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Samstag, 9. Oktober 2021

Duell im Morgengrauen (Gunman´s Walk)

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Regie: Phil Karlson

Im Schatten des großen Vaters...

Der US-Regisseur Phil Karlson drehte in seiner aktiven Laufbahn mehrheitlich B-Pictures. Sein bekanntester Film ist wahrscheinlich "Kid Galahad", der Boxerfilm mit Elvis Presley. Im Jahr 1958 bekam er für seinen psychologischen Western "Duell im Morgengrauen" sehr gute Kritiken. Die zeitgenössischen Einschätzungen stellten den Hybrid zwischen B-Western und klassischem Edelwestern sogar als ebenbürtig mit Klassikern wie "Zähl bis drei und bete" oder "High Noon".
Leider ist der großartig fotografierte Western (Kamera: Charles Lawton Junior) im Lauf der Zeit in Vergessenheit geraten, was eigentlich schade ist. Denn Karlson gelang tatsächlich eine großartige Perle des Genres.
Es ist eine bittere Geschichte über einen Mann, der den Westen miit aufgebaut hat, der aber erkennen muss, dass er in den Zahnrädern der Geschichte gefangen ist. Die Zeit hat sich merklich gewandelt. Es ist auch gleichzeitig die Geschichte zweier ungleicher Brüder, die beide im Schatten des übergroßen Vaters stehen und sich nur schwerlich befreien können.
Dabei ist vor allem ein Imagewandel bei Tab Hunter vorgenommen worden, der in "Duell im Morgengrauen" eigentlich zuerst den sensiblen, jüngeren Sohn Davy spielen sollte, jedoch die Chance ergriff den interessanteren Part des arroganten wie extrem traumatisierten Ed zu spielen, der bei jeder Gelegenheit seinen Vater übertreffen will, um endlich nicht nur als dessen Schatten wahrgenommen zu werden. Liebe und Hass sind in der Geschichte allgegenwärtig.
In der ersten Szene reiten die Brüder Ed (Tab Hunter) und Davy (James Darren) von der Ranch des Vaters nach Jackson City in Wyoming. Sie sollen dort einige Männer für den Viehtreck anwerben, den ihr Vater Lee (Van Heflin) in den nächsten Tagen beginnt. Unter anderen engagieren sie den Halbindianer Paul Chouard (Bert Convy), dessen hübsche Schwester Clee (Kathryn Grayson) neuerdings im Ladne von Purcell Avery (Edward Platt) arbeitet. Beiden Brüdern gefällt die Frau. Während Ed die junge Halbindianerin anmaßend und plump anmacht, benimmt sich Davy viel höflicher.
Die beiden reiten zurück zu Vaters Ranch und der Zuschauer lernt diesen raubeinigen und schwierigen Großrancher im Umgang mit seinen beiden Söhnen kennen. Er ist besonders stolz auf den hitzköpfigen Ed, führt aber auch ein hartes Regiment. Die Söhnen müssen ihren Vater "Lee" nennen und immer wieder misst er sich mit ihnen als Schütze. Dramatisch wird es als der Treck stattfindet. Ed benimmt sich mehr und mehr rücksichtslos und versucht sich vor allem mit dem Halbindianer Paul zu messen. Als beide unbedingt eine weiße Mustangstute einfangen wollen, kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall. Ed drängt mit seinem Pferd Paul so rücksichtslos zur Seite, dass dieser mit seinem Pferd eine steile Klippe hinunterstürzt. Er ist sofort tot. Dies bemerkt Ed allerdings erst, als er den Mustang erfolgreich angefangen hat. Zwei Indianer, die als Hilfskräfte beim Treck mitmachen, sind aber Augenzeugen und haben gesehen, dass Ed Paul getötet hat. Dieser schildert den Zwischenfall aber als bedauerlichen Unfall. Dennoch wird Ed vor Gericht gestellt. Es kommt beinahe zur Mordanklage, doch der durchreisende Pferdehändler bestätigt die Version von Ed...



Der Film lebt vor allem durch die sehr guten Darstellerleistungen von Van Heflin und Tab Hunter. Beide sind in ihren Rollen absolut glaubwürdig und können auch eine psychologische Tiefe vermitteln. Dies hat zur Folge, dass die Charaktere des Films nie schwarz-weiß und einfach gestrickt angelegt sind, sondern die Ambivalenz der Figuren schimmert immer wieder durch. So leidet man auch mit dieser selbstzerstörerischen Neigung von Ed, bei dem durch diesen Vorfall in der Schlucht die ganze Pathologie ausbricht, die in ihm schlummert. Er kann nicht anders und zelebriert durch seinen weiteren Handlung den tödlichen Zerstörungskurs, den der Vater versucht mit seiner ganzen Macht und seinem großen Einfluß zu verhindern. Am Ende steht das "Duell im Morgengrauen" bei dem es keinen Sieger geben kann.
Der Film hält durchgehend seine dramatische Atmosphäre und begeistert durch die emotionale Kraft der Geschichte, die etwas von der Kraft griechischer Tragödien vermittelt. Das Schicksal hat es gewollt, dass die Protagonisten in eine ausweglose Lage geraten sind. Die sich immer deutlicher abzeichnende Katastrophe ist nicht mehr aufzuhalten, egal wie die darin verstrickten Figuren auch handeln.

Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 9. September 2021

Tomahawk (Tomahawk)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: George Sherman

Zwischen zwei Völkern...

"Tomahawk - Aufstand der Sioux" ist ein Film von George Sherman aus dem Jahre 1950, der in etwa zur gleichen Zeit in die Kinos kam wie die wegweisenden Western "Der gebrochene Pfeil" von Delmer Daves oder "Fluch des Blutes" von Anthony Mann, die sich um ein freundlicheres Bild der Rothäute in den Hollywoodfilmen bemühten. Auch "Tomahawk" geht den gleichen Weg, macht aber gar nicht soviel Aufhebens darum und setzt durchweg auf eine freundlich-romantische Darstellung der Ereignisse, die zu der ersten großen Niederlage der Kavallerie durch die Indianer führte. In den amerikanischen Geschichtsbüchern wurde die Schlacht als Fetterman Massacre vermerkt, die Sioux nannten sie die Schlacht der hundert Erschlagenen.
Es ist das Jahr 1966. Schon einige Male haben die Weißen die Verträge mit den Indianern gebrochen. Nun soll es wieder zum Vertragsbruch kommen, weil die Eisenbahn gebaut werden soll. Auch das Fort Kearney wurde auf dem Gebiet der Indianer gebaut. Die Häuptlinge der Sioux, auch der mächtige Chief Red Cloud (John War Eagle) treffen sich mit den Vertretern aus Washington um strittige Fragen zu klären. Der Trapper Jim Bridger (Van Heflin) , der lange bei den Indianern gelebt hat und dort für die Sache der Ureinwohner sprechen soll, hat seinen besten Freund Sol Beckworth (Jack Oakie), ebenfalls ein Trapper und die hübsche Indianerin Monahsetah (Susan Cabot) bei sich.
Seine Worte werden von den Regierungsvertretern nicht gerne gehört, aber Oberst Carrington (Preston Foster) scheint ein vernünftiger Mann zu sein, der auf Frieden setzt. So lassen sich die beiden Trapper von der Armee als Kundschafter anwerben. Die Sioux sind auch bereit, sich auf die ihnen neu zugewiesenen Gebiete zurückzuziehen, sie warnen aber die Soldaten gleichzeitig, dass nur ein toter Indianer den Krieg bringen wird. Und der lässt auch nicht lange auf sich warten. Denn der brutale Lieutenant Dancy (Alex Nicol) tötet rücksichtslos und ohne schwerwiegenden Grund einen Indianerjungen, der sich ein Pferd von den Soldaten beschaffen wollte. Der zweite junge Indianer entkommt. Auch Monahseetah glaubt, dass Dancy auch der Mann sein könnte, der vor einigen Jahren ihre Schwester und deren Kind getötet hat. Unterwegs lesen die Soldaten die fahrenden Schauspieler Julie Madden (Yvonne de Carlo) und Dan Castello (Tom Tully) auf, die sie auch ins Fort begleiten. Auch Bridger ist auf dem Weg zum Fort. Und die Indianer haben auch schon das Kriegsbeil ausgegraben...

"Tomahawk" ist nette Westernunterhaltung, hat aber wenig Tiefgang zu bieten. Die Geschichte wirkt harmlos und naiv, wird aber in tolle Bilder verpackt. Auch die Kampfszenen sind gut choreografiert. Es fehlt bei aller Sympathie ein bisschen die Dramatik. Nur wenige Szenen packen. So bleibt die Szene, in der Bridger den Mörder seiner Frau verfolgt und mit ihm im Fluß einen erbitterten Kampf liefert in guter Erinnerung, denn hier kommt noch eine dritte Person zum Tragen, die den Ausgang des Kampfes dann entscheidet. Durch eine Befehlsverweigerung eines ehrgeizigen Soldaten geraten diese in den Hinterhalt der Indianer. Gewisse Strategien der Schlacht sind etwas absurd dargestellt, da die Indianer sicher schnell merkten, dass sie den neuen Gewehren der Armee unterlegen sind. Ein Fortführen der Strategie einzelner Gruppen, die angreifen, war sicherlich nicht wahrheitsgetreu.
Regisseur George Sherman war ein sehr fleissiger Filmemacher von B-Western, auf sein Konto gehen Genrebeiträge wie "Im Lande der Comanchen", "Die Teufelspassage", "Der Speer der Rache", "Verschwörung auf Fort Clark" oder "Die Schlacht am Apachenpass". In einer kleinen Rolle ist Rock Hudson zu sehen.

Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.