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Mittwoch, 29. September 2021

Schlucht des Verderbens


Regie: Roy Rowland

Der glorreiche Revolverheld...

Der Western "Schlucht des Verderbens" heißt im Original "Gun Glory" und entstand im Jahr 1957 unter der Regie von Roy Rowland, der 14 Jahre zuvor seinen Einstand im Regiefach hatte. Seine Inszenierungen waren routinierte Unterhaltung. Künstlerische Ambitionen hatte er keine und er war in sehr vielen Genres tätig. Sein bekanntester Film ist vielleicht der Gruselfilm "Die 5000 Finger des Dr. T".
Ab der ausgehenden 50er Dekade drehte er die meisten Filme in Europa, dort machte er vornehmlich Italo-Western und Piratenfilme.
Den "ruhmreichen Revolver" hat in "Schlucht des Verderbens" der Heimkehrer Tom Early, der von Stewart Granger gespielt wird. Er hat vor Jahren schon seine Frau und den gemeinsamen Sohn verlassen und versuchte als Revolverheld sein Glück. Durch sein Geschick mit dem Revolver blieb er am Leben, wenn er herausgefordert wurde und hat nun einen berüchtigten Namen. Daher sind die Bürger in seinem kleinen Heimatstädtchen alles andere als erfreut, als sie ihn durch ihre Straße reiten sehen. Besonders der Krämer Sam Wainscott (Jacques Aubuchon) zeigt ihm offen seine Verachtung als Tom Early in seinem Laden auftaucht, um etwas einzukaufen. Nicht zuletzt deshalb, weil seine Verkäuferin Jo (Rhonda Fleming) den Heimkehrer attraktiv findet. Auf seiner eigenen Farm angekommen, erfährt er vom eher ablehnenden Sprößling Tom Early Junior (Steve Rowlands) vom Tod der Frau. Doch diese war sich immer sicher, dass ihr Mann irgendwann zurückkehren würde und dann ein zufriedenes, erfülltes Leben als Farmer leben würde. Dies hat Tom Early tatsächlich vor, doch der Sohn ist skeptisch. Aber er versucht es mit dem Vater, den insgeheim bewundert er ihn auch. Da die Männer eine Frau im Haus brauchen, bekommt Jo das Angebot als Haushälterin bei den Early Männern zu arbeiten. Das macht sie gerne, denn sie findet Early Senior sehr charismatisch und merkt nicht, dass der Junge auch schon an die Liebe denkt. Der Pastor (Chill Wills) ist der Einzige, der den geläuterten Sünder Tom Early mit offenen Armen empfängt. Bald haben die Einwohner der Gegend ganz andere Sorgen, denn der skrupellose Viehbaron Grimsell (James Gregory) hat verkündet, dass er 20.000 Rinder durch die Stadt treiben muss. Begleitet wird Grimsell von zwei Revolverhelden. Einer davon wird schon bei der ersten Begegnung mit Tom Early diesen auch zu einem Duell auf Leben und Tod herausfordern..


So kommt der Held immer wieder in die Situation, dass er seinen Revolver benutzen muss, um sich Recht zu verschaffen. Dabei vergisst er sogar das Ablegen des Schießeisens als Jo, sein Sohn und er selbst den Gottesdienst am Sonntag besuchen. Zum Glück macht ihn der Sohn darauf aufmerksam. Stewart Granger ist natürlich ein großes Plus für diesen routinierten Western, der allerdings sehr schön fotografiert ist (Kameramann: Harold J. Marzorati). Der Hauptdarsteller verfügt über das nötige Charisma diesen schillernden Gunman zu spielen und Chill Wills sowie Rhonda Fleming sind auch immer wieder gern gesehene Darsteller im Westerngenre. Für die Rolle des Tom Early Junior bekam der Sohn des Regisseurs den Zuschlag. Dabei hätte diese Rolle wahrscheinlich besser funktioniert, wenn man einen jüngeren Schauspieler gecastet hätte. Steve Rowlands macht seine Sache zwar nicht schlecht, aber mit seinen 25 Jahren wirkt er schon zu alt für den Sohn, der gerade mit seiner Pubertät zurechtkommen muss. Ansonsten ist "Schlucht des Verderbens" ein angenehmer, geradliniger B-Western.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

Donnerstag, 23. September 2021

Todesfaust (Tenessee´s Partner)


Regie: Allan Dwan

Tennessee´s Freund...

"Todesfaust" ist ein Film, den der Regieveteran Allan Dwan im Jahr 1955 gedreht hat. Der Film heißt im Original "Tennessee´s Partner" und ist neben "Stadt der Verdammten" Dwans bester Western - beide Arbeiten zählen zu Recht zu den besten B-Western überhaupt. In beiden Filmen spielt John Payne die Hauptrolle und als Glücksspieler Tennessee ist er hier perfekt besetzt.
"Todesfaust" ist auch ein Film über die Freundschaft zweier sehr unterschiedlicher Männer, denn dem Glücksspieler läuft rein zufällig ein namenloser Cowboy - gespielt von Ronald Reagan - über den Weg, der ihm das Leben rettet.
Denn als Pokerkönig hat Tennessee nicht nur viele Bewunderer, sondern auch viele Neider. Und genauso viele Spieler, die Geld an ihn verloren haben. Tennessee hat ein Verhältnis mit der selbstbewussten Duchess (Rhonda Fleming), die in der Stadt Sand Hill ein eigenartiges Etablissement mit Heiratsvermittlung führt. Die Frau ist verliebt in Tennessee, doch dem geht seine Freiheit über alles und er denkt nicht daran sich zu binden. Tennessees größter Widersacher ist der vermögende Turner (Anthony Caruso), der aber stets im Dunkel agiert. Bei einem Pokerspiel verliert ein Gentleman viel Geld und bezichtigt Tennessee als Falschspieler. Einen Tag später lauert der Geprellte im Hinterhalt und will sich an Tennessee rächen. Zum Glück kommt der Goldsucher Cowpoke (Reagan) gerade vorbei und hilft aus der brenzligen Situation. Die beiden Männer werden spontan zu Freunden. Cowpoke will in Sand Hill Gold schürfen und hat es schon zu einem kleinen Vermögen gebracht. Grund genug eine gewisse Goldie (Coleen Gray) zu ehelichen, die der gutmütige Naivling vor kurzem kennengelernt hat. Tennessee staunt nicht schlecht als der Cowpokes angehende Gattin sieht - er kennt die Lady von früher und in dieser Zeit war sie mit ganzer Leidenschaft ein Flittchen. Als der alte Goldsucher Grubstake Gold findet, dreht die gesamte Stadt fast durch und feiert. Am anderen Tag wird der alte Mann ermordet aufgefunden. Der Verdacht fällt auf Tennessee, der wegen dieser Goldie bereits mit seinem neuen Freund in Konflikt geraten ist...


Am Ende steht eine Szene, in der der Cowboy zum zweiten Mal seinem Freund das Leben rettet "und dabei kannte ich noch nicht mal seinen richtigen Namen" wird der Zuschauer John Payne in einer der letzten Szenen des Films sagen hören. Ein Satz, den zwei Jahrzehnte später auch Richard Brooks in seinem "700 Meilen westwärts" wiederverwendet hat. Bei Brooks gehört der Satz Gene Hackman, in dessen Arm gerade der namenlose Cowboy Ben Johnson gestorben ist. Dwan war beim Dreh schon 70 Jahre alt und blickte bereits auf eine Filmkarriere zurück, die in den frühen kindertagen des Films - im Jahr 1911 - begann. Dwan drehte den Stummfilm "Robin Hood" mit dem damaligen Superstar Douglas Fairbanks. Es war der Autorenfilmer Peter Bogdanovich, der den Filmpionier mit der Biographie "The Last Pioneer" wieder in die Erinnerung der Filmfans brachte.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.