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Montag, 2. Dezember 2024

Apachenschlacht am Schwarzen Berge (Oh Susanna)


 Regie: Joseph Kane

In der Kavallerie...

Joseph Kanes 1951 entstandener B-Western "Apachenschlacht am Schwarzen Berge" heißt im Original "Oh Susanna" und sollte an den Riesenerfolg von John Fords Kavallerietrilogie "Bis zum letzten Mann" (1948),"Der Teufelshauptmann" (1949) und "Rio Grande" (1950) anschließen.
Das Budget war allerdings viel niedriger und die Macher mussten mit 200.000 Dollar auskommen, auch die Drehzeiten von lediglich 3 Wochen ließ keinen Zweifel aufkommen, dass der Film eine Fließbandarbeit war. Das Drehbuch zu "Apachenschlacht am Schwarzen Berge" schrieb Joseph Kanes Regiekollege Charles Marquis Warren, der einige interessante Skizzierungen des Soldatenlebens im Fort mit in die Handlung einpflegt.
Auch wenn sich der deutsche Titel etwas reißerisch anhört, ist er aber inhaltlich falsch. Denn die Indianer, die sich auf dem Kriegspfad befinden, sind keine Apachen, sondern Sioux.
Die Geschichte spielt 1875 und man hat sich mit dem Stamm der Sioux durch Verträge geeinigt, so nun schon längere Zeit Frieden. Und der bei seinen Männer äusserst beliebte Captain Web Calhoun (Rod Cameron) tut auch alles Erdenkliche, dass der Vertrag auch von den Weißen eingehalten wird. Die Kämpfe zwischen Weißen und Indianern sind zwar beendet, aber das noch neue Friedensabkommen steht immer noch auf wackligem Fuß. Jeder kleinste Zwischenfall könnte ein neues Aufflammen von Aggressionen sein. Die Soldaten sind daher überall in diesen Grenzgebieten stationiert. Eine Nachricht ist allerdings mehr als brisant. Es hat sich herumgesprochen, dass in den schwarzen Bergen von Dakota, direkt im Indianerterritorium, Gold liegen soll. Dies bewirkt, dass viele Neubürger mit ihren Planwagen - trotz aller Warnungen und trotz der Gefährlichkeit - ins Reservat der Sioux eindringen, um dort nach Gold zu suchen. Calhoun versucht die Goldsucher unter Kontrolle zu halten, seine Empathie für die Indianer wird aber von seinem Vorgesetzen Lieuntenant Unger (Forrest Tucker) eher belächelt. Der Oberst wartet nur darauf, dass die Rothäute wieder angreifen und es kommt zu verbalen Feindseligkeiten zwischen dem Vorgesetzten und seinem Untergebenen. Probleme macht auch Calhouns Mädchen Lia Wilson (Adrian Both), die für den zwielichtigen Saloonbesitzer Ira Jordan (Jim Davis) und sich verändert hat. Sie reagiert abweisend und scheint mit mehreren Männern zu flirten. Beim Ball für den neuen Offizier Cutter (John Compton) ist dies besonders stark zu spüren. Als Ira als Gast den Raum betritt, wird sie von den anderen Frauen offen abgelehnt. Bevor die Indianer unter der Führung von Häuptling Pactola (Pedro de Cordoba) das Fort angreifen, gibts einige Episoden mit diversen Soldaten (u.a. Chill Wills, William Ching, Wally Cassell, Douglas Kennedy, William Hade, Jimmy Lydon) ....


Joe Hembus übte starke Kritik an dem Kavalleriewestern und sah in "Oh Susanna" lediglich einen billigen Abklatsch von "Fort Apache". Tatsächlich gibts auch ein paar Ähnlichkeiten, aber auch viele Unterschiede. Rod Cameron und Forrest Tucker sind ein gut eingespieltes Duo, die gut spielen, obwohl ihre Figuren leider ein bisschen eindimensional und nur wenig nuanciert sind.

Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 29. September 2021

Gefährten des Grauens (The Wild North)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Andrew Marton

Im Wilden Norden...

Andrew Martons 1951 gedrehter Film "Gefährten des Grauens" ist auch bekannt unter dem Alternativtitel "Im Wilden Norden" - ein Western, der im Schnee und Eis spielt und damals respektable 4 Millionen Dollar an der kinokasse einspielte. Mortons bekanntester Film "König Salomons Diamannten" war der Vorgänger dieses Westerns und dürfte wahrscheinlich Mortons bekanntester Film sein. Später drehte er Filme wie "Grünes Feuer", "Der längste Tag" oder "Unter Wasser rund um die Welt".
Sowohl in "König Salomons Diamanten" als auch in "Gefährten des Grauens" spielt Stewart Granger die Hauptrolle. Beide Filme sicherten ihm einen hohen Rang in Hollywoods A-Garde der 50er Jahre. Granger blieb in seiner Karriere auch immer wieder dem Western Genre treu. so war er Hauptdarsteller in Richard Brooks bitterem Büffelwestern "Die letzte Jagd" und auch in Henry Hathaways "Land der 1000 Abenteuer" mit John Wayne an seiner Seite. Als Old Surehand hatte er große Auftritte in den deutschen Karl May Verfilmungen.
"Gefährten des Grauens" ist in weiten Teilen ein Zwei Personen Stück mit fantastischen Naturaufnahmen, die für richtig gute Atmosphäre sorgen. Diese Bilder gehen auch auf das Konto des Kameramanns Robert L. Surtees, der auch in anderen Filmen wie "Oklahoma", "Quo Vadis", "Der Clou", "Die letzte Vorstellung", "Stadt der Illusionen", "Quo Vadis", "Meuterei auf der Bounty", "Die Reifeprüfung" oder "Sommer 42" hervorragende Akzente setzen konnte und insgesamt dreimal mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. 
Die Geschichte spielt im Wilden Norden Kanadas. Dort lebt der lebenslustige Trapper Jules Vincent (Stewart Granger) in der Wildnis. Er ist ein Einzelkämpfer und hat gelernt in der Natur zu überleben. Es treibt ihn aber auch immer wieder in die Zivilisation, dort wo andere Menschen sind. Als er wieder einmal in der Stadt auftaucht, hilft er einem Indianermädchen (Chyd Charisse) vor dem betrunkenen Brody (Howard Petrie), der zu zutringlich wurde. Am anderen Tag versöhnen sich die beiden Streithähne. Jules hat vor das Mädchen mit in seinem Kanu zu nehmen. Brody bittet ihn sich anschließen zu dürfen. Mit etwas Skepsis willigt der Naturbursche ein. Doch nur zwei dieser Reisegesellschaft - der Trapper und das Mädchen - kommen im Chippeway Dorf an. Brody soll von Jules ermodert worden sein. Jules flieht vor dem Gesetz in die Wildnis, die er gut kennt. Auf seine Fersen helftet sich der etwas steife, aber sehr pflichtbewusste  Konstabler Pedley (Wendell Corey)....

Der findet den Verdächtigen auch, doch der Weg von der rauen Wildnis bis zur Zivilisation ist lebensgefährlich. Mit verschlagenen Banditen, Lawinen, Blizzards und mit bissigen Wölfen werden die beiden Männer konfrontiert, die sich irgendwann während der Reise etwas anfreunden. Obwohl Stranger und Corey die Geschichte alleine tragen müssen, funktioniert dieser Western sehr gut. Er ist ein Mischding zwischen A- und B-Western und Roadmovie im tiefsten Winter. Ein Film über zwei Männer, die durch den gegenseitigen Respekt immer mehr zu Freunden werden.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Montag, 27. September 2021

Höhle der Gesetzlosen (Cave ot the Outlaws)


Regie: William Castle

Das Geld in der Felsenhöhle...

Regisseur und Filmproduzent William Castle wurde vor allem wegen seinen Gruselfilmen in den 50er Jahren bekannt. Er peppte die Filme mit Gimmicks auf, die auch zu seinem Markenzeichen wurden. Zum Beispiel bot er eine Lebensversicherung von 1.000 US-Dollar an, für den Fall, dass einer der Zuschauer während der Vorstellung aufgrund der Todesangst stirbt. Einmal gab es eine spezielle Brille vor der Vorstellung, mit der es möglich war besonders schreckenserregende Gestalten auszublenden. In seinem berühmten "Der Tingler" flüchtet ein wurmartiges Monster, worauf einige Statisten wurmartige Puppen in den Zuschauerraum warfen. Auch die in den kinoälen aufgehängte beleuchtete Skelette
sorgten für Furore. Als Produzent schrieb er mit dem Roman Polanski Schocker "Rosemarys Baby" Kinogeschichte.
Seine ersten Erfahrungen als Regisseur machte er mit Westernfilmen. Die meisten davon sind heute in Vergessenheit geraten. Der 1951 inszenierte "Höhle der Gesetzlosen" wurde aber irgendwann in all den Jahren von den Westernfans wieder- oder neu entdeckt und besitzt inzwischen ein bisschen Kultstatus.
Es ist auch einer der ersten Filme, in denen der junge Russ Tamblyn (damals 16 Jahre) zu sehen ist. Er spielt sogar die Hauptfigur der Geschichte, kommt aber im jungen Alter nur sehr kurz am Anfang des Filmes vor. Danach dreht sich das Rad der Zeit und die Geschichte wird 15 Jahre später fortgesetzt. Dieser Pete Carver (Russ Tamblyn, später MacDonald Carey) saß nun 15 Jahre hinter Gittern. Nach einem Eisenbahnraub wurde das erbeutete Geld in eine versteckte Felsenhöhle verschleppt. Der Sheriff jagte damals die Bande, aber alle Bandenmitglieder fanden den Tod in dieser Höhle - nur der damals 15jährige Junge überlebte. Das Geld blieb bis heute verschollen. Höchstwahrscheinlich ist Steve Carver nun wieder in die Stadt gekommen, um sich die Beute von damals einfach zu holen. Denn sicherlich weiß er, in welchem Teil der unübersichtlichen Höhle das Geld versteckt wurde.
Pete hat aber immer behauptet nicht zu wissen wo das Geld ist. Natürlich haben auch noch andere Menschen Interessen an dem Geld. So ist auch der Wells Fargo Agent Dobbs (Edgar Buchanan) in der Stadt und folgt Steve Carver auf Schritt und Tritt. Die Geschäftsleute der Stadt reisen sich um die Gunst von Carver, der von ihnen alles auf Kredit bekommen kann: Essen, Trinken, Übernachtung, Kleidung und und und. Die schöne Witwe Elizabeth Trent (Alexis Smith) hat ihn sogar auerkoren, dass er mit seinen finanziellen Aussichten ihre marode Lokalzeitung aus dem Tief heraus holt. Auch der sehr reiche Ben Cross (Victor Jory) hat großes Interesse an Steve Carvers Aktivitäten. Vielleicht hat er auch finstere Pläne...

Neben MacDonald Carey, der viele B-Western drehte und dessen bekannteste Rolle die des Polizeidetektivs Jack Graham in Hitchcocks genialen "Schatten des Zweifels" wurde, fungiert sicherlich auch die berühmten Carlsbad Höhle als Hauptdarsteller. Denn die Szenen in dieser unterirdischen Welt sorgen für gutes Feeling und eine gewisse morbide Atmosphäre. Kein Wunder, dass Castle später im Gruselsektor heimisch wurde. Gemeinsam mit den klassischen Westernzutaten wurde "Höhle der Gesetzlosen" mit ein bisschen sozialkritisch aber optimistischen Capra Touch gewürzt (vor allem die Figur des Dobbs passt ins Capra Oeuvre und MacDonald Carey verkörpert optimal den aufrechten Mann) und die Szenen, in denen Steve von den Bürgern der Stadt wie ein König hofiert wird, haben einige Ähnlichkeiten mit Ronald Neames "The Million Pound Note".
Möglicherweise ist man als Zuschauer etwas irritiert, wenn der junge Russ Tamblyn in 15 Jahren wie MacDonald Carey aussieht. Der war bei der Enstehung des Films beinahe schon 40 Jahre alt, aber wenn man dies geschluckt hat, dann wird man von diesem Technicolor Western der Universal sehr gut unterhalten. In der ersten Szene ist sogar Lee Marvin für einen Augenblick zu sehen.
 
 Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Samstag, 18. September 2021

Der letzte Zug nach Santa Fe (Cattle Drive)


Regie: Kurt Neumann

Der Junge und der Cowboy....

Kurt Neumanns 1951 gedrehter Western "Cattle Drive" (deutsch: Viehtreiben) wurde für den deutschen Markt unbenannt in "Der große Zug nach Santa Fe" und ist ein herrlicher Technicolor-Schinken für die ganze Familie. Ein enger Verwandter von Victor Flemings "Manuel" - allerdings nicht auf hoher See, sondern im Wilden Westen.
Sein größter Filmerfolg gelang dem deutschen Emmigranten im Jahr 1958 mit dem Horrorfilm "Die Fliege" nach der Kurzgeschichte des französischen Schriftstellers und Journalisten George Langelan.
Leider erlebte Neumann diesen Triumph nicht mehr, denn er starb einen Monat nach der Premiere und genau eine Woche vor dem Kinostart.
Kurt Neumann, der im Jahr 1898 in Nürnberg geboren wurde, siedelte bereits zu Beginn der Tonfilmzeit nach Hollywood um und drehte immerhin auch die späteren Johnny Weissmüller Tarzan Filme.
Tatsächlich ist in der ersten Einstellung von "Cattle Drive" tatsächlich auch "Der große Zug nach Santa Fe" zu sehen, dort sorgt der 14jährige Chester Graham jr. (Dean Stockwell) für Ärger und Unmut bei den Passagieren und beim Zugpersonal. Doch der Schaffner ist vorsichtig, denn Chester ist der Sohn des Präsidenten der Eisenbahngesellschaft (Leon Ames). Und der ist auch unter den Mitreisenden, hat aber für seinen verwöhnten und ungezogenen Sprößling keine Zeit, sondern hält ständig Sitzungen ab. Dem eingebildeten Lausebengel ist aber langweilig und als der Zug auf freier Strecke kurz anhalten muss, hat er nichts anderes zu tun als eine kleine Eidechse mit Steinen zu verjagen. Er muss dazu einen felsigen Abhang hinuntersteigen, doch dann rutscht der Junge aus und fällt ein bisschen den Abhang runter. Sein Pech: Denn der Zug hat die Reise wieder fortgesetzt und als er kurze Zeit später vermisst wird, ist es leider zu spät den Zug anzuhalten oder zurückzufahren, denn die Nachfolgezüge sind bereits unterwegs auf Schienen. So kommt es, dass Chester in der kargen Landschaft auf sich allein gestellt ist. Die Sonne brennt stark und bald meldet sich der Durst. Zum Glück wird Chester von dem Cowboy Dan Matthews (Joel McCrea) aufgelesen, der mit anderen Cowboys eine Rinderherde nach Santa Fe befördern muss und kurz im Gebirge war, um ein wilden schwarzen Hengst einzufangen.  Wohl oder übel muss der freche Junge nun mitkommen - und im Laufe der zweiwöchigen Auszeit vom Verwöhnmodus bekommt er ein paar Lektionen im Benehmen und auch in der Charakterbildung. Aus dem verwöhnten Jüngelchen wird ein verantwortungsbewusster Teenager...

Im Kino war dieser Familienwestern ein guter Erfolg. Mit Chill Wills und Henry Brendon sieht man auch weitere bekannte Gesichter des Genres und das Zusammenspiel zwischen Joel McCrae und dem Kinderstar Dean Stockwell funktioniert perfekt. Stockwell konnte auch im Erwachsenenalter gute Erfolge beim Film feiern. Unvergessen bleibt seine Rolle in Richard Fleischers "Der Zwang zum Bösen" - dort mimt er gemeinsam mit Bradford Dillmann das Killerduo Judd Steiner und Artie Strauss. Einen sehr schrägen Part durfte er in David Lynchs "Blue Velvet" spielen, für Jonathan Demmes "Mafiosi Braut" wurde er sogar für den Oscar als bester Nebendarsteller vorgeschlagen. Auch wenn das Ende in "Der letzte Zug nach Santa Fe" etwas zu übertrieben und aufgesetzt wirkt, ist alles weitere überaus sympathisch: Ein FeelGood Movie, einfach, aufrichtig und ehrlich mit sehr guten Charakteren.


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

 

Donnerstag, 9. September 2021

Tomahawk (Tomahawk)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: George Sherman

Zwischen zwei Völkern...

"Tomahawk - Aufstand der Sioux" ist ein Film von George Sherman aus dem Jahre 1950, der in etwa zur gleichen Zeit in die Kinos kam wie die wegweisenden Western "Der gebrochene Pfeil" von Delmer Daves oder "Fluch des Blutes" von Anthony Mann, die sich um ein freundlicheres Bild der Rothäute in den Hollywoodfilmen bemühten. Auch "Tomahawk" geht den gleichen Weg, macht aber gar nicht soviel Aufhebens darum und setzt durchweg auf eine freundlich-romantische Darstellung der Ereignisse, die zu der ersten großen Niederlage der Kavallerie durch die Indianer führte. In den amerikanischen Geschichtsbüchern wurde die Schlacht als Fetterman Massacre vermerkt, die Sioux nannten sie die Schlacht der hundert Erschlagenen.
Es ist das Jahr 1966. Schon einige Male haben die Weißen die Verträge mit den Indianern gebrochen. Nun soll es wieder zum Vertragsbruch kommen, weil die Eisenbahn gebaut werden soll. Auch das Fort Kearney wurde auf dem Gebiet der Indianer gebaut. Die Häuptlinge der Sioux, auch der mächtige Chief Red Cloud (John War Eagle) treffen sich mit den Vertretern aus Washington um strittige Fragen zu klären. Der Trapper Jim Bridger (Van Heflin) , der lange bei den Indianern gelebt hat und dort für die Sache der Ureinwohner sprechen soll, hat seinen besten Freund Sol Beckworth (Jack Oakie), ebenfalls ein Trapper und die hübsche Indianerin Monahsetah (Susan Cabot) bei sich.
Seine Worte werden von den Regierungsvertretern nicht gerne gehört, aber Oberst Carrington (Preston Foster) scheint ein vernünftiger Mann zu sein, der auf Frieden setzt. So lassen sich die beiden Trapper von der Armee als Kundschafter anwerben. Die Sioux sind auch bereit, sich auf die ihnen neu zugewiesenen Gebiete zurückzuziehen, sie warnen aber die Soldaten gleichzeitig, dass nur ein toter Indianer den Krieg bringen wird. Und der lässt auch nicht lange auf sich warten. Denn der brutale Lieutenant Dancy (Alex Nicol) tötet rücksichtslos und ohne schwerwiegenden Grund einen Indianerjungen, der sich ein Pferd von den Soldaten beschaffen wollte. Der zweite junge Indianer entkommt. Auch Monahseetah glaubt, dass Dancy auch der Mann sein könnte, der vor einigen Jahren ihre Schwester und deren Kind getötet hat. Unterwegs lesen die Soldaten die fahrenden Schauspieler Julie Madden (Yvonne de Carlo) und Dan Castello (Tom Tully) auf, die sie auch ins Fort begleiten. Auch Bridger ist auf dem Weg zum Fort. Und die Indianer haben auch schon das Kriegsbeil ausgegraben...

"Tomahawk" ist nette Westernunterhaltung, hat aber wenig Tiefgang zu bieten. Die Geschichte wirkt harmlos und naiv, wird aber in tolle Bilder verpackt. Auch die Kampfszenen sind gut choreografiert. Es fehlt bei aller Sympathie ein bisschen die Dramatik. Nur wenige Szenen packen. So bleibt die Szene, in der Bridger den Mörder seiner Frau verfolgt und mit ihm im Fluß einen erbitterten Kampf liefert in guter Erinnerung, denn hier kommt noch eine dritte Person zum Tragen, die den Ausgang des Kampfes dann entscheidet. Durch eine Befehlsverweigerung eines ehrgeizigen Soldaten geraten diese in den Hinterhalt der Indianer. Gewisse Strategien der Schlacht sind etwas absurd dargestellt, da die Indianer sicher schnell merkten, dass sie den neuen Gewehren der Armee unterlegen sind. Ein Fortführen der Strategie einzelner Gruppen, die angreifen, war sicherlich nicht wahrheitsgetreu.
Regisseur George Sherman war ein sehr fleissiger Filmemacher von B-Western, auf sein Konto gehen Genrebeiträge wie "Im Lande der Comanchen", "Die Teufelspassage", "Der Speer der Rache", "Verschwörung auf Fort Clark" oder "Die Schlacht am Apachenpass". In einer kleinen Rolle ist Rock Hudson zu sehen.

Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 
 

Dienstag, 31. August 2021

Trommeln des Todes (Apache Drums)


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 Regie: Hugo Fregonese
 
Überfall der Mescalero-Apachen... 
 
Das Szenario in "Apache Drums" (Deutscher Titel: Tommeln des Todes)  ist gespenstisch. Auf dem Höhepunkt von Hugo Fregoneses kleiner B-Western Perle aus dem Jahr 1951 haben sich die Siedler der kleinen Stadt Spanish Boot in die örtliche Kirche verschanzt. Draussen bereiten die Mescalero Apachen unter der Führung ihres Häuptlings Victorio den finalen Angriff vor. Dazu singen sie und wechseln immer kurz vor ihren Angriffen den Takt. Die Trommeln verraten dann den Eingesperrten, dass wieder einige Krieger in die hohen Fenster der Kirche eindringen. Der Angriff hat etwas mystisches, religiöses, denn die Indianer gehen in den Kampf wie eine Messe - sie werden ihr Leben opfern, weil ihnen der Häuptling verheißt, dass ihr Opfertod die nächsten Generationen der Apachen viel stärker machen, da die Toten als Geistkrieger mit in den Kampf ziehen werden.
"Apache Drums" ist ein Film des argentinsichen Regisseurs Hugo Fregonese (Old Shatterhand, Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse, Dracula jagt Frankenstein) und vor allem eine Produktion von Val Lewton. Gerade diese letzte Szene erinnert doch sehr an die besten Arbeiten Lewtons. Aber auch andere Szenen des Films verraten die Handschrift des Produzenten, der für die RKO in den 40ern Horrorklassiker wie "Ich folgte einem Zombie", "Katzenmenschen" oder "Der Leichendieb" produzierte.  Obwohl Lewton nur als Produzent in den Vorspännen genannt wird, gilt er als die treibende künstlerische Kraft bei diesen Filmen. Er wollte allerdings nicht in mehreren Funktionen genannt werden, da er fürchtete, es sehe so aus, als ob er seine Macht als Produzent missbrauche, um im Vorspann möglichst oft genannt zu werden.
Einmal sieht man wie die Leiche eines jungen Scouts im Stadtbrunnen aufgefunden wird - auch die Berge wurden herrlich bedrohlich inszeniert. Wenn der Glücksspieler Sam Leeds (Stephen McNally) die Stadt verlässt und den Wagen mit den Saloon-Girls findet. Überall liegen Leiche und in den hohen Bergen könnten weitere Indianer lauern. Er spürt das und ist besonders aufmerksam. Es ist zwar keiner zu sehen, aber plötzlich löst sich Gestein von Oben. Er kehrt schnell um, denn er muss das Städtchen warnen. Gar nicht so einfach für einen der gerade eben vom Sheriff Joe Madden (Willard Parker) aus dem Ort gejagt wurde. Vorausgegangen war eine Schießerei im Saloon, wo Sam Leeds seinen Gegner in Notwehr niederschoß. Erschwerend dazu kommt, dass beide so unterschiedliche Männer die gleiche Frau lieben. Sally (Coleen Gray) ist hin- und hergerissen. Auf der einen Seite fühlt sie sich sehr zu dem lebenslustigen Dandy Sam hingezogen, sie will aber auch Sicherheit und Geborgenheit, die könnte ein Mann wie der Sheriff bieten. Dieser ist es auch, der mit ihr zur Kirche geht, wenn der indianerfeindliche Reverend Griffin (Arthur Shields) predigt. Als Sam zurückkehrt und die Stadt warnt, glaubt ihm keiner. Bis die Postkutsche mit toten Insassen eintrifft...

"Apache Drum" entwickelt sich zu einer kleinen, kurzweiligen Westernperle, die ich bisher noch nicht kannte. Vor allem sind es die Figuren, die erst mit der Zeit aussagekräftigere Konturen bekommen und man kann die Protagonisten am Anfang noch gar nicht so gut einschätzen. Dazu kommt eine Kette von originellen Kleinkonflikte. Der Film versteht es auch vortrefflich den Zuschauer im Unklaren zu lassen, was Sam wirklich ist. Bekannt aus "Winchester 73" durfte Hauptdarsteller Stephen McNally ein weiteres Mal einen etwas dubiosen, halbseiden Mann spielen. Allerdings hat er hier in "Apache Drums" die Möglichkeit sich zu bessern


Bewertung: 8 von 10 Punkten.