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Samstag, 9. Oktober 2021

Wichita (Wichita)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Jacques Tourneur

Wyatt Earp ist in der Stadt...

Das Städtchen Wichita war zur Zeit des Wilden Westens eine Bahnstation und damit Endpunkt der Viehtrecks aus Texas. Dadurch boomten diese Orte, sie zogen viele Cowboys an und die sollten ihr Geld in den vielen Saloons und Hotels der Stadt wieder loswerden. Für die Bürger einer solchen Stadt war dies eine beeindruckende Einnahmequelle, da nahm man auch mal eine Horde voller betrunkener und bewaffenter Männer in Kauf. Irgendwann wurde der berühmte Wyatt Earp Marshall in Wichita und Jacques Tourneur machte aus dieser Phase im Leben des berühmten Revolverhelden einen Film. Sein "Wichita" entstand im Jahr 1955 und gehört zweifelsohne trotz der starken Konkurrenz anderer Filme zu den besten Filmen über Wyatt Earp und darf trotz seines B-Movie Charmes im gleichen Atemzug wie John Fords "Faustrecht der Prärie" oder John Sturges "Zwei rechnen ab" genannt werden. Obwohl die berühmte Schießerei am O. K. Corral gar nicht vorkommt.
"Wichita" ist alleine schon wegen seiner Optik (CinemaScope, Technicolor) ein echter Knaller. Der russischstämmige Kameramann Harold Lipstein (Colorado, Der Speer der Rache, Pal Joey) war für die herrlichen Bilder zuständig und es war nicht der erste Ausflug von Tourneur in den Wilden Westen. Bereits 1946 schuf er mit "Feuer am Horizont" einen famosen, aber leider vielzu wenig bekannten Klassiker.
Da es im Jahr 1955 einen Golden Globe für die Kategorie "Bestes Outdoor Drama" gab, gewann "Wichita" diesen Preis, der nur in diesem einen Jahr vergeben wurde.
Hauptdarsteller Joel McCrae macht eine klasse Figur - auch wenn er mit seinen 50 Jahren für die Figur des Wyatt Earp viel zu alt ist. Der echte Earp war als Marshall in Wichita nur halb so alt.
In den ersten Szenen des Films gibt Tourneur Einblick in das Leben dieser Cowboys, die die Viehtrecks begleiten. Den ehemalige Bisonjäger Wyatt Earp (Joel McCrea) schließt sich dem Treck des Ranchers Wallace (Walter Sande) an, begleitet diese auf dem Weg nah Wichita. Denn es zieht ihn ebenfalls in diese aufstrebende Stadt. Er hat vor, dort Geschäfte zu machen. Der Eisenbahn-Ingenieur Sam McCoy (Walter Coy),  Bürgermeister Hoke (Carl Benton Raid) und der Saloonbesitzer Black (Edgar Buchanan) reiben sich bereits im Vorfeld schon die Hände, weil sie wissen, dass viel Geld in die Kassen gespült wird.
Fast jede Nacht kommt es zu Ausschreitungen. Wenn die Cowboys genug getrunken haben, ballern sie ohne Sinn und Verstand mit ihren Pistolen. Die Bevölkerung ist gut beraten, sich im sicheren Haus zu verschanzen.
Bei einem Banküberfall ist Wyatt Earp zur Stelle und kann mit seinen Schießkünsten alle drei Banditen ins Jenseits befördern. Das gefällt den Honorationen der Stadt und sie versuchen diesen starken Mann als Marshall zu gewinnen. Er ist der Idealtyp hier für Gesetz und Ordnung zu sorgen. Doch Wyatt lehnt zunächst ab und macht McCoys hübscher Tochter Laurie (Vera Miles) schöne Augen. Dann wird in einer dieser ominösen Nächte zufällig ein kleiner Junge aus Versehen von einer Kugel tödlich getroffen. Nun nimmt Wyatt das Gesetz in die Hand - natürlich ohne Kompromisse. Vor allem verbietet er Waffen in Wichita. Dies ist für die Bürger auch wieder ein Dorn im Auge, denn mit solchen striken Verboten zieht es nur wenige Cowboys in die Stadt. Black versucht Auftragskiller in die Stadt zu holen, die das Problem Wyatt Earp erledigen sollen. Doch stattdessen bekommt der Marshall Untersützung von seinen jüngeren Brüdern Jim (John Smith) und Morgan (Peter Graves)...

Wie in vielen Hollywood-Klassikern dieser Zeit geht auch Tourneur sehr frei mit der Wahrheit um. Eine Laurie hat Wyatt Earp in "Wichita" nie geheiratet, auch wenn dieses Happyend diesen hervorragenden Western beschließt. In einer Nebenrolle als Lauries Mutter ist Mae Clark zu sehen, die zwanzig Jahre zuvor Berühmtheit im Gangsterepos "Public Enemy" erlangte, weil James Cagney ihr dort in einer Szene eine Grapefruit ins Gesicht drückt. Auch Jack Elam ist mit von der Partie, als Bankier soll sogar der spätere Meisterregisseur Sam Peckinpah zu sehen sein.
"Wichita" ist einfach, aber extrem effektiv - das Szenario wurde später auch in Edward Dmytryks "Warlock" wieder aufgenommen. Auch dort bettelt die Stadt um Beistand eines Revolverhelden, der dann Marshall wird. Als dieser zu sehr die Geschicke der Stadt bestimmt, stellen sich die sogenannten guten Bürger gegen ihn. Die Schlußbilder beider Filme sind aber grundverschieden. Während in "Warlock" Henry Fonda verbittert die stadt verlässt, nachdem er seinen besten Freund erschoß, reitet in "Wichita" Wyatt mit seiner Laurie in eine glückliche Zukunft - zuerst nach Dodge City, dann nach Tombstone. Aber das sind wieder ganz andere Geschichten.

Bewertung: 8 von 10 Punkten

 

Mittwoch, 6. Oktober 2021

Vogelfrei (Colorado Territory)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Raoul Walsh

Das Colorado Territorium...

Der berüchtigte Bandit Wes McQueen (Joel McCrea) wird durch seinen alten Freund Dave Richard (Basil Ruysdael) aus dem Gefängnis befreit. Auf seiner Flucht vor dem Sheriff sieht er wie eine Postkutsche überfallen wird. Als er merkt, dass die Insassen dort in großer Gefahr sind, rettet er die Passagiere - den alten Fred Winslow (Henry Hull) und dessen Tochter Julie Ann (Dorothy Malone). Vater und Tochter laden ihn auf ihre neue Ranch ein, die Winslow gekauft hat. McQueen wirft ein Auge auf die hübsche Julie Ann, die gerne an der Ostküste geblieben wäre und den Westen hasst.
Der Outlaw reitet weiter, denn er muss sich in der Geisterstadt von Todos Santos mit zwei Männern seines Fluchthelfers treffe. Reno Blake (John Archer) und Duke Harris (James Mitchell) haben aber keinen blassen Schimmer vom professionellen Banditentum und haben ein Mädchen names Colorado Carson (Viriginia Mayo) dabei. McQueen weiß das dies Ärger bedeutet, zumal sich die zwei Youngster gar nicht im Griff haben und will, dass die Frau verschwindet. Colorado kann McQueen aber überreden zu bleiben. Als er zum kränkelnden Richard reitet, weiht dieser ihn in den Plan ein einen letzten großen Eisenbahnraub zu machen...



Raoul Walsh hat mit "Vogelfrei" (Original: Colorado Territory) 1949 ein interessantes Remake seines Noir Meisterwerks "High Sierra" geschaffen. Die Handlung wurde in den Wilden Westen verlagert und funktioniert beinahe ebenso gut wie im Humphrey Bogart Klassiker.
Auch Joel McCrea spielt den Gesetzlosen, der eigentlich von einem normalen Leben träumt, sehr glaubwürdig.  Den Part von Ida Lupino übernahm im Western Remake die blonde Virginia Mayo, die das gestrauchelte, aber aufrichtige Mädchen spielt.
Erst sehr spät bemerkt der Antiheld ihre Qualitäten, denn er hat sein Glück eher in der bürgerlichen Julie Ann gesehen, die sich aber am Ende als rücksichtslos und egoistisch erweist.
"Vogelfrei" ist zwar für Raoul Walsh kein Klassiker wie "High Sierra", "Die wilden Zwanziger", "Verfolgt" oder "Sprung in den Tod" geworden. Dennoch liefert der mit "Vogelfrei" einen sehr guten, interessanten Klassiker ab, dessen (Wieder)Entdeckung man sicherlich genießen kann. 


Bewertung: 9 von 10 Punkten.  

Montag, 27. September 2021

Auf verlorenem Posten (Lone Hand)


Regie: George Sherman

Ein Vater kommt vom Weg ab...

In "Lone Hand" (Deutscher Titel: Auf verlorenem Posten) von George Sherman hat Westernheld Joel McCrea eine sehr ungewöhnliche Rolle und driftet als Zack Hallock immer mehr in eine kriminelle Laufbahn ab. Erzählt wird die ganze Geschichte von seinem kleinen Jungen Joshua (Jimmy Hunt), für den sein Vater bisher immer der beste Mensch der Welt war und natürlich auch der beste Papa. Es ist die Konzentration auf diesen Jungen, der auch als Voiceover die Story kommentiert - dieses interessante Stilmittel ist ebenfalls für einen Western eher selten.
Zachary Hallock hat gemeinsam mit seinem Sohn Joshua die Zelte abgebrochen und kommt in Timberline an, um dort eine Farm zu kaufen. Die Mutter ist von Josh ist verstorben und die beiden Männer müssen auch Arbeiten wie Kochen oder Waschen übernehmen. Eine zusätzliche Belastung zur beschwerlichen Farmarbeit. Gleich bei der Ankunft lernt Joshua den etwa gleichaltrigen Daniel Skaggs (Wesley Morgan) kennen, der zudem noch eine ältere Schwester im heiratsfähigen Alter hat. Sie heißt Sarah Jane (Barbara Hale) und Zack findet die junge Dame auch gleich sehr attraktiv.
Noch am selben Tag werden die Neuankömmlinge Zeuge eines Mordes an dem hiesigen Sheriff. Das Brüderpaar Jonah (Alex Nichol) und Gus Varden (James Arness) sind auf Bankeinbrüche und Postkutschenüberfälle spezialisiert und werden seit langem von den Pinkerton Detektiven verfolgt, um diesem kriminellen Treiben ein Ende zu machen. Auch eine Bürgermiliz wurde von Zacks freundlichem Nachbar Pferdezüchter George Hadley (Charles Drake) ins Leben gerufen, die Bürger wollen nicht länger untätig dabei zusehen wie ihre unmittelbare Gegend von skrupellosen Banditen heimgesucht wird. Hadley erweist sich als äusserst großzügig - Zack und sein Sohn dürfen sich bei ihm zwei Pferde aussuchen, Zahlung kann warten - wenn Zack die erste Ernte eingefahren hat. Kurze Zeit später wird Josuah Zeuge eines Mordes. Die beiden gesuchten Brüder töten einen Mann, bei dem sich herausstellt, dass er ein Pinkerton Detektiv ist. Als er von diesem schrecklichen Vorfall seinem Vater erzählt, besteht Zack darauf, dass er Stillschweigen bewahren soll. Man solle sich in solche Sachen lieber nicht einmischen, was dem Jungen sehr schwer fällt. Denn er kann die Sichtweise seines Vaters in keinster Weise nachvollziehen. Aber er gehorcht und es kommt noch schlimmer. Die beiden Banditen besuchen den Vater am Abend auf der Ranch - Josuah beobachtet dieses Treffen, bei dem sich die Brüder Zack als dritten Mann für die Überfälle anwerben wollen. Dieser Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, bei dem Zack mit der Farmarbeit eine echte Pleite kommen sieht - so willigt er schließlich ein beim nächsten Überfall mitzumachen. Mit diesem Ausflug ins Banditenleben hat Zack plötzlich Geld, heiratet Sarah Jane und bemerkt nicht warum sich Josuah immer mehr von ihm distanziert. Und Zack kann auch nicht aufhören mit diesen nächtlichen Auflügen. Dabei mordet die Bande auch - es scheint als hätte sich Zack nun endgültig entschieden vom rechtschaffenen Farmer zum fiesen Banditen zu werden...
 
 Dies ist dann auch die Stelle im Film, bei dem der Zuschauer merkt, dass es wohl für Zack kein HappyEnd mehr geben kann. Wenn er gefasst wird, dann wartet bei diesen Vergehen der Galgen, so kommt eigentlich nur noch der Filmtod in Frage. Vielleicht kann er sich durch diesen Tod noch irgendwie in letzter Sekunde durch eine gute Tat rehabilitieren. Es wäre zumindest seinem enttäuschten Sohn zu wünschen, der so viel auf seinen Vater gehalten hat. Klar, dass hört sich etwas sentimental an. "Auf verlorenem Posten" ist eben eine Art Familienwestern, Unterhaltung für die ganze Familie. Der typische Sonntagnachmittagsfilm, wenn draußen das Wetter nicht so mitspielt. Mir gefällt "Auf verlorenem Posten" aber gerade deshalb, auch wenn das Drehbuch noch eine Überraschung bereit hält, die alle Prognosen des Zuschauers ad absurdum führt. Sehr putzig sind auch die Meinungsverschiedenheiten der beiden Jungs, weil sie durch die Heirat zu Onkel und Vetter wurden. Dabei ist Onkel Daniel ein paar Monate jünger. Auch die Rolle des Bösewichts kommt überraschend. George Sherman, der sehr oft auf actionreiche Szenerien setzt, hat hier sehr subtil eine Vater-Sohn Geschichte gedreht, die gut zu unterhalten weiß.
 
 
Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Donnerstag, 23. September 2021

Die Farm der Gehetzten (Ramrod)


Regie: Andre de Toth

Connies gefährliches Spiel...

In Sam Peckinpahs "Sacramento" traten sie gemeinsam auf: Randolph Scott und Joel McCrae, zwei Helden früherer Westernfilme, die irgendwann Kultstatus erringen konnte. Randolph Scott vor allem durch Butt Boettichers 7 Filme umfassenden "Ranown Zyklus" und Joel McCrae durch 3 Western, die in den Jahren 1944 bis 1948 von Harry Sherman produziert wurden: Den Anfang des Trios bildete die Lebensgeschichte des berühmten Büffeljägers William "Buffalo Bill" Cody "Buffalo Bill, der weiße Indianer" (1944, Regie: William Wellman), das Ranch-Drama "Die Farm der Gehetzten" (1947, Andre de Toth) und als Abschluß "Flucht nach Nevada" (1948, Alfred E. Green). "Ramrod" , so der Originaltitel von "Die Farm der Gehetzten" war einer der ersten Regiearbeiten des aus Ungarn stammenden US-Regisseurs de Toth. Der äusserst interessante B-Western wird oft sogar auch dem "Film Noir" Genre zugeordnet - ausschlaggebend dafür ist, dass auch hier im Wilden Westen eine berechnende und hinterhältige Femme Fatale die Männer in ihrer Umgebung für ihre Zwecke manipulieren will. Ausserdem scheinen die harten Cowboys nicht in der Lage zu sein, dass Spiel nikcht kontrollieren zu können. Hauptthemen sind Leidenschaft und Gier. Was "Die Farm der Gehetzten" von  vielen anderen Genreverwandten unterscheidet, ist die düstere Gemütslage der Geschichte und wie Kameramann Russell Harlan mit seiner schattenhaften und atmosphärischen Fotografie zum individuellen Charakter des Films beiträgt. Andre de Toth war zu dieser Zeit mit der Hauptdarstellerin Veronica Lake verheiratet und arbeitete erstmalig mit seiner Frau zusammen, die schon durch die gemeinsamen Filme mit Alan Ladd beste Film Noir Erfahrung hatte. Sie spielt die Hauptfigur Connie Dickason aggressiv und sexuell aktiv. Als Gegenpart tritt mit Arlene Whelan als Rose Leland eine ganz total verschiedene Frauenfigur auf. Sie steht für das traditionelle Frauenbild - das Girl, dass auf ihren Cowboy wartet.
Der Film fängt mit einem drohenden Konflikt an. Der Schafzüchter Walt Shipley (Ian McDonald) hat sich viele Feinde unter den Ranchern gemacht, die das Weideland für ihre Rinder beanspruchen. Vor allem Frank Ivey (Preston Ruggles), der "Boss" des Tales will, dass Shipley aus der Stadt verschwindet. Doch so leicht ist das nicht, denn Connie Dickason (Veronica Lake), die willenstarke Tochter des Ranchbesitzers Ben Dickason (Charles Ruggles) hat vor den Schafzüchter zu heiraten. Sehr zum Ärger ihres Vaters, der für eine Heirat mit dem starken Mann Ivey plädiert. Nun steht das Duell bevor, unterstützt wird Shipley von seinem Freund Dave Nash (Joel McCrea), einem früheren Alkoholiker, der aber gut mit der Waffe umgehen kann. Im entscheidenden Moment kneift Shipley und verlässt die Stadt. Sein Land hat er aber Connie vermacht, die nicht im entferntesten daran denkt sich ihrem Vater und Ivey zu beugen. Sie heuert Dave als Vormann an und der kann seinen ehemaligen Kumpel Bill Schell (Don deFore) für den Kampf gegen die Kontrahenten gewinnen. Während Dave mt legalen Mitteln den Konflikt für sich und Connie entscheiden will, ist Bill eher der Hitzkopf, der auch ausserhalb des Gesetzes agiert. Der Sheriff (Donald Crisp) versucht Ruhe zu bewahren und schlimmes zu verhindern, die hübsche Rose Leland (Arleen Whelan) ist heimlich verliebt in Dave, der auch Gefühle für sie hegt. Doch Connie verdreht auch ihm den Kopf...

Die Dynamik wird von der rücksichtslosen Frau beherrscht - die Situationen, in die die Akteure schlittern sind paranoid, hoffnungslos und auch ziemlich klaustrophobisch. Nicht nur als Regisseur machte Andre de Toth in der Traumfabrik Karriere machte, von ihm stammt auch die Story zu Henry Kings Western "Der Scharfschütze" mit Gregory Peck. Von seinen Western wurde vor allem "Zwischen zwei Feuern" ein Kassenhit, aber auch "Gegenspionage", "Mann im Sattel" oder "Donnernde Hufe" udn "Tag der Gesetzlosen" sind empfehlenswerte Gernrearbeiten. Hier in "Die Farm der Gehetzten" präsentiert de Toth endrücklich die Philosophie des Faustrechts. Der Stärkere siegt, der Schwächere verliert vielleicht sein Leben.
 
 Bewertung. 8 von 10 Punkten.

Blutiger Staub (The Outriders)


Regie: Roy Rowland

Drei Südstaatler auf der Flucht...

Der amerikanische Filmregisseur Roy Rowland inszenierte routinierte Unterhaltung ohne künstlerische Ambitionen. Er war in allen Filmsparten - Western, Musicals, Krimis, Komödien, Liebesfilmen oder Melodramen . tätig. Seine interessanteste Inszenierung war der Gruselfilm "Die 5000 Finger des Dr. T."  Seine 1950 gedrehter Western "Blutiger Staub" wurde im Laufe der Zeit zu einer kleinen Perle in der Kategorie der B-Western.
Der Film heißt im Original "The Outriders" und beschreibt den Werdegang von drei konföderierten Soldaten nach dem Ausbruch aus einem Nordstaatenlager. Der Film wurde in schönem Technicolor gedreht und macht nicht unbedingt den Eindruck eines billigen Genrebeitrags. Auch die Schauspieler-Riege kann sich sehen lassen. In der Hauptrolle überzeugt Joel McCrea, der aber durch die guten Leistungen seiner Kollegen gar nicht so markant aufspielen kann. Sein Freund und späterer Gegenspieler wird vom charismatischen Barry Sullivan gespielt. Der dritte Ausbrecher wird von James Whitmore verkörpert. Es sind die drei Soldaten Jesse (Barry Sullivan), der Unteroffizier Will (Joel McCrea) und der etwas ältere Clint (James Whitmore). Will ist der Anführer des Trios, er ist im Grunde ein ruhiger und verantwortungsbewusster Mann. Jesse dagegen ist eher der Draufgänger, der bei der Flucht auch noch einen jungen Wachmann völlig ohne Grund tötet. Die drei geraten in die Hände der eigenen Leute - allerdings sind es keine Soldaten, sondern ein paar Söldner des Rebellen Quantrill, die von einem gewissen Keeley (Jeff Corey) angeführt werden. Der will, dass die drei Soldaten sich einem harmlosen Siedlertreck anschließen und diesen in eine Falle locken. Denn die habern nicht nur einen kranken Priester (Martin Garralaga) zu transportieren, sondern der Treckführer Don Antonio Chaves (Ramon Novarro) hat auch eine Menge Gold als Fracht dabei. Zuerst sind die Siedler misstrauisch und erteilen den drei Männern eine Absage, als sie sich anschließen wollen. Doch als die drei den Siedlern bei einem Indianerangriff beistehen, können sie sich das Vertrauen der Siedler erschleichen. In diesem Treck fährt auch die attraktive Jen Gort (Arlene Dahl) mit ihrem jungen Schwager Roy (Claude Jarman jr) mit. Jesse begehrt die Frau sofort und auch Will hat Interesse an der Frau. Schon bald verliebt er sich in die Frau. Damit meldet sich bei Will auch das schlechte Gewissen. Wie gelingt es ihm, die Siedler vor dem Zugriff der eigenen Männer zu bewahren ?

Roy Rowlands Film ist sehr spannend und bietet doch eine Menge von sehr stimmiger Einzelszenen. Alles wirkt auch richtig gut und authentisch. So sind die drei so unterschiedlichen Südstaatler zuerst ein verlauster Haufen, erst nach der Flucht sehen sie wieder zivilisierter aus. Die Szenen mit den Indianern sind auch recht atmosphärisch gestaltet. An der Kinokasse spielte der Film ganz passable 2,2 Millionen Dollar ein, was ein Gewinn von einer halben Million Dollar für MGM bedeutete. Sehr schöne Landschaftsaufnahmen von Utah durch den Kameramann Charles Schoenbaum runden den positiven Eindruck des Farbfilms ab. So wie es sich für einen guten Western auch gehört.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

 

Samstag, 18. September 2021

Der letzte Zug nach Santa Fe (Cattle Drive)


Regie: Kurt Neumann

Der Junge und der Cowboy....

Kurt Neumanns 1951 gedrehter Western "Cattle Drive" (deutsch: Viehtreiben) wurde für den deutschen Markt unbenannt in "Der große Zug nach Santa Fe" und ist ein herrlicher Technicolor-Schinken für die ganze Familie. Ein enger Verwandter von Victor Flemings "Manuel" - allerdings nicht auf hoher See, sondern im Wilden Westen.
Sein größter Filmerfolg gelang dem deutschen Emmigranten im Jahr 1958 mit dem Horrorfilm "Die Fliege" nach der Kurzgeschichte des französischen Schriftstellers und Journalisten George Langelan.
Leider erlebte Neumann diesen Triumph nicht mehr, denn er starb einen Monat nach der Premiere und genau eine Woche vor dem Kinostart.
Kurt Neumann, der im Jahr 1898 in Nürnberg geboren wurde, siedelte bereits zu Beginn der Tonfilmzeit nach Hollywood um und drehte immerhin auch die späteren Johnny Weissmüller Tarzan Filme.
Tatsächlich ist in der ersten Einstellung von "Cattle Drive" tatsächlich auch "Der große Zug nach Santa Fe" zu sehen, dort sorgt der 14jährige Chester Graham jr. (Dean Stockwell) für Ärger und Unmut bei den Passagieren und beim Zugpersonal. Doch der Schaffner ist vorsichtig, denn Chester ist der Sohn des Präsidenten der Eisenbahngesellschaft (Leon Ames). Und der ist auch unter den Mitreisenden, hat aber für seinen verwöhnten und ungezogenen Sprößling keine Zeit, sondern hält ständig Sitzungen ab. Dem eingebildeten Lausebengel ist aber langweilig und als der Zug auf freier Strecke kurz anhalten muss, hat er nichts anderes zu tun als eine kleine Eidechse mit Steinen zu verjagen. Er muss dazu einen felsigen Abhang hinuntersteigen, doch dann rutscht der Junge aus und fällt ein bisschen den Abhang runter. Sein Pech: Denn der Zug hat die Reise wieder fortgesetzt und als er kurze Zeit später vermisst wird, ist es leider zu spät den Zug anzuhalten oder zurückzufahren, denn die Nachfolgezüge sind bereits unterwegs auf Schienen. So kommt es, dass Chester in der kargen Landschaft auf sich allein gestellt ist. Die Sonne brennt stark und bald meldet sich der Durst. Zum Glück wird Chester von dem Cowboy Dan Matthews (Joel McCrea) aufgelesen, der mit anderen Cowboys eine Rinderherde nach Santa Fe befördern muss und kurz im Gebirge war, um ein wilden schwarzen Hengst einzufangen.  Wohl oder übel muss der freche Junge nun mitkommen - und im Laufe der zweiwöchigen Auszeit vom Verwöhnmodus bekommt er ein paar Lektionen im Benehmen und auch in der Charakterbildung. Aus dem verwöhnten Jüngelchen wird ein verantwortungsbewusster Teenager...

Im Kino war dieser Familienwestern ein guter Erfolg. Mit Chill Wills und Henry Brendon sieht man auch weitere bekannte Gesichter des Genres und das Zusammenspiel zwischen Joel McCrae und dem Kinderstar Dean Stockwell funktioniert perfekt. Stockwell konnte auch im Erwachsenenalter gute Erfolge beim Film feiern. Unvergessen bleibt seine Rolle in Richard Fleischers "Der Zwang zum Bösen" - dort mimt er gemeinsam mit Bradford Dillmann das Killerduo Judd Steiner und Artie Strauss. Einen sehr schrägen Part durfte er in David Lynchs "Blue Velvet" spielen, für Jonathan Demmes "Mafiosi Braut" wurde er sogar für den Oscar als bester Nebendarsteller vorgeschlagen. Auch wenn das Ende in "Der letzte Zug nach Santa Fe" etwas zu übertrieben und aufgesetzt wirkt, ist alles weitere überaus sympathisch: Ein FeelGood Movie, einfach, aufrichtig und ehrlich mit sehr guten Charakteren.


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

 

Donnerstag, 9. September 2021

Duell in Dodge City (The Gunfight at Dodge City)


Regie: Joseph M. Newman

Drauf und dran...

Zu den bekanntesten Filmen des Hollywood-Regisseurs Jospeh M. Newman zählen "Metaluna IV antwortet nicht" und "Die Feuerspringer von Montana".  In den 30er Jahren wurde er in der damalig vergebenenen Oscarkategorie "Bester Regieassistent" zweimal (1936 für "David Copperfield" und 1937 für "San Francisco") nominiert. Mit "Die letzten der 2. Schwadron" aus dem Jahr 1958 und "Duell in Dodge City", der ein Jahr später gedreht wurde, schuf er zwei überaus interessante B-Western.
"Duell in Dodge City" ist in Deutschland eher unter dem Titel "Drauf und dran" bekannt und zeigt Westernhaudegen Joel McCrea in Höchstform. Der Film erinnert auch etwas an "Wichita" von Jacques Tourneur - dort spielte McCea den berühmten Wyatt Earp, der für Recht und Ordnung sorgt. Earp ging nach Wichita nach Dodge City um dort dem Gesetz Geltung zu verschaffen. Und damit sind wir auch schon wieder beim "Duell in Dodge City". Joel McCrea ist aber hier nicht Wyatt Earp, dafür spielt er einen anderen bekannten Revolverhelden. Im Film wird die die Geschichte von Bat Masterson erzählt.
Die Handlung des Films orientiert sich jedoch nur an einigen groben Eckdaten aus dem Leben des Wild-West-Revolverhelden und ist somit recht frei gestaltet.
"Duell in Dodge City" gefällt nicht nur wegen dem überzeugenden Auftritt seines Hauptdarstellers, auch die Geschichte selbst ist sehr spannend inzeniert. Wie immer agiert McCrea lässig und selbstbewusst. In der ersten Szene ist er mit dem geistig zurückgebliebenen jungen Billy Townsend (Wright King) in der Prärie unterwegs. Die beiden haben Büffel gejagt und wollen nun in der Stadt die Felle verkaufen. Doch von Dave Rudabaugh (Richard Anderson) werden sie gewarnt. Sie sollen nicht in die Stadt kommen, denn dort wartet ein eifersüchtiger Soldat, der glaubt Bat Masterson würde ihm seine Verlobte ausspannen. Dennoch lässt sich Masterson nicht gleich einschüchtern. Tatsächlich kommt es zum Duell, Masterson hat den Anderen erschossen und nun wird es höchste Zeit einen neuen Wirkungskreis zu suchen. Den findet er in Dodge City, wo sich sein Bruder Ed (Harry Lauter) bei der Wahl zum Sheriff aufstellen lässt. Ed ist auch mit der hübschen Pauline (Julie Adams), der  Tochter des Reverends (James Westerfield) verlobt. In der Stadt selbst hat der korrupte Sheriff Jim Regan (Dan Haggerty) das Sagen. Es herrscht das Recht des Stärkeren, die Cowboys führen sie wie eine Horde Verrückter auf und daher ist auch der Spielsaloon von Lily (Nancy Gates) nicht mehr das, was er mal war. Wenig Gäste und daher wenig Geld. Wenn dies so weitergeht, wird Regan bald den Saloon übernehmen können denn Lily bliebe nichts anderes übrig als zu verkaufen.
Doch als Bat Mastersons in die Stadt kommt, ändern sich die Zeiten. Er wird zum Kompagnon von Lily und von Doc Sam Tremaine (John McIntire) im Kampf gegen die Machenschaften des fiesen Sheriffs unterstützt. Dann wird Bats Bruder Ed hinterrücks erschossen...

Der Film hat eine knackig kurze Laufzeit von nur 80 Minuten, ist aber durchgehend in "Action", egal ob sich die Handlung in einem verruchten Spielsalon oder auf der Straße von Dodge City abspielt. Joel McCrea spielt einen starken Mann, der aber widerwillig in eine Rolle gezwängt wird, das Gesetz zu unterstützen. Später muss er aber das Gesetz dennoch brechen, weil Gesetz nicht immer Gerechtigkeit bedeutet. Auch in der Liebe ist nicht alles so sonnenklar, denn mit Julie Adams und Nancy Gates hat er hier eine Auswahl und die Liebe ist auch in Dodge City ein seltsames Spiel.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

 

Freitag, 27. August 2021

Flucht nach Nevada (Four Faces West)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Alfred E. Green

Paso Por Aqui...

Obwohl die Entstehungszeiten der beiden Western "Flucht nach Nevada" (Regie: Alfred E. Green) und "Missouri" (Regie: Blake Edwards) fast 25 Jahre auseinander liegen, fällt dem Westernfan die Ähnlichkeit der Geschichten doch sofort auf. In beiden Fällen wird eine Bank beraubt - und in beiden Fällen sind die/der Täter Cowboys. Im Grunde gute Kerle, die aus einer Notsituation heraus handeln und mit der Aussicht auf ein besseres Leben. Den Grund, den der Cowboy Ross McEwen, gespielt von Joel McCrea, in "Flucht nach Nevada" (Originaltitel: Four Faces West) hat, kann man bald erahnen. Denn er braucht Geld für seinen Vater, der möglicherweise seine Farm nicht mehr halten kann und dringend Geld braucht. 2.000 Dollar will er von Bankier Frenger (John Parrish) als Kredit, doch dies braucht Sicherheit und die hat der junge Cowboy nicht. So verleiht er mit dem Colt seiner Forderungen Ausdruck, der Bankier bekommt sogar eine Quittung und so reitet mit dem Bankier und dem gestohlenen Geld in die Einöde. Dort muss die Geisel seine Schuhe ausziehen, dessen Pferd wird verscheucht und während der Bankier zurück zur Stadt laufen muss, hat Ross einen Vorsprung mit seinem Pferd. Er muss nur den zug erreichen, der in der Wüstengegend durchfährt.
Als Vorlage für den Film diente Eugene Manlove Rhodes Roman "Öaso Por Aqui" aus dem Jahr 1926. Dieser Autor war selbst Cowboy und hat einige sehr gute Westernbücher geschrieben, einige davon wurden sogar verfilmt wie diese "Flucht nach Nevada", eine Produktion von Harry Sherman.
Natürlich gibts Hindernisse auf der Flucht - so wird Ross McEwen von einer Klapperschlange gebissen und hat dann auch sichtlich Mühe auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Es hilft ihm aber der etwas undurchsichtige Mexikanische Spieler Monte Marquez (Joseph Calleia) und im Zug befindet sich sogar eine Krankenschwester (Frances Dee). Diese Fay Hollister versorgt die Wunde und zwischen Frau und Cowboy herrscht sofort eine gewisse Sympathie. Und die Chemie zwischen den beiden stimmt auf Anhieb - kein Wunder, denn Joel McCrea und Frances Dee waren auch privat ein Paar.
Inzwischen ist der Bankier auch wieder in der Stadt und hat sofort einen ersten Auftrag für den neuen Marshall Pat Garrett (Charles Bickford). Ausserdem bietet er 3.000 Dollar für die Ergreifung des Bankräubers...tot oder lebendig. Eine Trupp Reiter unter der Führung von Garrett macht nun Jagd auf McEwen und der bleibt in der Stadt Alomogordo hängen, wo die Krankenschwester eine Stellung im Krankenhaus angenommen hat und Monte einen Spielsalon hat. Er findet eine Anstellung auf einer Ranch, macht eine erste Anzahlung an die Bank auf das zuvor gestohlene Geld. Doch Garrett lässt nicht locker...

Wieder kommt es zur Flucht, doch diesmal landet der räuberische Cowboy auf der Farm einer an Diphterie erkrankten mexikanischen Familie. Überlässt er diese kranken Menschen ihrem Schicksal oder siegt die Menschlichkeit, was ihn dann doch als guten Kerl auszeichnen würde. Im Film selbst wird zwar wenig geschossen, aber umso mehr geritten. So reitet auch die verliebte Fay Hollister eine Zeitlang mit ihrem flüchtenden Cowboy, gibt ihm aber zu bedenken, dass diese ständigen Fluchten keine Lösung sind. Möglicherweise muss er irgendwann die Waffe  benutzen, um seine Freiheit zu verteidigen und dann wäre er wirklich ein echter Outlaw. Sie gibt ihm auch zu verstehen, dass sie - wenn er sich stellt - auf ihn warten würde. Joel McCrea ist natürlich für diesen Gangster aus Not mit gutem Herz die ideale Besetzung. Eine wichtige Bedeutung hat dabei ein Berg mitten in der Wüstenlandschaft, der den Namen "Paso Por Aqui" trägt. Monte übersetzt dies mit "hier ist man vorbei gekommen" und dies trifft auch auf den flüchtenden Helden zu. Der Film lässt sich glücklicherweise viel Zeit für die Figuren. So ist die Flucht auch immer wieder interessant und wird nicht nach Schema F einfach nur heruntergespult. Im Gegenteil: Eine Mitreisende (Eva Novak) mit ihrem vorlauten und frechen Jungen (George McDonald) sorgt immer wieder für eine gute Prise Humor und auch die Figur des Spielers Monte bleibt fast bis zuletzt ein Geheimnis. Ein schöner Genrebeitrag

Bewertung. 7 von 10 Punkten. 

 

Mittwoch, 25. August 2021

Die Letzten der 2. Schwadron (Fort Massacre)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Joseph M. Newman

Odyssee durchs Apachenland...

In dem B-Western "Die Letzten der 2. Schwadron" von Joseph M. Newman aus dem Jahr 1958 spielt Joel McCrea zum ersten Mal in seiner langen Filmkarriere einen größtenteils unsympathischen Charakter. Er wurde für diesen Western völlig gegen sein bisheriges Image besetzt. Erfolgreich war der Film nicht, aber immerhin kostete er nur schlappe 400.000 Dollar. Im Laufe der Zeit hat sich "Fort Massacre" - so der Originaltitel" - aber ein bisschen zu einem Kultwestern gemausert. Eine schöne Ehrung auch für den Regisseur Joseph M. Newman, dessen Karriere als Regieassistenz begann und in dieser Kategorie im Jahr 1936 für "David Copperfield" und ein Jahr später für "San Francisco" eine Oscar-Nominierung erhielt. Diese Kategorie wurde aber bald abgeschafft und nach einigen Kurzfilmen in den 40er Jahren inszenierte Newman in den 50ern Filme wie "Die Feuerspringer von Montana", "Metaluna IV antwortet nicht" oder "Tarzan, Herr des Urwalds" bevor er sich mehr seiner Fernehkarriere widmete als Serienregisseur für "Twilight Zone" oder "Big Valley".
Sein vielleicht bester Film ist tatsächlich dieser grimmige Militärwestern vom Geist der "Nackten und die Toten", denn die Odyssee dieser Kavallerieeinheit ist graumsam und ohne Illusion. Es sind die Überlebenden aus einem Kampf mit einer Überzahl an Apachen, die immer noch in der Nähe sein könnten und notgedrungen übernimmt der Indianerhasser Sergeant McVinton (Joel McCrea) das Kommando. Das erschreckt einige der Leute, denn sie wissen, dass Vinton seitdem Indianer seine Frau und seine beiden Kinder brutal ermordet haben, eine sadistische und fatalistische Ader hat. Nun muss diese verprengte Einheit einen Weg nach Hause finden.
Unter den Soldaten befinden sich Männer wie Travis (John Russell), Pawnee (Anthony Caruso), Collins (Denver Pyle) Tucker (Guy BrescottI Moss (Rayford Barnes) oder McGurney (Forrest Tucker). Manche sind verletzt. An der einzigen Wasserstelle kommt schon ein weiteres Problem dazu. Dort halten sich 50 Apachenkrieger auf. Vinton gibt dem Befehl zum Angriff. Die Soldaten sind entsetzt zu sehen, wie ihr umstrittener Vorgesetzter den letzten Indianer kaltblütig erschießt, obwohl dieser sich ergeben hat.
Irgendwann auf der beschwerlichen Reise treffen sie auf das Händlerpaar Charlie und Adele (Irving Bacon, Claire Carleton), die mit den Indianern Handel betreiben. Später kommen die Soldaten an ein altes Pueblo, in dem nur noch ein alter Pajute Indianer (Francis McDonald), dessen Enkelin (Susan Cabot) mit einem Esel, einer Ziege und einem Hund leben. Dort kommt es auch zum letzten Gefecht...

Am Ende fällt dem Soldaten Travis noch eine besondere Rolle zu. Und dessen Vorgesetzter verliert die Kontrolle über seinen Hass vollkommen. Damit ist der Konflikt unausweichlich. Die Apachen werden hier auch tatsächlich von Apachen gespielt. Eines der Merkmale, die dem Film einen hohen Realismus verleihen. Ansonsten erweisen sich die Charaktere als schweigsame, aber dennoch komplex wirkende menschliche Charaktere. "Die letzten der 2. Schwadron" ist ein eher ungewöhnlicher Western, der seine ehrliche Geschichte schnörkellos bis zu seinem unbarmherzigen Finale verfolgt.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.