Posts mit dem Label Darsteller: Forrest Tucker werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Darsteller: Forrest Tucker werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 2. Dezember 2024

Apachenschlacht am Schwarzen Berge (Oh Susanna)


 Regie: Joseph Kane

In der Kavallerie...

Joseph Kanes 1951 entstandener B-Western "Apachenschlacht am Schwarzen Berge" heißt im Original "Oh Susanna" und sollte an den Riesenerfolg von John Fords Kavallerietrilogie "Bis zum letzten Mann" (1948),"Der Teufelshauptmann" (1949) und "Rio Grande" (1950) anschließen.
Das Budget war allerdings viel niedriger und die Macher mussten mit 200.000 Dollar auskommen, auch die Drehzeiten von lediglich 3 Wochen ließ keinen Zweifel aufkommen, dass der Film eine Fließbandarbeit war. Das Drehbuch zu "Apachenschlacht am Schwarzen Berge" schrieb Joseph Kanes Regiekollege Charles Marquis Warren, der einige interessante Skizzierungen des Soldatenlebens im Fort mit in die Handlung einpflegt.
Auch wenn sich der deutsche Titel etwas reißerisch anhört, ist er aber inhaltlich falsch. Denn die Indianer, die sich auf dem Kriegspfad befinden, sind keine Apachen, sondern Sioux.
Die Geschichte spielt 1875 und man hat sich mit dem Stamm der Sioux durch Verträge geeinigt, so nun schon längere Zeit Frieden. Und der bei seinen Männer äusserst beliebte Captain Web Calhoun (Rod Cameron) tut auch alles Erdenkliche, dass der Vertrag auch von den Weißen eingehalten wird. Die Kämpfe zwischen Weißen und Indianern sind zwar beendet, aber das noch neue Friedensabkommen steht immer noch auf wackligem Fuß. Jeder kleinste Zwischenfall könnte ein neues Aufflammen von Aggressionen sein. Die Soldaten sind daher überall in diesen Grenzgebieten stationiert. Eine Nachricht ist allerdings mehr als brisant. Es hat sich herumgesprochen, dass in den schwarzen Bergen von Dakota, direkt im Indianerterritorium, Gold liegen soll. Dies bewirkt, dass viele Neubürger mit ihren Planwagen - trotz aller Warnungen und trotz der Gefährlichkeit - ins Reservat der Sioux eindringen, um dort nach Gold zu suchen. Calhoun versucht die Goldsucher unter Kontrolle zu halten, seine Empathie für die Indianer wird aber von seinem Vorgesetzen Lieuntenant Unger (Forrest Tucker) eher belächelt. Der Oberst wartet nur darauf, dass die Rothäute wieder angreifen und es kommt zu verbalen Feindseligkeiten zwischen dem Vorgesetzten und seinem Untergebenen. Probleme macht auch Calhouns Mädchen Lia Wilson (Adrian Both), die für den zwielichtigen Saloonbesitzer Ira Jordan (Jim Davis) und sich verändert hat. Sie reagiert abweisend und scheint mit mehreren Männern zu flirten. Beim Ball für den neuen Offizier Cutter (John Compton) ist dies besonders stark zu spüren. Als Ira als Gast den Raum betritt, wird sie von den anderen Frauen offen abgelehnt. Bevor die Indianer unter der Führung von Häuptling Pactola (Pedro de Cordoba) das Fort angreifen, gibts einige Episoden mit diversen Soldaten (u.a. Chill Wills, William Ching, Wally Cassell, Douglas Kennedy, William Hade, Jimmy Lydon) ....


Joe Hembus übte starke Kritik an dem Kavalleriewestern und sah in "Oh Susanna" lediglich einen billigen Abklatsch von "Fort Apache". Tatsächlich gibts auch ein paar Ähnlichkeiten, aber auch viele Unterschiede. Rod Cameron und Forrest Tucker sind ein gut eingespieltes Duo, die gut spielen, obwohl ihre Figuren leider ein bisschen eindimensional und nur wenig nuanciert sind.

Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 26. August 2021

Mit Pech und Schwefel (Brimstone)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Joseph Kane

Brimstone...

Joseph Kane ist ein in Vergessenheit geratener Regisseur vieler B-Western. Für die Republic Pictures war er daher ein gefragter Mann. Er drehte Filme wie "Die Plünderer von Nevada", "Terror über Colorado", "Apachenschlacht am Schwarzen Berge", "Der Tiger von Utah", "Der Cowboy von San Antone", "Der letzte Indianer", "Postraub in Central City" oder "Duell am Apachenpass". 
Alles keine ganz großen Meisterwerke des Genres, aber alle wie gemacht für Westernfans seine Arbeiten wieder neu zu entdecken oder kennenzulernen.
Ein sehr starker Joseph Kane Western ist beispielsweise "Brimstone", der in Deutschland den Titel "Mit Pech und Schwefel bekam" und erst 4 Jahre nach seiner Enstehung im August 1953 in die deutschen Kinos kam.
Rod Cameron und Forrest Tucker spielten oft in den Republic Western Seite an Seite, meistens war Rod Cameron der Aufrechte und Forrest Tucker der Schurke, wenngleich auch oft ein eher sympathischer Schurke. Den weiblichen Part übernahm Lorna Gray, deren Herz aber für den jungen Bud Courteen schlägt, der von James Brown (nicht der Soulsänger) gespielt wird.
Der eigentliche Star in "Brimstone" ist aber Walter Brennan als rachsüchtiger Rächer Brimston" Pop" Courteen. Der hat drei Söhne, von denen mindestens Nick (Jim Davis) und Luke (Jack Lambert) genauso missraten sind wie der dominante Vater und Patriarch. Sein jüngster Sohn Bud (James Brown) gilt als Weichei und steht unter der Fuchtel von Paps, der ihn ständig demütigt. Auch die anderen Söhne werden von ihm nicht gut behandelt, aber sie sind dumm genug es nicht so zu bemerken.
Was keiner weiß:  Courteen und seine beiden älteren Jungs rauben Postkutschen aus. Damit will sich Courteen an den vielen Farmern rächen, die sich hier in der kleinen Westernstadt Gunslight niedergelassen haben.
Er ahnt ja nicht, dass sein Jüngster ein Verhältnis mit der Farmerstocher Molly Bannister (Lorna Gray) hat, die mit ihrem Bruder Tod (David Williams) gar nicht so weit von der Ranch der Courteens entfernt wohnt.
Der hiesige Sheriff Henry McIntyre (Forrest Tucker) ist gehörig unter Druck, weil die Bürger Fahndungserfolge von ihm einfordern. Denn der Bandit taucht schnell auf und verschwindet wieder - sehr erfolgreich wie ein Geist und er ist Wiederholungstäter.
Er bekommt einen Tipp, wo sich dieses Phantom aufhalten soll und reitet mit seinem Deputy Art Benson (Guinn Williams) nach Wolf Creek und lernt dort den coolen Johnny Tremaine (Rod Cameron) kennen. Der macht sich zwar verdächtig, aber er kann den Sheriff überzeugen ihm die Stelle eines Deputy zu geben. Er will den Banditen zeitnah überführen...

In weiten Teilen wirkt "Wie Pech und Schwefel" wie eine Gangsterstory und alle Figuren haben etwas zu Verbergen. So wird auch der Zuschauer zum Raten aufgefordert, wer denn nun wirklich dieser schwarz gekleidete Bandit ist, der Postkutschen überfällt und auch den Courteens zweimal die Beute abjagt. Es gäbe da mehrere Optionen und obwohl man es fast erraten kann, tut dies der Spannung überhaupt keinen Abbruch. Das liegt an der sehr professionellen Machart des Westerns, Kane weiß wie er sein Publikum bestens unterhalten kann. Und mit Western Urgestein Walter Brennan in einer seiner Schurkenrollen kann schon gar nichts schiefgehen.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

 

Mittwoch, 25. August 2021

Die Letzten der 2. Schwadron (Fort Massacre)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Joseph M. Newman

Odyssee durchs Apachenland...

In dem B-Western "Die Letzten der 2. Schwadron" von Joseph M. Newman aus dem Jahr 1958 spielt Joel McCrea zum ersten Mal in seiner langen Filmkarriere einen größtenteils unsympathischen Charakter. Er wurde für diesen Western völlig gegen sein bisheriges Image besetzt. Erfolgreich war der Film nicht, aber immerhin kostete er nur schlappe 400.000 Dollar. Im Laufe der Zeit hat sich "Fort Massacre" - so der Originaltitel" - aber ein bisschen zu einem Kultwestern gemausert. Eine schöne Ehrung auch für den Regisseur Joseph M. Newman, dessen Karriere als Regieassistenz begann und in dieser Kategorie im Jahr 1936 für "David Copperfield" und ein Jahr später für "San Francisco" eine Oscar-Nominierung erhielt. Diese Kategorie wurde aber bald abgeschafft und nach einigen Kurzfilmen in den 40er Jahren inszenierte Newman in den 50ern Filme wie "Die Feuerspringer von Montana", "Metaluna IV antwortet nicht" oder "Tarzan, Herr des Urwalds" bevor er sich mehr seiner Fernehkarriere widmete als Serienregisseur für "Twilight Zone" oder "Big Valley".
Sein vielleicht bester Film ist tatsächlich dieser grimmige Militärwestern vom Geist der "Nackten und die Toten", denn die Odyssee dieser Kavallerieeinheit ist graumsam und ohne Illusion. Es sind die Überlebenden aus einem Kampf mit einer Überzahl an Apachen, die immer noch in der Nähe sein könnten und notgedrungen übernimmt der Indianerhasser Sergeant McVinton (Joel McCrea) das Kommando. Das erschreckt einige der Leute, denn sie wissen, dass Vinton seitdem Indianer seine Frau und seine beiden Kinder brutal ermordet haben, eine sadistische und fatalistische Ader hat. Nun muss diese verprengte Einheit einen Weg nach Hause finden.
Unter den Soldaten befinden sich Männer wie Travis (John Russell), Pawnee (Anthony Caruso), Collins (Denver Pyle) Tucker (Guy BrescottI Moss (Rayford Barnes) oder McGurney (Forrest Tucker). Manche sind verletzt. An der einzigen Wasserstelle kommt schon ein weiteres Problem dazu. Dort halten sich 50 Apachenkrieger auf. Vinton gibt dem Befehl zum Angriff. Die Soldaten sind entsetzt zu sehen, wie ihr umstrittener Vorgesetzter den letzten Indianer kaltblütig erschießt, obwohl dieser sich ergeben hat.
Irgendwann auf der beschwerlichen Reise treffen sie auf das Händlerpaar Charlie und Adele (Irving Bacon, Claire Carleton), die mit den Indianern Handel betreiben. Später kommen die Soldaten an ein altes Pueblo, in dem nur noch ein alter Pajute Indianer (Francis McDonald), dessen Enkelin (Susan Cabot) mit einem Esel, einer Ziege und einem Hund leben. Dort kommt es auch zum letzten Gefecht...

Am Ende fällt dem Soldaten Travis noch eine besondere Rolle zu. Und dessen Vorgesetzter verliert die Kontrolle über seinen Hass vollkommen. Damit ist der Konflikt unausweichlich. Die Apachen werden hier auch tatsächlich von Apachen gespielt. Eines der Merkmale, die dem Film einen hohen Realismus verleihen. Ansonsten erweisen sich die Charaktere als schweigsame, aber dennoch komplex wirkende menschliche Charaktere. "Die letzten der 2. Schwadron" ist ein eher ungewöhnlicher Western, der seine ehrliche Geschichte schnörkellos bis zu seinem unbarmherzigen Finale verfolgt.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.