Donnerstag, 7. Oktober 2021

Die Bestie der Wildnis (Arrowhead)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Charles Marquis Warren

Blutsbrüder des Hasses...

In dem 1952 von George Marshall gedrehten Indianerfilm "Der weiße Sohn der Sioux" spielte der damals sehr junge Charlton Heston einen Weißen, der von Indianern aufgezogen wird und sich in den Stamm der Sioux gut integrieren kann. Ein Jahr später in "Arrowhead" (Deutscher Filmtitel: Die Bestie der Widnis) spielt er eine ähnlich gelagerte Rolle, allerdings mit ganz anderen Auwirkungen. Heston ist Ed Bannon, der bei den Apachen aufwuchs, dieses Volk aber hasste und es wieder verließ. Regisseur von "Arrowhead" ist Charles Marquis Warren, der Ende der 40er Jahre Drehbücher u.a. für "Todesreiter in Laredo", "Gegenspionage" oder "Pony Express" schrieb. Er liebte Western und so war es nicht verwunderlich, dass er auch als Produzent für TV-Westernserien wie "Rauchende Colts" oder "Die Leute von der Shilo Ranch" verantwortlich war. Daher lag seine Filmkarriere auch immer wieder auf Eis und seine Filmgraphie als Regisseur ist weit weniger üppig.
Mit "Die Bestie der Wildnis" überzeugt er aber auf ganzer Linie, vor allem weil die Geschichte (er schrieb auch das Drehbuch für den Film) mit zwei hassenden Männern sehr überzeugend ist und der Film sich als Vorläufer grimmiger Spätwestern wie "Sierra Charriba" oder "Keine Gnade für Ulzana" ausweist.
Auf der einen Seite ist da der Zivilscout Ed Bannon (Charlton Heston), der bei den Apachen aufwuchs und dennoch zum Indianerhasser wurde. Sein Kontrahent wird der Häuptlingsohn Toriano (Jack Palance), der scheinbar ein gutes Beispiel für gelungene Integration ist, denn der Mann hat an der Ostküste studiert und kehrt nun zu seinem Volk, den Chiricahua Apachen zurück. Die sollen in ein Reservat nach Florida umziehen. Noch ist Chattez (Frank deKova) der Häuptling, aber sein zurückgekehrter Sohn wird bald seinen Platz einnehmen, denn er glaubt an den Endsieg der Apachen gegen den weißen Mann und sieht sich als siegreicher Häuptling aus der Vorsehung. Ein Führer, der kommen wird und dem indianischen Volk zu neuem Ruhm und Ehre führt. Mitten im Indianergebiet ist das Fort Clark der Posten de US-Kavallerie und Colonel Weibright (Lewis Martin) glauben an den Frieden mit den Indianern. Ed Bannon und sein Partner Sandy Mackinnon (Milburn Stone) glauben aber den Friedensbeteuerungen der Indianer nicht. Bannon tötet auch drei Chiricahua Apachen, von denen er glaubt, dass sie auf dem Kriegspfad sind. Offiziell waren die aber nur vor Ort um den Häuptling sicher ins Fort zu geleiten, um den Frieden perfekt zu machen. Somit ist Bannon der Sündenbock für den Colonel und auch für Captain North (Brian Keith), der in die Frau (Mary Sinclair) verliebt ist, mit der Bannon mal zusammen war. Inzwischen vergnügt sich dieser - trotz des Hasses - mit der Indianerin Nita (Katy Jurado), die mit ihm zusammen unter einem Dach lebt. Als Toriano auftaucht, verstärkt sich Bannons Indianerhass noch mehr. Aber auch Toriano ist besessen vom Gedanken Bannon zu vernichten...


Die Filmzeitschrift Cinema kritisierte die reaktionäre Moral des Films, aber dies macht den Film auch grimmig und verleiht ihm eine sehr destruktive Atmosphäre. Dies braucht die Geschichte über den gegenseitigen Hass und Vernichtungswillen aber auch unbedingt, um gut zu funktionieren. Heston spielt fies wie nie, aber Jack Palance toppt ihn noch. Laut Filmabspann ist die Figur des Ed Bannon an den deutschstämmigen Scout, Soldaten und Dolmetscher Albert Sieber angelehnt, der von 1843 bis 1907 gelebt hat.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Fluch der Verlorenen (Horizons West)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Budd Boetticher

Kriegsheimkehrer...

In den 80er Jahren wurden die Western von Budd Boetticher von der Filmkritik wiederentdeckt. 1991 wurde ihm von der Los Angeles Film Critics Association der Preis fürs Lebenswerk verliehen. Der Regisseur starb 2001 im Alter von 85 Jahren. Dabei können sich nicht nur seine mit Randolph Scott gedrehten Western sehen lassen. Auch seine Frühwerke sind heute als gute B-Western anerkannt. Mit Rock Hudson drehte er 1952 den Kriegsheimkehrer-Western "Fluch der Verlorenen" und einige Monate später spielte Hudson die Hauptrolle in seinem Indianerfilm "Seminola". Hudson stand damals noch am Anfang seiner Karriere - er war ein aufstrebender Schauspieler, der noch nicht der große Filmstar war und wurde durch diese guten Leistungen auch von Raoul Walsh in den beiden Western "Mit der Waffe in der Hand" und "Gefährliches Blut" als Hauptdarsteller eingesetzt. Auch Anthony Mann setzte ihn in seinen Western "Winchester 73" (als jungen Indianerhäuptling) und "Meuterei am Schlangenfluß" ein - erst nach diesen Western gelang Hudson der große Durchbruch mit den Melodramen von Douglas Sirk und mit Komödien an der Seite der genauso beliebten Doris Day.
Star in "Fluch der Verlorenen" ist aber eher Robert Ryan, der wie gewohnt einen ambivalenten Charakter verkörpert. Die Grundkonstellation erinnert an William Wylers Meisterwerk "Die besten Jahre unseres Lebens" - Frederic March, Dana Andrews und Harold Russell kehren nach Ende des 2. Weltkriegs heim und haben enorme Schwierigkeiten sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern. In Boettichers Film kehren Dan Hammond (Robert Ryan), sein jüngerer Bruder Neil (Rock Hudson) und deren gemeinsamer Freund Tiny (James Arness) nach dem Bürgerkrieg in ihre Heimat Texas heim.
Während sich Neil bereits auf das Farmerleben freut und seine Sally (Judith Braun) heiraten will, was Vater (John McIntire) und Mutter Hammond (Francis Bavier) sehr glücklich macht, kommt der ältere Dan mit der neuen "alten" Situation nicht mehr zurecht. Im Krieg war er ein Held der Südstaaten und ein Idol für seine untergebenenen Männer, doch als Farmer muss er nun wohl wieder kleinere Brötchen backen.
Kurz nach seiner Ankunft in der Stadt trifft er die schöne Lorna Harding (Julia Adams), die wohl nicht besonders glücklich ist in ihrer Ehe mit dem reichen skrupellosen Geschäftsmann Harding (Raymond Burr). Durch den Bankier der Stadt bekommt Dan die Gelegenheit zu einem Pokerspiel in den besten Kreisen eingeladen zu werden. Dies wird im Haus von Harding abgehalten und leider schuldet Dan am Ende seinem Gastgeber 5.000 Dollar. Da er nicht sofort flüssig ist, wird er vor der ganzen Gesellschaft von Harding aufs Übelste gedemütigt. Dieses Ereignis markiert auch eine Wende im Verhalten von Dan, der nun bei den Gesetzlosen, die vor der Stadt lagern, Männer sucht, die ihm folgen. Da viele dieser gestrandeten Existenzen Dan kennen, kann er diese auch für eine Art Privatarmee rekrutieren. Danach kommt es zu vielen Überfällen in der Gegend und Rinder werden für gutes Geld nach Mexiko verkauft. Zum Nachteil von Harding, der sehr oft durch diese Überfälle geschädigt wird. Der verdächtigt auch Dan, denn der ist plötzlich ebenso reicher Geschäftsmann. Die Situation wird somit bald eskalieren...

Natürlich - so wollte es die Hollywood Moral der 50er Jahre - muss am Ende die umstrittene Hauptfigur sterben. Sein Tod ist auch für seine Familie eine Erleichterung, wenn man das Schlußbild sieht - dort sind Ma, Pa, Neil und seine etwas farblose Sally glücklich vereint. Denn im Laufe der Geschichte wird Dan immer mehr zu dem Mann, der in der ersten Phase des Films dieser ausgekochte Bösewicht war. Dan eifert diesem nach und bekommt auch irgendwann dessen attraktive Frau. Nur diese Frau erkennt noch die Unterschiede der beiden Männer. Ihr Ex war brutal und es war der Horror seine Frau zu sein, mit Dan hat sie persönlich ihr Glückslos gezogen. Julia Adams spielt hier genauso wie Robert Ryan eine höchst interessante Figur. Menschen, die nicht so leicht zu durchschauen sind und gegen die gängigen Erwartungen agieren. Mit Dan hat der Zuschauer insofern noch ein gewisses Mitleid, diese Credits verspielt er aber spätestens in dem Moment, in dem er seinen ehemals besten Freund kaltblütig erschießt. Aus einem netten, sympathischen Mann wurde ein Monster, ein Tyrann für seine gesamte Umgebung. Einmal mehr beweist hier Robert Ryan was für ein guter Schauspieler er war. Er wurde in "Crossfire" für den Oscar nominiert - neben seinen Auftritten in "Nackte Gewalt", "Die Verdammten der Meere", "Lawman" und "The Wild Bunch" sicherlich seine beste Rolle.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Mittwoch, 6. Oktober 2021

Der brennende Pfeil (The Charge at Feather River)


Regie: Gordon Douglas

Von den Cheyenne entführt...

In seinem 1953 entstandenen Film "Der brennende Pfeil" behandelt Regisseur Gordon Douglas ein Thema, das später auch die John Ford Klassiker "Der schwarze Falke" oder "Zwei ritten zusammen" behandelten. Die Suche nach von Indianern verschleppten Weißen und in allen drei Fällen sind es Frauen, die entführt sind oder vielleicht auch tot.
Bereits sein Vorgängerwestern "Bis zum letzten Atemzug" mit Gregory Peck in der Hauptrolle war ein überzeugender Genrebeitrag und der in 3D konzipierte "Der brennende Pfeil" ist ebenso eine kleine Perle des B-Western.
Leider ist das Bild der DVD tatsächlich sehr schwach, aber es wirkt in vielen Szenen - wenn Pfeile, Lanzen oder andere Waffen zum Einsatz kommen und in Richtung Gegner geworfen werden - dass die Waffen direkt aufs Publikum fliegen. Und die Musik von Max Steiner steigert das ultimative Western Feeling natürlich noch zusätzlich. Zur seiner Zeit spielte "The Charge of the Feather River" gute 3,65 Millionen Dollar ein.
Westernfans wird vielleicht auch die ähnliche Grundkonstellation zu Sam Peckinpahs "Major Dundee" auffallen, denn der Anführer der Befreiungsaktion rekrutiert seine Männer aus einem Trupp von straffällig gewordenen Soldaten.
Miles Archer, gespielt von Guy Madison, war mal früher Captain der Armee, hat aber seinen Dienst quittiert und ist nun Zivilist. Allerdings auch der einzige Mann, der diese Aktion erfolgreich ausführen kann.
Zuerst lehnt er ab als die Armee auf ihn zukommt. Doch als er erfährt, dass die beiden Frauen Anne (Helen Westcott) und Jennie (Vera Miles) die Schwestern seines treuen Untergebenen Johnny McKeever (Ron Hagerthy) aus dem Bürgerkrieg sind, ändert er seine Meinung über das Himmelfahrtskommando und rekrutiert eine Schar von straffälligen Soldaten, die sich als Büffeljäger getarnt ins Land der Indianer begeben müssen. Die Rettungsaktion steht unter keinem guten Stern - Sergeant Charlie Baker (Frank Lovejoy) will mit Private Ryan (Steve Brodie) abrechnen, da er davon überzeugt ist, dass der Untergebene ein Verhältnis mit seiner Frau (Vivian Mason) hat.
Als die Truppe das Indianerdorf erreicht und es tatsächlich gelingt die beiden Frauen zu befreien, gibts die große Überraschung. Die beiden Schwestern wollen aus ganz unterschiedlichen Gründen bei den Cheyenne bleiben. Die ältere Anne fürchtet den Klatsch und die Diskriminierung durch die Weißen und die jüngere Jennie ist inzwischen eine Indianerin geworden und soll in Kürze den Häuptling Chief Thunder Hawk (Fred Carson) heiraten. Damit ist auch sicher, dass die Indianer die Verfolgung aufnehmen werden...
 
Ein Erfinder in der Truppe sorgt immer mal wieder für humorige Einlagen, wenn er den Whisky seines Kameraden trinken will und der ihm partout einen Korb gibt. Ein lungenkranker Journalist ist ebenfalls dabei - er malt gerne und fertigt auf der abenteuerlichen und gefährliche Reise zahlreiche Skizzen über den Wilden Westen an. Obwohl Guy Madison gar nicht besonders hervorsticht, lässt er zu keiner Zeit Zweifel aufkommen, dass er der Chef der Truppe und auch Chef dieses waghalsingen Unternehmens ist. Er ist der Mann, der Vertrauen ausstrahlt und auch der Zuschauer legt das Schicksal vertrauensvoll in die Hände des gutaussehenden Westernhelden. Natürlich wird er bemerken, dass eine der Schwestern immer mehr gefällt. Ein sehr interessante Frauenfigur spielt auch Vera Miles als Indianerin Jennie. Sie spielt natürlich auch in "Der schwarze Falke" mit - dort allerdings ist sie eine Farmerstochter, die auf ihren Angebeteten wartet. Den Part des von den Indianern entführten Mädchens übernahm Natalie Wood. Ähnliche Rollen, aber dennoch unterschiedlich: Beide Frauenfiguren wollen bei den Indianern bleiben. Natalie Wood entscheidet sich am Ende - wie auch Helen Westcott - für die weiße Zivilisation. Dagegen setzt Vera Miles ihr Leben aufs Spiel um wieder zu ihrem Volk - den Cheyenne - zurückzukehren.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Die letzte Kugel (Day of the Badman)


Regie: Harry Keller

11 Uhr Vormittags...

Harry Keller war vor allem Filmeditor, doch er drehte als Regisseur mehrere gute und erwähenswerte B-Western. Die bekanntesten davon sind sicherlich Audie Murphys "Sieben Wege ins Verderben", der eher ungewöhnliche "Quantez, die tote Stadt" und der 1958 entstandene "Die letzte Kugel", der im Original "Bullet for a Badman" heißt und eine interessante "12 Uhr mittags" Variante präsentiert.
Genau wie Sheriff Will Kane im großen Klassiker von Fred Zinnemann schafft auch Harry Keller die brenzliche Situation, dass es ein Mann des Gesetzes mit insgesamt vier zu allem entschlossenen Banidten aufnehmen muss.
Die Konstellationen sind aber etwas anders, denn Jim Scott (Fred McMurray) ist nicht der Sheriff, sondern der Richter des kleinen Westernstädtchens. Um 11 Uhr Vormittags muss er in der Kirche der Gemeinde das Urteil für den Mörder Rudy Hayes (Christopher Dark) verkünden. Ein Tag vorher haben ihn die Geschworenen schuldig gesprochen und die Witwe seines Opfers, Mrs. Quary (Peggy Converse) will ihn hängen sehen. An diesem Tag hat der Richter noch etwas Zeit, denn er möchte am Nachmittag seiner Myra (Joan Weldon) einen Heiratsantrag machen. Die ahnt etwas als er von einer Überraschung redet, die er ihr präsentieren will. Myra hat ein Geheimnis. Sie hat sich vor einigen Wochen in einen anderen Mann verliebt. Es ist der junge Sheriff Barney Wiley (John Ericson), sie haben aber bisher nicht den Mut gefunden ihre Liebe öffentlich zu machen.
Im Laufe des Vormittags tauchen die beiden Brüder des Angeklagten in der Stadt auf. Der unbesonnene Howard Hayes (Skip Homeier) und sein älterer Bruder Charlie (Robert Middleton), sie erfahren von Rudys Freundin Cora (Marie Windsor), dass höchstwahrscheinlich das Todesurteil ansteht. Natürlich wollen die Brüder mit aller Macht ein anderes Urteil erwirken. "Verbannung" zum Beispiel - ein Urteil, dass schon oft ausgesprochen wurde und mit etwas Nachdruck sollte der Richter doch auf diesen Vorschlag eingehen. Denn schließlich drohen sie dem Mann des Gesetzes mit Rache, wenn der nicht nachgibt. Bald drängen selbst die braven Bürger der Stadt den Richter um Nachsicht mit dem Mörder, denn sie haben Angst vor den Vergeltungsmaßnahmen der Banditen, die sogar noch Unterstützung von den Cousins (Lee van Cleef, Chris Alkaide) bekommen. Dann erfährt Jim von der Liason zwischen Myra und Wiley. Für ihn wäre das Urteil "Verbannung" nun vorteilhaft, denn er würde dem Sheriff den schwarzen Peter zuschustern. Der müsste nämlich das Urteil mit Gewalt erzwingen, denn ein Hayes lässt sich sicher nicht aus der Stadt jagen. Damit liefe der Konkurrent Gefahr in einer Schließerei mit dem Gangster den Kürzeren zu ziehen...


Was der Richter dann tatsächlich verkündet ist wie die ganze Geschichte vorher sehr unvorhersehbar. Diese Komponente macht den Western sehr interessant, denn der Zuschauer weiß nie, wie der Richter sich verhalten wird und erst Recht nicht wie die Menschen in seiner Umgebung - sein Mädchen, der Sheriff - reagieren werden. So gesehen legt Harry Keller sein Augenmerk darauf, wie sich die Figuren positionieren und welche schwierigen Entscheidungen sie im Laufe dieses Vormittags noch treffen müssen. Keller jongliert auch gekonnt mit den Wahrnehmungen des Zuschauers, der lange Zeit den Sheriff als den "Helden" wahrnimmt und die Handlungsweisen des Richters nicht immer nachvollziehen kann.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Vogelfrei (Colorado Territory)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Raoul Walsh

Das Colorado Territorium...

Der berüchtigte Bandit Wes McQueen (Joel McCrea) wird durch seinen alten Freund Dave Richard (Basil Ruysdael) aus dem Gefängnis befreit. Auf seiner Flucht vor dem Sheriff sieht er wie eine Postkutsche überfallen wird. Als er merkt, dass die Insassen dort in großer Gefahr sind, rettet er die Passagiere - den alten Fred Winslow (Henry Hull) und dessen Tochter Julie Ann (Dorothy Malone). Vater und Tochter laden ihn auf ihre neue Ranch ein, die Winslow gekauft hat. McQueen wirft ein Auge auf die hübsche Julie Ann, die gerne an der Ostküste geblieben wäre und den Westen hasst.
Der Outlaw reitet weiter, denn er muss sich in der Geisterstadt von Todos Santos mit zwei Männern seines Fluchthelfers treffe. Reno Blake (John Archer) und Duke Harris (James Mitchell) haben aber keinen blassen Schimmer vom professionellen Banditentum und haben ein Mädchen names Colorado Carson (Viriginia Mayo) dabei. McQueen weiß das dies Ärger bedeutet, zumal sich die zwei Youngster gar nicht im Griff haben und will, dass die Frau verschwindet. Colorado kann McQueen aber überreden zu bleiben. Als er zum kränkelnden Richard reitet, weiht dieser ihn in den Plan ein einen letzten großen Eisenbahnraub zu machen...



Raoul Walsh hat mit "Vogelfrei" (Original: Colorado Territory) 1949 ein interessantes Remake seines Noir Meisterwerks "High Sierra" geschaffen. Die Handlung wurde in den Wilden Westen verlagert und funktioniert beinahe ebenso gut wie im Humphrey Bogart Klassiker.
Auch Joel McCrea spielt den Gesetzlosen, der eigentlich von einem normalen Leben träumt, sehr glaubwürdig.  Den Part von Ida Lupino übernahm im Western Remake die blonde Virginia Mayo, die das gestrauchelte, aber aufrichtige Mädchen spielt.
Erst sehr spät bemerkt der Antiheld ihre Qualitäten, denn er hat sein Glück eher in der bürgerlichen Julie Ann gesehen, die sich aber am Ende als rücksichtslos und egoistisch erweist.
"Vogelfrei" ist zwar für Raoul Walsh kein Klassiker wie "High Sierra", "Die wilden Zwanziger", "Verfolgt" oder "Sprung in den Tod" geworden. Dennoch liefert der mit "Vogelfrei" einen sehr guten, interessanten Klassiker ab, dessen (Wieder)Entdeckung man sicherlich genießen kann. 


Bewertung: 9 von 10 Punkten.  

Der Mann aus Alamo (The Man from the Alamo)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Budd Boetticher 

Der Feigling...

Erst in den 80er Jahren wurde Hollywood Regisseur Bud Boetticher und seine zahlreichen B-Western von der Filmkritik wiederentdeckt. "Der Mann von Alamo" entstand im Jahr 1952, kurz nach "Seminola" mit Rock Hudson und Anthony Quinn. Auch für "Der Mann von Alamo" konnte mit Glenn Ford ein bekannter und beliebter Hollywood Star verpflichtet werden. Er spielt den tragischen Helden John Stroud, der bei der Verteidigung der zum Fort ausgebauten Mission Alamo in San Antonio im Jahr 1836 als Soldat auf der Seite der Texaner kämpft.
Da fünf der Soldaten eine Farm sowie Frau und Kinder besitzen, beschließt diese Gruppe das Los bestimmen zu lassen, wer der entscheidenden Schlacht fernbleibt und sich stattdessen um die Hinterbliebenen aller Fünf kümmern muss. Das Los fällt auf den Pechvogel Stroud, der nun nicht fürs Vaterland Texas im Freiheitskampf sterben darf - sondern von allen Verteidigern, die ihr leben lassen, als Feigling angesehen wird.
Doch Stroud findet die Farmen zerstört vom Feind vor - auch seine Farm ist niedergebrannt und die Familie wurde getötet. Der Nachbarsjunge Carlos (Marc Cavell) hat durch die Mörder auch seinen Vater verloren und ist nun Waise. Er kann Stroud aber den Hinweis geben, dass die Verbrecher keine Mexikaner waren. Mit dieser Nachricht geht Stroud in die stadt, wo gerade die Nachricht verkündet wurde, dass die Verteidiger von Alamo im Kampf gefallen sind. Natürlich hat sich Strouds angebliche Feigheit schon herumgesprochen und der Mob würde ihn nur zu gerne lynchen. Lieutenant Lamar (Hugh O´Brien) kann dies gerade noch verhindern, obwohl er auch nichts übrig hat für solche Männer. Er wird zur Sicherheit mal ins Gefängnis gesteckt, dort ist auch einer der Wade Bande, ein gewisser Dawes (Neville Brand) inhaftiert. Carlos erkennt in diesem Mann einer der Mörder von Strouds Familie. Es gelingt stroud das Vertrauen des Gangsters zu gewinnen und bei einem Ausbruch schließt er sich der Bande an. Dies bringt ihm auch den Verdacht eines Gangsters und Verräters ein. Doch Stroud hat ein anderes Motiv: Rache und seinen Namen wieder reinwaschen. Wenn ihm dies gelingt, dann kann er vielleicht das Herz der schönen Beth Anders (Julie Adams) erobern, die sich inzwischen dem Waisenjungen Carlos angenommen hat und mit anderen Flüchtlingen in einem Treck die Stadt verlässt. Jess Wades (Victor Jory) will dem Treck natürlich auflauern, weil die Gold mit sich führen...

Ein Western mit vielen Handlungssträngen, die fast wieder untypisch für einen B-Film sind und mit einer exzellenten Kameraarbeit von Routinier Russell Metty, der insgesamt 11 Filme von Douglas Sirk optisch perfekt verschönerte und für "Spartacus" sogar den Oscar bekam. Was ein bisschen stört ist der Unwille des Antihelden Stroud sein Motiv aufzuklären, stattdessen lässt er sich lange Zeit als Feigling vorführen. Nur Carlos, der Junge, der ihn nun zum Vater haben will, verteidigt ihn. Er selbst wird erst durch seine Taten dann wieder reingewaschen, am Ende erkennt auch Lieutenant Lamar wie Heldenhaft dieser Stroud tatsächlich ist. Von wegen Feigling von Alamo.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Die Todesreiter von Laredo (Streeets of Laredo)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Leslie Fenton

Texas Rangers in Technicolor...

Aufmerksame Westernliebhaber werden sicher schnell bemerken, dass Leslie Fentons 1949 gedrehter Genrebeitrag "Die Todesreiter von Laredo" ein Remake des 1936 inszenierten schwarz weiß Western "The Texas Rangers" von King Vidor. Dort spielten Fred McMurray, Jack Oakie und Lloyd Nolan das Banditentrio, in Fentons Technicolor Fassung beweisen William Holden, Macdonald Carey und William Bendix ihr Können. Für William Holden kam ein Film später der große Durchbruch - er brillierte in Billy Wilders grandiosem "Sunset Boulevard" an der Seite von Gloria Swanson in der Rolle als Drehbuchautor Joe Gillis, der von der Stummfilmikone Norma Desmond ermordet wird.
Der Oscar ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Er wurde ausgezeichnet für "Stalag 17" und ging als Preisträger mit einer sehr kurzen Dankesrede "Thank you" in die Oscargeschichte ein. Erst 1968 wurde dies von Alfred Hitchcocks "Thanks" noch unterboten, als dieser den Irving G. Thalberg Memorial Award bekam.
Ein Trio von Outlaws - Jim Dawkins (William Holden), Lorn Reming (Macdonald Carey) und Reuben "Wahoo" Jones (William Bendix) - raubt immer wieder Postkutschen aus. Dabei gehen sie sehr raffiniert vor. Einer der Gauner hat sich meistens als Kutscher engagieren lassen. Doch die drei Banditen haben auch gute Eigenschaften. So kommen sie der jungen Rannie Carter (Mona Freman) zur Hilfe, die mit ihrem Onkel die kleine Farm verteidigt, die von rücksichtslosen Charley Calico (Alfonso Bedoya) und seiner Bande ausgeraubt wird. Leider wird der Onkel bei der Schießerei getötet und das junge Mädel hat keinen Menschen mehr, der sich um sie kümmert. Mit ein bisschen Geld kann der alten Farmer Pop Lint (Clem Bevans) überredet wird, die vorlaute Göre aufzunehmen. Bei einer erneuten Diebestour wird das Trio getrennt und Lorn reitet alleine weiter. Er lebt weiterhin vom Verbrechen. Seine beiden Partner helfen mehr oder weniger aus Versehen den Texas Rangers und eh sie es registrieren, sind sie auch schon als Gesetzeshüter vereidigt. Als sie sich wieder treffen ist die Freude groß. Doch Lorn möchte natürlich aus der Tatsache, dass seine Kumpane nun Texas Rangers sind, seine Vorteile ziehen. Die beiden anderen verschließen eine Weile die Augen vor Lorns Aktivitäten, schließlich ist Calico immer noch der schlimmere Bösewicht. Natürlich wird die Freundschaft irgendwann auf eine harte Probe gestellt. Denn Jim und Reuben wollen den guten Weg, den sie eingeschlagen haben, weitergehen. Lorn denkt aber nicht daran sein Banditenleben aufzugeben. Im Gegenteil: Er will immer mehr. Natürlich taucht auch das Mädchen wieder auf und sie muss sich nun zwischen dem guten und dem bösen Kerl entscheiden...

Ein Film über Männerfreundschaften, die auf die Probe gestellt wird. Einer der Männer ist aber von der dunklen Seite besessen und als Lorn spielt Macdonald Carey eine seiner besten Rollen. Er ist dem aufsteigenden Star William Holden immer ebenbürtig und die beiden Typen könnten nicht unterschiedlicher ist. Es ist dann William Bendix, der große Nebendarsteller aus zahlreichen Film Noirs, der dafür sorgt, dass der Bruch der beiden Freunde komplett vollzogen wird und es zum Westernshowdown kommt.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.