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Mittwoch, 13. Oktober 2021

Duell mit dem Teufel (The Man from Bitter Ridge)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Jack Arnold

Sheriff-Wahl in Tomahawk....

Trauma und Neurose einer ganzen Dekade sind einigen seiner berühmten B-Pictures zu finden. Jack Arnolds 50er Jahre Filme wie "Gefahr aus dem Weltraum", "Der Schrecken vom Amazonas", "Tarantula", "Der Schrecken schleicht durch die Nacht" oder "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C" wurden allesamt anerkannte Genreklassiker.
Weniger bekannt sind seine Western, aber auch die können sich sehen lassen. Während er in "Des Teufels Lohn" oder "Auf der Kugel stand kein Name" auch auf die Psychologie ein großes Augenmerk legte, ist der 1955 entstandene "Duell mit dem Teufel" (Original: The Man from Bitter Ridge) eher ein konventioneller Vertreter seiner Gattung. Was aber nicht heißen soll, dass der Film in Eastmancolor nicht auch seine Höhepunkte hätte.
Es sind nämlich einige Handlungsstränge vorhanden, die erst langsam ineinander übergreifen. Da wäre einmal ganz am Anfang ein Postkutschenüberfall. Einer der Banditen bemerkt, dass ein junger Fahrgast seine auffälligen Cowboystiefel ansieht. Könnte der Cowboy ihn erkannt haben ? Er erschießt den möglichen Zeugen kurzerhand brutal in den Rücken. Die Bande verschwindet. Sehr schnell wird klar, dass der Mörder einer der vier Jackman Brüder ist. Die Jackmans sind gerade dabei das Städchen Tomahawk zu übernehmen. Geld scheffeln sie sich durch viele Raubüberfälle und Ranse Jackman (John Dehner), der älteste der Brüder will Sheriff werden und damit auch den alten, bewährten Sheriff Walter Dunham (Trevor Bardette) absetzen. Dieser hat sich nicht gerade die Gunst der Rinderbarone erworben, denn er versucht immer wieder den Streit mit den Schafzüchtern zu deeskalieren.
Zur gleichen Zeit kommt auch ein Fremder (Lex Barker) aus San Francisco in die Gegend. Er wird zuerst mal von den anderen Jackmans (Ray Teal, Warren Stevens, Myron Healey) bezichtigt einer der Postkutschenräuber zu sein. Damit wollen sie den Verdacht von sich selbst lenken, denn die drei Galgenvögel erledigen die Drecksarbeit für ihren feinen großen Bruder, der sich für höhere Ämter berufen fühlt. Die Bürger wollen gleich jemanden hängen sehen, das kann Sheriff Dunham gerade noch abwenden. Auch die schöne Schafzüchterin Holly Kenton (Mara Corday) kann durch ihre Aussage dem fremden Mann helfen.  Dieser Jeff Carr ist in einer geheimen Mission in Tomahawk tätig, dazu muss er die Schafzüchter aufsuchen. Nach einem Zweikampf mit Alec Black (Steven McNally), dem Führer der Schafzüchter, werden die beiden Männer schnell zu Freunden, da aber im Western auch die Liebe nicht zu kurz kommen darf, muss sich Holly Kenton zwischen diesen beiden Männern entscheiden...
 
Das klingt nach einem ziemlich konventionellen Film und tatsächlich ist "Duell mit dem Teufel" sehr konventionell inszeniert. Aber durch die gute Figurenzeichnung der Nebenrollen bietet der Western mehr als nur einen Kampf mit dem Bösen und der Gewinn der Frau. Diese macht ja zuerst einen äusserst starken Eindruck als selbstbewusster Charakter, am Ende schmachtet sie allerdings in den Armen des starken Mannes, der sie gewinnen konnte. Die Figur des alten Sheriffs, der gar nicht  amtsmüde ist,  wurde gut gezeichnet, ebenso macht auch John Dehner als korrupter Gangster und Kopf einer Bande einen gute Figur. "Duell mit dem Teufel" bietet mehrfach Prügeleien und diverse Schießereien sowie wilde Verfolgungsjagden. In Tomahawk ist echt was los. Lex Barker fackelt natürlich nicht lange mit dem Flirt und fragt gleich bei der ersten Begegnung seine Traumfrau "Sie könnten mir aber wenigstens sagen, ob sie verlobt oder verheiratet sind"...ist sie nicht, allerdings wirbt der Schafzüchter Alec Black schon lange um sie und er meint auch immer noch eine Chance zu haben. Es ist auch sehr interessant den jungen Old Shatterhand in einer seiner früheren Westernrollen zu sehen. Unterhaltsam ist dieser Jack Arnold Film auf jeden Fall.

 Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Dienstag, 31. August 2021

Donnernde Hufe (Thunder over the Plains)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Andre de Toth

Hauptmann der Nordstaaten

Nicht nur Budd Boetticher hat erfolgreich mehrere Western (Ranown Zyklus mit insgesamt 7 Filmen) mit Randolph Scott gemacht. Andre de Toth drehte mit dem Westernhelden sechs Mal zusammen. Diese Filme heißen "Mann im Sattel", "Der schweigsame Fremde", "Dieser Mann weiß zuviel", "Carson City", "Bounty Hunter" und "Donnernde Hufe".  Sie alle entstanden in der Zeit zwischen 1951 und 1954, also einge Zeit vor den Ranown Filmen.
"Donnernde Hufe" ist sicherlich einer der stärksten Filme des Duos und spielt kurze Zeit nach dem Bürgerkrieg in Texas, das noch nicht in die Union zurückgekehrt ist. Dort herrschen Gesetzlosigkeit und Wilkür. Captain David Porter (Randolph Scott) sitzt als Südstaatler, der als Hauptmann in der Nordstaaten-Armee dient, immer ein bisschen zwischen zwei Stühlen. Seine Frau Nora (Phyllis Kirk) leidet unter diesem Problem, denn das Paar wird von den eigenen Landsleuten kritisch beäugt. Viele Texaner misstrauen "Verrätern" und stehen nach wie vor auf der Seite der Konföderierten. Schuld an dieser Misere sind auch die vielen Spekulanten und Kriegsgewinnler, die die Bevölkerung eiskalt ausbeuten. In dieser Zeit hat sich Ben Westerman (Charles McGraw) entschieden gegen diese Machenschaften aggressiv und Kämpferisch vorzugehen. Er gewinnt viele Mitstreiter. Er und seine Männer gelten aber vor Gesetzt als Outlaws und Banditen. Und David Porter hat von seinem Vorgesetzten Lieutenant Colonel Chandler (Henry Hull) den Auftrag den Gesetzlosen zu finden und ihn und seine Männer gefangen zu nehmen. Damit steckt Porter in einem echten Gewissenskonflikt. Auf der einen Seite ist er mit Leib und Seele Soldat, auf der anderen Seite weiß er aber auch, dass erst solche rücksichtslosen Betrüger wie H. L. Balfour (Hugh Sanders) und Joseph Standish (Elisa Cook jr), die vom Gesetz geschützt sind, die Konflikte durch ihre miesen Geschäfte heraufbeschwören.
Mit dem jungen Captain Hodges (Lex Barker) tauchen weitere Probleme auf. Der attraktive junge Captain hat ein Auge auf Porters Frau geworfen und ist ein rücksichtsloser Karrieretyp. Alle Aktionen von Porter stellt er in Frage und setzt sich gegen dessen Befehle hinweg. Man erkennt auch kaum, ob das mit einer Unfähigkeit einhergeht. Wahrscheinlicher ist aber das bewusste Sabotieren von Porters Anweisungen. Jedenfalls erweist sich Hodges als arroganter, anmaßender und skrupelloser Zeitgenosse...

Und beschert seinem Darsteller Lex Barker eine sehr denkwürdige Rolle. Denn so dämlich seine Handlungsweisen auch sein mögen, seine Figur gibt dem guten und soliden Western von Andre de Toth noch eine zusätzliche Würze. Die Rolle ist auch für Lex Barker doch recht ungewöhnlich, denn meistens präsentierte der sich dem Kinogänger als Held - egal ob Tarzan, Lederstrumpf oder Old Shatterhand.
Randolph Scott dagegen glänzt einmal mehr als Held ohne Fehl und Tadel.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.