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Samstag, 6. Dezember 2025

Desperados (Robbers Roost)



















Regie:  Sidney Salkow

Banditennest...

 Der B-Filmregisseur Sidney Salkow starb am 18. Oktober 2000 im Alter von 91 Jahren in Valley Village, Kalifornien. Mit 59 Jahren verabschiedete er sich vom Regiefach. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen "Lady Rotschopf", "Sitting Bull", "Desperados", "Entscheidung am Big Horn" und "The last man on Earth" mit Vincent Price in der Hauptrolle."Desperados" heißt im Origingal "Robbers Roost" und erschien 1955.  Da er sie für Viehdiebe hält, stellt der Viehzüchter Bull Herrick (Bruce Bennett) zwei verfeindete Männer, Hays (Richard Boone) und Heesman (Peter Graves) die beide auch Anführer einer Banditenbande sind als Rancharbeiter ein, um ein Auge auf beide zu haben. Helen (Silvia Findley), die Schwester des Viehzüchters, kommt an und möchte, dass Bull mit ihr in den Osten zurückkehrt, wo Ärzte die Krankheit behandeln können, die ihn an den Rollstuhl gefesselt hat. Ein Fremder in der Stadt, der sich Tex (George Montgomery) nennt, hat sich der Hays-Gruppe von Rancharbeitern angeschlossen. Tex gewinnt bald Bulls Vertrauen und wird gebeten, Helen vor unerwünschten Verehrern zu schützen. Hays und Heesman tun sich zusammen, um nach und nach kleine Mengen Vieh zu stehlen. Als Helen in die Stadt geht, um einen Käufer für das Vieh zu finden, sieht sie am Bahnhof ein Steckbrief, auf dem Tex' wahre Identität als Jim Wall ausweist, ein Flüchtling vor Mordanklage. Hays legt Heesman herein, stiehlt den Rest der Herde und entführt Helen. Sowohl Heesmans Bande als auch die Truppe des Sheriffs nehmen die Verfolgung auf. Tex hilft Helen bei der Flucht und schlägt sie bewusstlos, nachdem sie sich weigert, mit ihm zu gehen. Auf der Flucht vor Hays erfährt sie, dass Tex zwei Männer erschossen hat, als Hays und seine Männer seine Pferde gestohlen und seine Frau getötet haben. Helen löst einen Steinschlag aus und sperrt Hays ein. Ein sterbender Hays gesteht dem Sheriff sein Leben und entlastet Tex von der Mordanklage...



1932 wurde die Story bereits mit George O´Brien und Maureen O´Sullivan verfilmt. Die Verfilmung von Salkow ist geradlinig und hat ein hohes Ansehen bei den Fans von Western B-Filmheld George Montgomery. In "Desperados" hat er mit Peter Graves und Richard Boone zwei kompetente Feinde, die es zu schlagen gilt. Dabei ist die schöne Frau der Dreh- und Angelpunkt dieses schnörkellosen Western. 



Bewertung: 7 von 10 Punkten.
 

Mittwoch, 13. Oktober 2021

Duell mit dem Teufel (The Man from Bitter Ridge)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Jack Arnold

Sheriff-Wahl in Tomahawk....

Trauma und Neurose einer ganzen Dekade sind einigen seiner berühmten B-Pictures zu finden. Jack Arnolds 50er Jahre Filme wie "Gefahr aus dem Weltraum", "Der Schrecken vom Amazonas", "Tarantula", "Der Schrecken schleicht durch die Nacht" oder "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C" wurden allesamt anerkannte Genreklassiker.
Weniger bekannt sind seine Western, aber auch die können sich sehen lassen. Während er in "Des Teufels Lohn" oder "Auf der Kugel stand kein Name" auch auf die Psychologie ein großes Augenmerk legte, ist der 1955 entstandene "Duell mit dem Teufel" (Original: The Man from Bitter Ridge) eher ein konventioneller Vertreter seiner Gattung. Was aber nicht heißen soll, dass der Film in Eastmancolor nicht auch seine Höhepunkte hätte.
Es sind nämlich einige Handlungsstränge vorhanden, die erst langsam ineinander übergreifen. Da wäre einmal ganz am Anfang ein Postkutschenüberfall. Einer der Banditen bemerkt, dass ein junger Fahrgast seine auffälligen Cowboystiefel ansieht. Könnte der Cowboy ihn erkannt haben ? Er erschießt den möglichen Zeugen kurzerhand brutal in den Rücken. Die Bande verschwindet. Sehr schnell wird klar, dass der Mörder einer der vier Jackman Brüder ist. Die Jackmans sind gerade dabei das Städchen Tomahawk zu übernehmen. Geld scheffeln sie sich durch viele Raubüberfälle und Ranse Jackman (John Dehner), der älteste der Brüder will Sheriff werden und damit auch den alten, bewährten Sheriff Walter Dunham (Trevor Bardette) absetzen. Dieser hat sich nicht gerade die Gunst der Rinderbarone erworben, denn er versucht immer wieder den Streit mit den Schafzüchtern zu deeskalieren.
Zur gleichen Zeit kommt auch ein Fremder (Lex Barker) aus San Francisco in die Gegend. Er wird zuerst mal von den anderen Jackmans (Ray Teal, Warren Stevens, Myron Healey) bezichtigt einer der Postkutschenräuber zu sein. Damit wollen sie den Verdacht von sich selbst lenken, denn die drei Galgenvögel erledigen die Drecksarbeit für ihren feinen großen Bruder, der sich für höhere Ämter berufen fühlt. Die Bürger wollen gleich jemanden hängen sehen, das kann Sheriff Dunham gerade noch abwenden. Auch die schöne Schafzüchterin Holly Kenton (Mara Corday) kann durch ihre Aussage dem fremden Mann helfen.  Dieser Jeff Carr ist in einer geheimen Mission in Tomahawk tätig, dazu muss er die Schafzüchter aufsuchen. Nach einem Zweikampf mit Alec Black (Steven McNally), dem Führer der Schafzüchter, werden die beiden Männer schnell zu Freunden, da aber im Western auch die Liebe nicht zu kurz kommen darf, muss sich Holly Kenton zwischen diesen beiden Männern entscheiden...
 
Das klingt nach einem ziemlich konventionellen Film und tatsächlich ist "Duell mit dem Teufel" sehr konventionell inszeniert. Aber durch die gute Figurenzeichnung der Nebenrollen bietet der Western mehr als nur einen Kampf mit dem Bösen und der Gewinn der Frau. Diese macht ja zuerst einen äusserst starken Eindruck als selbstbewusster Charakter, am Ende schmachtet sie allerdings in den Armen des starken Mannes, der sie gewinnen konnte. Die Figur des alten Sheriffs, der gar nicht  amtsmüde ist,  wurde gut gezeichnet, ebenso macht auch John Dehner als korrupter Gangster und Kopf einer Bande einen gute Figur. "Duell mit dem Teufel" bietet mehrfach Prügeleien und diverse Schießereien sowie wilde Verfolgungsjagden. In Tomahawk ist echt was los. Lex Barker fackelt natürlich nicht lange mit dem Flirt und fragt gleich bei der ersten Begegnung seine Traumfrau "Sie könnten mir aber wenigstens sagen, ob sie verlobt oder verheiratet sind"...ist sie nicht, allerdings wirbt der Schafzüchter Alec Black schon lange um sie und er meint auch immer noch eine Chance zu haben. Es ist auch sehr interessant den jungen Old Shatterhand in einer seiner früheren Westernrollen zu sehen. Unterhaltsam ist dieser Jack Arnold Film auf jeden Fall.

 Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Samstag, 9. Oktober 2021

Wichita (Wichita)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Jacques Tourneur

Wyatt Earp ist in der Stadt...

Das Städtchen Wichita war zur Zeit des Wilden Westens eine Bahnstation und damit Endpunkt der Viehtrecks aus Texas. Dadurch boomten diese Orte, sie zogen viele Cowboys an und die sollten ihr Geld in den vielen Saloons und Hotels der Stadt wieder loswerden. Für die Bürger einer solchen Stadt war dies eine beeindruckende Einnahmequelle, da nahm man auch mal eine Horde voller betrunkener und bewaffenter Männer in Kauf. Irgendwann wurde der berühmte Wyatt Earp Marshall in Wichita und Jacques Tourneur machte aus dieser Phase im Leben des berühmten Revolverhelden einen Film. Sein "Wichita" entstand im Jahr 1955 und gehört zweifelsohne trotz der starken Konkurrenz anderer Filme zu den besten Filmen über Wyatt Earp und darf trotz seines B-Movie Charmes im gleichen Atemzug wie John Fords "Faustrecht der Prärie" oder John Sturges "Zwei rechnen ab" genannt werden. Obwohl die berühmte Schießerei am O. K. Corral gar nicht vorkommt.
"Wichita" ist alleine schon wegen seiner Optik (CinemaScope, Technicolor) ein echter Knaller. Der russischstämmige Kameramann Harold Lipstein (Colorado, Der Speer der Rache, Pal Joey) war für die herrlichen Bilder zuständig und es war nicht der erste Ausflug von Tourneur in den Wilden Westen. Bereits 1946 schuf er mit "Feuer am Horizont" einen famosen, aber leider vielzu wenig bekannten Klassiker.
Da es im Jahr 1955 einen Golden Globe für die Kategorie "Bestes Outdoor Drama" gab, gewann "Wichita" diesen Preis, der nur in diesem einen Jahr vergeben wurde.
Hauptdarsteller Joel McCrae macht eine klasse Figur - auch wenn er mit seinen 50 Jahren für die Figur des Wyatt Earp viel zu alt ist. Der echte Earp war als Marshall in Wichita nur halb so alt.
In den ersten Szenen des Films gibt Tourneur Einblick in das Leben dieser Cowboys, die die Viehtrecks begleiten. Den ehemalige Bisonjäger Wyatt Earp (Joel McCrea) schließt sich dem Treck des Ranchers Wallace (Walter Sande) an, begleitet diese auf dem Weg nah Wichita. Denn es zieht ihn ebenfalls in diese aufstrebende Stadt. Er hat vor, dort Geschäfte zu machen. Der Eisenbahn-Ingenieur Sam McCoy (Walter Coy),  Bürgermeister Hoke (Carl Benton Raid) und der Saloonbesitzer Black (Edgar Buchanan) reiben sich bereits im Vorfeld schon die Hände, weil sie wissen, dass viel Geld in die Kassen gespült wird.
Fast jede Nacht kommt es zu Ausschreitungen. Wenn die Cowboys genug getrunken haben, ballern sie ohne Sinn und Verstand mit ihren Pistolen. Die Bevölkerung ist gut beraten, sich im sicheren Haus zu verschanzen.
Bei einem Banküberfall ist Wyatt Earp zur Stelle und kann mit seinen Schießkünsten alle drei Banditen ins Jenseits befördern. Das gefällt den Honorationen der Stadt und sie versuchen diesen starken Mann als Marshall zu gewinnen. Er ist der Idealtyp hier für Gesetz und Ordnung zu sorgen. Doch Wyatt lehnt zunächst ab und macht McCoys hübscher Tochter Laurie (Vera Miles) schöne Augen. Dann wird in einer dieser ominösen Nächte zufällig ein kleiner Junge aus Versehen von einer Kugel tödlich getroffen. Nun nimmt Wyatt das Gesetz in die Hand - natürlich ohne Kompromisse. Vor allem verbietet er Waffen in Wichita. Dies ist für die Bürger auch wieder ein Dorn im Auge, denn mit solchen striken Verboten zieht es nur wenige Cowboys in die Stadt. Black versucht Auftragskiller in die Stadt zu holen, die das Problem Wyatt Earp erledigen sollen. Doch stattdessen bekommt der Marshall Untersützung von seinen jüngeren Brüdern Jim (John Smith) und Morgan (Peter Graves)...

Wie in vielen Hollywood-Klassikern dieser Zeit geht auch Tourneur sehr frei mit der Wahrheit um. Eine Laurie hat Wyatt Earp in "Wichita" nie geheiratet, auch wenn dieses Happyend diesen hervorragenden Western beschließt. In einer Nebenrolle als Lauries Mutter ist Mae Clark zu sehen, die zwanzig Jahre zuvor Berühmtheit im Gangsterepos "Public Enemy" erlangte, weil James Cagney ihr dort in einer Szene eine Grapefruit ins Gesicht drückt. Auch Jack Elam ist mit von der Partie, als Bankier soll sogar der spätere Meisterregisseur Sam Peckinpah zu sehen sein.
"Wichita" ist einfach, aber extrem effektiv - das Szenario wurde später auch in Edward Dmytryks "Warlock" wieder aufgenommen. Auch dort bettelt die Stadt um Beistand eines Revolverhelden, der dann Marshall wird. Als dieser zu sehr die Geschicke der Stadt bestimmt, stellen sich die sogenannten guten Bürger gegen ihn. Die Schlußbilder beider Filme sind aber grundverschieden. Während in "Warlock" Henry Fonda verbittert die stadt verlässt, nachdem er seinen besten Freund erschoß, reitet in "Wichita" Wyatt mit seiner Laurie in eine glückliche Zukunft - zuerst nach Dodge City, dann nach Tombstone. Aber das sind wieder ganz andere Geschichten.

Bewertung: 8 von 10 Punkten

 

Donnerstag, 7. Oktober 2021

Der Einzelgänger (Man with the Gun)


Regie: Richard Wilson

Clint Tollingers Kampf...

"Der Einzelgänger" ist eine Art Vorläuferfilm von Edward Dmydryks Klassiker "Warlock" aus dem Jahr 1959, dort  beschließen die Bürger, den berühmt-berüchtigten Revolverhelden Clay Blaisedell, gespielt von Henry Fonda, als Marshal zu engagieren. Doch leider müssen die Bürger bald feststellen, dass auch der engagierte Gunman nicht den gewünschten Frieden in der Stadt herstellen kann. In "Der Einzelgänger" (Original: Man with the Gun) aus dem Jahr 1955 präsentiert Regisseur Richard Wilson Weltstar Robert Mitchum als den berühmt-berüchtigten Clint Tollinger. Der kommt eigentlich wegen einem ganz anderen Grund in die Stadt Sheridan City, denn er will von seiner Exfrau Nelly Bain (Jan Sterling) endlich Antworten, wie es der gemeinsamen Tochter geht, die die Frau vor ihm zurückhält. Sie hat auch in de Stadt einen gut gehenden Tanzsaal mit hübschen Mädchen, der den Frauen im Ort ein Dorn im Auge ist, aber von deren Gatten gut besucht wird. Die Stadt wird schon lange vom fetten Dade Holman (Joe Barry) und dessen Pistoleros terrorisiert. Der Schurke lässt sich aber nie blicken, verlässt seine sichere Ranch nie und schickt stattdessen seine Angestellten, die vor allem eins tun sollen: Die Bürger der Stadt am Aufschwung hindern. So wird der Plan vom Hausbau des jungen, mutigen Jeff Castle (John Lupton) immer wieder sabotiert, nur mit Gewalt kann er die Revolverhelden daran hindern, das Bauholz abzufackeln. Als Tollinger n die Stadt kommt, macht dies natürlich schnell die Runde und die Bürger entscheiden sich sehr schnell den Revolverhelden als Hilfssheriff einzusetzen, der wie in anderen Städten bereits für Ruhe und Ordnung gesorgt hat. Doch sein Ruf ist zwiespältig, man sagt dort wo der in grau gekleidete Mann agiert, da ist auch bald der Tod an der Seite der Bürger. Der Preis, die Bösen loszuwerden, muss wohl mit viel Blut bezahlt werden. Jeffs Verlobte Stella (Karen Sharpe) ist von Tollingers Art einerseits abgestoßen, aber auch fasziniert. Tatsächlich gestaltet der engagierte Tollinger seinen Plan überaus dynamisch. Er hat vor den Boss der Gangster aus der Reserve zu locken. Vielleicht gelingt dies mit der Erschießung einiger von Holmans bezahlten Killern...


Der Regisseur Richard Wilson (Al Capone, Zahl oder stirb) ist eher unbekannt, umso erfreulicher ist, dass sein Western sehr gut und düster gestaltet wurde und mit Robert Mitchum einen perfekten Hauptdarsteller anbietet, der selbst in einem inneren Zwiespalt steckt, aber nicht aus seiner Haut heraus kann. So ist sein Plan wie ein Todesballet durchkomponiert, er fackelt nicht lange bis er schießt...das gibt ihm den entscheidenden Vorteil gegenüber den Anderen, die sehr bald begreifen dass es im Spiel der Macht nur einen Sieger geben kann. Ein bisschen kann man sich vielleicht am versöhnlichen Schluß stören, denn zu jedem anderen Zeitpunkt war der Film sehr roh und dreckig.


Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Montag, 27. September 2021

Vom Teufel verführt (The Rawhide Years)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Rudolph Mate

Unschuldig gejagt...

In der Kategorie "Beste Kamera" wurde der aus Österreich stammende Rudolph Mate (geboren am 21. Januar 1898 als Rudolf Mayer in Krakau) insgesamt fünfmal für den Oscar nominiert: 1941 für Hitchcocks "Der Auslandskorrespondent", 1942 für "Lord Nelsons letzte Liebe", 1943 für "Der große Wurf", 1944 für "Sahara" und 1945 für "Es tanzt die Göttin". Dennoch ging er immer leer aus. Mate war bereits in der Stummfilmzeit als Kameramann berühmt. Er war Carl Theodor Dreyers Mann für die Bilder der Klassiker "Die Passion der Jungfrau von Orleans" und "Vampyr".  1947 wechselte er auf den Regiestuhl. Als Regisseur löste er zwar nicht die gleiche Begeisterung aus wie als Chefkameramann, aber er drehte dennoch einige überzeugende Filme. Seine beste Arbeit ist sicherlich der Film Noir "D.O.A." (Opfer der Unterwelt), erfolgreich war auch der Science Fiction Film "Der jüngste Tag" oder die Abenteuerfilme "Der eiserne Ritter von Farnsworth" oder "Der Löwe von Sparta". Mit dem jungen Tony Curtis drehte er im Jahr 1955 den temporeichen Western "Vom Teufel verführt". Es war bereits die zweite Arbeit mit dem aufstrebenden Jungstar, der einige Jahre später zu den erfolgreichsten Filmstars aufsteigen konnte.
"Vom Teufel verführt" heißt im Original "The Rawhide Years" und erzählt die Geschichte des jungen Riverboat-Spielers Ben Matthews (Tony Curtis) dessen Mentor Carrico (Donald Randolph) mit gutem Erfolg reiche Mitreisende auf den Mississippi Dampfern mit seinen Kartentricks betrügt. Auf einer dieser Fahrten bringen sie einen alten Geschäftsmann um das ganze Vermögen. Der Großrancher Matt Comfort (William Demarest) beobachtet mit Sheriff Sommers (William Gargan) das Spiel und ist sich sicher, dass die beiden Männer falsch spielten, kann es aber nicht beweisen. Er lässt sich von Ben zu einem Spiel überreden, dass er dann überraschend gewinnt: Ben hat seine guten Karten nicht gegen ihn eingesetzt und ihn gewinnen lassen. Dies imponiert dem alten Rancher und beide treffen sich anschließend in Comforts Kabine, wo Ben eine Anstellung auf der Ranch in Aussicht gestellt bekommt. Doch soweit kommt es nicht. Flußpiraten ermorden Comfort und der Verdacht fällt gleich auf Ben und Carrico. Ben kann zwar fliehen, aber in der Stadt Galena lyncht man gerne ohne Prozess Verdächtige und so hängt Bens Mentor ziemlich schnell am Galgen. Ben sagt seiner Liebchen Zoe Fontaine (Colleen Miller) Adieu und muss sofort verschwinden. Das Mädchen will aber auf ihn warten. Doch der Geschäftsmann Andre Boucher (Peter van Eyck), dem auch die Bar gehört, fährt auch auf sein singendes Zugpferd ab. Es vergeht eine gewisse Zeit, Ben wird Cowboy und tatsächlich hat er danach die Möglichkeit in Galena den Verdacht gegen ihn auszuräumen. Auf dem Weg dorthin lernt er den sympathischen Tagedieb Rick Harper (Arthur Kennedy), der es eigentlich auf die Dollars, die Ben verdient hat, abgesehen hat. Doch irgendwie kommen sich die beiden Männer auch freundschaftlich etwas näher. Ben bucht mit seinem neuen Begleiter eine Passage über den Mississippi. Dann tauchen erneut die Flußpiraten auf..

Ein schöner Technicolorwestern mit einigen netten Einfällen. Eine indianische Holzfigur wird schließlich den miesen Banditen zum Verhängnis. Doch bevor sich Ben reinwaschen kann, muss er noch einige Abenteuer bestehen und auch einige Ganoven aus dem Weg räumen. Dabei geben der gutaussehende Sunnyboy Tony Curtis und Arthur Kennedy als liebenswertes Schlitzohr ein sehr gutes Gespann ab. Es ist Arthur Kennedy, meistens in ernsthaften Rollen besetzt, der hier mit einer immensen Spielfreude dem Film eine humorvolle Note verleiht. Und die steht der Geschichte ausserordentlich gut. In einer Schlüsselrolle ist der deutsche Filmschauspieler Peter van Eyck zu sehen, der leider viel zu früh starb und mit seiner Rolle als Bimba in Clouzots Nitroglyzerin Thriller "Lohn der Angst" unvergessen bleibt.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

 

Santiago, der Verdammte (The Naked Dawn)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Edgar G. Ulmer

Auf der Suche nach einem besseren Leben...

Edgar G. Ulmer stammt aus Wien und wurde mit 16 Jahren Bühnenbildner von Max Reinhardt. Als Regisseur war er bekannt dafür, dass er mit niedrigstem Budget das Beste herausholen konnte. Diese Wertschätzung kam aber erst in den späten 50er Jahren zustande, weil der Filmemacher von den Machern der französisischen Filmzeitschrift Les Cahiers du Cinema entdeckt wurde. Auch Francois Truffaut zählt zu seinen Bewunderern und gab Ulmers Mexico-Western "Santiago - Der Verdammte" als Inspirationsquelle für seinen berühmten Klassiker "Jules und Jim" an. Dabei trat Ulmer zuerst mal als Szenenbildner im deutschen Film der 20er Jahre in Erscheinung. Seine Arbeiten für "Der Golem", "Die Nibelungen", "Metropolis" oder "Menschen am Sonntag" sind grandios. Danach arbeitete er auch im selben Bereich für Murnaus Filme "Tabu" oder "Sunrise" in Hollywood. Mit "Die schwarze Katze" nach Edgar Allen Poe versuchte er sich als Regisseur. Der Film wurde ein Klassiker des Horrorgenres. Auch der Film Noir "Umleitung" wird heute immens wertgeschätzt. Zur Zeit ihrer Entstehung wurden seine Regiearbeiten von der US-amerikanischen Filmkritik weitestgehend ignoriert. "Santiago - Der Verdammte" ist vielleicht der bekannteste unten den vielen B-Pictures, die er in den US gedreht hat. Eine naive und sentimentale Geschichte, die von echten Gefühlen beherrscht wird, wie ein Filmkritiker einmal über das Werk schrieb. Ulmer selbst baute seinen ungewöhnlichen Western als Art Mysterienspiel auf. Der Filmemacher gab an, dass er sehr beinflusst war vom Theater des Mittelalters, von den damaligen Schwänken und Mysterienspielen, in denen die Moral einen sehr großen Stellenwert hatte. Während bei John Ford der Mann im schwarzen Hemd das Böse repräsentiert und der Held im weißen Hemd daherkommt, strebte Ulmer immer die Vermischung an.
Zur Handlung: Es war einmal in Mexiko. Die Revolution ist vorüber. Zwei Bauern, Santiago (Arthur Kennedy) und Vicente (Tony Martinez) sind durch die Kämpfe zu entwurzelten Outlaws geworden. In Matamoros versuchen sie am Bahnhof einen Waggon aufzubrechen und wertvollen Armbanduhren zu stehlen. Doch der Bahnvorsteher (Francis McDonald) entdeckt die Räuber und schießt auf sie. Dabei wird Vicente getroffen und schwer verwundet. Es gelingt den beiden zwar noch die Flucht in die Berge, doch der Verletzte stirbt in den Armen seines Freundes Santiago, der Vicente mit den letzten Worten die Angst vor der Strafe Gottes nimmt und ihm den Himmel nahe bringt, den er auf der Erde niemals hatte. Er reitet am Morgen weiter und findet Zuflicht bei einem jungen Ehepaar. Manuel Lopez (Eugene Iglesias), gerade mal 20 Jahre ist mit der hübschen Maria (Betta St. John) verheiratet, die er aber nicht sonderlich gut behandelt. Für Santiago bedeutet die junge Frau aber mehr. Mit ihr an seiner Seite könnte er nochmals den Mut aufbringen, seinem Leben einen Halt zu geben. Er überredet Manuel, der ein Auto hat, ihn in die Stadt zu begleiten. Dort versucht er beim Hehler Guntz (Roy Engel) die Uhren zu verhökern. Doch dieser spielt falsch, die Situation eskaliert und am Ende hat Santiago den Tresor ausgeraubt. Santiago und Manuel fahren zurück. Doch das geraubte Geld zeigt auch die dunklen Seiten von Manuel auf, der nicht verstehen kann, dass Santiago die Beute einfach so zum Fenster rauswerfen will und eben nicht als Startkapital für eine bessere Existenz nutzen wird. So kommt es - auch wegen Maria - zum Schlagabtausch beider Männer. Und der beraubte Guntz ist auch noch nicht aus dem Rennen...


Einziges Manko des sehr schönen Films ist die etwas unglückliche deutsche Synchronisation, die zu einer Zeit entstand als man glaubte, dass Mexikaner oder Indianer immer gebrochen "deutsch" sprechen musste. Möglicherweise liebte der damalige kinobesucher diese Pseudoauthentizität. Heute hört sich das etwas nervig an. Aber dies ist auch schon der einzige Kritikpunkt. Ansonsten ist er Film sehr rührend und subtil inszeniert. Er zeigt sanfte poetische Momente, die er aber übergangslos in verrückter Gewalt gleiten lässt. Als Western selbst wirkt er etwas bizarr, denn er bürstet gewisse Mythen des Wilden Westens schon gegen den Strich. Für Truffaut schimmerte sogar viel von den Arbeiten Jean Renoirs oder Max Ophüls durch. Ulmer legte den Film als flüchtige Menage-a-trois an, in der sich die Kräfteverhältnisse unablässig verlagern. Am Ende steht sowohl der Tod als auch ein neues und hoffentlich besseres Leben.


Bewertung. 8 von 10 Punkten. 

Die Mestizin von Santa Fe (Santa Fe Passage)


Regie: William Witney

Liebe und Hass...

In einem Interview mit der New York Times erzählte der Kultregisseur Quentin Tarantino, dass der Routinier William Witney zu seinen Lieblingsregisseuren gehört, vor allem der 1949 gedrehte "The Golden Stallion" zählt Tarantino zu seinen Westernfavoriten. William Witney drehte im Laufe seiner Karriere über 100 B-Pictures, einige wie "Aufstand in Arizona" oder Goldtransport durch Arizona" mit Audie Murphy. Sehr hohen Stellenwert bei Westernfans haben auch "Brandmal der Rache" und der eher ungewöhnliche Indianerfilm "Die Mestizin von Santa Fe", den er im Jahr 1955 drehte.
Dabei spielt John Payne den Indianerhasser Kirby Randolph. Sein Hass basiert allerdings auf Erfahrungswerte mit dem wilden Kiowa Häuptling Satank (George Kaymas). Dieser hat ein Massaker an einem Siedlertreck angerichtet, bei dem Randolph als erfahrener Pfadfinder die Verantwortung für den sicheren Geleit übernommen hatte. Mit dabei ist sein Kumpel Sam Beekman (Slim Pickens), dem die erste szene gehört. Zwei Reiter jagen durch die Prärie, der Verfolgte ist ein Indianer. Der wird von Sam gefangengenommen, er spuckt die Rothaut verächtlich ins Gesicht und würde nur zu gerne kurzen Prozess machen, doch der besonnene Kirby hält ihn davon ab und lässt den Indianer laufen. Mit dieser Geste will er dem Stamm der Kiowa beweisen, dass sie freundliche Absichten haben und hofft so, dass der Treck unbeschadet die Überquerung des Indianergebiets überlebt.
Als Kirby und Sam zu den Indianern reiten, um mit ihnen zu verhandeln haben sie Geschenke dabei. Gewehre und Alkohol. Die Indianer fordern die beiden Scouts mit ihnen zu trinken und bald sind alle betrunken. Nur mühsam können sich die alkoholisierten Freunde davonschleichen und sind sich sicher, dass der Treck bereits in Sicherheit ist. Doch sie irren: Während dem Saufgelage hat der Rest des Stammes den Treck überfallen und alle Siedler getötet. Kirby ist nun ein geächteter Mann. Er findet wohl nie mehr eine Anstellung als Treckführer. Doch Jess Griswold (Rod Cameron) gibt ihm noch eine Chance. Er soll einen Treck begleiten, der eine Munitionssendung nach Mexiko liefern will. Ein gefährliches Unterfangen, wenn die Indianer herausfinden was für eine brisante Fracht hier transportiert wird. Kirby passt es auch nicht, dass die Indianerin Ptewaquin (Irene Tedrow) im Wagen der hübschen Aurelie St. Clair (Faith Domergue) mitfährt. Er traut keiner Rothaut mehr. Doch Miss St. Clair, die Verlobte von Griswold, besteht darauf, dass die Indianerin bleibt. Somit kann die Reise beginnen. Kirby verliebt sich in Griswolds Mädchen, weiß aber nicht, dass sie ein Mischling, eine Mestizin, ist...

Mit dieser Konstellation kann es los gehen und William Witneys straffe Inszenierung sorgt auch für eine gute Portion Spannung. Zudem ist die Geschichte gut gefüttert mit Themen wie "Rassismus" und "Rehablitation". Auch der Konflikt der beiden Konkurrenten um die Gunst der schönen Frau gehört zu den klassischen Westernstoffen. Dabei spielt Rod Cameron als Konkurrent des Filmhelden einen ehrbaren Mann, der auf das Gerede der Anderen nicht hört und dem ruinierten und gestrauchelten John Payne eine neue Chance gibt. Natürlich ist ein Wagentreck immer ein gutes Sujet für einen guten Western, man denkt an nahe filmische Verwandte wie "Karawane der Frauen", "Der große Treck", "Der Weg nach Westen" oder "Westlich St. Louis"
 
 Bewertung: 7,5 von 10 Punkten 

Donnerstag, 23. September 2021

Todesfaust (Tenessee´s Partner)


Regie: Allan Dwan

Tennessee´s Freund...

"Todesfaust" ist ein Film, den der Regieveteran Allan Dwan im Jahr 1955 gedreht hat. Der Film heißt im Original "Tennessee´s Partner" und ist neben "Stadt der Verdammten" Dwans bester Western - beide Arbeiten zählen zu Recht zu den besten B-Western überhaupt. In beiden Filmen spielt John Payne die Hauptrolle und als Glücksspieler Tennessee ist er hier perfekt besetzt.
"Todesfaust" ist auch ein Film über die Freundschaft zweier sehr unterschiedlicher Männer, denn dem Glücksspieler läuft rein zufällig ein namenloser Cowboy - gespielt von Ronald Reagan - über den Weg, der ihm das Leben rettet.
Denn als Pokerkönig hat Tennessee nicht nur viele Bewunderer, sondern auch viele Neider. Und genauso viele Spieler, die Geld an ihn verloren haben. Tennessee hat ein Verhältnis mit der selbstbewussten Duchess (Rhonda Fleming), die in der Stadt Sand Hill ein eigenartiges Etablissement mit Heiratsvermittlung führt. Die Frau ist verliebt in Tennessee, doch dem geht seine Freiheit über alles und er denkt nicht daran sich zu binden. Tennessees größter Widersacher ist der vermögende Turner (Anthony Caruso), der aber stets im Dunkel agiert. Bei einem Pokerspiel verliert ein Gentleman viel Geld und bezichtigt Tennessee als Falschspieler. Einen Tag später lauert der Geprellte im Hinterhalt und will sich an Tennessee rächen. Zum Glück kommt der Goldsucher Cowpoke (Reagan) gerade vorbei und hilft aus der brenzligen Situation. Die beiden Männer werden spontan zu Freunden. Cowpoke will in Sand Hill Gold schürfen und hat es schon zu einem kleinen Vermögen gebracht. Grund genug eine gewisse Goldie (Coleen Gray) zu ehelichen, die der gutmütige Naivling vor kurzem kennengelernt hat. Tennessee staunt nicht schlecht als der Cowpokes angehende Gattin sieht - er kennt die Lady von früher und in dieser Zeit war sie mit ganzer Leidenschaft ein Flittchen. Als der alte Goldsucher Grubstake Gold findet, dreht die gesamte Stadt fast durch und feiert. Am anderen Tag wird der alte Mann ermordet aufgefunden. Der Verdacht fällt auf Tennessee, der wegen dieser Goldie bereits mit seinem neuen Freund in Konflikt geraten ist...


Am Ende steht eine Szene, in der der Cowboy zum zweiten Mal seinem Freund das Leben rettet "und dabei kannte ich noch nicht mal seinen richtigen Namen" wird der Zuschauer John Payne in einer der letzten Szenen des Films sagen hören. Ein Satz, den zwei Jahrzehnte später auch Richard Brooks in seinem "700 Meilen westwärts" wiederverwendet hat. Bei Brooks gehört der Satz Gene Hackman, in dessen Arm gerade der namenlose Cowboy Ben Johnson gestorben ist. Dwan war beim Dreh schon 70 Jahre alt und blickte bereits auf eine Filmkarriere zurück, die in den frühen kindertagen des Films - im Jahr 1911 - begann. Dwan drehte den Stummfilm "Robin Hood" mit dem damaligen Superstar Douglas Fairbanks. Es war der Autorenfilmer Peter Bogdanovich, der den Filmpionier mit der Biographie "The Last Pioneer" wieder in die Erinnerung der Filmfans brachte.

Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

 

Donnerstag, 2. September 2021

Postraub in Central City (Road to Denver)


Regie: Joseph Kane
 
Kain und Abel im Wilden Westen...
 
Überraschend ist doch das Ende von Joseph Kanes Western "Postraub in Central City" (Originaltitel: Road to Denver), denn ich habe fest damit gerechnet, dass es im Bruderduell einen Verlierer geben muss. Hier muss er mal ausnahmsweise nicht für seine Taten bezahlen, denn sein großer Bruder hat alles verziehen und für ihn die rechte und linke Wange hingehalten. Dafür wird er am Ende des Westerns auch belohnt, er schafft den Sprung vom Tagelöhner zum Unternehmer. Eine Rolle, die perfekt zugeschnitten ist auf John Payne, dessen bester Film vielleicht "Stadt der Verdammten" von Allan Dwan ist. Sein hitzköpfiger, übermütiger Bruder wird von Skip Homeier gespielt - einer der beliebtesten Nebendarsteller aus zahlreichen guten B-Western.
Bill Mayhew (John Payne) muss seinem Bruder Sam (Skip Homeier) öfters aus der Patsche helfen, denn der gibt gerne an, überschätzt sich öfters, trinkt zu viel und sucht bei der besten Gelegenheit Streit. So musste er ihn nach einer Rodeowette, die er verlor und danach eine Schlägerei verursachte, aus dem Gefängnis befreien. Daher mussten die beiden ungleichen Brüder Texas verlassen, doch Sam würde gerne eigene Wege gehen, da ihn die Bevormundung und die Moralpredigten des älteren Bruders extrem nerven. Ausserhalb Texas angekommen kann Sam einen Rancher überzeugen, dass er zwei fleißige Arbeitskräfte braucht. Doch dazu kommt es nicht, weil Sam dessen subjektive Schilderung einer Bürgerkriegsschlacht nicht so auf sich sitzen lassen kann. Der Rancher wird kurzerhand k.o. geschlagen und wieder heißt es für die Brüder "Abhauen".
Nachdem sie ihre Verfolger abschütteln konnten, trennen sich ihre Wege. Sam möchte den großen Bruder nie wieder sehen und auch nichts mehr mit ihm zu tun haben. Das Schicksal oder das Filmdrehbuch will es so, dass aber beide - unabhängig voneinander - ihr Glück im aufstrebenden Städtchen Central City suchen. Bill bekommt eine grundsolide Anstellung beim ehrlichen Unternehmer Sutton (Ray Middleton), der noch eine hübsche heiratsfähige Tochter (Mona Freeman). Sam kommt ein paar Tage später in den Ort und sucht eher einen Job, bei dem man schnell sehr viel Geld verdienen kann. Dies kann ihm der srupellose Spielhöllenbesitzer Donovan (Lee J. Cobb) anbieten. Sam wird sozusagen seine rechte Hand und es kommt seinem Arbeitgeber darauf an, dass der durchsetzungsstark ist und gut mit der Waffe umgehen kann. Ein Mann fürs Grobe also. Auch Sam lernt Elizabeth kennen, auf die der ältere Bruder natürlich schon ein Auge geworfen hat. Sutton selbst will ein Postunternehmen gründen, das die Postverbindungen bis nach nach Denver sicherstellt. Auf dieses Projekt hat aber auch der böse Donovan schon ein Auge und seine Männer sollen dafütr sorgen, dass alles in seine Hände fällt...

Zum einen ist "Postraub in Central City" ein Film über den Aufbau des Westens. Die Pioniere, die ein Risiko eingehen um dem wilden weiten Land die Zivilisation zu bringen. In den alten Tagen des Westens musste man Wagemut und die ganze Kraft einsetzen. Doch der Erfolg konnte sich aber sehr schnell einstellen. Das dominante Thema ist aber der Streit unter den Brüdern und die Gefahr, dass der kleine Bruder so sehr unter die Räder kommt, weil er immer damit beschäftigt ist seinem Bruder beweisen zu müssen, dass er auch seine Stärken hat. In Joseph Kane buhlen dann auch die beiden um das gleiche Mädchen.
Lee van Cleefs Nebenrolle ist auch etwas denkwürdig, denn hier muss der beliebte Westernschurke gleich zweimal mächtig Prügel einstecken und sich so zum Affen machen.
 
Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

 

Mittwoch, 1. September 2021

In Acht und Bann (At Gunpoint)


Regie: Alfred L. Werker

Ein Mann allein...

"At Gunpoint" aus dem Jahr 1955 ist ein Western von Alfred L. Werker und ist eine Produkt der Allied Artists. In Deutschland ist der Film unter dem Titel "In Acht und Bann" bekannt und kann als eine Art Antagonist zu Fred Zinnemanns düsterem Weltklassewestern "High Noon" angesehen werden. Dabei ähneln sich die Ausgangslagen für den Bürger eines friedlichen Westernstädtchens, aber das Ende weicht stark ab. Filmfans werden sich an das bittere Ende von Zinnemanns Film erinnern. Dort kommen nach dem Sieg von Exmarshall Will Kane die Bürger von Hadleyville auf die Straße, nachdem sie sich vorher versteckt hatten und Kane alleine ließen. Verächtlich wirft der Mann dann seinen Marshallstern zu Boden und verlässt mit seiner Amy die Stadt und die feigen Bürger. Wird der Kaufmann Jack Wright, der vor einer ähnlichen Aufgabe wie Marshall Kane stehen wird, auch im Stich gelassen ?
Diese Frage wird in Werkers interessantem Western am Ende beantwortet und beschert dem großen Walter Brennan noch die beste Szene des ganzen Films. Eine Szene mit "Wow" Effekt. Walter Brennan spielt den Doc des Städtchens Plainview und mit Dorothy Malone als Martha, Frau des Kaufmanns Jack Wright, ist neben Brennan noch ein weiterer Oscargewinner in dem Film zu sehen. Ursprünglich sollte Joel McCrea die Hauptrolle spielen, doch dies ließ sich nicht verwirklichen, so bekam der Charakterdarsteller Fred MacMurray den Zuschlag. Westernfans werden auch den kleinen Tommy Rettig wiedererkennen, er spielte neben Marilyn Monroe und Robert Mitchum im "Fluß ohne Wiederkehr" mit. Auch Skip Homeier macht wie immer eine gute Figur, diesmal als fieser Bandit Bob Dennis, der seinen getöteten Bruder rächen will.
Der Film beginnt damit, dass die Brüder Alvin (John Pickard) und Bob Dennis (Skip Homeier) mit ihrer Bande am hellichten Tag der friedlichen Stadt Plainview einen Besuch abstatten. Sie wollen die Bank ausrauben, weil sie glauben, dass dort keine besonders große Gegenwehr zu erwarten ist. Ausserdem ist der Kleinstadtsheriff Pete MacKay (Harry Shannon) bereits in einem etwas betagten Alter und spielt lieber Schach mit dem ortsansässigen Doctor Lacy (Walter Brennan) im Gemischwarenladen von Krämer Jack Wright (Fred MacMurry). Der lebt im Städtchen glücklich mit seiner Frau Martha (Dorothy Malone), dem kleinen Sohn Billy (Tommy Rettig) und Marthas Bruder Wally (James O´Hara). Der Bankraub wird aber doch schwieriger als geplant, dabei wird der Kassierer erschossen und auf der Straße findet auch Sheriff MacKay den Tod. Immerhin kann Joe Wright, der noch nie eine Waffe in der Hand hatte, eine Pistole nehmen und einen Schuß in Richtung der Banditen abgeben. Zufällig ist dies ein Volltreffer. Aus weiter Ferne verletzt er dabei den fliehenden Alvin auf seinem Pferd. Den zweiten Schuß gibt George Henderson (Frank Ferguson), ein anderer Bürger ab - dieser verletzt den Schurken tödlich. Die anderen Banditen entkommen. Im Stadt werden die beiden Schützen als Helden gefeiert. Das geht sogar so weit, dass man Henderson zum neuen Marshall der Stadt wählt. Doch dessen Ruhm dauert nicht lange an. Die Banditen lauern ihm nach der Feier im Saloon auf und bringen den Mann brutal um. Nun muss auch Jack um sein leben fürchten. Werden dem ungeübten Schützen die anderen Bürger (u.a. Whit Bissell, John Qualen, Irving Bacon) auch zur Seite stehen, wenn es darauf ankommt ?

Am Ende steht der friedfertige Kaufmann zuest mal der ganzen Bande alleine gegenüber. Hat er aber vielleicht seine Mitbewohner überzeugen können, dass sie die Angst überwinden müssen, um dann gemeinsam dem Terror ein Ende zu setzen. Oder wird er auf offener Straße vom rachsüchtigen Banditen ermordet ?. Wie in "High Noon" eine interessante Konstellation und da es im Western einige Gegendarstellungen zu Zinnemanns bitterer Analyse gibt - die bekannteste dürfte "Rio Bravo" von Hawks sein - waren viele Amerikaner mit dem Ende von "High Noon" alles andere als zufrieden. Sollen gute Bürger etwa feige Angsthasen sein, die lieber einen ihrer Mitte opfern als ihm tatenreich zur Hilfe zu kommen. Wenn "High Noon" zu hoffnungslos ist und "Rio Bravo" vielleicht zu ausgelassen, dann könnte man Werkers guten Western "In Acht und Bann" als eine Art Mittelding bezeichnen. Die Leute in der Stadt Plainview sind auch ängstlich und wollen die Banditen nicht verärgern, doch schließlich hat der Mensch auch eine Art Gewissen und die Möglichkeit seine Haltung zu überdenken. Aus genau diesem Grund ist Fred MacMurray noch nicht verloren.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.