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Montag, 2. Dezember 2024

Entscheidung am Big Horn (The Great Sioux Massacre)


Regie: Sidney Salkow

Custers letzte Schlacht...

Sidney Salkows Western "Entscheidung am Big Horn" aus dem Jahr 1965 ist zwar optisch ein attraktiver Western. Die Kameraarbeit von Irving Lippman ist eindeutig ein Plus dieses Films, leider hat er aber auch eklatante Schwächen . Zum einen ist die Dramaturgie etwas holprig und einige Aussagen eher etwas gewagt. Denn hätte Custer am Little Big Horn gesiegt, wäre er wahrscheinlich der nächste amerikanische Präsident geworden. So die Aussage, die der Film propagiert. Desweiteren ist die Figurenzeichnung sehr oberflächlich und auch irritierend. So wandelt sich Custer vom Indianerfreund zum Befehlshaber dieses riesigen Massakers, das mit einer Schlappe für die US-Armee endet und wo er selbst den Tod finden. Auch der Fährtenleser Dakota ändert sich ins krasse Gegenteil. Zuerst ein Mann, der am liebsten alle Rothäute tot sehen würde, wandelt  er sich irgendwann zum Guten, ohne dass der Zuschauer die Beweggründe für den Wandel der Protagonisten erfährt und logisch nachvollziehen kann.
Custer geht zwar irgendwann in die Politik, nachdem er jahrelang vorher die Indianeragenten der Ausbeutung bezichtigt hatte und auch in Washington seine klage erhob. Als er kein Gehör findet, ordnet er seine liberale Gesinnung dem Prestige und der Publicity unter und versucht durch die große Schlacht auch die größte Macht und den größten Einfluss zu erlangen.
Der Film beginnt beim Untersuchungsausschuss über die legendäre Schlacht. Dort ist das Verhalten von Major Marcus Reno (Joseph Cotten) angeklagt, dem vorgeworfen wird Custer bei der Schlacht nicht angemessen unterstützt zu haben. Captain Bill Benton (Darren McGavin) wird in den Zeugenstand gerufen und es ist auch Benton, der seine Version der "wahren Geschichte" zu erzählen.
Benton holt lange aus und beginnt mit seiner Ankunft im Wilden Westen, wo seine Abteilung die Frau (Louise Serpa) des örtlichen Agenten Mr. Turner (Stacey Harris) begleitet. Sie werden von den Lakota Sioux angegriffen, die die Frau und die Kinder von Turner entführen. Mit diesen Geiseln versuchen die Häuptlinge Sitting Bull (Michael Pate) und Crazy Horse (Iron Eyes Cody) bessere Lebensbedingungen zu bekommen. Es gelingt dem kommandierenden Offizier Oberstleutnant George Armstrong Custer (Philip Carey) mit Hilfe von Major Reno und Captain Benton die Indianer zu überlisten und die Frau frei zu bekommen. Dennoch setzt sich Custer für die Stämme ein und äussert Verständnis für die Indianer, denn er weiß, dass dringend etwas getan werden muss um Krieg zu vermeiden. Auch Benton hat Sorgen, denn seine Verlobte Caroline (Julie Sommars) ist die Tochter von Reno und der mag ihn nicht sonderlich.
In Washington findet Custer jedoch wenig Gehör und zerstört vorerst seine militärische Karriere, indem er formell viele Politiker der Korruption beschuldigt - Custer soll in der Folge vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Nun soll Benton das Kommando über die 7. Kavallerie übernehmen, doch er lehnt ab. Inzwischen erhält Custer das Angebot Kandidat für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten zu werden. Doch es braucht für den Erfolg in dieser Sache eine Kriegsheld, der die Indianer besiegt. Er kehrt als Befehlshaber zurück, verschwunden ist seine Empathie. Er gibt dem Befehl die Indianer anzugreifen...

Die guten Darsteller wie Joseph Cotten oder Darren McGavin haben in "Entscheidung am Big Horn" kaum die Gelgenheit sich schauspielerisch zu profilieren. Zu oberflächlich sind ihre Rollen angelegt, was leider auch den Film im Mittelmaß des Genres belässt. Dabei wäre gerade diese Schlacht am Big Horn eine klasse Ausgangslage für einen epischen Geschichtsfilm. So bleibt der Film von Sidney Salkow hinter den Erwartungen zurück.

Bewertung: 6 von 10 Punkten.

Freitag, 17. September 2021

Die letzte Kugel trifft (Bullet for a bad Man)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Robert G. Springsteen

Mein bester Freund...der größte Feind...

"Rache"  - so heißt das Motto in Audie Murphys 17. Western "Die letzte Kugel trifft".  Der 1964 entstandene Film war der vorletzte von insgesamt sieben Western, die Murphy mit dem Produzenten Gordon Kay für die Universal drehte und seine zweite Zusammenarbeit mit dem Hollywood-Routinier Robert G. Springsteen als Regisseur. Ein Jahr vorher drehten sie gemeinsam den schwarz-weiß Western "Der eiserne Kragen".
Beide Filme können sich sehen lassen und gehören eindeutig zu den sehr starken Western des Kultschauspielers, der im Alter von 46 Jahren durch ein Flugzeugunglück viel zu früh ums Leben kam.
Sein Gegenspieler wird von Darren McGavin verkörpert, der einige Jahre vorher als fieser Drogendealer in "Der Mann mit dem goldenen Arm" auf sich aufmerksam machen konnte. So ist er auch hier der Bad Man und will sich an Audie Murphy rächen. Gleich in der ersten Szene macht der Zuschauer Bekanntschaft mit seiner Skrupellosigkeit und Brutalität. Ein Bürger liefert ihm, dem Banditenanführer, wertvolle Infos über die Bank, die die Bande ausrauben will. Nach den wichtigen Infos fragt dieser Outlaw Sam Ward seinen Kumpanen Pink "Brauchen wir den jetzt noch ?" - was natürlich zum sofortigen Todesurteil sorgt. Danach informiert er Pink (Skip Homeier), dass er nach dem Überfall einen gewissen Logan töten wird.
Dieser Logan ist ehemaligen Texas Ranger, genauso wie Sam Ward. Doch aus den ehemals besten Freunden wurden Feinde. Logan bekam die Kurve, während Sam immer mehr zum gesetzlosen Mörder wurde. Logan heiratete Susan (Beverly Owen), die Frau seines Freundes und zog mit ihr den kleinen Sammy (Kevin Tate) auf. Sammy glaubt, dass Logan sein Vater ist, doch er ist in Wahrheit der Sohn von Sam. Dieses Geflecht von Eifersucht und Enttäuschung hat in Sam auch den Wunsch wachgerufen seinen Konkurrenten zu töten. Logan hat als Farmer auch sein Päckchen zu tragen, die Familie hat immer wieder Geldschwierigkeiten. Und in dem Moment als der Banküberfall über die Bühne geht, ist auch Logan in der Stadt und kann von der Saloonbesitzerin Goldie (Cece Whitney) ein Darlehen bekommen. Er hilft aber dem Sheriff als die Bankräuber aus der Stadt fliehen wollen. Alle Banditen werden getötet, nur Sam kann fliehen. Der reitet mit dem gestohlenen Geld in das Versteck der Banditen, wo die junge Lotti (Ruta Lee) auf die Männer wartet. Die Geliebte von Skip ist nicht lange traurig über dessen Ableben, sie will aber einen Anteil am Geld. Dann ist auch schon die Bürgerwehr, zu der auch Logan gehört, vor Ort. Die betreffenden Männer, darunter zwei verruchte Schläger, ein Barkeeper und ein Büffeljäger, erweisen sich als vollkommen skrupellos und schlagen vor, Sam und das Mädchen zu erschießen und das Geld aufzuteilen, anstatt es der Bank zurückzubringen. Doch Logan stellt sich ihnen entgegen, obwohl er weiß, dass Sam ihn umbringen will...

Auf dem Weg zurück gibts natürlich auch viel Gesprächs-Nachholbedarf. Vielleicht ist das Drehbuch ab diesem Zeitpunkt zu wenig hart und setzt durchaus mal auf Sentimentaliäten. Dennoch kann der Western, der von Kameraltmeister Joseph Biroc prächtig photografiert wurde, bestens unterhalten und eine wilde Apachengruppe sorgt noch zusätzlich für Dramatik. Sehr schön herausgearbeitet wurde auch der Zwiespalt von Susan, die mit einem der Männer verheiratet war und einen Sohn hat und mit den anderen nach der Scheidung ehelichte. Im Angesicht des Todes wird der Rächer zum Retter - was will der Westernfan mehr.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.