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Mittwoch, 13. Oktober 2021

Die Unerbittlichen (Hell Bent for Leather)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: George Sherman

Unschuldig gejagt...

Westernheld Audie Murphy arbeitete 1960 mit dem George Sherman zusammen, der im Laufe seiner Regiekarriere sehr viele sehenswerte B-Western drehte wie "Präriebanditen", "Schlacht am Apachenpass" oder "Tomahawk". Seinen letzten Film drehte er 1971 mit John Wayne und das Ergebnis war gut und hieß "Big Jake".
"Die Unerbittlichen" basiert auf der kurz zuvor erschienenen Novelle "Outlaw Marshall" von Ray Cogan und bezieht sich nicht auf Audie Murphy, der den Pferdehändler Clay Santell spielt, sondern auf die zweite wichtige Figur der Geschichte. Dieser Marshall Deckett wird von Stephen McNally gespielt, der bereits 8 Jahre zuvor Partner von Audie in die Western "Duel at Silver Creek" (Schüsse in New Mexiko) war. In diesem Don Siegel Film kämpften sie gemeinsam gegen Schurken, doch in George Shermans Western hat McNally die Seiten gewechselt, obwohl er ein Hüter des Gesetzes ist.
Die Darstellung des Schurken passt sehr gut zu McNally, er war ja auch durchaus geübt als böser Schurke in vielen Westernfilmen. Sehr bekannt dürfte den Genrefans seine Rolle in Anthony Manns "Winchester 73" sein, er spielt dort den missratenen Bruder von James Stewart.
Am Anfang des Films sieht der Zuschauer einen einsamen Mann ohne Pferd in der Steppe. Er wirkt erschöpft und hat sicherlich Durst. Nur gut, dass Pferdehändler Clay Santell (Audie) zufällig auf ihn trifft. Er gibt dem Fremden (Jan Merlin) sofort etwas zu trinken. Doch statt dankbar zu sein, schlägt der Fremde seinen Retter mit der Faust auf dem Boden und klaut dessen Pferd. Ein Schuß kann die Flucht nicht verhindern, doch der Bandit verliert sein auffälliges Gewehr. Leider weiß Clay nicht, dass dieser Doppelläufer dem vielfach gesuchten Mörder Travers gehört. Aber dies wissen die Bewohner des in der Nähe liegenden Ortes, denn dort hat Travers zwei angesehene Bürger kaltblütig ermordet. Als er dort eintrifft sind die Bewohner zwar auf dem Friedhof, aber dennoch spricht sich sehr schnell herum, dass der gesuchte Mörder in der Stadt sein muss. Die Leute würden ihn gerne lynchen, aber dies kann der rechtschaffene Mr. Perreck (Herbert Rudley) gerade noch verhindern - und auch Marshall Deckett (Stephen McNally), der schon lange auf der Suche nach Travers ist, taucht auf. Er lügt jedoch und gibt an, dass Clay eindeutig der Gesuchte ist. Nur will er ihn nach Denver bringen, dort soll ihm dann ein regulärer Prozess gemacht werden. Leider verfolgt Deckett einen finsteren Plan - er hat es satt Travers weiter zu jagen, daher will er Clay einfach erschiessen und später sagen, dass er Travers erledigt hat. Ein gemeiner Plan, aber Clay gelingt die Flucht. Auf einer Farm trifft er auf Kinder und auf die hübsche Janet (Felicia Farr), die der verzweifelte Gejagte erstmal als Geisel mit sich nimmt...


Im Laufe der Geschichte taucht auch noch mit Robert Middleton ein weiterer guter Bekannter auf. Er spielt Ambrose, den ältesten von drei Brüdern, die das Gesetz nicht unbedingt verfolgen. So gefällt "De Unerschrockenen" mit drei ganz unterschiedlichen Schurken. Auch die Gegend in der sich die Geschichte abspielt, ist nicht gerade ein schöner Ort zum Bleiben. Es gibt feindselige, auch wortkarge Bürger, die auch sofort nichts besseres wissen als die hübsche Frau als Mitkomplizin des Gejagten zu verdächtigen. Und ein versierter Fährtenleser wird hier noch politisch nicht korrekt von den guten Bürgern "Red Boy" gerufen.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Montag, 27. September 2021

Auf verlorenem Posten (Lone Hand)


Regie: George Sherman

Ein Vater kommt vom Weg ab...

In "Lone Hand" (Deutscher Titel: Auf verlorenem Posten) von George Sherman hat Westernheld Joel McCrea eine sehr ungewöhnliche Rolle und driftet als Zack Hallock immer mehr in eine kriminelle Laufbahn ab. Erzählt wird die ganze Geschichte von seinem kleinen Jungen Joshua (Jimmy Hunt), für den sein Vater bisher immer der beste Mensch der Welt war und natürlich auch der beste Papa. Es ist die Konzentration auf diesen Jungen, der auch als Voiceover die Story kommentiert - dieses interessante Stilmittel ist ebenfalls für einen Western eher selten.
Zachary Hallock hat gemeinsam mit seinem Sohn Joshua die Zelte abgebrochen und kommt in Timberline an, um dort eine Farm zu kaufen. Die Mutter ist von Josh ist verstorben und die beiden Männer müssen auch Arbeiten wie Kochen oder Waschen übernehmen. Eine zusätzliche Belastung zur beschwerlichen Farmarbeit. Gleich bei der Ankunft lernt Joshua den etwa gleichaltrigen Daniel Skaggs (Wesley Morgan) kennen, der zudem noch eine ältere Schwester im heiratsfähigen Alter hat. Sie heißt Sarah Jane (Barbara Hale) und Zack findet die junge Dame auch gleich sehr attraktiv.
Noch am selben Tag werden die Neuankömmlinge Zeuge eines Mordes an dem hiesigen Sheriff. Das Brüderpaar Jonah (Alex Nichol) und Gus Varden (James Arness) sind auf Bankeinbrüche und Postkutschenüberfälle spezialisiert und werden seit langem von den Pinkerton Detektiven verfolgt, um diesem kriminellen Treiben ein Ende zu machen. Auch eine Bürgermiliz wurde von Zacks freundlichem Nachbar Pferdezüchter George Hadley (Charles Drake) ins Leben gerufen, die Bürger wollen nicht länger untätig dabei zusehen wie ihre unmittelbare Gegend von skrupellosen Banditen heimgesucht wird. Hadley erweist sich als äusserst großzügig - Zack und sein Sohn dürfen sich bei ihm zwei Pferde aussuchen, Zahlung kann warten - wenn Zack die erste Ernte eingefahren hat. Kurze Zeit später wird Josuah Zeuge eines Mordes. Die beiden gesuchten Brüder töten einen Mann, bei dem sich herausstellt, dass er ein Pinkerton Detektiv ist. Als er von diesem schrecklichen Vorfall seinem Vater erzählt, besteht Zack darauf, dass er Stillschweigen bewahren soll. Man solle sich in solche Sachen lieber nicht einmischen, was dem Jungen sehr schwer fällt. Denn er kann die Sichtweise seines Vaters in keinster Weise nachvollziehen. Aber er gehorcht und es kommt noch schlimmer. Die beiden Banditen besuchen den Vater am Abend auf der Ranch - Josuah beobachtet dieses Treffen, bei dem sich die Brüder Zack als dritten Mann für die Überfälle anwerben wollen. Dieser Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, bei dem Zack mit der Farmarbeit eine echte Pleite kommen sieht - so willigt er schließlich ein beim nächsten Überfall mitzumachen. Mit diesem Ausflug ins Banditenleben hat Zack plötzlich Geld, heiratet Sarah Jane und bemerkt nicht warum sich Josuah immer mehr von ihm distanziert. Und Zack kann auch nicht aufhören mit diesen nächtlichen Auflügen. Dabei mordet die Bande auch - es scheint als hätte sich Zack nun endgültig entschieden vom rechtschaffenen Farmer zum fiesen Banditen zu werden...
 
 Dies ist dann auch die Stelle im Film, bei dem der Zuschauer merkt, dass es wohl für Zack kein HappyEnd mehr geben kann. Wenn er gefasst wird, dann wartet bei diesen Vergehen der Galgen, so kommt eigentlich nur noch der Filmtod in Frage. Vielleicht kann er sich durch diesen Tod noch irgendwie in letzter Sekunde durch eine gute Tat rehabilitieren. Es wäre zumindest seinem enttäuschten Sohn zu wünschen, der so viel auf seinen Vater gehalten hat. Klar, dass hört sich etwas sentimental an. "Auf verlorenem Posten" ist eben eine Art Familienwestern, Unterhaltung für die ganze Familie. Der typische Sonntagnachmittagsfilm, wenn draußen das Wetter nicht so mitspielt. Mir gefällt "Auf verlorenem Posten" aber gerade deshalb, auch wenn das Drehbuch noch eine Überraschung bereit hält, die alle Prognosen des Zuschauers ad absurdum führt. Sehr putzig sind auch die Meinungsverschiedenheiten der beiden Jungs, weil sie durch die Heirat zu Onkel und Vetter wurden. Dabei ist Onkel Daniel ein paar Monate jünger. Auch die Rolle des Bösewichts kommt überraschend. George Sherman, der sehr oft auf actionreiche Szenerien setzt, hat hier sehr subtil eine Vater-Sohn Geschichte gedreht, die gut zu unterhalten weiß.
 
 
Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Die Schlacht am Apachenpass (The Battle at Apache Pass)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie. George Sherman

Cochise im Krieg...

George Sherman sorgte dafür, dass in seinem "Die Schlacht am Apachen-Pass" die Indianer auch mal was anderes zu tun bekamen, als nur schreiend von ihrem Pferd zu fallen. Sein Film beruft sich personell auch auf den kurz vorher enstandenen Delmer Daves Klassiker "Der gebrochene Pfeil", einer der ersten Western, die das Bild der Ureinwohner positiv darstellten. In beiden Filmen spielt Jeff Chandler seine bekannteste Rolle des Häuptling Cochise, für die er sogar mit einer Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller belohnt wurde.
Ansonsten ist "Der gebrochene Pfeil" natürlich viel emotionaler, daher publikumswirksamer und am Ende sogar als Drama angelegt. Dennoch spielte Shermans Nachzügler gute 2 Millionen Dollar an der Kinokasse ein.
Erstaunlicherweise hatte der B-Picture Routinier auch in vielen seiner anderen 50s Western für diese Liberalisierung des Western gesorgt. Hinter dieses vordergründig unverfänglichen Unterhaltungswestern stand eine zunehmende Toleranz und im Rahmen der B-Filmgesetzte auch politischer. Es war so etwas wie eine kleine Vergangenheitsbewältiung bemerkbar, oft flossen dabei ganz nebensächliche Aussagen "wir haben ihnen ihr Land weggenommen" ein. Auch in "Die Schlacht am Apachen-Pass" fallen ein paar solcher Sätze. Darüberhinaus begeistert vor allem die wunderbare Fotografie dieses Films - auch die Aufnahmen von der Schlacht am Pass sind äusserst effektiv gestaltet.
Es gibt in "Die Schlacht am Apachen-Pass" auf beiden Seiten gute Menschen, die sich für den Friedensprozess zwischen Rot und Weiß enthusiastisch einsetzen. Cochise (Jeff Chandler) beispielsweise muss sich von seinem Stamm kritische Wort anhören. Der kleine Elch (Tommy Cook) ist der jüngere Bruder des Häuptling und der würde sich sogar liebend gerne dem rebellischen Geronimo (Jay Silverheels) anschließen, der sich mit seinen Anhängern von den Chiricahua Apachen abgespalten hat und eine Art Guerillakrieg mit den weißen Soldaten beginnt. Auf der Seite der Soldaten ist es vor allem Major Jim Colton (John Lund), der durch seine Freundschaft mit Cochise zu einem Freund der Indianer wurde. Er weiß, dass Cochise ein Mann des Vertrauens ist und sein Wort hält. Doch im Fort tauchen zwei dubiose Gestalten auf, die am Frieden überhaupt nicht interessiert sind. Ein von der Regierung eingesetzer Indianerbeauftragter names Neil Baylor (Bruce Cowling) und dessen rechte Hand Mescal Jack (Jack Elam), ein Scout mit schlechtem Ruf. Die beiden schaffen es sogar in der Abwesenheit des Majors den noch unerfahrenen Leutnant Bascom (John Hudson) zum Angriff gegen die Indianer zu bewegen. Dies ist der Auftakt, der im New Mexico Territorium für eine schreckliche Schlacht sorgt...


Weil Debra Paget den Daves Film "Der gebrochene Pfeil" durch ihre Schönheit zusätzlich veredelte, darf die attraktive Squaw auch in Shermans Nachfolger nicht fehlen. Suzan Cabot spielt Nono, die Frau von Cochise. Sie dürfen sich im Film auch zärtlich küssen - was damals für einen Indianer auch sehr selten war. Damit der treue und gute Soldat nicht ganz leer ausgeht, wurde auch eine zweite wichtige Frauenrolle eingebaut. Beverly Tyler spielt die weiße Mary Kearney, die von Geronimos Krieger entführt wird und die Cochise im Kampf rechtmässig als Geisel freikauft. Ein paar Minuten wird der Zuschauer Zeuge der Eifersucht von Cochises Frau (Susan Cabot) . Shermans Film ist aber trotz der Verwandtschaft weder ein Sequel, noch ein Prequel - kein einziger Handlungsstrang weist auf den berühmten Vorgänger hin. Lediglich die Figur Cochise ist identisch und wird vom gleichen charismatischen Hauptdarsteller verkörpert.

Bewertung. 7 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 9. September 2021

Tomahawk (Tomahawk)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: George Sherman

Zwischen zwei Völkern...

"Tomahawk - Aufstand der Sioux" ist ein Film von George Sherman aus dem Jahre 1950, der in etwa zur gleichen Zeit in die Kinos kam wie die wegweisenden Western "Der gebrochene Pfeil" von Delmer Daves oder "Fluch des Blutes" von Anthony Mann, die sich um ein freundlicheres Bild der Rothäute in den Hollywoodfilmen bemühten. Auch "Tomahawk" geht den gleichen Weg, macht aber gar nicht soviel Aufhebens darum und setzt durchweg auf eine freundlich-romantische Darstellung der Ereignisse, die zu der ersten großen Niederlage der Kavallerie durch die Indianer führte. In den amerikanischen Geschichtsbüchern wurde die Schlacht als Fetterman Massacre vermerkt, die Sioux nannten sie die Schlacht der hundert Erschlagenen.
Es ist das Jahr 1966. Schon einige Male haben die Weißen die Verträge mit den Indianern gebrochen. Nun soll es wieder zum Vertragsbruch kommen, weil die Eisenbahn gebaut werden soll. Auch das Fort Kearney wurde auf dem Gebiet der Indianer gebaut. Die Häuptlinge der Sioux, auch der mächtige Chief Red Cloud (John War Eagle) treffen sich mit den Vertretern aus Washington um strittige Fragen zu klären. Der Trapper Jim Bridger (Van Heflin) , der lange bei den Indianern gelebt hat und dort für die Sache der Ureinwohner sprechen soll, hat seinen besten Freund Sol Beckworth (Jack Oakie), ebenfalls ein Trapper und die hübsche Indianerin Monahsetah (Susan Cabot) bei sich.
Seine Worte werden von den Regierungsvertretern nicht gerne gehört, aber Oberst Carrington (Preston Foster) scheint ein vernünftiger Mann zu sein, der auf Frieden setzt. So lassen sich die beiden Trapper von der Armee als Kundschafter anwerben. Die Sioux sind auch bereit, sich auf die ihnen neu zugewiesenen Gebiete zurückzuziehen, sie warnen aber die Soldaten gleichzeitig, dass nur ein toter Indianer den Krieg bringen wird. Und der lässt auch nicht lange auf sich warten. Denn der brutale Lieutenant Dancy (Alex Nicol) tötet rücksichtslos und ohne schwerwiegenden Grund einen Indianerjungen, der sich ein Pferd von den Soldaten beschaffen wollte. Der zweite junge Indianer entkommt. Auch Monahseetah glaubt, dass Dancy auch der Mann sein könnte, der vor einigen Jahren ihre Schwester und deren Kind getötet hat. Unterwegs lesen die Soldaten die fahrenden Schauspieler Julie Madden (Yvonne de Carlo) und Dan Castello (Tom Tully) auf, die sie auch ins Fort begleiten. Auch Bridger ist auf dem Weg zum Fort. Und die Indianer haben auch schon das Kriegsbeil ausgegraben...

"Tomahawk" ist nette Westernunterhaltung, hat aber wenig Tiefgang zu bieten. Die Geschichte wirkt harmlos und naiv, wird aber in tolle Bilder verpackt. Auch die Kampfszenen sind gut choreografiert. Es fehlt bei aller Sympathie ein bisschen die Dramatik. Nur wenige Szenen packen. So bleibt die Szene, in der Bridger den Mörder seiner Frau verfolgt und mit ihm im Fluß einen erbitterten Kampf liefert in guter Erinnerung, denn hier kommt noch eine dritte Person zum Tragen, die den Ausgang des Kampfes dann entscheidet. Durch eine Befehlsverweigerung eines ehrgeizigen Soldaten geraten diese in den Hinterhalt der Indianer. Gewisse Strategien der Schlacht sind etwas absurd dargestellt, da die Indianer sicher schnell merkten, dass sie den neuen Gewehren der Armee unterlegen sind. Ein Fortführen der Strategie einzelner Gruppen, die angreifen, war sicherlich nicht wahrheitsgetreu.
Regisseur George Sherman war ein sehr fleissiger Filmemacher von B-Western, auf sein Konto gehen Genrebeiträge wie "Im Lande der Comanchen", "Die Teufelspassage", "Der Speer der Rache", "Verschwörung auf Fort Clark" oder "Die Schlacht am Apachenpass". In einer kleinen Rolle ist Rock Hudson zu sehen.

Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 
 

Mittwoch, 8. September 2021

Rebellen der Steppe (Calamity Jane and Sam Bass)


Regie: George Sherman

Calamity Jane trifft  auf Sam Bass...

Im März 1948 kündigte die Universal an, dass sie die Geschichte des Posträubers Sam Bass als Technicolor-Western verfilmen wollte. Man wollte eigentlich James Stewart für die Rolle, doch schließlich bekam Howard Duff den Zuschlag, der ein gutes Leinwanddebüt in Jules Dassins "Zelle R 17" hatte. Als Leading Lady wurde Yvonne de Carlo verpflichtet - zuerst zögerte die Diva, weil es ein Western war. Doch dann sagte sie zu, weil sie Angst hatte dadurch Nachteile bei künftigen Rollenbesetzungen zu bekommen. Der Rest ist Geschichte - Yvonne de Carlo wurde für weitere Western engagiert und spielte so an der Seite von B-Western Helden wie Rory Calhoun, Joel McCrae, Sterling Hayden, Scott Brady, George Montgomery oder Dale Robertson. George Sherman, der Regisseur von "Calamity Jane and Sam Bass" verpflichtete die Schönheit auch in seinen Western "Die schwarze Maske", "Rivalen am reißenden Strom" oder "Tomahawk".
Sheriff Will Egan (Willard Parker) will auf keinen Fall Spieler und Revolverhelden in seiner Stadt Denton in Texas. Als der Neuankömmling Sam Bass (Howard Duff) in die Stadt kommt, wird er von dem Gesetzeshüter auch misstrauisch beäugt. Doch Egans Schwester Kathy (Dorothy Hart) findet den Kerl sympathisch und gibt ihm Kredit, obwohl er keinen Cent in der Tasche hat - er findet aber einen Job bei Will Egan. Gleich darauf lernt Sam auch eine zweite Frau kennen. Es ist die bekannte Calamity Jane (Yvonne de Carlo), die vor allem von Sams Art mit Pferden umzugehen sehr beeindruckt ist. Überhaupt ist der junge Sam ein echter Pferdenarr. Er leiht von Will 50 Dollar aus, setzt dieses Geld auf das Pferd von Calamity, die an einem Pferderennen teilnimmt und kann mit dem Gewinn von 200 Dollar ein Pferd kaufen, dass nur schlecht beschlagen wurde. Aus diesem Tier will er ein echtes Rennpferd machen und schafft dies auch. Er und sein Kumpel Joel (Lloyd Bridges) setzen ihr gesamtes Geld auf ein Rennen. Doch Harry Dean (Marc Lawrence), der die Wetten annimmt, spielt falsch und lässt Sams Pferd vergiften, so dass es während des Rennens tot zusammenbricht. Sam kommt hinter den Betrug, es kommt zur Schießerei und als Gesetzloser muss Sam nun fliehen...

"Rebellen der Steppe" zeigt die typische Westerngeschichte von einem grundguten Kerl, der durch widrige Umstände auf die schiefe Bahn gerät und dort immer weiter ins Verderben treibt. Wie bei vielen biografischen Verfilmungen von authentischen Westernlegenden in den 40ern oder 50ern ist die Story mehr erfunden als wahr. Es ist auch nicht bekannt, dass Sam Bass tatsächlich auf Calamity Jane traf. Regisseur George Sherman verbuchte mit diesem gut aussehenden Technicolor-Western dennoch einen guten Erfolg an der Kinokasse.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

 

Mittwoch, 25. August 2021

Auf Leben und Tod (The Last of the Fast Guns)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: George Sherman

Die Suche nach dem verschwundenen Bruder...

Filmregisseur George Sherman (1908-1991) war ein versierter Routinier für gut gemachte B-Western. Er drehte Filme wie "Die schwarze Maske", "Rivalen am reißenden Strom", "Die rote Schlucht", "Rebellen der Steppe", "Im Lande der Comanchen", "Tomahawk", "Die Schlacht am Apachenpass", "Auf verlorenem Posten", "Verschwörung auf Fort Clark" oder "Der Speer der Rache". Etwas aus dem Rahmen seiner vielen Werke fällt der 1958 entstandene Genrebeitrag "Auf Leben und Tod" (Originaltitel: The Last of the Fast Guns), der starke Film Noir Anteile enthält.
In typischer Manier von Privatdetektiv Philipp Marlowe agiert die Hauptfigur in dieser Geschichte. Es ist der Revolverheld Brad Elison, der von Jock Mahoney gespielt wird und einen lukrativen Auftrag von einem einem steinreichen und mächtigen Rancher erhält. Dieser John Forbes (Carl Benton Reid) verspricht ihm 25.000 Dollar, wenn er dessen seit 20 Jahren verschollenen Bruder findet. Es heißt der Vermisste sei in Mexiko. Der Tycoon hat bereits vor Elison zwei andere Männer mit dieser Suche beauftragt, doch beide kamen nicht mehr lebend zurück. Dies führt zur Annahme, dass der Gesuchte gar nicht gefunden werden möchte, obwohl die bisherigen Recherchen davon ausgehen, dass er selbst in Mexiko gestorben sei.
Der Gunfighter nimmt den Auftrag an und seine Reise wird sich recht sonderbar gestalten. Er begegnet mexikanischen Räubern, einigen resignierten Schießkünstlern und auch deren Herbergsvater (Edward C. Platt), der ihm auch nicht weiter mit brauchbaren Informationen dienen kann. Wenn dieser Bruder noch lebt, so könnte er sich in den mexikanischen Bergen aufhalten, denn er suchte auch nach Gold. Die Spur führt zum Großgrundbesitzer Michael O´Reilly (Lorne Greene), der eine sehr attraktive Tochter (Linda Cristal) hat. Er lernt auch dessen Vorarbeiter Miles Lang (Gilbert Roland) kennen und rettet diesen vor dem Angriff eines aggressiven Wildpferdes. Daher findet er einen neuen Freund und Helfer. Gemeinsam geht es in die Berge. Es fallen Schüsse und nur knapp können sich die beiden in eine Herberge retten. In der Nacht verschafft sich ein Fremder Zutritt zum Zimmer, MIles Lang wird verletzt und muss von dem ortsansässigen Pater Jose (Eduard Franz) versorgt werden. Erst dann kann die Suche weitergehen...

In diesem Film geht es um Loyalität, aber auch um Täuschung und Verrat. Und überraschend kommt es auch zu einem Seitenwechsel. Die Suche wird mehr und mehr düster. Das Schema Gut und Böse verschwindet und es wirkt als hätte Raymond Chandler auch mal einen Fall im Wilden Westen und im unbekannten Mexiko angesiedelt. Einer von George Shermans besten Arbeiten.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.