Donnerstag, 26. August 2021

Mit Pech und Schwefel (Brimstone)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Joseph Kane

Brimstone...

Joseph Kane ist ein in Vergessenheit geratener Regisseur vieler B-Western. Für die Republic Pictures war er daher ein gefragter Mann. Er drehte Filme wie "Die Plünderer von Nevada", "Terror über Colorado", "Apachenschlacht am Schwarzen Berge", "Der Tiger von Utah", "Der Cowboy von San Antone", "Der letzte Indianer", "Postraub in Central City" oder "Duell am Apachenpass". 
Alles keine ganz großen Meisterwerke des Genres, aber alle wie gemacht für Westernfans seine Arbeiten wieder neu zu entdecken oder kennenzulernen.
Ein sehr starker Joseph Kane Western ist beispielsweise "Brimstone", der in Deutschland den Titel "Mit Pech und Schwefel bekam" und erst 4 Jahre nach seiner Enstehung im August 1953 in die deutschen Kinos kam.
Rod Cameron und Forrest Tucker spielten oft in den Republic Western Seite an Seite, meistens war Rod Cameron der Aufrechte und Forrest Tucker der Schurke, wenngleich auch oft ein eher sympathischer Schurke. Den weiblichen Part übernahm Lorna Gray, deren Herz aber für den jungen Bud Courteen schlägt, der von James Brown (nicht der Soulsänger) gespielt wird.
Der eigentliche Star in "Brimstone" ist aber Walter Brennan als rachsüchtiger Rächer Brimston" Pop" Courteen. Der hat drei Söhne, von denen mindestens Nick (Jim Davis) und Luke (Jack Lambert) genauso missraten sind wie der dominante Vater und Patriarch. Sein jüngster Sohn Bud (James Brown) gilt als Weichei und steht unter der Fuchtel von Paps, der ihn ständig demütigt. Auch die anderen Söhne werden von ihm nicht gut behandelt, aber sie sind dumm genug es nicht so zu bemerken.
Was keiner weiß:  Courteen und seine beiden älteren Jungs rauben Postkutschen aus. Damit will sich Courteen an den vielen Farmern rächen, die sich hier in der kleinen Westernstadt Gunslight niedergelassen haben.
Er ahnt ja nicht, dass sein Jüngster ein Verhältnis mit der Farmerstocher Molly Bannister (Lorna Gray) hat, die mit ihrem Bruder Tod (David Williams) gar nicht so weit von der Ranch der Courteens entfernt wohnt.
Der hiesige Sheriff Henry McIntyre (Forrest Tucker) ist gehörig unter Druck, weil die Bürger Fahndungserfolge von ihm einfordern. Denn der Bandit taucht schnell auf und verschwindet wieder - sehr erfolgreich wie ein Geist und er ist Wiederholungstäter.
Er bekommt einen Tipp, wo sich dieses Phantom aufhalten soll und reitet mit seinem Deputy Art Benson (Guinn Williams) nach Wolf Creek und lernt dort den coolen Johnny Tremaine (Rod Cameron) kennen. Der macht sich zwar verdächtig, aber er kann den Sheriff überzeugen ihm die Stelle eines Deputy zu geben. Er will den Banditen zeitnah überführen...

In weiten Teilen wirkt "Wie Pech und Schwefel" wie eine Gangsterstory und alle Figuren haben etwas zu Verbergen. So wird auch der Zuschauer zum Raten aufgefordert, wer denn nun wirklich dieser schwarz gekleidete Bandit ist, der Postkutschen überfällt und auch den Courteens zweimal die Beute abjagt. Es gäbe da mehrere Optionen und obwohl man es fast erraten kann, tut dies der Spannung überhaupt keinen Abbruch. Das liegt an der sehr professionellen Machart des Westerns, Kane weiß wie er sein Publikum bestens unterhalten kann. Und mit Western Urgestein Walter Brennan in einer seiner Schurkenrollen kann schon gar nichts schiefgehen.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

 

Die silberne Peitsche (The Silver Whip)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Harmon Jones

Eine harte Bewährungsprobe...

Für mich ist Harmon Jones 1953 gedrehter Film "Die silberne Peitsche" einer der besten B-Western überhaupt, obwohl das HappyEnd des spannenden Werkes nicht ganz so schlüssig daherkommt. Aber die vorigen 73 Minuten haben es in sich und der junge Robert Wagner als Jess Harker ist ein interessanter Typ, dessen Entwicklung im Lauf der Geschichte einfach interessante Aspekte hergibt, von einem übermütigen hin zu einem verantwortungsvollen, erwachsenen Verhalten. Robert Wagner spielt den jungen Kerl mit Stärken und auch Schwächen. Und sein großer Traum ist es richtige Postkutschenlinien zu fahren. Doch er hat aufgrund seiner Jugend überhaupt keine Erfahrung auf dem Gebiet und man traut ihm noch nicht so viel zu. Doch Race Crim (Dale Robertson), das große Vorbild und bester Freund von Jess, kann den Fuhrunternehmen Luke Bowen (James Millican) überreden dem Youngster eine Chance zu geben. So darf er als Postkutschenfahrer anfangen. Race selbst ist Wachmann und begleitet die Kutschen, denn die Überfälle nehmen überhand. Als Talisman bekommt Jess von seinem Mentor eine silberne Peitsche geschenkt und Kathy Riley (Kathleen Crowley), das Mädchen von Jess freut sich. Denn nun gibt ihr Freund den Plan auf, vor lauter Frust die kleine ruhige Western-Stadt zu verlassen und anderswo sein Glück zu versuchen. Doch die Bewährungsprobe geht durch einen gemeinen Überfall völlig schief. Statt mit der Kutsche zu fliehen, wie Race ihm sagt, ignoriert er diesen Befehl und versucht Race bei der Schießerei mit Banditen, die in einem Hinterhalt lauern, zu helfen. Diese eigenmächtige Entscheidung erfordert zwei Tote - Fahrgast Waco (Lola Albright), die mit Race verlobt war und der alte Hank (Ian MacDonald). Ausserdem sind die Banditen mit dem Geld verschwunden. Durch seinen Fehler verliert Jess den Job. Doch der örtliche Sheriff Tom Davisson (Rory Calhoun) gibt ihm eine weitere Chance als Deputy. Hier soll er zeigen, dass er Verantwortung übernehmen kann. Die erste Bewährungsprobe muss er bei der Jagd auf die Postkustschenbanditen bestehen. Die zweite dann in der Stadt selbst. Dort ist die Stimmung nach der Verhaftung des Banditenchefs Riley (J. M. Kerrigan) derart aufgehetzt, dass sich ein zu allem entschlossener Lynchmob formiert hat. Doch damit fängt die Katastrophe erst richtig an...

Der Regisseur Harmon Jones hat ein paar kultige B-Western gedreht, von ihm stammt auch der 1956 entstandene "Stunden des Terrors", der ebenso zu Recht inzwischen eine recht gute Fangemeinde unter den Westernfans hat. Mit dem Trio Robert Wagner, Rory Calhoun und Dale Robertson ist Harmons Western bestens besetzt. Das Geschichte stammt von "Shane" Autor Jack Shaefer, sie fesselt sofort bis zum Schluß.
 
 Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

 
 

Der eiserne Kragen (Showdown)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: R.G. Springsteen

Gemeinsam in Ketten..

"Der eiserne Kragen" ist ein eher untypischer Audie Murphy Western, wurde jedoch interessanterweise von R.G. Springsteen, einen ausgesprochenen B-Western Routinier inszeniert. Der Mann begann bereits in den 20er Jahren in Hollywood zu arbeiten und stieg im Jahr 1936 als Regieassistent auf. Nach Ende des 2. Weltkriegs erschienen seine ersten Regiearbeiten und er konnte sich im Bereich des B-Pictures etablieren. Bis zu seinem Karriereende Ende der 60er Jahre blieb er dem Westerngenre treu. Er konzentrierte sich aber im Laufe seiner aktiven Zeit auf TV-Serien und wurde sehr oft als Regisseur für die populären Serien "Bonanza" und "Rauchende Colts" verpflichtet. Mit der DVD-Veröffentlichung von "Der eiserne Kragen" wird zwar kein verschollenes Meisterwerk präsentiert, aber in weiten Teilen ist der Film richtig gut und interessant. Leider vermasseln es die Macher im Schlußdrittel ein bisschen, indem Estelle, die Femme Fatale des Films, eine eher unglaubwürdige Wandlung vom Biest zur herzensguten, vom Schicksal gebeutelten jungen Frau durchmacht, die nur auf den richtigen Kerl wartet,. Und das kann natürlich nur Audie Murphy sein.
Auch Murphy ist in diesem Film etwas unterschiedlich gezeichnet als sonst. Er ist nicht der schießwütige Revolverheld, sondern eher der besonnene Mann und der treue Freund seines sehr unzuverlässigen Partners.
Die Geschichte erzählt von der Freundschaft zweier Cowboys, die schon eine lange Zeit zusammen unterwegs sind. Sie erleben einerseits Abenteuer im Wilden Westen, aber wenn sie Geld brauchen, dann arbeiten sie eine Zeitlang auf einer Ranch und ziehen wieder weiter. Chris Foster (Audie Murphy) ist unbebunden, doch sein Freund Bert Pickett (Charles Drake) hat irgendwann seine Freundin Estelle (Kathleen Crowley) im Stich gelassen und sich für das Wanderleben entschieden. Er trägt aber sein schlechtes Gewissen mit sich und will seiner Verflossenen immer mal wieder etwas Geld nach Hause schicken, doch seine Spielsucht macht ihm jedes Mal einen Strich durch die Rechnung. Die beiden kommen in eine kleine Westernstadt. Schon bei ihrer Ankunft bemerken sie eine Besonderheit des Kaffs: Es gibt dort kein Gefängnis. Die Verbrecher werden in der Mitte eines Platzes an einen Pfahl gekettet, und zwar mit einer Metallschlinge um den Hals, einem eisernen Kragen also. Als Bert im betrunkenen Zustand beim Pokerspiel eine Schlägerei anzettelt und Chris ihm zur Hilfe kommt, werden sie vom Sheriff ebenfalls an den ominösen Pfahl gekettet. Dort ist auch der gefürchtete Bandit LaValle (Harold J. Stone) mitsamt seinen Kumpanen in Ketten gelegt. Doch dieser denkt nicht daran sich aufhängen zu lassen. Er zwingt die beiden Freunde, dass sie in der Nacht den Pfahl mit ausgraben. Nun müssen Chris und Bert ebenfalls fliehen, doch Bert hat bei der Schießerei zwischen Gesetzeshütern und Gangstern, noch die Möglichkeit, Wertpapiere der Bank in Höhe von 12.000 Dollar mitgehen zu lassen. Um nicht von den Banditen erschossen zu werden, bietet Bert LaValle die Papiere an und verpflichtet sich alleine in eine Stadt zu reiten und mit dem Geld wiederzukommen. Doch Bert hat einen schwachen Charakter...

Dadurch macht Chris irgendwann im Lauf der Geschichte die Bekanntschaft mit Berts Ex-Verlobten Estelle. "Der eiserne Kragen" aus dem Jahr 1963 ist interessanterweise in Schwarz-Weiß gedreht, was dem Film eine gute Atmosphäre verleiht und in der Laufzeit von knapp 76 Minuten passiert auch sehr viel. Der Westernfan kann sich auf einen unbekannten B-Film freuen, der wendungsreich von Freundschaft, von Treue und von der Macht des Geldes erzählt. Tatsächlich ist der Film in der ersten Hälfte sehr stark und lässt dann durch einige Unglaubwürdigkeiten etwas nach. Dennoch kann man diesen durch viele gute Einfälle genießen. Vor allem die Idee mit den Angeketteten am Pfahl im ersten Akt des Films hat viel Potential. Denn hier so dicht beieinander entsteht die Konstellation, die Cowboys mit Banditen auf engem Raum zusammenbringt und sie schicksalhaft aneinander binden wird.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

 

Mit der Waffe in der Hand (Gun Fury)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Raoul Walsh

Verfolgt...

"Mit der Waffe in der Hand" aus dem Jahr 1953 gehört nicht unbedingt zu den stärksten Western von Raoul Walsh, der das Genre mit Klassikern wie "Der große Treck" (1930), "Sein letztes Kommando" (1941) oder "Verfolgt" (1947) bereichert hat. Der Film heißt im Original "Gun Fury" und wurde ursprünglich in 3-D gedreht. Er basiert auf dem Roman "Ten against Caesar" von Kathleen B. George und Robert A. Grange. Optisch kann der Film aufgrund toller Location (Red Rocks, Arizona) einiges bieten.
Die Geschichte spielt kurz nach dem Bürgerkrieg. Eine Postkutsche reist nach Westen. Die Südstaatenschönheit Jennifer Ballard (Donna Reed) ist auf dem Weg zu ihrem Verlobten Ben Warren (Rock Hudson). Auf der Fahrt lernt sie die zwei Mitreisenden Frank Slayton (Philip Carey) und Jess Burgess (Leo Gordon) kennen. Vor allem Frank macht der hübschen Frau charmant den Hof. Als sie Halt machen ist die Überraschung perfekt, denn Ben ist seiner großen Liebe schon entgegengekommen und das Wiedersehen ist dementsprechend groß. Beide wollen nach Kalifornien ein neues Leben anfangen. Am Abend wird noch getanzt, dabei rät Jess Burgess den beiden Verliebten lieber nicht mit der Postkutsche weiterzufahren und stattdessen einen attraktiven Umweg zu machen. Hätte das Liebespaar mal besser auf diesen gutgemeinten Rat gehört, denn was sie nicht wissen: Frank und Jess sind die Köpfe einer berüchtigen Gangsterbande, die es auf das Geld, dass befördert wird, abgesehen haben. Als sich Ben beim Überfall gegen die Gangster stellt, wird er über den Haufen geschossen. Die Bande glaubt er wäre tot und man lässt ihn liegen. Frank verschleppt die attraktive Jennifer und will sie nach Mexiko mitnehmen. Dies passt Jess nicht, der offen dagegen rebelliert, dass Frank mit der entführten Jennifer ein beträchtliches Risiko auf sich nimmt. Es kommt zum Bruch und Jess wird geschlagen und gefesselt in der Sonne liegengelassen. Die Geier warten schon. Doch Ben Warren kann ihn in letzter Sekunde retten. Er hat damit einen Verbündeten in der Verfolgung gefunden. Zwei weitere Helfeshelfer werden sich im Laufe des Ritts noch dazugesellen. Der Indianer Johash (Pat Hogan) will den Mord an seiner Schwester rächen und Slaytons ehemalige Geliebte Estelle Morales (Roberta Haynes), die von ihm verlassen wurde, will sich rächen. Bald kommt es zur ultimativen Konfrontation...

Ein Film über den Wandel eines Mannes, der sich geschworen hat, sich nie mehr zu schlagen oder nie mehr zu kämpfen. Die Entführung seiner Freundin macht ihn zu einer begeisternden Kämpfernatur. Rock Hudson macht optisch eine gute Figur, er bleibt aber als Persönlichkeit etwas blass. Die Gangster, gespielt von Phil Carey und Leo Gordon, wirken da schon etwas charismatischer. In Nebenrollen sind sogar Lee Marvin und Neville Brand zu sehen. Im Film selbst wird durchgehend geritten. Es wird ständig verfolgt. Dass der Film dennoch eine gute Westernatmosphäre aufbauen kann, liegt an der guten Kameraarbeit von Lester White und natürlich auch an Walshs routinierter Regiearbeit.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

 

Die Plünderer (The Plunderers)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Joseph Pevney

Vier gefährliche Halbstarke...

Auf die DVD Veröffentlichung dieses exzellenten B-Western habe ich lange gewartet. Vor vielen, vielen Jahren lief "Die Plünderer" von Joseph Pevney bei der ARD an einem Samstag im Spätprogramm. Seither war ich begeistert von diesem Western mit dem leider viel zu früh verstorbenen Jeff Chandler, der durch die Rolle des Cochise in "Der gebrochene Pfeil" weltbekannt wurde. Chandler überzeugte auch in einem dritten Western, dem von Jack Arnold inszenierten und völlig unterschätze "Des Teufels Lohn" mit Orson Welles als Gegenspieler.
"Die Plünderer" entstand 1960 und wurde von Routinier Joseph Pevney inszeniert - der Filmemacher hat danach fast ausschließlich für das amerikanische Fernsehen gearbeitet und seine vorherige Filmographie ist auch nicht sehr üppig. Er drehte den Horrorfilm "Hinter den Mauern das Grauens", dann folgten "Das Haus am Strand", "Tammy" und "Torpedo los" - doch "Die Plünderer" dürfte schon sein Meisterwerk sein.
Pevneys Halbstarkenwestern glänzt mit sehr vielen guten Schauspielerleistungen. Ray Stricklyn, der den Halbstarkenanführer Jeb Lucas Tyler spielte wurde sogar als bester Nebendarsteller für einen Golden Globe nominiert. Den Durchbruch schaffte der Darsteller leider nie - es gab zwei Mankos: Er hatte es damals als geouteter Schwuler nicht leicht im Filmgeschäft und darüberhinaus wirkte er immer wesentlich jünger als er war. Dies ermöglichte ihm nur eine begrenztere Rollenauswahl.
Das Intro von "Die Plünderer" erinnert ein bisschen an Zinnemanns High Noon Anfangssequenz - einige Reiter beschließen in die verschlafene Stadt zu reiten. Doch die vier jungen Cowboys haben kein festes Ziel wie Frank Millers Gehilfen. Man erfährt, dass sie ziellos umherreiten. Man hat den Youngsters in Dodge City wohl übel mitgespielt und um den Lohn von 6 Monaten gebracht. Ziemlich frustriert kommen Jeb (Ray Stricklyn), Mule (Roger Torrey), Rondo (John Saxon) und Davy (Dee Pollock) nach Trail City. Dort im Saloon bestellen sie beim Besitzer Mike Baron (James Westerfield) eine Flasche Whisky. Aber sie geben an kein Geld zu haben und man solle vorsorglich den Sheriff (Jay C. Flippen) holen. Dieser gibt sich alle Mühe der Zechbrellerei mit weiterem Konfliktpotential zu nähren. Der Vorschlag nach dem Kneipenbesuch eine Nacht in einer Zelle zu verbringen und am anderen Morgen aus der Stadt zu verschwinden wird von den vier Jungs sogar dankend aufgenommen. Doch am anderen Morgen sieht die Welt ganz anders aus. Die Youngsters haben bemerkt, dass die Bewohner konfliktscheu sind und so loten sie deren Nachgibigkeit weiter aus. Immerhin bräuchten sie frische Kleidung und dies holen sie bei dem Händler Walters (Vaughn Taylor), der eine äusserst schöne Tochter namens Ellie (Dolores Hart) hat. Genau wie am Abend vorher in der Kneipe wird auch der versehrte Bürgerkriegsveteran Sam Christy (Jeff Chandler) Zeuge eines dreisten Diebstahls. Die Cowboys gehen ohne zu bezahlen und mieten ein Hotelzimmer bei der Witwe Kate Miller (Marsha Hunt). Nun wollen die Bürger, dass irgendjemand die Rüpel aus der Stadt jagt, doch der Sheriff scheint zu alt und der Rest der Bewohner hat Angst. Man setzt auf den einarmigen Christy, doch der meint, dass dies nicht sein Problem sei. Als die vier kurze Zeit später wieder im Saloon einkehren und vier saftige Steaks bestellen, platzt dem Saloonbesitzer der Kragen. Aber nun eskaliert auch der Konflikt zwischen den Plünderern und den Bewohnern...

Pevneys Film ist extrem vielschichtig und bietet mit den Youngsters vier ganz unterschiedliche Charaktere. Einer ist der Aggressor, der andere ein Mitläufer, der gerne seine Fäuste schwingt, ein weiterer ist sehr undurchsichtig und den Jüngsten plagen bald Gewissensbisse. Auch die Figur des Ex-Majors ist ambivalent - er kämpft mit seinem körperlichen Handicap und will seine 'Angst nicht zeigen. Stattdessen geht er lieber zuerst dem drohnenden Kampf konsequent aus dem Weg. Beide Frauenfiguren sind unterschiedlich und am Ende präsentiert Pevney sogar noch einen Bürgermob, die ständig zwischen Angst und Lynchlust schwankt.

Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Mittwoch, 25. August 2021

Der Ritt zurück (The Ride Back)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Allen H. Miner

Zurück nach Scottsville...

Texas 1870: Ein Mann sitzt beim Friseur, als zwei andere Männer hereinkommen. Sekunden später fallen Schüsse. Zwei kleine Jungs, die draussen Revolverhelden spielen sehen nur noch einen Mann auf einem Pferd, der flüchtend davonreitet.
Der Sheriff Chris Hamish (William Conrad) wird damit beauftragt, den Mörder der beiden Männer von Scotsville zu finden und ihn vor Gericht zu stellen.
Doch der gesuchte Bob Kallen (Anthony Quinn) hat sich nach Mexico abgesetzt. Aber Hamish lässt nicht locker und erwirkt sich an der Grenze eine Genehmigung den Gesuchten in Mexico zu jagen. Im Dorf Seralvo wird er fündig, ein Priester (Victor Millian) ist ihm behilflich, denn dieser ist der Bruder von Kallens Freundin Elena (Lita Milan).
Kallen ist nicht gerade erfreut, als er den Gesetzeshüter sieht, aber es bleibt ihm keine Wahl, denn Hamishs Revolver und die Handschellen sind überzeugend.
Doch der Weg nach Scotsville ist weit. Sie treffen auf eine kleine Gruppe betrunkener Apachen, die nichts gutes im Sinn haben. Auch Elena will nicht untätig zuhause sitzen, wenn ihrem Lover der Hals in der Schlinge droht. Bald werden die Männer zu Gejagten, sie erreichen eine niedergebrannte Farm. Dort hat ein Kind (Ellen Hope Monroe) als einzige überlebt...

"Der Ritt zurück" ist ein Western aus dem Jahr 1957, der Regisseur war der weitestgehend unbekannte Alan H. Miner, der mit diesem Film aber einen guten und schnörkellosen Genrebeitrag abliefert.
Dabei ist die Story zwar nicht neu, aber mit gutem psychologischen Gespür mit einer dramatischen Dichte ausgestattet. Das Drehbuch ist eher karg, aber die Geschichte ist durchweg gut fotografiert (Joseph F. Biroc). Produziert wurde der gute Western von Robert Aldrich. 

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Im Höllentempo nach Fort Dobbs (Fort Dobbs)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Gordon Douglas

Durchs Komantschenland....

Gordon Douglas 1958 inszenierter Western "Im Höllentempo nach Fort Dobbs" entstand nach einem Drehbuch von Burt Kennedy, der bereits einige Jahre zuvor erfolgreich mit Budd Boetticher zusammenarbeitete und verantwortlich für die Drehbücher von "Der Siebente ist dran", "Um Kopf und Kragen" oder "Auf eigene Faust" war.
Auch für Gordon Douglas Nachfolgewestern "Yellowstone Kelly" wurde Burt Kennedy verpflichtet - später sollte er eigene Filme drehen, blieb aber auch als Regisseur dem Westerngenre mit Filmen wie "Die rote Schwadron", "Die Gewaltigen", "Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe" oder "Die letzten vom Red River" treu.
Hauptdarsteller in "Fort Dobbs" ist Clint Walker, der durch die TV-Serie "Cheyenne" bereits sehr populär war.
"Fort Dobbs" setzt auf eine gute Zeichnung der Charaktere und schickt Clint Walker als lonesome Rider in eine Westernstadt, wo er den Mann erschießt, den er suchte. Als Mörder wird er nun vom Sheriff (Russ Conway) und einer Bürgerwehr verfolgt.
Er hat ein bisschen Vorsprung, aber das hilft ihm nicht viel. Denn er muss durchs Komantschengebiet und die Indianer sind gerade auf dem Kriegspfad. In einer felsigen Gegend entdeckt er einen toten Mann, der von den Indianern getötet wurde. Dies ist die Chance seinen Verfolgern zu entkommen und so zieht er seine Jacke dem toten Mann mit dem Pfeil im Rücken an, nimmt dessen Jacke und lässt auch sein geliebtes Pferd zurück. Der Trick gelingt - der Sheriff bricht die Verfolgung ab, da er glaubt, dass der verfolgte Gar Davis unten in der Schlucht liegt. Bei dem Versuch auf einer abgelegenen Ranch ein Pferd zu stehlen, wird er aber von dem kleinen misstrauischen Farmersohn Chad (Richard Eyer) erwischt. Der kleine Junge hält den Fremden mit dem Gewehr in Schach bis seine Mom (Viriginia Mayo) kommt. Bald stellt sich heraus, dass Celia die Frau des toten Mannes ist. Die Indianer sind auch nicht untätig und haben sich vorgenommen die Farm anzugreifen. So wird der mutmassliche Pferdedieb Gar Davis zum Begleiter und Beschützer der Frau und des Jungen. Ziel ist es, sich ins Fort Dobbs zu retten. Auf dem Weg dorthin trifft Gar einen alten Bekannten. Der Waffenhändler Clett (Brian Keith) ist aber kein besonders freundlicher Zeitgenosse...

Ein Western, der früher öfters im ZDF lief und dies zu bester Sendezeit - in den 70ern war das Fernsehprogramm noch anspruchsvoller als heute. Auch "Fort Dobbs" gehört nicht zu den Mittelmaß-Western, denn Gordon Douglas ist ein Könner und hatte hier eine kreative Phase, die sich auch beim Nachfolgefilm "Man nannte ihn Kelly" (auch mit Clint Walker) fortsetzte. Neben dem Science Fiction Klassiker "Formicula" muss man diese beiden sehr schönen Western zu den Highlights in Douglas Filmographie zählen. Kameramann William H. Clothier zeigt auch hier sein Können und die Musik von Max Steiner ist auch sehr gelungen.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.