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Montag, 25. Oktober 2021

Dieser Mann weiß zuviel (Riding Shotgun)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Andre de Toth

Wutbürger in Deep Water....

"Dieser Mann weiß zuviel" entstand 1954 und ist einer der Western, die das Gespann Andre de Toth und Randolph Scott gemeinsam drehten. Dabei gerät Scott als Postkutschenbegleiter Larry Delong in einen üblen Verdacht. Der Film basiert auf der 1942 erschienen Kurzgeschichte "Riding Solo" von Kenneth Taylor Perkins. Ungewöhnlich an der Inszenierung ist auch, dass die Hauptfigur als Off Stimme ihre inneren Gedanken preisgibt. Die Kameraarbeit von Bert Lawrence Glennon kommt dabei vorzüglich zur Geltung. Sie unterstreicht, dass es sich bei dem Ort Deep Water, dort spielt der Großteil des Films,  um einen sehr beengten Raum handelt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Aber vorher muss der Bandit Dan Marady (James Milican) die Ein Mann Eskorte Delong außer Gefecht setzen. Marady und Delong kennen sich von früher und Delong ist schon lange hinter diesem Mörder her. Der hat vor Jahren bei einem Postkutschenüberfall Delongs Schwester und deren kleinen Jungen erschossen. Und seit dieser Zeit sinnt Delong auf Rache. Er weiß, dass die Bande irgendwann zuschlagen wird, um einen Postkutsche auszurauben und irgendwann wird er als Begleiter womöglich genau zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle sein. Nur haben die Banditen bereits entdeckt, dass Delong mitreist und man lockt ihn mit List von der Kutsche fort in einen Hinterhalt. Da Maradys Kumpane Pinto (Charles Bronson als er sich noch Buchinsky nannte) auch von Rache geleitet wird, löscht er das Leben von Delong nicht sofort - kurz und schmerzlos - aus, sondern er will ihn leiden sehen. In der prallen Sonne wird er gefesselt liegengelassen - sollen ihn die Geier fressen. In der Zwischenzeit wird die Postkutsche überfallen und ein junger Kutscher erschossen. Die mitreisende Frau und deren kind kommen schwer verletzt davon. In der Stadt hat sich bereits herumgesprochen, dass Delong mit einem älteren Mann weggeritten sei, der wohl zu Maradys Bande gehört. Sehr schnell hat der Mob der Stadt das Urteil gefällt: Delong gehört zur Bande und hat sich abgesetzt. Der Sheriff und die Bürgerwehr sind den Banditen aber auf den Fersen. Zum Glück kann Delong sich befreien und er weiß durch die Gespräche der Banditen, dass sie nach der Postkutsche noch die Spielbank in Deep Water ausrauben wollen. Wenn der Sheriff und die Bürgerwehr weg sind, ist das ja die optimalste Gelegenheit zum Ziel zu kommen. Delong reitet in die Stadt und wird dort von den Augen aller Bürger zuerst argwöhnisch, dann offen feindlich betrachtet. Man glaubt ihm nicht, dass er zurückkam um diie Stadt zu warnen. Depute Sheriff Tub Murphy (Wayne Morris) und sein Gehilfe (John Baer) haben die Aufgabe ihn erstmal ins Gefängnis zu bringen. Doch Delong widersetzt sich und Unterstützung bekommt er lediglich von der hübschen Orissa Flynn (Joan Weldon) und Doc Winkler (James Bell). Der gutmütige Sheriff tendiert dazu Delong zu glauben, doch der Mob auf der Straße und vor allem die feinen Bürger der Stadt, wollen Blut sehen...

Die Bürger werden gespielt von Joe Sawyer als Tom Biggert, Richard Garrick als Walters, William Johnston als Col. Flynn oder Carol Henry als mordlustiger Hobbyhenker sind alle etwas überspitzt gezeichnet, aber so wirken sie wie aus einem Horrorfilm entsprungen. Andre de Toth geht sogar soweit, dass er einen kleinen Jungen mit seiner Steinschleuder auf den unschuldigen Delong zielen lässt. Die ganze Stadt ist irgendwann in dieser Dynamik gegen ihn und die Straßen sind so voll wie auf einem Volksfest. Das gibt dem Film einen sehr eigenwilligen Charakter. Am Ende entscheidet sich aber de Toth für versöhnliche Töne, so bitter wie "High Noon" wird die Geschichte dieses sehr geglückten B-Western nicht ausgehen.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Samstag, 9. Oktober 2021

Treibsand (The Walking Hills)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: John Sturges

Ein Goldschatz im Grenzgebiet...

Der Film "Treibsand" aus dem Jahr 1949 ist einer der ersten Filme von Western-Regisseur John Sturges, der später Genremeisterwerke wie "Zwei rechnen ab", "Der letzte Zug von Gun Hill" oder "Die glorreichen Sieben" drehte. "Treibsand" heißt im Original "The Walking Hills" und ist in schwarz-weiß gedreht. Dies gibt dem B-Picture ein bisschen Noir-Feeling und die Besetzung mit Randolph Scott, Ella Raines, Arthur Kennedy und John Ireland ist recht attraktiv. Es ist die Geschichte einer Schatzsuche einiger Männer, die sich zufällig in der mexikanischen Grenzstadt Mexicali beim Pokerspiel kennenlernen. Die Staatsgrenze ist mitten in der Stadt. Wer die Grenze passiert, ist in der US-Stadt Calexico angekommen. In dem Hinterzimmer einer Cantina wird Poker gespielt. Jim Carey (Randolph Scott) ist ein Pferdezüchter, Old Willy (Edgar Buchanan) sucht in der Gegend Gold. Neben den beiden Cowboys Shep (Willliam Bishop) und Johnny (Jerome Courtland) sind auch ein Fremder names Frazee (John Ireland) und der Drifter Chalk (Arthur Kennedy) mit von der Partie. Gitarrist Josh (Josh White) singt und spielt dazu und Barkeeper Bibbs (Russell Collins) ist gespannt wer das Pokerspiel gewinnt. Johnny, der von der US-Polizei gesucht wird macht dabei beiläufig die Bemerkung, dass sein Pferd kürzlich über ein altes Wagenrad in den Hügeln der Wüste gestolpert ist. Plötzlich werden alle Männer still. Sie haben kurz zuvor von diesem legendären Waggonzug mit Goldbarren im Wert von 5 Millionen Dollar geredet, der vor 100 Jahren in den Walking Hills, diesem riesigen Dünengebiet verloren gegangen ist. Ist Johnny durch Zufall auf den Schatz gestoßen ? Die Männer schwören, dass sie Stillschweigen bewahren und machen sich auf die Suche nach dieser Stelle von der Johnny berichtet hat. Dabei merken sie bald, dass ein Reiter folgt. Es stellt sich heraus, dass es Chris Jackson (Ella Raines) ist. Die Frau ist den Männern gefolgt, denn mit dem Cowboy Shet verbindet sie ein Geheimnis und auch Jim Carey ist ihr nicht egal...

Schon sehr früh wird dem Zuschauer auch klar, dass dieser Shet ein Geheimnis hat. In der ersten Szene wird er in Calexico von zwei Männern beschattet. Einer von den beiden will ihn sofort festnehmen, der andere wartet und bestimmt dann, dass man den Cowboy nicht daran hindert die mexikanische Grenze zu passieren. Natürlich ist dieser Mann auch beim Suchtrup dabei. Als sie tatsächlich den Schatz entdecken, kommt natürlich die menschliche Gier wieder voll zum Tragen. Als Höhepunkt präsentiert John Sturges einen schrecklichen Sandsturm, der noch einmal alles durcheinanderwirbelt. Gekonnt hält der Regisseur die Balance zwischen Abenteuer- und Liebesfilm.

Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 30. September 2021

Fahrkarte ins Jenseits (Descision at Sundwon)



Regie: Budd Boetticher

Misslungene Rache...

Zwei der sieben Drehbücher der Ranown Western des Gespanns Randolph Scott und Budd Boetticher gehen auf das Konto von Charles Lang. Er schrieb die Bücher für "Sein Colt war schneller"  (Buchanan rides alone) und "Fahrkarte ins Jenseits" (Descision at Sundown). Und unter Fankreisen herrscht die fast einhellige Meinung, dass die vier Western unter Mitwirkung des Drehbuchautors Burt Kennedy die Besten dieser sieben Filme sind. Kennedy war verantwortlich für das Screenplay von "Der siebente ist dran", "Um Kopf und Kragen", "Auf eigene Faust" und "Comanche Station - Einer gibt nicht auf". Wobei der von Berne Giler geschriebene "Messer an der Kehle" meistens als der schwächste im Zyklus genannt wird.
Tatsächlich ist die Story in "Fahrkarte ins Jenseits" etwas holprig - für den Zuschauer erschließt es sich nicht so ganz warum die Hauptfigur Bart Allison Rache an dem Mann nehmen will, der ihm seine Frau ausgespannt hat, während er als Soldat im Krieg kämpfte. Er kannte wohl die freiwilligen Anteile seiner Freundin, denn sein bester Freund sagt irgendwann im Lauf der Geschichte "sie war nicht gut und wenn ich gewusst hätte, dass es nur wegen deiner Frau ist, dann wäre ich dir nicht hierher gefolgt".
Der andere Grund wird nicht verraten, aber möglicherweise lässt es sich durch das Verhalten des Kontrahenten Tate Kimbrough, gespielt von John Carroll, ableiten. Denn der hat sich inzwischen in einem weiteren Ort, dem verschlafenen Örtchen Sundown, breit gemacht und sich innert kurzer Zeit zu einem mächtigen Mitglied der Gemeinschaft empor geschwungen. Also ein zwielichtiger Geschäftemacher und ein Mann ohne Moral. Denn im Lauf der Handlung lernt der Zuschauer noch dessen Geliebte, Bardame Ruby James (Valerie French), kennen und auch seine zukünftige Braut, die junge, rechtschaffene Lucy Summerton (Karen Steele), die einen reichen und einflussreichen Daddy (John Litel) hat.
Der Kampf der beiden Männer findet laut Drehbuch ausgerechnet am geplanten Hochzeitstag von Kimbrough und Lucy statt. Der potentielle Rächer platzt also mitten in die Zeremonie in der Kirche. Dort spricht Bart Allison nur ein paar Drohungen aus und sucht nicht gleich die ultimative Konfrontation. Was sich als Dummheit herausstellt - denn so ist er gezwungen sich gemeinsam mit seinem Begleiter Sam (Noah Berry) in einem Lagerhaus zu verschanzen. Damit sitzen die beiden Männer in der Falle, denn der Sheriff Swede Hansen (Andrew Duggan) sichert ihnen zwar irgendwann freies Geleit ohne Festnahme zu, wenn die beiden Störenfriede nur verschwinden. Doch der Gesetzeshüter ist natürlich von Tate Timbrough gekauft. Zumindest bekommen die Zwei ein bisschen Unterstützung vom Arzt der Stadt (John Archer). Doch statt der Hochzeit gibts einige Tote...

"Fahrkarte ins Jenseits" gehört zu den bekannteren Western von Randolph Scott und mit Burnett Guffey war ein anerkannter Oscargewinner für die Cinematographie zuständig. Optisch stimmt alles in "Fahrkarte ins Jenseits". Lediglich das Drehbuch schwächelt ein bisschen, aber Randolph Scott als gealteter Westernheld zeigt auch hier sein Können, auch wenn er diesmal den gehörnten Witwer zu spielen hat. Am Ende ist keiner Sieger und die Moral von der Geschicht "Reite nicht wider besseren Wissens mit deinem Freund ins Verderben" - denn die tragischste Figur an diesem Tag wird von Noah Berry gespielt. 

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

 

Montag, 27. September 2021

Sein Colt war schneller (Buchanan rides alone)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Budd Boetticher

Buchanan auf Durchreise...

Von allen Western im Ranown Zyklus ist der 1958 entstandene "Buchanan rides alone" (Deutscher Titel: Sein Colt war schneller) sicherlich der ausgelassenste und übermütigste Film. Obwohl die Handlung eine dramatische Notlage darstellt, denn auf Randolph Scott, der den Abenteurer Tom Buchanan spielt, wartet in der Kleinstadt Agry der Galgen.
Obwohl das Drehbuch Charles Lang zugeschrieben wurde, fand es keine Gnade bei Regisseur Budd Boetticher. Der fragte seinen Lieblingsdrehbuchautor Burt Kennedy, ob er das Drehbuch umschreiben könne. Der sagte zu. Da Langs Frau zu dieser Zeit sehr krank war und er das Geld dringend für die Behandlung brauchte, kam man überein, dass er weiterhin als Drehbuchautor genannt blieb und auch das ganze Geld bekam. Boetticher gab das aber erst 2001 in einem Interview bekannt. "Steh nicht nur so rum, Amos - hol eine Schaufel" - dieser bekannte Schlußsatz kann nur von Burt Kennedy sein.
Die Story selbst ist aus vielen anderen Western bekannt. Ein Cowboy ohne Heimat kommt in eine fremde Stadt. Dort wird er argwöhnisch betrachtet und wird ohne seine Schuld in einen Konflikt verwickelt.
Ort der Handlung ist die kalifornische Grenzstadt Agry. Buchanan (Randolph Scott) ist auf dem Weg von Mexiko nach West-Texas. Dort ist am ehesten das Heimatgefühl des wandernden Abenteurers. Er hat 2.000 Dollar dabei und macht gleich Bekanntschaft mit dem korrupten Sheriff Lew Agry (Barry Kelley), der ihm unmissverständlich klar macht, dass Fremde in der Stadt nicht gern gesehen werden. Er solle dann auch bald wieder verschwinden. Dennoch nimmt Buchanan ein Zimmer für eine Nacht bei dem Hotelbesitzer Amos Agry (Peter Whitey) und bekommt im gegenüberliegenden Saloon Streit mit dem jungen Roy Agry (William Leslie), dem Sohn des einflussreichsten Bürgers der Stadt Agry - Richter Simon Agry (Tol Avery). Der betrunkene Roy will den Durchreisenden erschießen, sobald er dessen Whiskyflasche leergetrunken hat. Doch dazu kommt nicht. Ein junger Mexikaner (Manuel Rojas) stürmt den Saloon und fordert Roy Avery zum Duell heraus. Der verliert in der Schießerei sein Leben und Buchanan versucht dem Mexikaner zu helfen, der nun die ganze Bürgerschaft aus dem Saloon gegen sich hat. Am Ende wird der Mexikaner und Buchanan als sein Helfer verhaftet und sie sollen gehängt werden. Abe Cargo (Craig Stevens), ein Freund des Richters, kann diesen überzeugen, dass eine Lynchjustiz nicht gut ist für die Kommenden Wahlen. Somit findet eine Verhandlung statt und die 12 Geschworenen befinden Buchanan für nicht schuldig.  Der Mexikaner soll aber gehängt werden. Aber der geldgierige Richter hat andere Pläne. Der vermögende Vater des Mexikaners soll den Todeskandidaten für 50.000 Dollar freikaufen können.  Da die liebe Verwandtschaft des Richters (Sheriff und Hotelbesitzer) genauso gierig sind und von diesem heimlichen Deal Wind bekommen, wollen sie in eigener Regie an das viele Geld kommen. Buchanan soll von zwei Killern (L.Q. Jones und Robert Anderson) ohne Geld aus der Stadt begleitet werden und dann ermordet werden. Doch es kommt alles ganz anders...

Das Drehbuch sieht etliche Wendungen und Überraschungen vor und die Charaktere sind sehr markant gezeichnet. Tatsächlich ist "Sein Colt war schneller" einer der besten Western des Duos Randolph Scott/Budd Boetticher, obwohl er nicht ganz so wertgeschätzt wird wie beispielsweise "Der Siebente ist dran" oder "Auf eigene Faust", die allgemeinhin als die besten der Ranown Reihe gelten. Doch "Sein Colt war schneller" kann ebenfalls viele Pluspunkte sammelt. Zudem auch die Optik durch die Leistung von Kameramann Lucien Ballard hervorragend gelungen ist.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Donnerstag, 23. September 2021

Um Kopf und Kragen (The Tall T)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Budd Boetticher

Perfekt konstruierter B-Western mit vielschichtigen Figuren...

"Um Kopf um Kragen" ist einer der Filme, die von Filmhistorikern als sogenannter "Ranown-Zyklus" zusammengefasst wird. Es handelt sich um die Budd Boetticher B-Western mit Randolph Scott in der Hauptrolle. Zu den insgesamt 7 Western gehören auch "Der Siebente ist dran", "Fahrkarte ins Jenseits", "Sein Colt war schneller", "Auf eigene Faust", "Messer an der Kehle" und "Einer gibt nicht auf". Scott spielt immer den gealterten Westernhelden, etwas zynisch, stark desillusioniert, verhärtet, enttäuscht, verbittert, nicht näher beschriebene Ereignisse haben ihn zu einem Einzelgänger werden lassen und reitend wird er zum tragischen Helden. Boettichers Kunst war ein perfekt inszenierter Minimalismus. Kein Wort zuviel, keine Szene unnötig. Alles auf den Punkt gebracht und dennoch so vielschichtig, teilweise sogar poetisch, dass sich auch die Liebhaber des Autorenkinos für sein Werk zu interessieren begannen und es in den späten 70er und 80er zu einer Wiederentdeckung seiner Werke kam.
Es sind die einfachen, linear strukturierten Storys mit klaren Konflikten die er in seinen Filmen aufgreift.
Der stoische Cowboy Pat Brennan hat sich eine kleine Farm gekauft und möchte einen Zuchtbullen kaufen. Großrancher Tervoorde, bei dem er früher Vormann war und der ihn nicht gerne gehen liess, überredet ihn zu einer unvernünftigen Wette, bei der Brennan sein Pferd verwettet und den Weg nach Hause zu Fuss antreten muss. Unterwegs nimmt ihn die Postkutsche eines alten Freundes mit. Eine extra von einen frisch vermählten Brautpaar gemietete Kutsche. Die altjüngferliche Doretta (Maureen OSullivan) ist zudem Tochter eines reichen Minenbesitzers. Die Kutsche macht Halt bei der nächsten Poststation und da wartet auch schon der alternde Outlaw Frank Usher (Richard Boone) mit seinen beiden, schiesswütigen jungen Haudegen Billy Jack und Chink....


"Um Kopf und Kragen" dauert kurzweilige 78 Minuten, Boetticher braucht eine ca. 15 minütige Einleitung mit sehr idyllischen und familienfreundlichen Impressionen, fast schon ein bisschen "Shane" parodistisch, bis sich die Tür plötzlich zur Gewaltorgie öffnet...
Wer Boettichers erste Zusammenarbeit mit Scott "Der Siebente ist dran" (auch auf DVD erhältlich) gut fand, der wird auch an "Um Kopf und Kragen" Gefallen finden.
Bild und Ton sind für einen ca. 50 Jahre alten Film sehr gut restauriert.
Ein Western, der vielleicht nicht ganz zu den grössten klassischen Meistererken des Genres, gezählt wird, der aber richtig grosses Sehvergnügen liefert.

Bewertung: 9 von 10 Punkten

 

Freitag, 17. September 2021

Goldraub in Texas (Hangmans Knot)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Roy Huggins

Der Henkersknoten...

"Goldraub in Texas" ist vielleicht der beste Western von Randolph Scott, der nicht von Budd Boetticher gedreht wurde. Regisseur war Roy Huggins, der eher als Schriftsteller tätig war. 1948 erwarben die Columbio Pictures die Filmrecht an seinem ersten Roman, den der Autor selbst adaptierte und der unter dem Filmtitel "I love Trouble" in die Kinos kam. Ab dieser Zeit arbeitete Huggins sehr oft als Studio Autor für Columbia und auch für RKO. 1952 führte er Regie in "Goldraub in Texas", der im Original "Hangmans Knot" heißt. Für den Western "Mit der Waffe in der Hand" schrieb Huggins ebenfalls das Drehbuh. 1955 wechselte er jedoch zum Fernsehen und schuf einige berühmte Fernsehserien wie "77 Sunset Strip" oder "Richard Kimble - Auf der Flucht". Es folgten "Maverick", "Detektiv Rockford" und auch die "Leute von der Shiloh Ranch" . Huggins starb 2002 im Alter von 88 Jahren.
Es ist bedauerlich, dass Huggins nicht mehr Filme selbst inszeniert hat. Die Geschichte handelt von den letzten Tagen des katastrophalen Bürgerkriegs, der nicht die die Nation, sondern auch Familien und Freunde spaltete. Major Matt Stewart (Randolph Scott) befehligt eine kleine Gruppe von Rebellensoldaten, deren Aufgabe es ist, eine Goldlieferung der Nordstaaten im fernen Nevada zu entführen, dabei sollen keine Gefangenen gemacht werden. Unter seiner Gruppe befindet sich u.a. der sehr junge Jamie Groves (Claude Jarman jr), dessen Eltern im Krieg getötet wurden. Auch der aggressive Rolph Bainter (Lee Marvin) gehört dazu, er ist sehr schnell mit seinem Gewehr und kritisiert auch gerne mal seinen besonnenen Vorgesetzten. Auch Cass Browne (Frank Faylen) gehört zu dieser Handvoll Männer, die alle kriegsmüde sind. Tatsächlich treffen sie auf diesen Transport und es gelingt ihnen die feindlichen Soldaten zu töten. Einer der Opfer ist noch am Leben und erzählt ihnen, dass der Krieg schon vor Wochen vorbei ist. General Lee hatte kapituliert. Der Major und seine Männer beschließen das Gold zu behalten und wollen später entscheiden, was sie damit machen. Stellen können sie sich nicht mehr, denn man würde sie vermutlich zum Tode verurteilen. Eine verzwickte Lage, denn auch eine Gruppe von Banditen mit ihrem Anführer Quincy (Roy Teal) ist inzwischen hinter dem Gold her und nun befinden sich Rebellen auf der Flucht.  Sie beschließen, eine Postkutsche anzuhalten und den Fahrer zu zwingen, sie zu transportieren. Die hübsche Molly Hull (Donna Reed) - eine ehemalige Krankenschwester der Union - und ihr Begleiter Lee Kemper (Richard Denning) gehören zu den Insassen der Kutsche. Sie kommen zu einer Postkutschenstation, die von dem alten Farmer Plunkett (Clem Bevans) und Mrs. Harris (Jeanette Nolan) betrieben werden. Dort finden sie zuerst mal eine Unterkunft, aber die Banditen werden bald das Haus umstellen...

Trotz des B-Western Charakters legt der Film sehr viel Wert auf eine feine Figurenzeichnung. So wirkt die aggressive Art bei Lee Marvins Filmfigur als Folge seiner schrecklichen Kriegserlebnisse. Zweifelsohne ist sein Gewaltpotential durch seine Erlebnisse gestiegen. Der junge Soldat fühlt sich verloren in einer Welt der vielen Verluste. Und Randolph Scott versucht den Männern noch irgendwie ein Vorbild zu sein, doch in einer Welt der mangelnden Kommunikation und der Gier muss er sich auch erst zurechtfinden.  "Hangman's Knot" ist ein einfacher, aber effektiver Western in der Zeit nach dem amerikanischen Bürgerkrieg, der auch kameratechnisch durch Charles Lawton jr. effektiv und edel aussieht. 

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 2. September 2021

Der Siebente ist dran (Seven Men from Now)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Budd Boetticher 

B-Western in Perfektion....

John Wayne und Robert Fellows 'Produktionsfirma Batjac haben das Burt Kennedy-Drehbuch "Seven men from now" mit der Absicht gekauft, dass Superstar Wayne dIe Hauptfigur Ben Stride zu spielt. Es war Kennedys erstes Drehbuch. Wayne war jedoch fest entschlossen "The Searchers" mit seinem bevorzugten Regisseur John Ford zu machen. Laut Kennedy interessierte sich Wayne nicht besonders für das Drehbuch, bis er bemerkte, dass Robert Mitchums Vertreter daran interessiert waren. Zu diesem Zeitpunkt schlug Wayne vor, zu Warners zu gehen und das Projekt mit Randolph Scott zu besetzen. Scott bestand auf Budd Boetticher als Regisseur. Es wurde der erste von insgesamt 7 Western, die die beiden gemeinsam realsierten. Die meisten der Drehbücher wurden von Burt Kennedy geschrieben und mindestens diese fünf dieser sieben B-Western sind heute unvergessene Genreklassiker. Einige davon strahlen immer noch eine unvergleichliche Kinomagie aus. Auch der Erstling "Der Siebente ist dran", der in den letzten Monaten des Jahres 1955 in den Alabama Hills gedreht wurde.
Budd Boetticher, der in den 50s zahlreiche B-Pictures, vor allem Western drehte, wurde irgendwann Ende der 70er zum Kultregiesseur erkoren, erheblichen Anteil an diesem Status hatten vor allem angesehene französische Filmkritiker, allen voran Andre Bazin, geistiger Vater der Nouvelle Vague, der den Film "Der Siebente ist dran" als den intelligentesten aller Western bezeichnet hat. Intelligent, weil nicht intellektuell. Nichts wird hier ausgesprochen, aber alles ist klar.
Boetticher selbst war in den 50er Meister im schnellen Herunterkurbeln seiner Filme: 2-3 Wochen Drehzeit der Western an den üblichen Locations, die Movies waren kurz (ca. 75 Minuten) und vor allem kurzweilig (gefühlte 50 Minuten lang).
Randolph Scott, der Hauptdarsteller...ein gealterter Westernheld, zynisch, desillusioniert, verhärtet...ein tragischer, einsamer Held.
Die einfache, linear strukturierte Story mit klaren Konflikt, denn Ben Stride will  Rache für den Mord an seiner Frau üben. Dazu sucht er die 7 Banditen, die die Wells Fargo Postkustschenstation überfielen. Bei diesem Überfall wurde die dort arbeitende Angestellte ermordet: Seine Frau. Er wird zum Jäger. In der ersten Szene, die in der Nacht und bei Regen spielt, hat er bereits zwei der Halunken aufgespürt und wird sie zur Rechenschaft ziehen. Unterwegs schliesst er sich dem Siedler John Greer (Walter Reed) und dessen Frau Annie (Gail Russell) an, die in einem Planwagen Richtung Kalifornien unterwegs sind. Er ist ihnen behilflich, denn John ist ein Stadtmensch und in Sachen Wilder Westen ein echtes Greehorn. Vorher muss Greer aber noch in dem kleinen Kaff Flora Vista eine Fracht abliefern. Ben Stride muss auch dorthin, denn die Spur der restlichen fünf Banditen führt in die Kleinstadt. Unterwegs treffen sie auf den grobschlächtigen Bill Masters (Lee Marvin) und dessen Kumpanen Clete (Don Berry) . Zwischen den Männern entsteht sehr schnell eine Rivalität um die einzige Frau. Vor allem Masters macht auf Alpha-Männchen. Interessanterweise fühlt sich Annie ein bisschen zu dem älteren Ben Stride hingezogen. Am Ende steht dann wie immer der Showdown....


Für einen Film aus den 50er Jahren ist der Transfer auf DVD extrem gut geglückt, herrliche satte Farben...so macht der Film natürlich doppelt soviel Vergnügen. Wie Anthony Mann, John Ford, Howard Hawks oder John Ford liebt und versteht auch der B-Filmer Budd Boetticher seine Helden. Er hebt sie auch etwas in den Himmel und benutzt dabei Bilder, die man für ihre Reinheit und Einfachheit einfach nur bewundern kann. Der Regisseur treibt die Versatzstücke des Genres zur Perfektion. Alles ist schnörkellos und geradlinig. Aber gerade dies macht den Film so gut. Irgendwie hat man das Gefühl klassisches Theater zu sehen, nur mit dem Unterschied, dass sich alles in der Natur, in der Wüste, zwischen den Felsen abspielt.

Bewertung: 9 von 10 Punkten.


Mittwoch, 1. September 2021

Einer gibt nicht auf (Comanche Station)



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Budd Boetticher

Im Komantschenland...

Budd Boettichers bekanntesten Filme sind diese sieben kurzweiligen und minimalistischen Western, in denen Randolph Scott die Hauptrolle des einsamen Westerners spielte. Von drei dieser Filme (Auf eigene Faust, Der Siebente ist dran, Um Kopf und Kragen) gab es bisher eine deutsche DVD-Veröffentlichung, nun kommt als 4. Veröffentlichung der 1960 inszenierte "Comanche Station" (Deutscher Titel: Einer gibt nicht auf) dazu. Vielleicht mit einer leisen Hoffnung, dass die drei restlichen Filme vom "Ranown Zyklus" (Fahrkarte ins Jenseits, Sein Colt war schneller, Das Messer an der Kehle) ebenfalls hierzulande noch DVD Premiere feiern dürfen. "Comanche Station" ist der würdige Abschluß dieser Reihe und ist im Grund ähnlich aufgebaut wie die anderen Filme. Randolph Scott reitet einsam und allein durch den Wilden Westen, er ist gezeichnet von einem Schicksalschlag und zelebriert seine allegorische Odyssee durchs weite Land. In dieser noch unerschlossenen Wildnis lernt er Menschen kennen, in der Regel ist immer eine Frau dabei, die es zu beschützen gilt - aber auch einige Mitspieler, die nicht immer nur Gutes im Sinn haben. Die Figuren in Boettichers Western reden nicht so viel und legen auch nicht gleich alle Karten auf den Tisch. Dies macht diese kleinen Genreperlen auch zunehmend interessant.
Gedreht wurde im üppigen Cinemascope und in Eastman Color, am Fuße des Mount Whitney. Überhaupt dominieren die Berge als Kulisse.
Dort hält sich der Einzelgänger Jefferson Cody im Komanchengebiet auf. Er gilt als Comanchero, da er immer wieder Weiße aus der Gewalt der Rothäute freikauft. In Wahrheit sucht er sein 10 Jahren nach seiner verschleppten Frau. In einem abgelegenen Indianerdorf findet er eine weiße Frau, die sich als Mrs. Lowe (Nancy Gates) herausstellt. Deren Mann hat 5.000 Dollar demjenigen geboten, der seine Frau wieder zurückbringt. Zusammen mit Mrs. Lowe macht er sich auf nach Lordsburg, wo die Familie lebt. Unterwegs machen sie Halt in der Comanche Station, wo sie auf die Banditen Ben Lane (Claude Atkins), Frank (Richard Rust) und Dobie (Skip Homeier) trifft, die von den Indianern verfolgt werden. Jefferson Cody hat keine gute Meinung von Ben Lane, den er von früher kennt. Und tatsächlich hat Ben auch fiese Pläne. Er will selbst das Geld für die Belohnung einstecken. Noch dazu weil wohl der Ehemann keinen Unterschied ob "Tot oder lebendig" bei der Herbeischaffung seiner vermissten Frau macht. Die Konflikte sind vorprogrammiert, die Auseinandersetzung unausweichlich...

Alles ist wie gewohnt sehr minimalistisch, aber aus einem Guß gemacht. Der kleine Western begeistert auch durch die Ambivalenz seiner Figuren. Es gibt da keine Schwarz-Weiß Malerei in der Figurenzeichnung, alle Protagonisten wirken durch ihre Stärken und Schwächen sehr authentisch. Am Ende aber steht wieder der "Lonesome Rider".

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

 

Dienstag, 31. August 2021

Donnernde Hufe (Thunder over the Plains)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Andre de Toth

Hauptmann der Nordstaaten

Nicht nur Budd Boetticher hat erfolgreich mehrere Western (Ranown Zyklus mit insgesamt 7 Filmen) mit Randolph Scott gemacht. Andre de Toth drehte mit dem Westernhelden sechs Mal zusammen. Diese Filme heißen "Mann im Sattel", "Der schweigsame Fremde", "Dieser Mann weiß zuviel", "Carson City", "Bounty Hunter" und "Donnernde Hufe".  Sie alle entstanden in der Zeit zwischen 1951 und 1954, also einge Zeit vor den Ranown Filmen.
"Donnernde Hufe" ist sicherlich einer der stärksten Filme des Duos und spielt kurze Zeit nach dem Bürgerkrieg in Texas, das noch nicht in die Union zurückgekehrt ist. Dort herrschen Gesetzlosigkeit und Wilkür. Captain David Porter (Randolph Scott) sitzt als Südstaatler, der als Hauptmann in der Nordstaaten-Armee dient, immer ein bisschen zwischen zwei Stühlen. Seine Frau Nora (Phyllis Kirk) leidet unter diesem Problem, denn das Paar wird von den eigenen Landsleuten kritisch beäugt. Viele Texaner misstrauen "Verrätern" und stehen nach wie vor auf der Seite der Konföderierten. Schuld an dieser Misere sind auch die vielen Spekulanten und Kriegsgewinnler, die die Bevölkerung eiskalt ausbeuten. In dieser Zeit hat sich Ben Westerman (Charles McGraw) entschieden gegen diese Machenschaften aggressiv und Kämpferisch vorzugehen. Er gewinnt viele Mitstreiter. Er und seine Männer gelten aber vor Gesetzt als Outlaws und Banditen. Und David Porter hat von seinem Vorgesetzten Lieutenant Colonel Chandler (Henry Hull) den Auftrag den Gesetzlosen zu finden und ihn und seine Männer gefangen zu nehmen. Damit steckt Porter in einem echten Gewissenskonflikt. Auf der einen Seite ist er mit Leib und Seele Soldat, auf der anderen Seite weiß er aber auch, dass erst solche rücksichtslosen Betrüger wie H. L. Balfour (Hugh Sanders) und Joseph Standish (Elisa Cook jr), die vom Gesetz geschützt sind, die Konflikte durch ihre miesen Geschäfte heraufbeschwören.
Mit dem jungen Captain Hodges (Lex Barker) tauchen weitere Probleme auf. Der attraktive junge Captain hat ein Auge auf Porters Frau geworfen und ist ein rücksichtsloser Karrieretyp. Alle Aktionen von Porter stellt er in Frage und setzt sich gegen dessen Befehle hinweg. Man erkennt auch kaum, ob das mit einer Unfähigkeit einhergeht. Wahrscheinlicher ist aber das bewusste Sabotieren von Porters Anweisungen. Jedenfalls erweist sich Hodges als arroganter, anmaßender und skrupelloser Zeitgenosse...

Und beschert seinem Darsteller Lex Barker eine sehr denkwürdige Rolle. Denn so dämlich seine Handlungsweisen auch sein mögen, seine Figur gibt dem guten und soliden Western von Andre de Toth noch eine zusätzliche Würze. Die Rolle ist auch für Lex Barker doch recht ungewöhnlich, denn meistens präsentierte der sich dem Kinogänger als Held - egal ob Tarzan, Lederstrumpf oder Old Shatterhand.
Randolph Scott dagegen glänzt einmal mehr als Held ohne Fehl und Tadel.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

 

Freitag, 27. August 2021

Auf eigene Faust (Ride Lonesome)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Budd Boetticher

Die Odyssee zum Richtplatz...

Ben Brigade (Randolph Scott) hat sich einen gefürchteten Namen als  erbarmungsloser Kopfgeldjäger gemacht. Im weiten, felsigen Land macht er diesmal Jagd auf den jungen Billy John (James Best), der mit seiner Gang auf der Flucht vor dem Gesetz ist. Der junge Outlaw soll in Santa Cruz einen Mann von hinten erschossen haben. Überraschenderweise wartet der Gejagte auf Ben Brigade, versucht ihn zunächst von seiner Unschuld zu überreden und bittet Brigade ihn doch des Weges ziehen zu lassen.
Doch dieser ist unerbittlich, will auf die Prämie nicht verzichten. Als Schüsse von den umliegenden Bergen fallen, scheint er in eine Falle getappt zu sein, doch Brigade lässt sich nicht einschüchtern und macht dem bereits siegessicheren Billy klar, dass er ihn, bevor er selbst zu Boden geht, in zwei Hälften geschossen hat.
Billy kann seinen Kumpanen aber eine Nachricht zurufen, die für den größeren Bruder Frank (Lee van Cleef) gedacht ist, dieser soll ihn aus den Händen von Brigade befreien.
Unterwegs machen die beiden Halt an der Postkutschenstation. Carrie Lane (Karen Steele), die resolute, schöne Frau des Besitzers wird in Abwesenheit ihres Mannes, der Pferde einfangen muss, von zwei alten Gaunern beschützt, die Brigade kennen und die auch bereits wissen, dass dieser den gesuchten Mörder aus Santa Cruz mit sich führt.
Die beiden Männer Sam Boone (Pernell Roberts) und Wid (James Coburn) sind ebenfalls Outlaws und sehr bald stellt sich heraus, dass bei der Ergreifung von Mörder Billy auch eine Amnestie winkt. Es sieht so aus als gäbe es bald einen Interessenkonflikt. Zeit zum Diskutieren bleibt aber kaum, denn die Indianer haben die Station bereits im Visier...

Budd Boetticher drehte "Auf eigene Faust" im Jahr 1959, es ist einer dieser sieben legendären Gemeinschaftsarbeiten zwischen Boetticher und Randolph Scott, die bei dem Westernfan als "Ranown Zyklus" sehr hoch im Kurs stehen.
Leider lassen sich die DVD Veröffentlichungen dieser kleinen genialen B-Western auf sich warten, bislang sind nur "Um Kopf und Kragen" und "Der siebente ist dran" erschienen.
Schade, aber vielleicht gibt es auch für  "Fahrkarte ins Jenseits", "Sein Colt war schneller", "Messer an der Kehle" und "Comanche Station" die längst überfällige DVD-Veröffentlichung.
Die Geschichte dieser Filme sind im Grunde genommen immer sehr ähnlich, Randolph Scott ist der tragische Held, der auch dunkle Seiten in sich trägt und meistens von der Rache am Tod seiner Frau angetrieben wird.
Boetticher gelingt es auch immer Randolphs Scotts Gegner interessante Wesenszüge zu verleihen, was die Rachestory immer deutlich aufwerten konnte.
Sehr zentral wird auch immer das Thema beleuchtet, dass sich der Outlaw durch gewisse Handlungsweisen die Reinigung erkämpfen kann.
Das Böse ist wichtig, weil sich das Gefühlsleben des Helden in der Vergangenheit abspielt und nur der Schurke die Fähigkeit zum Leben in der Gegenwart hat, die dem Helden fehlt, denn er wandert getrieben von einem destruktiven Ziel, das eine Art Erlösung verheissen könnte.
Boettichers kleine Western sind heute noch so frisch wie vor 50 Jahren, weil sie nicht in Nostalgie verfallen, sondern eine ironisch-distanzierte Haltung zur Geschichte einnehmen, die erzählt wird. Den Portagonisten ist bewusst, dass sie nur eine Rolle in einem ritualisierten Geschehen spielen. In "Auf eigene Faust" gibt ein furchterregender Galgenbaum ein Symbol dafür ab.

Bewertung: 9 von 10 Punkten.