkam - Hudsin zeigt zum einen den etwas leichtfertigen, träumerischen jungen Heißsporn, der in seinem Leben Action braucht - zum anderen aber auch den verantwortungslosen Gunslinger, der mit seinem labilen Verhalten seine Lieben vor harte Prüfungen stellt. Kameramann Irving Glassberg wurde von Walsh darum gebeten, eine Farbgebung in Pastell zu machen, er war kein Freund dieser brillanten Farben und bevorzugte eher zarte und leichte Farben.


Bewertung: 7 von 10 Punkten.

 

Freitag, 17. September 2021

Drei waren Verräter (Tumbleweed)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Nathan Juran

Wirbelwind....

Als Szenenbildner war Nathan Juran noch erfolgreicher wie als späterer Regisseur. Für "So grün war mein Tal" erhielt er 1942 gemeinsam mit Richard Day und Thomas Little in dieser Kategorie den begehrten Oscar. Vier Jahre später wurde er für "Auf Messers Schneide" erneut nominiert, wandelt dies aber nicht in einem Sieg um. 
Seine bekannteste Regiearbeit ist sicherlich der 1958 entstandene Fantasy-Abenteuerfilm "Sindbads siebente Reise" - bei diesen Genrearbeiten setzte er sehr oft auf Ray Harryhausen, dem Meister der Spezialeffekte.
Mit seiner Westerntrilogie "Mündungsfeuer", "Adlerschwinge" und "Drei waren Verräter" befreite er seinen Hauptdarsteller Audie Murphy von dem damaligen Image als Outlaw-Kid und ließ den jungen Darsteller gereifter und auch positiver agieren.
"Tumbleweed", den Nathan Juran selbst als den besten seiner Audie Murphy Western bezeichnete, verdankt seinen Originaltitel dem Namen des liebenswerten und charakterstarken Pferd, der zwar nie im Leben einen Schönheitspreis hätte gewinnen können, aber "Wirbelwind", wie er in der deutschen Fassung heißt, wird mehr als einmal zum Lebensretter von Murphys Filmfigur Jim Harvey, der unschuldig bezichtigt sich beim Angriff der Indianer aus dem Staub gemacht zu haben und somit den Tod von drei Männern verschuldet zu haben. Diese drei Männer (u.a Ross Elliot als Seth Blandon), Mutter Sarah Blandon (Madge Meredith) mit Kleinkind und deren Schwester Laura (Lori Nelson) hatten den noch sehr jungen, aber recht erfahrenen Jim als Begleiter ihres kleinen Wagentrecks engagiert, weil es im Indianergebiet sehr gefärhlich werden kann. Jim kennt die Indianer und ist ihnen nicht feindlich gesinnt. Erst kürzlich hat er dem Häuptlingssohn Tigre (Eugene Iglesias) das Leben gerettet. Doch die Apachen greifen tatsächlich an. Die letzte Chance lebend aus der Falle herauszukommen ist Jims Idee mit einer weißen Fahne den Häuptling Aguila (Ralph Moody) zu überzeugen, dass er ein Freund von dessen Sohn ist. Doch diese Idee geht gründlich schief. Jim wird von den Indianern zusammengeschlagen und soll gefesselt in der Sonne sterben. Währenddessen machen sie den Treck platt. Alle Männer sterben, nur die Frauen überleben. In der Stadt hat der Mob bereits beschlossen, dass Jim ein Feigling war und flüchtete. Lam Blandon (Russell Johnson), der Bruder des von den Indianern getöteten Seth, heizt die Stimmung noch zusätzlich an. Er will Jim hängen sehen. Nur der besonnenen Sheriff (Chill Wills) kann in letzter Sekunde dem Lynchmob Einhalt gebieten. Doch die Menge kocht, es ist nur eine Frage der Zeit bis das Gefängnis gestürmt wird. Gut, dass Tigre kommt und Jim befreit. Doch damit ist die Sache nur noch schlimmer geworden. Auf der Flucht verletzt sich Jims Pferd, aber findet beim Rancher Nick Buckley (Roy Roberts) und dessen Frau Louella (K.T. Stevens) Unterschlupf. Von Buckley bekommt er zum Weiterreiten auch noch dessen bestes Pferd im Stall - Wirbelwind....

Dieses tolle Tier stiehlt sogar in einigen Szenen seinen menschlichen Mitspielern gekonnt die Schau und sorgt für Erstaunen und Beifall. Auch Audie Murphy macht als junger Mann, der unschuldig verdächtigt wird, eine gute Figur als Westernheld - ich tendiere sogar dazu, dass "Tumbleweed" einer von seinen besten Filmen ist. Der deutsche Titel "Drei waren Verräter" ist etwas sonderbar, denn auf der Suche nach seiner Unschuld kommt Jim zwar hinter einen Verrat, aber der wurde nur von einem Mann begangen. Kameramann war Russell Metty, der einige Jahre später für die Arbeit in Stanley Kubricks "Spartacus" den wohlverdienten Oscar bekam.

Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Dienstag, 7. September 2021

Am Tod vorbei (Woman they almost lynched)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Allan Dwan

Frauen, die schießen, kämpfen und hängen...

Allan Dwans 1953 inzenierter Western "Am Tode vorbei" heißt im Original "The Woman they almost lynched". Wie der Titel schon vermuten lässt, handelt es um eher ungewöhnlichen Genrevertreter. Dabei sind es vor allem die Frauen, die extrem stark und empanzipiert auftreten. Allan Dwan war ein Meister des B-Pictures, obwohl er auch mit Kinderstar Shirley Temple erfolgreiche Filme realisierte. Die 20th Century Fox verpflichtete den guten Handwerker auch für den Monumentalschinken "Suez" mit Tyrone Power und Loretta Young. Mitte der 40er Jahre wurde er Vertragsregisseur bei den Republic Studios und drehte dort Filme wie "Du warst unser Kamerad" oder "Die Schönste von Montana" drehte. Der Western "Stadt der Verdammten" wird meistens als seine beste Arbeit genannt. Auch "Am Tode vorbei" hat viele Stärken. Wobei das Drehbuch aber doch recht seltsam ist und auch die Gesangseinlagen von Audrey Totter haben heute sicherlich nicht mehr diese todbringende Wirkung wie vom Macher damals dramaturgisch gewollt. Und Brian Donlevy ist einmal mehr als Rebellenführer Quantrill zu sehen. Sein Widersacher ist John Lund, der in dem Film leider etwas farblos bleibt. Vielleicht deshalb weil hier in Border City, die Frauen die Hose anhaben. Bürgermeisterin ist die resolute Delilah Courtney (Nina Varela), die in der Stadt das ultimative Sagen hat und wie ein Diktator über das Städtchen herrscht. Sie beruft sich dabei auf die Pflicht, dass die Stadt, in der die Staatsgrenze von Kansas und Missouri verläuft, immer neutral bleibt. Dies sichert den Frieden und wer sich hier als Streiter für den Süden oder für den Norden zu erkennen gibt, der wird von der Bürgermeisterin einfach gelyncht. Noch ist es in der Stadt friedlich, doch es Nordstaatengruppen in der Nähe, auch die Regimenter des Südens halten sich hier irgendwo auf und erschwerend kommt noch hinzu, dass der Rebellenführer Quantrill mit seiner Bande die Gegend unsicher macht. Mit Quantrill reiten auch der junge Jesse James (Ben Cooper), Frank James (Frank Brown), Cole Younger (Jim Davis) und Quantrills aggressive Ehefrau Kate (Audrey Totter), die mal die Barsängerin Kitty McCoy war und in der Bar von Bitterroot Bill Marris (Reed Hadley) war und auch dessen Geliebte. Doch Quantrill hat die Frau entführt und Marris wurde zum verbitterten Menschenfeind. Marris jüngere Schwester Sally (Joan Leslie) ist mit der Postkutsche unterwegs und will ihren Bruder in Border City besuchen, wo gerade mal wieder jemand aufgehängt wurde. Kurz vor der Stadt wird die Kutsche von Quantrill überfallen, so lernt die junge Dame auch die Guerilla Bande kennen. Mit der fiesen Kate wird sie im Laufe der Handlung auch noch eine wilde Schlägerei und einen Gunfight bestreiten...

Und damit sind Joan Leslie und Audrey Totter die heimlichen Hauptdarstellerinnen dieses temporeichen und völlig anderen Western. Die Männer sind nur Beiwerk in diesen Kämpfen aus den letzten Tagen des Bürgerkrieges. Am Ende versammelt sich die neugierige Stadtbevölkerung noch einmal vor dem Galgenbaum, um jemanden hängen zu sehen. Aber vielleicht kann diese Katastrophe doch noch abgewendet werden, weil man Lund und Leslie nicht den Kuss am Ende verwehren will.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 2. September 2021

Stunde der Abrechnung (Ambush at Tomahawk Gap)



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Fred F. Sears

Die Geisterstadt...

Höchstwahrscheinlich hat sich Western-Regisseur John Sturges für seinen 1957 entstandenen Genreklassiker "Der Schatz der Gehenkten" von einem filmischen Verwandten inspirieren lassen, der vier Jahre früher entstand: Fred F.  Sears Western "Ambush at Tomahawk Gap", der in Deutschland unter dem Namen "Stunde der Abrechnung". Der Filmemacher aus Boston starb im Jahr 1957 im Alter von 44 Jahren an einer Gehirnblutung. Sein bekanntester Film ist sicherlich "Rock around the Clock" mit Bill Haley - der erste RocknRoll Film mit erheblichen gesellschaftlichen Auswirkungen.
"Stunde der Abrechnung" beginnt mit der Entlassung von vier Sträflingen aus dem Yuma Territorial Gefängnis. Es sind die Banditen McCord (John Hodiak), Egan (David Brian), der junge Kid (John Derek) und der ältere Doc (Ray Teal). Im Westernstädtchen Twin Folks sind sie aber unerwünscht und der Sheriff (Trevor Bardette) gibt ihnen eine Stunde Zeit um die Stadt zu verlassen. Das reicht noch für ein paar Drinks, doch das Quartett bekommt sofort untereinander Streit. Der unbeherrschte und aggressive Egan rauft sich mit dem einzelgängerischen McCord und sofort ist eine Schlägerei im Saloon im Gange. Der junge Kid lässt keinen Zweifel daran, dass er zu Egan hält - er bewundert den starken Kumpel. Doc ist der älteste der Männer und ist bemüht darin, dass Kid vielleicht doch noch die Kurve kriegt und einen bürgerlichen Weg einschlägt. Doch zuerst wollen die Männer das tun, was ihnen durch die fünf Jahre im Gefängnis lange verwehrt war. In der Geisterstadt Tomahawk Gap liegt das damals geraubte Geld, der fünfte Mann der Gruppe hat es dort irgendwo vergraben. Es war der Bruder von Egan, der als einziger der Verhaftung entging, aber nicht mehr am Leben ist. Er wurde in der Zwischenzeit beim Falschspielen entlarvt und erschossen. Die Schlägerei im Saloon von Twin Folks endet mit dem K.o. v on McCord, den lassen die anderen drei liegen, weil der Sheriff sie zwingt die Stadt sofort zu verlassen. Doch McCord heftet sich an die Fersen seiner Kumpel. Auch zwei weitere Männer der Stadt Stranton (Otto Hulett) und Marlowe (Percy Helton) folgen den Exsträflingen. Unterwegs geraten die in einen Hinterhalt der Apachen, mit einem Trick und mit der Hilfe von McCord, der zu Hilfe kommt, können sie jedoch die Feinde ausschalten. Sie entdecken aber ein Indianermädchen (Maria Elena Marques), von der sie zuerst glauben, dass sie eine Apachenfrau ist. Die junge Navajo ist aber selbst auf der Flucht vor den Apachen. Die Männer nehmen sie mit und sie kümmert sich rührend um den verletzten Kid, der sich bald in das Mädchen verliebt. In der Geisterstadt angekommen suchen die Männer verbissen nach dem Geld, doch sie finden nichts. Stattdessen entdecken sie einen Sonderling (John Qualen), den einzigen Bewohner der toten Stadt. Dann wirds aber gefährlich, weil die Indianer ihren ersten Angriff starten...


Diese Indianer werden nicht so anonym wie in Sturges "Schatz der Gehenkten" gezeigt. Sie haben auch gute Strategien die weißen Eindringlinge auszuschalten. In diesen Sequenzen setzt der Regisseur auf gute Action. Vorher war ihm aber die Charakterzeichnung sehr wichtig. Und es scheint so, dass alle Figuren des Films von Gier und Egoismus getrieben werden. Lediglich die Zuneigung zwischen Kid und der Indianerin bringt einen positiven Aspekt in das destruktive Treiben der Banditen.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Der letzte Suchtrupp (The Last Posse)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Alfred L. Werker

Was draußen wirklich geschah...

Alfred R. Werkers B-Western "Der letzte Suchtrupp" heißt im Original "The last posse" (Posse ist ein Slangausdruck und bedeutet Gruppe) und wurde 1953 inszeniert. Dabei konnte der Oscargewinner Broderick Crawford als Hauptdarsteller verpflichtet werden - er erhielt den Oscar als bester Schauspieler für seine Rolle in "All the Presidents Men" am 23. März 1950. Als er kurze Zeit später bei Columbia einen Vertrag unterschrieb, wurde er in einigen Western eingesetzt - darunter auch als alkoholkranker Sheriff in "Der letzte Suchtrupp".
Ein B-Western, der in drei verschiedenen Rückblenden erzählt wird, ist schon ziemlich selten und zeigt schon durch diese interessante Drehbuch-Struktur eine hohe Bereitschaft einen komplexen Western anzubieten. Geschrieben wurde dieses Drehbuch von Seymour und Connie Lee Bennett sowie Kenneth Gamey geschrieben. Genau wie Glücksgriff Broderick Crawford ist auch der Kameramann Burnett Guffey, der ein Jahr später für "Verdammt in alle Ewigkeit" bereits den ersten von zwei Oscars bekam. 1967 durfte er den zweiten Academy Award mit nach Hause nehmen - das Gangsterpaar "Bonnie und Clyde" machte es möglich.
Die Geschichte spielt in Roswell, kurz nach der Rückkehr einer Verfolgergruppe mit Sheriff John Frazier (Broderick Crawford) und dem wohlhabende Rancher Sampson Drune (Charles Bickford) an der Spitze. Der alkoholkranke Sheriff hat schon bessere Tage gesehen und wurde bei dem Schußwechsel mit der Familie Romer (Skip Homeier, James Bell und Guy Wilkerson) schwer verletzt. Vielleicht wird er nicht durchkommen. Aber die drei Räuber, die Drune 105.000 Dollar gestohlen haben, sind ebenfalls tot. Auch Drune selbst wurde erschossen. Die restlichen fünf Teilnehmer des Suchtrupps berichten, dass das Geld unauffindbar war. Vielleicht haben es die Romers, die durch die Geschäftspraktiken des brutal agierenden Viehbaron Drune finanziell ruiniert wurden, irgendwo in der Wüste vergraben. Man wird das Geld vielleicht nicht wieder finden. Jed Clayton (John Derek), der Ziehsohn von Drune ist aber wie alle anderen Heimkehrer merkwürdig verändert, zumindest findet das seine Freundin Deborah (Wanda Hendrix). Doch er wird nun ein reicher Mann sein, da er als Alleinerbe eingesetzt ist. Ist aber alles so geschehen wie die fünf Heimkehrer berichten. Grund genug für den Regisseur Alfred L. Werker den Zuschauer an die Wahrheit heranzuführen....heranzuführen....



Als Sheriff, dessen ruhmreiche Zeiten vorbei sind, liefert Crawford eine hervorragende Leistung. Das Ende stimmt nachdenklich und doch haben wir es mit einem aussergewöhnlichen Plot zu tun. Der B-Western Star Henry Hull ist ebenfalls in einer Nebenrolle zu sehen und John Derek als Ziehsohn passt gut als Co-Star zum älteren Crawford. Die beiden spielten mehrmals in Filmen zusammen. Charles Bickford hat in "Der letzte Suchtrupp" eine ähnliche Rolle wie ein paar Jahre später im bekannten William Wyler Western "Weites Land" als Major Henry Terrill. Insgesamt wurde Bickford dreimal als bester Nebendarsteller (Schweigende Lippen, Lied von Bernadette und Die Farmerstochter) für einen Oscar nominiert.


 Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.