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Donnerstag, 7. Oktober 2021

Der Einzelgänger (Man with the Gun)


Regie: Richard Wilson

Clint Tollingers Kampf...

"Der Einzelgänger" ist eine Art Vorläuferfilm von Edward Dmydryks Klassiker "Warlock" aus dem Jahr 1959, dort  beschließen die Bürger, den berühmt-berüchtigten Revolverhelden Clay Blaisedell, gespielt von Henry Fonda, als Marshal zu engagieren. Doch leider müssen die Bürger bald feststellen, dass auch der engagierte Gunman nicht den gewünschten Frieden in der Stadt herstellen kann. In "Der Einzelgänger" (Original: Man with the Gun) aus dem Jahr 1955 präsentiert Regisseur Richard Wilson Weltstar Robert Mitchum als den berühmt-berüchtigten Clint Tollinger. Der kommt eigentlich wegen einem ganz anderen Grund in die Stadt Sheridan City, denn er will von seiner Exfrau Nelly Bain (Jan Sterling) endlich Antworten, wie es der gemeinsamen Tochter geht, die die Frau vor ihm zurückhält. Sie hat auch in de Stadt einen gut gehenden Tanzsaal mit hübschen Mädchen, der den Frauen im Ort ein Dorn im Auge ist, aber von deren Gatten gut besucht wird. Die Stadt wird schon lange vom fetten Dade Holman (Joe Barry) und dessen Pistoleros terrorisiert. Der Schurke lässt sich aber nie blicken, verlässt seine sichere Ranch nie und schickt stattdessen seine Angestellten, die vor allem eins tun sollen: Die Bürger der Stadt am Aufschwung hindern. So wird der Plan vom Hausbau des jungen, mutigen Jeff Castle (John Lupton) immer wieder sabotiert, nur mit Gewalt kann er die Revolverhelden daran hindern, das Bauholz abzufackeln. Als Tollinger n die Stadt kommt, macht dies natürlich schnell die Runde und die Bürger entscheiden sich sehr schnell den Revolverhelden als Hilfssheriff einzusetzen, der wie in anderen Städten bereits für Ruhe und Ordnung gesorgt hat. Doch sein Ruf ist zwiespältig, man sagt dort wo der in grau gekleidete Mann agiert, da ist auch bald der Tod an der Seite der Bürger. Der Preis, die Bösen loszuwerden, muss wohl mit viel Blut bezahlt werden. Jeffs Verlobte Stella (Karen Sharpe) ist von Tollingers Art einerseits abgestoßen, aber auch fasziniert. Tatsächlich gestaltet der engagierte Tollinger seinen Plan überaus dynamisch. Er hat vor den Boss der Gangster aus der Reserve zu locken. Vielleicht gelingt dies mit der Erschießung einiger von Holmans bezahlten Killern...


Der Regisseur Richard Wilson (Al Capone, Zahl oder stirb) ist eher unbekannt, umso erfreulicher ist, dass sein Western sehr gut und düster gestaltet wurde und mit Robert Mitchum einen perfekten Hauptdarsteller anbietet, der selbst in einem inneren Zwiespalt steckt, aber nicht aus seiner Haut heraus kann. So ist sein Plan wie ein Todesballet durchkomponiert, er fackelt nicht lange bis er schießt...das gibt ihm den entscheidenden Vorteil gegenüber den Anderen, die sehr bald begreifen dass es im Spiel der Macht nur einen Sieger geben kann. Ein bisschen kann man sich vielleicht am versöhnlichen Schluß stören, denn zu jedem anderen Zeitpunkt war der Film sehr roh und dreckig.


Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 29. September 2021

Nacht in der Prärie (Blood on the Moon)


Regie: Robert Wise

Gun Man...

 "Nacht in der Prärie" von Hollywood-Regisseur Robert Wise entstand 1948 und gehört zu den Western im Noir-Stil,  zu denen auch Klassiker wie "Ritt zum Ox-Bow (William Wellmann, 1943), "Winchester 73" (Anthony Mann, 1950) oder "Colorado Territory" (Raoul Walsh, 1949) gehören. Auch der 1947 entstandene Raoul Walsh Western "Verfolgt" ist sehr von der schwarzen Serie geprägt, nicht nur weil sein Hauptdarsteller Robert Mitchum einer der unsterblichen Helden des Noir wurde. Ein Jahr später verpflichtete ihn die RKO  für "Nacht der Prärie" -  Mitchum war einfach perfekt für diesen Typ Westerner, der ein geheimnisvolle Vergangenheit hat und dessen Schicksal in einem psychologischen Licht erscheint. Doch "Nacht in der Prärie" ist leider in Vergessenheit geraten. In Deutschland war der Western auch als "Gun Man" bekannt und im Original heißt er "Blood on the Moon".
Schon die ersten Bilder sind düster angehaucht, wenn der Reiter (Robert Mitchum) irgendwo aus dem Nirgendwo erscheint und durch den Regen reitet. Er schlägt ein Nachtlager in der Prärie auf und will einfach nur noch schlafen. Doch die Erde fängt an zu beben und in der Ferne sind donnernde Hufe zu hören. Er kann sich in letzter Sekunde auf einem Baum retten, unter ihm eine Rinder-Stampede. Er hat nun sein Hab und Gut verloren und die Cowboys, die dafür verantwortlich waren, entschuldigen sich bei ihm und laden ihn auf eine Tasse heißem Kaffee in ihrem Lager ein. Dort stellt sich der Fremde als Jim Garry vor und lernt den Rancher John Lutton (Tom Tully), dem die Rinderherde gehört. Dieser erzählt von seinem Streit mit dem neuen Verwalter des Indianerreservats Jake Pindalist (Frank Faylen), der ihm nun die Weiderechte auf Indianergebiet untersagt.  Und man hätte auch Revolverhelden angeheuert, um den finsteren Plänen die Rancher zu verteiben Nachdruck zu verleihen. Lutton misstraut Jim und auch dessen Töchter Carol (Phillis Thaxter) und Amy (Barbara Bel Geddes) betrachten den Fremden argwöhnisch. Jim Carry reitet weiter, sein Ziel ist das kleine Nest Sundust, dort lebt sein Freund Tate Riling (Robert Preston). Der verspricht ihm einen lukrativen Job, wenn Jim ihn bei seinen Plänen unterstützt, doch schnell merkt Jim, dass sein Freund gemeinsame Sache mit Pindalist macht. Jims Gewissen meldet sich und bald muss er sich entscheiden, auf welcher Seite er stehen möchte...


Auffallend ist die anhaltende Schlecht-Wetter Atmosphäre und die düstere und schwere Machart, dies alles ist natürlich sehr Noir-nah und wenn man das auf das Seelenleben des Helden überträgt, dann erkennt der Zuschauer in Robert Mitchums Figur Jim Carry natürlich einen Entwurzelten Mann, der auf der Suche ist. Auch die Regie von Wise ist gekonnt und präzise. Wie in "Verfolgt" von Raoul Walsh ist auch hier eine ausgefeilte Licht- und Schatten-Technik mit markanten Kontrasten zu erkennen.  Die tragende Frauenrolle wird von der jungen Barbara BelGeddes gespielt, die erst 30 Jahre später durch die TV-Serie "Dallas" weltberühmt werden sollte.

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.

Donnerstag, 9. September 2021

Heiße Grenze (The wonderful Country)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Robert Parrish

Lacrimas...

Der 1916 geborene Regisseur Robert Parrish begann seine Karriere als Kinderstar und war unter anderem in Murnaus Liebesdrama "Sonnenaufgang - Lied von zwei Menschen", dem Antikriegsfilm "Im Westen nichts Neues" und dem Western "Der große Treck" zu sehen. In Charlie Chaplins "Lichter der Großstadt" war er der freche Zeitungsjunge, der den Tramp belästigte. Als Filmeditor arbeitete er für John Ford und war an "Die Früchte des Zorns" beteiligt. Für den besten Schnitt wurde er für den Film "Jagd nach Millionen" sogar mit dem Oscar ausgezeichnet. Es folgte eine Karriere als Filmregisseur, in diesen 30 aktiven Jahren drehte er insgesamt 20 Filme. Am bekanntesten sind sicherlich "Die Spur führt zum Hafen", "Flammen über Fernost", "Spiel mit dem Feuer" und der Western "Heiße Grenze" , der seinen Hauptdarsteller Robert Mitchum in einer Paraderolle als entwurzelter Pistolero ohne Heimat zeigt. Dieser Outlaw Martin Brady lebt in Mexico, obwohl er Amerikaner ist. Das hat einen Grund. Vor vielen Jahren musste er die Heimat verlassen, weil er den Mörder seines Vaters aus Rache tötete. Doch seine Arbeit für die berüchtigten Castro Brüder (Victor Manuel Mendoza und Pedro Armendariz) zwingt ihn immer wieder heimlich über den Rio Grande auf amerikanisches Gebiet zu geheh, um dort Waffen für die Mexikaner zu kaufen. Es herrscht Revolution. Immer an seiner Seite ist der treue und edle Hengst Lacrimas, der ihm von den Castros geschenkt wurde. In der Grenzstadt Puerto, New Mexico kommt es zu einem Unfall, er fällt vom Pferd und bricht sich ein Bein. Dies hat zur Folge, dass er auf den dort diensthabenden Major Colton (Gary Merrill) trifft und sich in dessen zuerst reichlich zugeknöpfte Frau Ellen (Julie London) verliebt. Die hat zwar einen schlechten Ruf und man sagt ihr zahlreiche Affären mit Männern nach, doch sie zeigt dem Outlaw, der wie ein Mexikaner aussieht, die kalte Schulter. Vorerst...während seiner Genesung wohnt Brady bei dem deutschen Einwanderer Ben Sterner (John Banner) und dessen Neffen Ludwig (Max Slaten), mit dem er sich anfreundet. Colton versucht während dieser Zeit Brady zu überreden, dass dieser die Castros für den gemeinsamen Kampf gegen die dort herumstreunenden und mordenden Apachen gewinnen kann. Auch der Captain der Texas Rangers ist an Bradys Diensten interessiert, obwohl er weiß, dass Brady ein gesuchter Mann ist. Während eines Festes sucht ein Cowboy (Chuck Robertson) Streit und Brady muss zur Waffe greifen. Er tötet den Mann und schon wieder ist er auf der Flucht...

Mitchum ist wunderbar als romantischer Held und gibt dem leider sehr unterschätzten und unbekannten Western eine poetische und mythologische Note. Dieser Outlaw ist auf der Suche nach einer Heimat und einer moralischen Integrität - so wandert er zwischen den Kulturen. Immer wieder zwingt ihn das Schicksal die Pistole zu gebrauchen und weiterzuziehen. Erst die Liebe zu einer Frau gibt ihm Halt, er kann dadurch die Freundschaft von einer mexikanischen Bauernfamilie gewinnen, die sogar nichts dagegen hätte, wenn der Fremde bei ihnen bleiben würde. Die Kameraarbeit von Floyd Crosby und Alex Phillips ist sehr gut gelungen. Tatsächlich war schon bei den Dreharbeiten klar, dass der echte Robert Mitchum mit seiner Figur viele gemeinsame Züge hat. Mitchum selbst hat diesen Western mitproduziert. Ein bisschen erkennt man in dieserm 1959 gedrehten Film schon die kommenden Italo Western. Ein Vorbote sozusagen. Der Held der Geschichte ist ein verschlossener Einzelgänger, der wenig Worte macht. Die Revolution in Mexico ist spürbar. Eine neue Zeit kündigt sich an

 Bewertung: 8 von 10 Punkten.