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Montag, 2. Dezember 2024

Apachenschlacht am Schwarzen Berge (Oh Susanna)


 Regie: Joseph Kane

In der Kavallerie...

Joseph Kanes 1951 entstandener B-Western "Apachenschlacht am Schwarzen Berge" heißt im Original "Oh Susanna" und sollte an den Riesenerfolg von John Fords Kavallerietrilogie "Bis zum letzten Mann" (1948),"Der Teufelshauptmann" (1949) und "Rio Grande" (1950) anschließen.
Das Budget war allerdings viel niedriger und die Macher mussten mit 200.000 Dollar auskommen, auch die Drehzeiten von lediglich 3 Wochen ließ keinen Zweifel aufkommen, dass der Film eine Fließbandarbeit war. Das Drehbuch zu "Apachenschlacht am Schwarzen Berge" schrieb Joseph Kanes Regiekollege Charles Marquis Warren, der einige interessante Skizzierungen des Soldatenlebens im Fort mit in die Handlung einpflegt.
Auch wenn sich der deutsche Titel etwas reißerisch anhört, ist er aber inhaltlich falsch. Denn die Indianer, die sich auf dem Kriegspfad befinden, sind keine Apachen, sondern Sioux.
Die Geschichte spielt 1875 und man hat sich mit dem Stamm der Sioux durch Verträge geeinigt, so nun schon längere Zeit Frieden. Und der bei seinen Männer äusserst beliebte Captain Web Calhoun (Rod Cameron) tut auch alles Erdenkliche, dass der Vertrag auch von den Weißen eingehalten wird. Die Kämpfe zwischen Weißen und Indianern sind zwar beendet, aber das noch neue Friedensabkommen steht immer noch auf wackligem Fuß. Jeder kleinste Zwischenfall könnte ein neues Aufflammen von Aggressionen sein. Die Soldaten sind daher überall in diesen Grenzgebieten stationiert. Eine Nachricht ist allerdings mehr als brisant. Es hat sich herumgesprochen, dass in den schwarzen Bergen von Dakota, direkt im Indianerterritorium, Gold liegen soll. Dies bewirkt, dass viele Neubürger mit ihren Planwagen - trotz aller Warnungen und trotz der Gefährlichkeit - ins Reservat der Sioux eindringen, um dort nach Gold zu suchen. Calhoun versucht die Goldsucher unter Kontrolle zu halten, seine Empathie für die Indianer wird aber von seinem Vorgesetzen Lieuntenant Unger (Forrest Tucker) eher belächelt. Der Oberst wartet nur darauf, dass die Rothäute wieder angreifen und es kommt zu verbalen Feindseligkeiten zwischen dem Vorgesetzten und seinem Untergebenen. Probleme macht auch Calhouns Mädchen Lia Wilson (Adrian Both), die für den zwielichtigen Saloonbesitzer Ira Jordan (Jim Davis) und sich verändert hat. Sie reagiert abweisend und scheint mit mehreren Männern zu flirten. Beim Ball für den neuen Offizier Cutter (John Compton) ist dies besonders stark zu spüren. Als Ira als Gast den Raum betritt, wird sie von den anderen Frauen offen abgelehnt. Bevor die Indianer unter der Führung von Häuptling Pactola (Pedro de Cordoba) das Fort angreifen, gibts einige Episoden mit diversen Soldaten (u.a. Chill Wills, William Ching, Wally Cassell, Douglas Kennedy, William Hade, Jimmy Lydon) ....


Joe Hembus übte starke Kritik an dem Kavalleriewestern und sah in "Oh Susanna" lediglich einen billigen Abklatsch von "Fort Apache". Tatsächlich gibts auch ein paar Ähnlichkeiten, aber auch viele Unterschiede. Rod Cameron und Forrest Tucker sind ein gut eingespieltes Duo, die gut spielen, obwohl ihre Figuren leider ein bisschen eindimensional und nur wenig nuanciert sind.

Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 6. Oktober 2021

Der Mann aus Alamo (The Man from the Alamo)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Budd Boetticher 

Der Feigling...

Erst in den 80er Jahren wurde Hollywood Regisseur Bud Boetticher und seine zahlreichen B-Western von der Filmkritik wiederentdeckt. "Der Mann von Alamo" entstand im Jahr 1952, kurz nach "Seminola" mit Rock Hudson und Anthony Quinn. Auch für "Der Mann von Alamo" konnte mit Glenn Ford ein bekannter und beliebter Hollywood Star verpflichtet werden. Er spielt den tragischen Helden John Stroud, der bei der Verteidigung der zum Fort ausgebauten Mission Alamo in San Antonio im Jahr 1836 als Soldat auf der Seite der Texaner kämpft.
Da fünf der Soldaten eine Farm sowie Frau und Kinder besitzen, beschließt diese Gruppe das Los bestimmen zu lassen, wer der entscheidenden Schlacht fernbleibt und sich stattdessen um die Hinterbliebenen aller Fünf kümmern muss. Das Los fällt auf den Pechvogel Stroud, der nun nicht fürs Vaterland Texas im Freiheitskampf sterben darf - sondern von allen Verteidigern, die ihr leben lassen, als Feigling angesehen wird.
Doch Stroud findet die Farmen zerstört vom Feind vor - auch seine Farm ist niedergebrannt und die Familie wurde getötet. Der Nachbarsjunge Carlos (Marc Cavell) hat durch die Mörder auch seinen Vater verloren und ist nun Waise. Er kann Stroud aber den Hinweis geben, dass die Verbrecher keine Mexikaner waren. Mit dieser Nachricht geht Stroud in die stadt, wo gerade die Nachricht verkündet wurde, dass die Verteidiger von Alamo im Kampf gefallen sind. Natürlich hat sich Strouds angebliche Feigheit schon herumgesprochen und der Mob würde ihn nur zu gerne lynchen. Lieutenant Lamar (Hugh O´Brien) kann dies gerade noch verhindern, obwohl er auch nichts übrig hat für solche Männer. Er wird zur Sicherheit mal ins Gefängnis gesteckt, dort ist auch einer der Wade Bande, ein gewisser Dawes (Neville Brand) inhaftiert. Carlos erkennt in diesem Mann einer der Mörder von Strouds Familie. Es gelingt stroud das Vertrauen des Gangsters zu gewinnen und bei einem Ausbruch schließt er sich der Bande an. Dies bringt ihm auch den Verdacht eines Gangsters und Verräters ein. Doch Stroud hat ein anderes Motiv: Rache und seinen Namen wieder reinwaschen. Wenn ihm dies gelingt, dann kann er vielleicht das Herz der schönen Beth Anders (Julie Adams) erobern, die sich inzwischen dem Waisenjungen Carlos angenommen hat und mit anderen Flüchtlingen in einem Treck die Stadt verlässt. Jess Wades (Victor Jory) will dem Treck natürlich auflauern, weil die Gold mit sich führen...

Ein Western mit vielen Handlungssträngen, die fast wieder untypisch für einen B-Film sind und mit einer exzellenten Kameraarbeit von Routinier Russell Metty, der insgesamt 11 Filme von Douglas Sirk optisch perfekt verschönerte und für "Spartacus" sogar den Oscar bekam. Was ein bisschen stört ist der Unwille des Antihelden Stroud sein Motiv aufzuklären, stattdessen lässt er sich lange Zeit als Feigling vorführen. Nur Carlos, der Junge, der ihn nun zum Vater haben will, verteidigt ihn. Er selbst wird erst durch seine Taten dann wieder reingewaschen, am Ende erkennt auch Lieutenant Lamar wie Heldenhaft dieser Stroud tatsächlich ist. Von wegen Feigling von Alamo.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 29. September 2021

Schlucht des Verderbens


Regie: Roy Rowland

Der glorreiche Revolverheld...

Der Western "Schlucht des Verderbens" heißt im Original "Gun Glory" und entstand im Jahr 1957 unter der Regie von Roy Rowland, der 14 Jahre zuvor seinen Einstand im Regiefach hatte. Seine Inszenierungen waren routinierte Unterhaltung. Künstlerische Ambitionen hatte er keine und er war in sehr vielen Genres tätig. Sein bekanntester Film ist vielleicht der Gruselfilm "Die 5000 Finger des Dr. T".
Ab der ausgehenden 50er Dekade drehte er die meisten Filme in Europa, dort machte er vornehmlich Italo-Western und Piratenfilme.
Den "ruhmreichen Revolver" hat in "Schlucht des Verderbens" der Heimkehrer Tom Early, der von Stewart Granger gespielt wird. Er hat vor Jahren schon seine Frau und den gemeinsamen Sohn verlassen und versuchte als Revolverheld sein Glück. Durch sein Geschick mit dem Revolver blieb er am Leben, wenn er herausgefordert wurde und hat nun einen berüchtigten Namen. Daher sind die Bürger in seinem kleinen Heimatstädtchen alles andere als erfreut, als sie ihn durch ihre Straße reiten sehen. Besonders der Krämer Sam Wainscott (Jacques Aubuchon) zeigt ihm offen seine Verachtung als Tom Early in seinem Laden auftaucht, um etwas einzukaufen. Nicht zuletzt deshalb, weil seine Verkäuferin Jo (Rhonda Fleming) den Heimkehrer attraktiv findet. Auf seiner eigenen Farm angekommen, erfährt er vom eher ablehnenden Sprößling Tom Early Junior (Steve Rowlands) vom Tod der Frau. Doch diese war sich immer sicher, dass ihr Mann irgendwann zurückkehren würde und dann ein zufriedenes, erfülltes Leben als Farmer leben würde. Dies hat Tom Early tatsächlich vor, doch der Sohn ist skeptisch. Aber er versucht es mit dem Vater, den insgeheim bewundert er ihn auch. Da die Männer eine Frau im Haus brauchen, bekommt Jo das Angebot als Haushälterin bei den Early Männern zu arbeiten. Das macht sie gerne, denn sie findet Early Senior sehr charismatisch und merkt nicht, dass der Junge auch schon an die Liebe denkt. Der Pastor (Chill Wills) ist der Einzige, der den geläuterten Sünder Tom Early mit offenen Armen empfängt. Bald haben die Einwohner der Gegend ganz andere Sorgen, denn der skrupellose Viehbaron Grimsell (James Gregory) hat verkündet, dass er 20.000 Rinder durch die Stadt treiben muss. Begleitet wird Grimsell von zwei Revolverhelden. Einer davon wird schon bei der ersten Begegnung mit Tom Early diesen auch zu einem Duell auf Leben und Tod herausfordern..


So kommt der Held immer wieder in die Situation, dass er seinen Revolver benutzen muss, um sich Recht zu verschaffen. Dabei vergisst er sogar das Ablegen des Schießeisens als Jo, sein Sohn und er selbst den Gottesdienst am Sonntag besuchen. Zum Glück macht ihn der Sohn darauf aufmerksam. Stewart Granger ist natürlich ein großes Plus für diesen routinierten Western, der allerdings sehr schön fotografiert ist (Kameramann: Harold J. Marzorati). Der Hauptdarsteller verfügt über das nötige Charisma diesen schillernden Gunman zu spielen und Chill Wills sowie Rhonda Fleming sind auch immer wieder gern gesehene Darsteller im Westerngenre. Für die Rolle des Tom Early Junior bekam der Sohn des Regisseurs den Zuschlag. Dabei hätte diese Rolle wahrscheinlich besser funktioniert, wenn man einen jüngeren Schauspieler gecastet hätte. Steve Rowlands macht seine Sache zwar nicht schlecht, aber mit seinen 25 Jahren wirkt er schon zu alt für den Sohn, der gerade mit seiner Pubertät zurechtkommen muss. Ansonsten ist "Schlucht des Verderbens" ein angenehmer, geradliniger B-Western.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

Samstag, 18. September 2021

Der letzte Zug nach Santa Fe (Cattle Drive)


Regie: Kurt Neumann

Der Junge und der Cowboy....

Kurt Neumanns 1951 gedrehter Western "Cattle Drive" (deutsch: Viehtreiben) wurde für den deutschen Markt unbenannt in "Der große Zug nach Santa Fe" und ist ein herrlicher Technicolor-Schinken für die ganze Familie. Ein enger Verwandter von Victor Flemings "Manuel" - allerdings nicht auf hoher See, sondern im Wilden Westen.
Sein größter Filmerfolg gelang dem deutschen Emmigranten im Jahr 1958 mit dem Horrorfilm "Die Fliege" nach der Kurzgeschichte des französischen Schriftstellers und Journalisten George Langelan.
Leider erlebte Neumann diesen Triumph nicht mehr, denn er starb einen Monat nach der Premiere und genau eine Woche vor dem Kinostart.
Kurt Neumann, der im Jahr 1898 in Nürnberg geboren wurde, siedelte bereits zu Beginn der Tonfilmzeit nach Hollywood um und drehte immerhin auch die späteren Johnny Weissmüller Tarzan Filme.
Tatsächlich ist in der ersten Einstellung von "Cattle Drive" tatsächlich auch "Der große Zug nach Santa Fe" zu sehen, dort sorgt der 14jährige Chester Graham jr. (Dean Stockwell) für Ärger und Unmut bei den Passagieren und beim Zugpersonal. Doch der Schaffner ist vorsichtig, denn Chester ist der Sohn des Präsidenten der Eisenbahngesellschaft (Leon Ames). Und der ist auch unter den Mitreisenden, hat aber für seinen verwöhnten und ungezogenen Sprößling keine Zeit, sondern hält ständig Sitzungen ab. Dem eingebildeten Lausebengel ist aber langweilig und als der Zug auf freier Strecke kurz anhalten muss, hat er nichts anderes zu tun als eine kleine Eidechse mit Steinen zu verjagen. Er muss dazu einen felsigen Abhang hinuntersteigen, doch dann rutscht der Junge aus und fällt ein bisschen den Abhang runter. Sein Pech: Denn der Zug hat die Reise wieder fortgesetzt und als er kurze Zeit später vermisst wird, ist es leider zu spät den Zug anzuhalten oder zurückzufahren, denn die Nachfolgezüge sind bereits unterwegs auf Schienen. So kommt es, dass Chester in der kargen Landschaft auf sich allein gestellt ist. Die Sonne brennt stark und bald meldet sich der Durst. Zum Glück wird Chester von dem Cowboy Dan Matthews (Joel McCrea) aufgelesen, der mit anderen Cowboys eine Rinderherde nach Santa Fe befördern muss und kurz im Gebirge war, um ein wilden schwarzen Hengst einzufangen.  Wohl oder übel muss der freche Junge nun mitkommen - und im Laufe der zweiwöchigen Auszeit vom Verwöhnmodus bekommt er ein paar Lektionen im Benehmen und auch in der Charakterbildung. Aus dem verwöhnten Jüngelchen wird ein verantwortungsbewusster Teenager...

Im Kino war dieser Familienwestern ein guter Erfolg. Mit Chill Wills und Henry Brendon sieht man auch weitere bekannte Gesichter des Genres und das Zusammenspiel zwischen Joel McCrae und dem Kinderstar Dean Stockwell funktioniert perfekt. Stockwell konnte auch im Erwachsenenalter gute Erfolge beim Film feiern. Unvergessen bleibt seine Rolle in Richard Fleischers "Der Zwang zum Bösen" - dort mimt er gemeinsam mit Bradford Dillmann das Killerduo Judd Steiner und Artie Strauss. Einen sehr schrägen Part durfte er in David Lynchs "Blue Velvet" spielen, für Jonathan Demmes "Mafiosi Braut" wurde er sogar für den Oscar als bester Nebendarsteller vorgeschlagen. Auch wenn das Ende in "Der letzte Zug nach Santa Fe" etwas zu übertrieben und aufgesetzt wirkt, ist alles weitere überaus sympathisch: Ein FeelGood Movie, einfach, aufrichtig und ehrlich mit sehr guten Charakteren.


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

 

Freitag, 17. September 2021

Drei waren Verräter (Tumbleweed)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Nathan Juran

Wirbelwind....

Als Szenenbildner war Nathan Juran noch erfolgreicher wie als späterer Regisseur. Für "So grün war mein Tal" erhielt er 1942 gemeinsam mit Richard Day und Thomas Little in dieser Kategorie den begehrten Oscar. Vier Jahre später wurde er für "Auf Messers Schneide" erneut nominiert, wandelt dies aber nicht in einem Sieg um. 
Seine bekannteste Regiearbeit ist sicherlich der 1958 entstandene Fantasy-Abenteuerfilm "Sindbads siebente Reise" - bei diesen Genrearbeiten setzte er sehr oft auf Ray Harryhausen, dem Meister der Spezialeffekte.
Mit seiner Westerntrilogie "Mündungsfeuer", "Adlerschwinge" und "Drei waren Verräter" befreite er seinen Hauptdarsteller Audie Murphy von dem damaligen Image als Outlaw-Kid und ließ den jungen Darsteller gereifter und auch positiver agieren.
"Tumbleweed", den Nathan Juran selbst als den besten seiner Audie Murphy Western bezeichnete, verdankt seinen Originaltitel dem Namen des liebenswerten und charakterstarken Pferd, der zwar nie im Leben einen Schönheitspreis hätte gewinnen können, aber "Wirbelwind", wie er in der deutschen Fassung heißt, wird mehr als einmal zum Lebensretter von Murphys Filmfigur Jim Harvey, der unschuldig bezichtigt sich beim Angriff der Indianer aus dem Staub gemacht zu haben und somit den Tod von drei Männern verschuldet zu haben. Diese drei Männer (u.a Ross Elliot als Seth Blandon), Mutter Sarah Blandon (Madge Meredith) mit Kleinkind und deren Schwester Laura (Lori Nelson) hatten den noch sehr jungen, aber recht erfahrenen Jim als Begleiter ihres kleinen Wagentrecks engagiert, weil es im Indianergebiet sehr gefärhlich werden kann. Jim kennt die Indianer und ist ihnen nicht feindlich gesinnt. Erst kürzlich hat er dem Häuptlingssohn Tigre (Eugene Iglesias) das Leben gerettet. Doch die Apachen greifen tatsächlich an. Die letzte Chance lebend aus der Falle herauszukommen ist Jims Idee mit einer weißen Fahne den Häuptling Aguila (Ralph Moody) zu überzeugen, dass er ein Freund von dessen Sohn ist. Doch diese Idee geht gründlich schief. Jim wird von den Indianern zusammengeschlagen und soll gefesselt in der Sonne sterben. Währenddessen machen sie den Treck platt. Alle Männer sterben, nur die Frauen überleben. In der Stadt hat der Mob bereits beschlossen, dass Jim ein Feigling war und flüchtete. Lam Blandon (Russell Johnson), der Bruder des von den Indianern getöteten Seth, heizt die Stimmung noch zusätzlich an. Er will Jim hängen sehen. Nur der besonnenen Sheriff (Chill Wills) kann in letzter Sekunde dem Lynchmob Einhalt gebieten. Doch die Menge kocht, es ist nur eine Frage der Zeit bis das Gefängnis gestürmt wird. Gut, dass Tigre kommt und Jim befreit. Doch damit ist die Sache nur noch schlimmer geworden. Auf der Flucht verletzt sich Jims Pferd, aber findet beim Rancher Nick Buckley (Roy Roberts) und dessen Frau Louella (K.T. Stevens) Unterschlupf. Von Buckley bekommt er zum Weiterreiten auch noch dessen bestes Pferd im Stall - Wirbelwind....

Dieses tolle Tier stiehlt sogar in einigen Szenen seinen menschlichen Mitspielern gekonnt die Schau und sorgt für Erstaunen und Beifall. Auch Audie Murphy macht als junger Mann, der unschuldig verdächtigt wird, eine gute Figur als Westernheld - ich tendiere sogar dazu, dass "Tumbleweed" einer von seinen besten Filmen ist. Der deutsche Titel "Drei waren Verräter" ist etwas sonderbar, denn auf der Suche nach seiner Unschuld kommt Jim zwar hinter einen Verrat, aber der wurde nur von einem Mann begangen. Kameramann war Russell Metty, der einige Jahre später für die Arbeit in Stanley Kubricks "Spartacus" den wohlverdienten Oscar bekam.

Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Dienstag, 7. September 2021

Gefährten des Todes (The Deadly Compagnions)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sam Peckinpah

Bizarre Reise durch das weite Land...

Rache als letztes Lebenselixier: Der ehemalige Kavalleriesergeant mit dem sonderbaren Namen Yellowleg (Brian Keith) verfolgt seit 5 Jahren den Mann, der ihn auf dem Schlachtfeld von Chickamauga skalpierte, wo er verletzt lag und sich nicht wehren konnte. Er lebt nicht nur mit seinem grenzenlosen Hass, sondern auch mit der Kugel, die ihn damals verletzte und seither auch immer wieder für Schulterschmerzen sorgt.
Auf seiner Jagd nach dem unbekannten Schlächter von damals rettet er in einem Saloon dem Fünf Poker Spieler Turk (Chill Wills), der gerade wegen seines Falschspielens von seinen Partnern aufgehängt werden soll, das Leben. In letzter Sekunde kann er den halbverrückten Alten retten, der sich kaum mehr auf dem rollenden Fässchen ünter seinen Füßen hätte halten können, eine Sekunde später und die Schlinge um den Hals hätte sein das Leben auslöscht.
Zusammen mit Billy (Steve Cochran), dem Weggefährten des Alten, flüchtet das ungleiche Männertrio und sie sind sich gegenüber äusserst misstrauisch. Doch sie bleiben zusammen und auf dem Weg wird davon gesprochen die Bank im Städchen Gila City auszurauben. Doch es kommt anders: In der Stadt angekommen wird der Saloon zum Gotteshaus umfunktioniert, dort ist auch die als Hure verschriene Kit Tilton (Maureen 0ŽHara) mit ihrem kleinen Jungen. Von den anderen feinen Damen im Ort wird sie öffentlich während der Messe gekränkt. Dann bricht eine Schiesserei im Nebengebäude aus, aus Versehen erschiesst Yellowleg den Sohn dieser Frau. Die hat sich fest vorgenommen den Sohn in der Geisterstadt Siringo zu begraben, denn dort liege auch der im Krieg gefallene Vater, was ihr keiner der Spiessbürger glaubt. Trotzdem bricht sie alleine mit einem Pferdewagen und dem Sarg auf. Doch der Weg geht durch feindliches Indianergebiet, ein Grund mehr, dass Yellowleg sie begleiten möchte...
"Gefährten des Todes" ist der erste Spielfilm von Sam Peckinpah, der nun dank Koch Media endlich auch als DVD erhältlich ist.
Peckinpah selbst hatte starke Mühen seine eigenen Vorstellungen mit diesem Erstling zu verwirklichen. Er sollte als Regieneuling lediglich die Anweisungen des Produzenten befolgen und genauso drehen wie das Drehbuch von A.S.Fleischmann angelegt war. Änderungen unerwünscht, damit hatte einer wie Peckinpah, der als diktatorischer Regisseur galt, selbst in seinen jungen Jahren Mühe. Vieles hätte er geändert an diesem Film. Dennoch ist dieser düstere Western m.E. äusserst gut gelungen. Durch den elegischen Score wirkt die Reise vom bereits bürgerlichen Städchen durchs Indianergebiet in eine Geisterstadt stellenweise wie eine meditative Odyssee. Die Musik sorgt auch für ein sehr angenehmes, ruhiges Tempo, dass den Film zu einem besonderen Western macht. Grandios gelungen sind viele Einzelsequenzen: Indianer in einer Postkutsche oder der indianische Verfolger, der wie ein Geisterwesen von Peckinpah inszeniert wurde.
"Gefährten des Todes" ist eine morbide Variante zu Premingers "Fluß ohne Wiederkehr", so eine Art "Weg ist das Ziel" des Westerns, nur ist Peckinpahs Variante viel dunkler: Das Kind, dass mitreist, liegt im Sarg und soll dort begraben werden, wo viele Neubürger ihr Leben liessen und wo die Vergänglichkeit in den verlassenen Steinruinen spürbar ist...
Für mich ein grossartiger Western.


Das Bild ist für einen nunmehr fast 50 Jahre alten Film exzellent, das Bildformat 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Als Extras gibt es ein 16-seitiges Booklet mit einem Text von Mike Siegel, den Audiokommentar des Peckinpah-Experten Mike Siegel in deutscher Sprache sowie die 27 minütige Doku "Passion & Poetry - The Early Sam" mit deutschen Untertiteln.

Bewertung: 9,5 von 10 Punkten

Mittwoch, 1. September 2021

Schieß oder stirb (A Gun for a Coward)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Abner Biberman

Sensibler Cowboy in der Krise...

Ein beliebtes Westernthema wird in Abner Bibermans 1957 entstandenem "Schieß oder stirb" (Original: Gun for a Coward) aufgenommen. Die Geschichte vom Pazifisten, der sich irgendwann die Frage stellen muss, ob es nicht besser wäre die friedvolle und auf Harmonie bedachte Position zu wechseln und sich der Konfrontation zu stellen. Dieses Thema war in Fred Zinnemanns "High Noon" vorhanden, etwa in der Szene als Will Kane mit seiner hübschen jungen Braut Amy in der Kutsche aus der Stadt fährt, nur um dem drohenden Duell mit Frank Miller aus dem Weg zu gehen. Auch in Henry Hathaways "Schieß zurück, Cowboy" muss der unschuldige Don Murray flüchten, um einzusehen, dass er den Kampf führen muss. In "Schieß oder Stirb" wird die Geschichte von drei sehr ungleichen Brüdern erzählt. Will Keough (Fred MacMurray) ist der Älteste und musste seit dem frühen Tod des Vaters, der von einer Schlange gebissen wurde, die Rolle des Herrn im Haus übernehmen. Auf ihm als Ältesten lastete schon von Beginn an die größte Verantwortung. Bless (Jeffrey Hunter) ist der Zweitälteste und der Liebling seiner Mutter (Josephine Hutchinson), die ihn ganz anders erzogen hat als den Erstgeborenen. Bless gibt sich auch immer noch die Schuld, dass er als siebenjähriger Junge seinem Vater bei dem tödlichen Unglück nicht helfen konnte. Als nun erwachsener Mann ist er fast zu sensibel und friedliebend, er geht dem Streit immer aus dem Weg und wird von seiner Mutter stets vor allen Gefahren zurückgehalten. Interessanterweise ist der jüngste Sohn Harry (Dean Stockwell) ein extremer Draufgänger und wird von der Mutter fast ignoriert. Die Mutter will die Ranch mit Bless verlassen, doch Bless liebt das Landleben und die Pferde. Bringt es aber nicht fertig seiner Mutter die Wahrheit zu sagen und geht vage auf das Angebot ein. Er behält auch für sich, dass er seit längerer Zeit schon in Audry (Janice Rule) verliebt hat, obwohl die schon als sichere zukünftige Braut für den großen Bruder Will gilt. Auch Audry hegt immer stärkere Gefühle für den friedlichen Bless....


Dabei sieht die Geschichte vor, dass sich die Konflikte während eines Viehtriebs nach Abilene dramatisch verschärfen und zuspitzen. Mehr als einmal wird dem besonnenen Bless Feigheit vorgeworfen, obwohl er verhindert, dass sein jüngerer Bruder sich im Saloon völlig sinnlos mit einem anderen Mann duelliiert. Für diese Feigheit vor dem Feind wird er dann auch noch von dem draufgängerischen Bruder während des Schlafes mit einer gefälschten Klapperschlange erschreckt und gepeinigt. Es kommt zu einem dramatischen Unglück. Und wieder einmal ist Bless der Schuldige, der dann auch noch von Nachbar Stringer (John Larche) herausgefordert wird.
Dieser eher unbekanntere Westernbeitrag ist auch ein Familiendrama im Westerngewand und zeigt typische Ranchszenen wie das Zureiten eines Wilden Pferdes sowie ein Viehtrieb in die größere Stadt mit einer Stampede. Dabei wird durch den eher ruhigen Bless auch einmal kritisch das Männlichkeitsbild des Western beleuchtet. Nicht jeder ist gleich ein Feigling, wenn er eine Schlägerei oder Schießerei durch Besonnenheit verhindert oder dem Streit aus dem Weg geht. Am Ende muss er aber - man hat es sich schon gedacht - doch seinen Mann stehen. Möglicherweise ist "Schieß oder stirb" am Ende doch zu unspektakulär um als echter Klassiker des Genres zu bestehen, aber ein unterhaltsamer und guter Western ist er allemal. Dies liegt vor allem daran, dass die Schauspieler allesamt tolle Darstellungen abliefern. Allen voran Jeffrey Hunter, der sehr glaubwürdig in seiner Rolle ist und durch seine Rolle als Martin Pawley in "The Searchers" unvergessen bleibt. Auch Fred MacMurray als großer Bruder, der immer für die Familie lebte und sich selbst mit seinen Bedürfnissen etwas vernachlässigte, liefert eine gute Performance als arbeitsamer Rancher. Dean Stockwell (Der Zwang zum Bösen) rundet das gelungene Brüdertrio bestens ab. Als gute Seele der Ranch ist Westernlegende Chill Wills zu sehen.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.