Posts mit dem Label Darsteller: Charles Bickford werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Darsteller: Charles Bickford werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 29. September 2021

Das Brandmal (Branded)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Rudolph Mate

Der falsche Sohn...

Rudolph Mate (1898 bis 1964) war ein begnadeter Kameramann und ein guter Regisseur. Er konnte zwar nie den Oscar gewinnen, aber in der Kategorie "Beste Kamera" war er gleich fünfmal nominiert (Der Auslandskorrespondent, Lord Nelsons letzte Liebe, Der große Wurf, Sahara, Es tanzt die Göttin"). Seine beste und bemerkenswerteste Kameraarbeit hatte er bereits in der Stummfilmära bei Carl Theodor Dreyers "Die Passion der Jungfrau von Orleans", auch in "Vampyr" arbeitete er mit dem dänischen Filmemacher zusammen. Nicht unerwähnt sollen auch seine hervorragenden Kameraarbeiten in Lubitschs "Sein oder Nichtsein", in Charles Vidors "Gilda" oder in Orson Welles düsterem Noir "Die Lady von Shanghai" bleiben.
Als Regisseur gilt der 1950 entstanden Film Noir "D.O.A. - Opfer der Unterwelt" als seine beste Arbeit. Er war jedoch in mehreren Genres tätig wie "Der eiserne Ritter von Farnsworth" (Ritterfilm), "Der Löwe von Sparta" (Abenteuerfilm) oder "Das Brandmal" (Western) beweisen.
Letzterer mit Alan Ladd in der Hauptrolle. Der Schauspieler spielt in den 1950 gedrehten Film den Revolverhelden Choya, der sich auf der Flucht befindet. In den bergen wird er von den beiden Banditen Leffinwell (Robert Keith) und "Tatoo" (John Berkes) aufgespürt. Choya wird Teil eines Planes, um einen reichen Rancher namens Lavery (Charles Bickford) zu betrügen. Der Plan sieht vor, dass sich Choya als dessen verschollener Sohn ausgeben muss. Der wurde als Kind von 5 Jahren von seinen Eltern entführt und gilt seither als verschollen. Leffinwell weiß sehr viel über diesen Fall, der vor ca. 25 Jahren geschah, er füttert Choya mit Informationen und Tatoo, der seinen Namen aufgrund seiner Fähigkeit trägt, verpasst ihm ein Tattoo auf die Schulter, das auch der verschwundene Junge von damals hatte. Dann trennen sich die Drei. Choya reitet alleine zur Ranch des vermögenden Ranchers und bittet den Vorarbeiter Ransome (Tom Tully) um eine Anstellung. Bevor er die bekommt, muss er sich natürlich mit ihm prügeln und so verschafft er sich auch Zutritt zur Ranch. Laverys Tochter Ruth (Mona Freeman) fühlt sich sofort zu dem fremden Cowboy irgendwie hingezogen. Um das Tattoo auf der Schulter zeigen zu können, provoziert Choya einen Streit mit dem Rancher. Als das Tattoo sichtbar wird, hat Choya leichtes Spiel. Der Vater erkennt das Zeichen natürlich, die Tochter wusste von Anfang, dass es irgendein Band zwischen dem Fremden und ihr gab und die Mutter (Selena Royle) ist mehr als glücklich. Dann taucht Levingwell auf und gibt sich als alten Kumpel von Choya aus. Sein Plan ist es, die Familie Lavery zu töten, damit Choya zum Alleinerben wird. Natürlich verspricht er sich die Hälfte von dem Vermögen, doch Choya bekommt plötzlich Gewissensbisse. Und dann erfährt er, dass der dubiose Levingwell mit dem Entführungsfall von Damals zu tun hat...

Die Spur führt nach Mexiko, zu dem Banditen Rubriz, gespielt von Joseph Calleia, und dessen Sohn Tonio (Peter Hansen). Die Geschichte ist sehr interessant und wurde von Ruolph Mate straff und spannend inszeniert. Alan Ladd ist glaubhaft in seiner Rolle als Bandit, der sich wandelt. Der TechnicolorWestern wurde in Arizona gedreht, spielte ca. 2,2 Millionen Dollar ein und basiert auf der Novelle "Montana Rides" von Max Brand.

Bewertung: 7 von 10 Punkten 

 

Donnerstag, 2. September 2021

Der letzte Suchtrupp (The Last Posse)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Alfred L. Werker

Was draußen wirklich geschah...

Alfred R. Werkers B-Western "Der letzte Suchtrupp" heißt im Original "The last posse" (Posse ist ein Slangausdruck und bedeutet Gruppe) und wurde 1953 inszeniert. Dabei konnte der Oscargewinner Broderick Crawford als Hauptdarsteller verpflichtet werden - er erhielt den Oscar als bester Schauspieler für seine Rolle in "All the Presidents Men" am 23. März 1950. Als er kurze Zeit später bei Columbia einen Vertrag unterschrieb, wurde er in einigen Western eingesetzt - darunter auch als alkoholkranker Sheriff in "Der letzte Suchtrupp".
Ein B-Western, der in drei verschiedenen Rückblenden erzählt wird, ist schon ziemlich selten und zeigt schon durch diese interessante Drehbuch-Struktur eine hohe Bereitschaft einen komplexen Western anzubieten. Geschrieben wurde dieses Drehbuch von Seymour und Connie Lee Bennett sowie Kenneth Gamey geschrieben. Genau wie Glücksgriff Broderick Crawford ist auch der Kameramann Burnett Guffey, der ein Jahr später für "Verdammt in alle Ewigkeit" bereits den ersten von zwei Oscars bekam. 1967 durfte er den zweiten Academy Award mit nach Hause nehmen - das Gangsterpaar "Bonnie und Clyde" machte es möglich.
Die Geschichte spielt in Roswell, kurz nach der Rückkehr einer Verfolgergruppe mit Sheriff John Frazier (Broderick Crawford) und dem wohlhabende Rancher Sampson Drune (Charles Bickford) an der Spitze. Der alkoholkranke Sheriff hat schon bessere Tage gesehen und wurde bei dem Schußwechsel mit der Familie Romer (Skip Homeier, James Bell und Guy Wilkerson) schwer verletzt. Vielleicht wird er nicht durchkommen. Aber die drei Räuber, die Drune 105.000 Dollar gestohlen haben, sind ebenfalls tot. Auch Drune selbst wurde erschossen. Die restlichen fünf Teilnehmer des Suchtrupps berichten, dass das Geld unauffindbar war. Vielleicht haben es die Romers, die durch die Geschäftspraktiken des brutal agierenden Viehbaron Drune finanziell ruiniert wurden, irgendwo in der Wüste vergraben. Man wird das Geld vielleicht nicht wieder finden. Jed Clayton (John Derek), der Ziehsohn von Drune ist aber wie alle anderen Heimkehrer merkwürdig verändert, zumindest findet das seine Freundin Deborah (Wanda Hendrix). Doch er wird nun ein reicher Mann sein, da er als Alleinerbe eingesetzt ist. Ist aber alles so geschehen wie die fünf Heimkehrer berichten. Grund genug für den Regisseur Alfred L. Werker den Zuschauer an die Wahrheit heranzuführen....heranzuführen....



Als Sheriff, dessen ruhmreiche Zeiten vorbei sind, liefert Crawford eine hervorragende Leistung. Das Ende stimmt nachdenklich und doch haben wir es mit einem aussergewöhnlichen Plot zu tun. Der B-Western Star Henry Hull ist ebenfalls in einer Nebenrolle zu sehen und John Derek als Ziehsohn passt gut als Co-Star zum älteren Crawford. Die beiden spielten mehrmals in Filmen zusammen. Charles Bickford hat in "Der letzte Suchtrupp" eine ähnliche Rolle wie ein paar Jahre später im bekannten William Wyler Western "Weites Land" als Major Henry Terrill. Insgesamt wurde Bickford dreimal als bester Nebendarsteller (Schweigende Lippen, Lied von Bernadette und Die Farmerstochter) für einen Oscar nominiert.


 Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Freitag, 27. August 2021

Flucht nach Nevada (Four Faces West)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Alfred E. Green

Paso Por Aqui...

Obwohl die Entstehungszeiten der beiden Western "Flucht nach Nevada" (Regie: Alfred E. Green) und "Missouri" (Regie: Blake Edwards) fast 25 Jahre auseinander liegen, fällt dem Westernfan die Ähnlichkeit der Geschichten doch sofort auf. In beiden Fällen wird eine Bank beraubt - und in beiden Fällen sind die/der Täter Cowboys. Im Grunde gute Kerle, die aus einer Notsituation heraus handeln und mit der Aussicht auf ein besseres Leben. Den Grund, den der Cowboy Ross McEwen, gespielt von Joel McCrea, in "Flucht nach Nevada" (Originaltitel: Four Faces West) hat, kann man bald erahnen. Denn er braucht Geld für seinen Vater, der möglicherweise seine Farm nicht mehr halten kann und dringend Geld braucht. 2.000 Dollar will er von Bankier Frenger (John Parrish) als Kredit, doch dies braucht Sicherheit und die hat der junge Cowboy nicht. So verleiht er mit dem Colt seiner Forderungen Ausdruck, der Bankier bekommt sogar eine Quittung und so reitet mit dem Bankier und dem gestohlenen Geld in die Einöde. Dort muss die Geisel seine Schuhe ausziehen, dessen Pferd wird verscheucht und während der Bankier zurück zur Stadt laufen muss, hat Ross einen Vorsprung mit seinem Pferd. Er muss nur den zug erreichen, der in der Wüstengegend durchfährt.
Als Vorlage für den Film diente Eugene Manlove Rhodes Roman "Öaso Por Aqui" aus dem Jahr 1926. Dieser Autor war selbst Cowboy und hat einige sehr gute Westernbücher geschrieben, einige davon wurden sogar verfilmt wie diese "Flucht nach Nevada", eine Produktion von Harry Sherman.
Natürlich gibts Hindernisse auf der Flucht - so wird Ross McEwen von einer Klapperschlange gebissen und hat dann auch sichtlich Mühe auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Es hilft ihm aber der etwas undurchsichtige Mexikanische Spieler Monte Marquez (Joseph Calleia) und im Zug befindet sich sogar eine Krankenschwester (Frances Dee). Diese Fay Hollister versorgt die Wunde und zwischen Frau und Cowboy herrscht sofort eine gewisse Sympathie. Und die Chemie zwischen den beiden stimmt auf Anhieb - kein Wunder, denn Joel McCrea und Frances Dee waren auch privat ein Paar.
Inzwischen ist der Bankier auch wieder in der Stadt und hat sofort einen ersten Auftrag für den neuen Marshall Pat Garrett (Charles Bickford). Ausserdem bietet er 3.000 Dollar für die Ergreifung des Bankräubers...tot oder lebendig. Eine Trupp Reiter unter der Führung von Garrett macht nun Jagd auf McEwen und der bleibt in der Stadt Alomogordo hängen, wo die Krankenschwester eine Stellung im Krankenhaus angenommen hat und Monte einen Spielsalon hat. Er findet eine Anstellung auf einer Ranch, macht eine erste Anzahlung an die Bank auf das zuvor gestohlene Geld. Doch Garrett lässt nicht locker...

Wieder kommt es zur Flucht, doch diesmal landet der räuberische Cowboy auf der Farm einer an Diphterie erkrankten mexikanischen Familie. Überlässt er diese kranken Menschen ihrem Schicksal oder siegt die Menschlichkeit, was ihn dann doch als guten Kerl auszeichnen würde. Im Film selbst wird zwar wenig geschossen, aber umso mehr geritten. So reitet auch die verliebte Fay Hollister eine Zeitlang mit ihrem flüchtenden Cowboy, gibt ihm aber zu bedenken, dass diese ständigen Fluchten keine Lösung sind. Möglicherweise muss er irgendwann die Waffe  benutzen, um seine Freiheit zu verteidigen und dann wäre er wirklich ein echter Outlaw. Sie gibt ihm auch zu verstehen, dass sie - wenn er sich stellt - auf ihn warten würde. Joel McCrea ist natürlich für diesen Gangster aus Not mit gutem Herz die ideale Besetzung. Eine wichtige Bedeutung hat dabei ein Berg mitten in der Wüstenlandschaft, der den Namen "Paso Por Aqui" trägt. Monte übersetzt dies mit "hier ist man vorbei gekommen" und dies trifft auch auf den flüchtenden Helden zu. Der Film lässt sich glücklicherweise viel Zeit für die Figuren. So ist die Flucht auch immer wieder interessant und wird nicht nach Schema F einfach nur heruntergespult. Im Gegenteil: Eine Mitreisende (Eva Novak) mit ihrem vorlauten und frechen Jungen (George McDonald) sorgt immer wieder für eine gute Prise Humor und auch die Figur des Spielers Monte bleibt fast bis zuletzt ein Geheimnis. Ein schöner Genrebeitrag

Bewertung. 7 von 10 Punkten.